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Fast 150 Milliarden Dollar Börsenwert weg! Facebook erleidet historischen Crash nach enttäuschenden Quartalszahlen

Facebook-CEO Mark Zuckerberg
Facebook-CEO Mark Zuckerberg

Spektakuläre Überraschung nach Handelsschluss: Bei Vorlage der jüngsten Geschäftsbilanz für das abgelaufene Juni-Quartal konnte Facebook erstmals seit Jahren nicht die Analystenprognosen übertreffen. Während sich der Gewinn je Aktie noch im Rahmen der Wall Street-Erwartungen bewegte, entwickelten sich die Umsätze, aber auch die Nutzerentwicklung schwächer als prognostiziert. Mehr noch: In der Telefonkonferenz warnt Finanzchef Wehner in den kommenden Monaten vor einem langsameren Wachstum. Die Folge: Die Aktie crasht im nachbörslichen Handel um 23 Prozent.

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Jede Serie geht einmal zu Ende – selbst beim jahrelangen Musterschüler Facebook. Von Quartal zu Quartal konnte der Social Media-Pionier die Wall Street mit besser als erwarteten Quartalsergebnissen überraschen – bis jetzt.

Bei Vorlage der neusten Geschäftszahlen für das abgelaufene Juni-Quartal konnte der nach Amazon und Alphabet drittwertvollste Internetkonzern der Welt die Erwartungen der Wall Street nicht wie gewohnt nach jeder Lesart übertreffen. Tatsächlich leistete sich Facebook erstmals seit Jahren wieder eine Verfehlung der Analystenerwartungen.

Das Gewinnwachstum verlangsamt sich

Bei der Gewinnentwicklung lag Facebook noch knapp über den Konsensschätzungen, die bei einem Konzernergebnis von 1,72 Dollar je Anteilsschein gelegen hatten. Tatsächlich verdiente der 14 Jahre alte Internetriese im zweiten Quartal 1,74 Dollar je Aktie bzw. 5,1 Milliarden Dollar.

Der Mutterkonzern des weltgrößten sozialen Netzwerks konnte seinen Nettogewinn gegenüber dem Vorjahreszeitraum damit nochmals um 31 Prozent steigern – eine deutliche Verlangsamung gegenüber dem Vorquartal, als die Erträge noch um 63 Prozent zugelegt hatten.

Umsatzentwicklung und Nutzerwachstum unter den Erwartungen

Dynamischer legten die Erlöse zu, die nach 9,32 Milliarden Dollar im Vorjahr nunmehr um 42 Prozent auf 13,23 Milliarden Dollar anzogen. Allein: Analysten hatten mit Umsätzen in Höhe von 13,36 Milliarden Dollar gerechnet.

Ebenfalls leicht unter den Erwartungen blieb die Nutzerentwicklung. Die Zahl der monatlich aktiven Nutzer stieg per Ende Juni gegenüber dem Vorjahresquartal um weitere 11 Prozent auf nunmehr 2,23 Milliarden Mitglieder.

Nur 30 Millionen neue Mitglieder im zweiten Quartal

Das weltgrößte soziale Netzwerk hat in den 91 Tagen zwischen Anfang April und Ende Juni damit lediglich 30 Millionen neue Nutzer hinzugewonnen.  Die Analystenschätzungen lagen hingegen bei 2,25 Milliarden Nutzern.

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1,47 Milliarden Facebooker loggen sich inzwischen täglich in das Social Network ein (ebenfalls plus 11 Prozent): Auch die Zahl der täglich aktiven Nutzer lag damit leicht unter den Analystenschätzungen (Konsens: 1,48 Milliarden).

Aktie crasht nachbörslich – bis zu 150 Milliarden Dollar Börsenwert ausradiert

Die Folge: An der Wall Street wurde der Internetgigant für die Bilanz schwer abgestraft. Allerdings vom höchstmöglichen Niveau: Im Handelsverlauf war die Facebook-Aktie erst bei 217 Dollar auf ein neues Allzeithoch geklettert.

Gegenüber dem Jahrestief im Zuge des Datenskandals um Cambridge Analytica hatten die Anteilsscheine in den vergangenen vier Monaten alleine um 44 Prozent zugelegt. Nun ging es nachbörslich krachend nach unten:  In der ersten Reaktion auf die Quartalsbilanz verlor die Aktie zunächst 10 Prozent auf rund 196 Dollar.

Dann überbrachte Finanzchef Wehner in der Telefonkonferenz die nächste Hiobsbotschaft: Wehner warnte, dass sich das Umsatzwachstum in den kommenden Monaten sogar noch weiter verlangsamen dürfte.

Die Folge: Eine zweite Ausverkaufswelle, die die Facebook-Aktie in der Spitze um sage und schreibe 52 Dollar bzw. 23 Prozent in die Tiefe zog. Beim Kurssturz bis auf 165 Dollar vernichtete Facebook in der Spitze unglaubliche 150 Milliarden Dollar an Börsenwert – Dimensionen der gesamten Marktkapitalisierung von Weltkonzernen wie IBM, Nike oder McDonald’s.

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