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Pressestimmen zum Rücktritts-Chaos der CSU: “So kindisch wie Seehofer hat sich noch kein deutscher Parteichef verhalten”

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Es war eine wilde Nacht. Erst galt CSU-Chef und Innenminister Horst Seehofer als von allen Ämtern zurückgetreten. Dann vielleicht doch nicht und am Ende verkündetet er schließlich selbst, dass er ein letztes Gespräch mit Angela Merkel führen will. Die meisten Kommentatoren sehen ihn aber jetzt schon als den Verlierer. Denn eine Versöhnung mit Merkel sei ausgeschlossen. Fast schon salomonisch meint die Bild immerhin: “Dieser Streit muss sein”.

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In ihrer Bestandsaufnahme schreibt die Bild: “Es tobt ein Streit, wie Deutschland ihn vielleicht seit Jahrzehnten nicht erlebt hat. Es ist ein Ringen darum, wie es mit Deutschland weitergeht. Es ist ein leidenschaftlicher Kampf darum, welche Politik in diesem Land gemacht werden muss, damit nicht Millionen zur AfD überlaufen. Diese Unruhe ist nicht schlecht, sie ist gut. Sie ist der Treibstoff der Demokratie. Die großen Fragen werden im Streit entschieden.”

Nico Fried (Süddeutsche Zeitung) hält eine Versöhnung zwischen Merkel und Seehofer für “ausgeschlossen”. Er analysiert: “Seehofers Niedergang war eindeutig heftiger als der von Merkel. Die Parteifreunde Dobrindt und Söder benutzten ihn – und sie tun es selbst nach seiner Rücktrittsankündigung noch. Seehofer scheint das verstanden zu haben. Den Furor, den er nun mit seinem Rücktritt in der CSU entfacht, will er nach 14 Jahren erbitterter Rivalität mit Angela Merkel auf sein letztes politisches Ziel richten: Wenn ich untergehe, dann mit ihr.”

In der Welt ist Torsten Krauel davon überzeugt, dass Merkel “nicht einlenken” wird: “Merkels unerhörte Härte gegenüber ihren Gegnern ist ihr Markenzeichen, von Anfang an. Sie kann hinter den Kulissen ganz und gar anders auftreten, als ihr schelmisch-mädchenhaftes Lächeln es suggeriert. Wie sie die CDU von Helmut Kohl loslöste, wie sie Spontanbeschlüsse von der Art der Energiewende gegen alle Widerstände durchzog – das ist eine Warnung an alle, die den Konflikt mit ihr suchen. Horst Seehofer ist da keine Ausnahme.”

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In der FAZ beschäftigt sich Anna-Lena Ripperger mit Frage, wie es ohne Seehofer weitergehen würde: “Wie geht es nun weiter? Im Idealfall wird die CSU nun einen Ersatzmann für Innenminister Seehofer finden – der bayerische Innenminister Joachim Herrmann böte sich da an, er wurde in der Vergangenheit ja bereits als Kandidat für dieses Amt gehandelt. Sein Verhältnis zu Angela Merkel ist zudem nicht so vorbelastet, dass die Eskalationsspirale in seiner Person schon angelegt wäre. Den Parteivorsitz würde vermutlich Söder übernehmen, mit dem Argument, so die Landtagswahl retten zu könnten. Der Druck ist hoch, die Angst vor der AfD ist groß.”

Bei Spiegel Online kommentiert Ralf Neukirch: “Das Drama, das sich gestern Nacht abgespielt hat, ist in Wahrheit eine Farce. So kindisch wie Seehofer hat sich noch kein deutscher Parteichef verhalten. Wozu kündigt einer seinen Rücktritt an, um ihn dann kurz darauf wieder in Frage zu stellen? Das sei ein Angebot an Angela Merkel, hat Seehofer gesagt. Der Aussage liegt ein entscheidender Denkfehler zugrunde. Warum sollte die Kanzlerin, warum sollte überhaupt jemand ein Interesse daran haben, dass Seehofers im Amt bleibt?

