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Guardian verdient mit Digitalangeboten erstmalig mehr als mit Print – macht aber immer noch Verluste

Digital überholt Print: Erstmals hat das britische Medienhaus im Digitalen mehr eingenommen
Digital überholt Print: Erstmals hat das britische Medienhaus im Digitalen mehr eingenommen

Die britische Guardian Media Group, zu der der Guardian und der Observer gehören, hat mit ihren digitalen Produkten erstmalig mehr verdient als mit dem klassischen Printgeschäft. Grund dafür sind die gestiegenen Nutzerzahlen, die ausschließlich fürs Digitale bezahlen, wie der Verlag mitteilte. Ein großes Aber folgt jedoch, denn die Verluste liegen weiter im zweitstelligen Millionenbereich.

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108,6 Millionen Pfund (rund 122 Millionen Euro) hat die Guardian Media Group (GMG) in den vergangenen zwölf Monaten mit den Digitalprodukten eingenommen, wie der nun veröffentlichte Geschäftsbericht zeigt. Dieser deckt das abgelaufene Jahr bis April 2018 ab. Die Einnahmen im Digitalen aus Abonnements und Werbung sind demnach um 15 Prozent gestiegen, während die Einnahmen im Printbereich um 10 Prozent auf 107,5 Millionen Pfund (etwa 120,9 Millionen Euro) gesunken sind. Erstmalig in der Geschichte der Medienhauses hat es damit mit den Digitalangeboten mehr verdient als mit dem klassischen Geschäft.

Gleichwohl schreibt der Verlag rote Zahlen: Zwar sind die operativen Verluste seit 2016 um zwei Drittel gesunken, doch das Minus beträgt weiterhin 19 Millionen Pfund (rund 21 Millionen Euro). 570.000 Leser unterstützen die GMG dabei regelmäßig finanziell, einer Steigerung von 70.000 Unterstützern im Vergleich zum Ende des Vorjahres. Hinzu kommen Einmalbeiträge von 375.000 Spendern. Der Verlag sei weiter auf einem guten Weg, den Break-even zum Ende des nächsten Jahres zu schaffen, heißt es von Verlagsseite.

Allein durch Kürzungen beim Personal hat das Medienhaus im abgelaufenen Geschäftsjahr zehn Millionen Pfund (11,2 Millionen Euro) gespart. “Der einzige Grund, der Kürzungen im Personalbestand rechtfertigt, ist Nachhaltigkeit”, so GMG-Geschäftsführer David Pemsel. Finanziell historische Verluste, Schwierigkeiten im Werbemarkt und sinkende Leserzahlen hätten diesen Schritt legitimiert.

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GMG-Geschäftsführer konstatiert, dass die Entwicklungen in Print weniger schlecht gewesen seien als vorhergesagt. Dennoch mache Printwerbung weniger als 10 Prozent der jährlichen Einnahmen aus. Das langfristig angelegte Geschäftsmodell ermögliche es dem Medienhaus jedoch, Print so lange zu behalten, wie es die Leser auch wertschätzen. Der Jahresbericht zeigt auch, dass die Guardian-Website monatlich von 155 Millionen “Unique Users” angesteuert wird, im Vorjahr waren es 140 Millionen.

Zur langfristigen publizistischen Strategie sagt Pemsel, ging es darum, regelmäßig wiederkehrende Nutzer zu gewinnen statt auf Traffic sozialer Netzwerke wie Facebook oder andere Dienstleister wie Apple News zu setzen. Zehn Millionen regelmäßige Digitalnutzer stünden im Fokus, erläutert der Geschäftsführer. “Our future is dependent editorially, commercially and financially on those 10 million people.”

tb

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Alle Kommentare

  1. Die Fake-News Schleuder von der Insel verdient sich also auch “dumm und dämlich” an der breiten Unterstützung durch die “gebildete” Leserschaft.
    Ab Herbst muss dann der ARD mit den Rundfunk-Beiträgen seinen “glaubwürdigen” linken Gesinnungsgenossen finanziell unter die Arme greifen.

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