Partner von:
buzzer-das-letzte-aus-dem-netz
Anzeige

Privatfahrer, Gratis-Essen, zinslose Darlehen – das pralle Luxusleben der amerikanischen Print-Chefredakteure während der “goldenen Jahre”

Legendäre-Vogue-Chefin: Anna Wintour
Legendäre-Vogue-Chefin: Anna Wintour

Während der "goldenen Jahre" des Print-Journalismus waren Magazine wahre Gelddruckmaschinen und auch die Magazin-Chefs lebten und arbeiteten in Saus und Braus im siebten Spesenhimmel. Die New York Post hat mit einigen Ex-Chefs von Condé Nast USA gesprochen, die von Gratis-Friseurbesuchen, Fahrern, Privatflügen und sogar zinslosen Wohnungskrediten berichten. Heute sieht das alles ganz anders aus.

Anzeige
Anzeige

Kim France, die Gründungs-Chefredakteurin des Condé-Nast-Magazins Lucky, erzählte der New York Post, dass wöchentliche Blumenlieferungen, Kleidungs-Spesen, teure Restaurantbesuche und ein persönlicher Fahrer damals zum üblichen Chefredakteurs-Arrangement gehörten. Außerdem konnten sich die Chefredakteurinnen der Modemagazine Diamanten oder andere Juwelen kostenlos ausleihen und es gab einen Kühlschrank im Büro, der gratis mit Lieblings-Leckereien aufgefüllt wurde.

Als Krönung gewährte Condé Nast USA seinem Führungspersonal teilweise zinsfreie Darlehen, um eine Wohnung oder ein Haus zu kaufen. Beim Konkurrenzverlag Hearst erhielten Mode-Redakteurinnen schon mal Schmuck, sündhaft teure Manolo Blahnik Schuhe oder eine Prada-Handtasche als Goodie. Die frühere Seventeen-Chefredakteurin Ann Shoket erzählt, dass es damals nicht ungewöhnlich gewesen sei, dass man für ein simples Fitness-Fotoshooting im Privatjet des Verlegers nach Ibiza flog. Auch so genannte Scouting Trips seien an der Tagesordnung gewesen: Aufenthalte auf Verlagskosten zum Beispiel in London, um neue Mode-Trends “zu sichten”.

Dabei profitierte nicht nur das Führungspersonal. Bei Condé Nast soll es in der goldenen Ära üblich gewesen sein, dass Mittagessen in der Firma vom Verlag übernommen wurden. “Wir sagten, das Lunch geht auf Onkel Si”, erzählt eine Redakteurin in der Post. Si Newhouse war lange Jahre der Verleger von Condé Nast, er verstarb im vergangenen Jahr.

Anzeige

Diese Zeiten sind aber schon länger vorbei. Mit sinkenden Auflagen und Werbeeinnahmen sanken auch die Spesen. Statt in Privatlimousinen würden die Chefredakteure und Chefredakteurinnen in New York mittlerweile mit Uber oder der U-Bahn fahren. Das Gehalt der aktuellen Vanity-Fair-Chefredakteurin Radhika Jones soll sich auf 500.000 Dollar pro Jahr belaufen. Ihr Vorgänger Graydon Carter soll noch 2 Mio. pro Jahr kassiert haben.

“Die Mietwagen, mit denen wir während Foto-Shootings herumfahren, waren früher BMW-Cabrios. Heute sind das Honda Civics”, erzählt die Style-Expertin Mary Alice Stephenson, die für Vogue und Harper’s Bazaar’s als Fashion Director gearbeitet hat. Auch die Spesenrechnungen der Chefredaktionen würde heutzutage regelmäßig geprüft. Während der goldenen Ära sei dies ein Unding gewesen. Was an Abrechnung von der Chefredaktion kam, wurde durchgewunken.

Eine Ausnahme gibt es freilich noch: Anna Wintour, die legendäre Chefin der US-Vogue, ist eine der letzten Chefredakteurinnen der goldenen Ära, die noch im Amt ist. Angeblich erhält sie nach wie vor täglich ein Haar- und Makeup-Styling in West Village Villa auf Verlagskosten.

Keine Neuigkeiten aus der Medien-Branche mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos die MEEDIA-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werben auf MEEDIA
 
Meedia

Meedia