„Herr Beisenherz wird von mir hören“: Influencerinnen-Anwalt will nach Pool-Video gegen Dschungelcamp-Autor vorgehen

Gegen Micky Beisenherz (r.) wurde eine Einstweilige Verfügung erlassen, weil er Influencerin Carolina Alexandrova (l.) und eine Freundin ohne deren Einverständnis gefilmt und die Aufnahmen veröffentlicht hatte

Ein Spässchen sollte es wohl sein: Autor und Comedian Micky Beisenherz filmte von einem Poolrand auf Mallorca zwei Influencerinnen bei ihrer Arbeit und kommentierte das Vorgehen voller Häme mit Kumpels beim Bier. Die Lästereien über die beiden „Schnallen“ stellten sie bei Facebook als Video ein. Eine der betroffenen Frauen will sich nun dagegen juristisch wehren.

In der „Expedition ins Präsentierreich“, wie Beisenherz das Videomaterial seiner Pool-Recherche nannte, machten sich er und seine Kumpels, mit denen er offenbar zum „Autorentreffen“ auf Mallorca weilte, über die beiden Influencerinnen lustig. Dabei versuchte zumindest er das Vorgehen wie ein Art Tierfilmer zu kommentieren. „Wir hatten gestern das seltene Glück, ein russisches Instagremlinpärchen in freier Wildbahn beobachten zu dürfen…“, lautete die Beschreibung eines zweiten Postings von ihm.

In dem Video erklärte er dann, so etwas „in freier Wildbahn ja immer relativ selten zu sehen“. Damit meinte er die beiden Influencerinnen, die sich gegenseitig mit einem Drink am Pool fotografierten. In der Kommentierung der Männer fielen auch Worte wie “nuttig” und Sätze wie: “Kann dieser Eiskaffee mehr Follower haben als die beiden Schnallen?”

Zwischendurch fragte Beisenherz auch, ob das Video – das mittlerweile mehr als 51.000 Aufrufe hat –möglicherweise gegen die neue „Datenschutzverordnung“ der EU verstoße, was er dann aber mit Bezug auf den prominenten Status der Frauen als „Personen des öffentlichen Interesses“ verneinte.

Das sieht jemand allerdings anders als er: Karolina Alexandrova ist eine der beiden Influencerinnen und wurde von Beisenherz‘ Followern bei Facebook relativ zügig identifiziert. Sie schaltete nun ihren Anwalt ein. Der heißt Marcel Leeser von der Kanzlei Höcker und erklärt: „Das Beisenherz-Video ist glatt rechtswidrig.“ Denn: „Meine Mandantin hat Herrn Beisenherz nicht wahrgenommen. Sie befand sich an einem privaten Ort. Sie wurde heimlich gefilmt. Sie hat weder in die Aufnahme noch in die Veröffentlichung eingewilligt. Sie wird in dem Video mehrmals beleidigt.“ Die Folge: „Herr Beisenherz wird von mir hören.“

Auf eine bereits am Mittwoch erfolgte Anfrage, was Beisenherz mit diesem Video bezwecken wollte, und ob er die Influencerin kannte oder nicht, erfolgte noch keine Antwort. Demnach ist auch unklar, ob Beisenherz sein wohl als lustig gemeintes Stück nach Aufforderung des Anwaltes offline nehmen wird.