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Studie: Arbeitnehmer über 40 sind am effektivsten, wenn sie nicht mehr als 25 Stunden pro Woche arbeiten

Arbeitnehmer über 40 sind am besten, wenn sie nicht länger als drei Tage pro Woche arbeiten
Arbeitnehmer über 40 sind am besten, wenn sie nicht länger als drei Tage pro Woche arbeiten

In Deutschland gibt es bereits die Rente mit 67. Andere Länder planen auch, das Renteneintrittsalter anzuheben. Grund ist die demografische Entwicklung: Es gibt zumindest in Industrienationen immer mehr ältere Menschen. Eine Studie der Universität Melbourne hat nun herausgefunden, dass dies unter Umständen problematisch sein kann. Bei Arbeitnehmern ab 40 Jahren sinkt die Effektivität bereits ab 25 Arbeitsstunden pro Woche.

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Gemessen wurden bei der Studie der Faculty of Business & Economics der Uni Melbourne die kognitiven Fähigkeiten von 3.500 Arbeitnehmerinnen und 3.000 Arbeitnehmern über 40 Jahre. Demnach stimulierte die Arbeit die Hirn-Aktivitäten der Arbeitnehmer am effektivsten, wenn diese 25 Stunden pro Woche arbeiten. Bei dieser Arbeitszeit waren die positiven Effekte auf die kognitiven Fähigkeiten der über 40-Jährigen am größten.

Bei einer Arbeitszeit von über 30 Stunden pro Woche nahmen die positiven Effekte der Arbeit ab. Eine Regel-Arbeitszeit von 40 Wochenstunden sei zwar geeignet, um normale kognitive Fähigkeiten zu erhalten, effektiv ist dies aber nicht mehr. Bei Arbeitszeiten von 55 oder mehr Stunden pro Woche sank die geistige Leistungsfähigkeit der Arbeitnehmer sogar rapide, und zwar unter das Niveau von Ruheständlern oder Arbeitslosen. Man könnte auch sagen: Ab 40 schadet zu viel Arbeit der geistigen Gesundheit.

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Laut den Forschern sind hier zwei Mechanismen am Werk. Zum einen kann Arbeit die kognitiven Fähigkeiten stimulieren, andererseits sorgt Arbeit auch für Ermüdung und Stress. Laut der Studie scheint es nun so zu sein, dass je älter ein Arbeitnehmer ist, desto weniger stress-resistent sie werden. Will heißen: Um die positiven Effekte der Arbeit voll auszuschöpfen und möglichst effektiv zu arbeiten, wäre bei älteren Arbeitnehmern eine niedrigere Wochen-Arbeitszeit sinnvoll. Eine sehr hohe Wochenarbeitszeit kann demnach sogar negative Effekte auf die kognitiven Fähigkeiten der Arbeitnehmer haben. Bei Männern über 40 kann sogar eine Wochenarbeitszeit von über 30 Stunden negative Auswirkungen auf die geistige Gesundheit haben – jedenfalls laut den Tests aus der Studie, die vom Jahr 2016 stammt.

Die Gründe für die Zusammenhänge zwischen kognitiven Fähigkeiten und Wochenarbeitszeit bei älteren Arbeitnehmern hat die Studie nicht erforscht. So wäre noch zu klären, ob und wie sich Teilzeit-Jobs auswirken, wie geistig oder körperlich anspruchsvoll eine Arbeit ist oder wie viel Urlaub oder freie Tage sich jemand zwischendurch nehmen kann. Auch ist noch nicht erforscht, ob es länder-spezifische Unterschiede gibt.

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Alle Kommentare

  1. Die “demografische Entwicklung” wird generell als GRUND für die Anhebung des Rentenalters genommen und außerdem, neben moralisch-humanitären Motiven, als Rechtfertigung der Zuwanderungspolitik. Dies geschieht unter der Prämisse, dass die FORM des Rentensystems nicht zur Debatte stehen darf: Berufstätige finanzieren mit ihren Beiträgen all jene, die aus dem Berufsleben ausscheiden.

    Nur, deswegen ist es noch lange kein Automatismus, dass die einen immer länger arbeiten müssen, solange sie irgendwie können, und immer mehr einzahlen, um das System in Gang zu halten. Vielmehr gibt es durchaus die Möglichkeit, fehlendes Geld aus anderen Quellen zuzuschießen, die sich ja ebenfalls allesamt aus Arbeitsleistung und dem so erzeugten Mehrwert speisen.

    Es müssen also Rentner nicht naturgesetzhaft immer schlechter gestellt werden (Stichworte Besteuerung, Inflation) und ebenso wenig die beruflich Aktiven. Der wahre Grund des Rentendilemmas ist vielmehr, dass sich Staat und Unternehmen nicht in höherem Maße am dürftigen Auskommen von Rentnern beteiligen wollen. Weil die aus volks- und betriebswirtschaftlicher Sicht unproduktive Kostgänger sind.

    Mit anderen Worten: Man kann das Sozialsystem Rente durch interne Umgewichtung bei Einzahlung und Auszahlung zu retten versuchen; man kann sich Leute ins Land holen in der Hoffnung, dass sie sich nützlich machen und die Balance des staatlichen Rentenvereins verbessern; aber man kann auch Finanzlücken aus anderen Töpfen füllen. Das Geld ist prinzipiell vorhanden. Der GRUND für die immanenten Änderungen am Rentensystem (Eintrittsalter, Beitrags- und Bezugshöhen) ist insofern der politische WILLE, so zu verfahren, wie verfahren wird.

    Ob sich die Politiker bei ihrer Kosten-Nutzen-Kalkulation, die Zuwanderung betreffend, verkalkulieren oder nicht, wird man erst später wissen. Bekanntlich fahren sie auf Sicht. Die bisherigen Mitglieder des Rentenvereins sind jedenfalls aus Erfahrung misstrauisch: Sie wittern Konkurrenz am Arbeitsplatz, sie sehen ein Land der Niedriglöhne und prekären Jobs, die denkbar wenig Rentenbeiträge erzeugen. Und sie sehen die horrenden Anlaufkosten für das reichlich planlose Experiment Zuwanderung – welche aus ihren Steuern und Beiträgen beglichen werden, anstatt dass die ihnen selbst zugute kommen.

    Hinter der sogenannten Fremdenfeindlichkeit steckt insofern nicht nur Stammtisch-Ressentiment, sondern ein gerütteltes Maß an Angst vor (weiterem) sozialem Abstieg. Zumal die von Neoliberalen gepriesene private Altersvorsorge nur etwas für Privilegierte ist, Modelle wie Riester oder Lebensversicherungen kaum rentabel sind und ansonsten die bescheidenen Ersparnisse wie Butter in der Sonne schmelzen.

  2. Während bei Arbeitnehmern unter 40 Jahren ab 25 Arbeitsstunden pro Woche die Effektivität steigt, nicht wahr? Ja nee, is klar.

    Oder hat man einfach nicht untersucht, die Vergleichsgruppe, weil man das Ergebnis dann nicht so schön verkaufen kann?

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