Anja Maier schreibt in der taz: “Wie frei flottierend Horst Seehofer mittlerweile agiert, zeigt ein Detail. Auf dem Deckblatt des lange geheim gehaltenen, dann am Sonntag Mittag in München aber freizügig verteilten „Masterplans “ steht als Autor „Horst Seehofer, Vorsitzender der Christlich-Sozialen Union“. Da von einem Flüchtigkeitsfehler nicht auszugehen ist, bedeutet das, dass Seehofer in einem Konflikt, der das Ende der aktuellen Bundesregierung bedeuten kann, nicht als Bundesminister agiert hat, sondern als Vorsitzender einer Landespartei.”

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Alle Kommentare

  1. Dass Merkel sich zuverlässig auf eine Applauskulisse der gleichgerichteten Mainstreammedien verlassen kann, ist nicht überraschend. Vertritt sie doch weiterhin energisch den Weg des links-grünen Mainstreams. Vielleicht sollte man auch mal auf den Gedanken kommen, dass es eine charakterliche Stärke ist, wenn ein Innenminister sein Amt aufgibt, weil er aus Gewissensgründen den politisch herbeigeführten Niedergang dieses Landes nicht mittragen kann. Die Liste der Vergewaltigungen, Messermorde und Clankämpfe wird noch viel länger werden und einen Sozialstaat und sowas wie Innere Sicherheit werden unsere Nachkommen nur noch aus Geschichtsbüchern kennen.

    1. Warum sollten die “Mainstreammedien” auch etwas Anderes schreiben als das, was die Mehrheit der Bevölkerung – der Mainstream – denkt, fühlt und weiß? Und das ist DER Mainstream. Da mögen auch Linke und Grüne dazu gehören, aber eben auch mehrheitlich die Christ- und Sozialdemokraten. Einfach mal den Kopf aus der populistischen Filterblase rausstecken und merken, dass “Vergewaltigungen, Messermorde und Clankämpfe” eben nicht die Alltagsrealität der Menschen sind und Deutschland weiterhin eines der sichersten freiheitlichen Länder der Welt ist.

    2. “gleichgerichtete Mainstreammedien”, “Weg des links-grünen Mainstreams”… es ist wirklich verblüffend bis beängstigend, welches Klientel sich inzwischen bei MEEDIA größtenteils tummelt. Nur noch “besorgte” selbsternannte Medienkritiker, deren Welt zusammenbricht, wenn die Zeitungen und Magazine nicht so schreiben, wie sie es in ihrer rechten Blase gerne hätten. Am besten Sie gehen ins Exil nach Ungarn oder Russland, dort wird man ihnen sicher helfen können.

      1. Können Sie den von Ihnen eigens hier verlinkten Beitrag noch nicht einmal selbst lesen, „schrottpresse“? Darin steht nur etwas von 26,9 Prozent potentielle Grünen-Wähler; die im Kommentar genannte Zahl von „42 Prozent der politisch eingenordeten [sic!] Journalisten stehen auf Seiten der Grünen“ bezeichnet lediglich eine hochgerechnete Variante, „bei der die Unparteiischen als Nichtwähler zu Hause blieben“! Und letzterer Fall dürfte in der Wirklichkeit kaum vorkommen. Aber wer so in seiner braun-blauen Bessermenschen-Filterblase lebt, der ist schon längst dabei, „sich völlig von den Nöten und Bedürfnissen der Bevölkerung zu entfernen“, die ohnehin nur er sieht.

    3. Soso, die Konzerne z. B. im Hinblick auf den Dieselskandal nicht anzugreifen, ist jetzt schon der Kanzlerin „Weg des links-grünen Mainstreams”. Aber wenn man so weit rechts steht, sollte man aufpassen, dass man von der Scheibe, die die Erde ja ist, nicht herunterfällt!

  2. wenn Frau Merkel konsequent bleibt, muss Seehofer heute aufgeben – die CSU hat dann das Problem, entweder einen neuen Innenminister zu benennen und in der Regierung zu bleiben – am Asylbeschluss ändert das nichts. Oder sie verlässt die Regierung. Merkel geht zum Bundespräsidenten und stellt danach im Bundestag die Vertrauensfrage – namentliche Abstimmung, das würde spannend. Eines ist schon jetzt sicher: die CSU hat sich verzockt und vorsätzlich ihren Vorsitzenden gemeuchelt.

  3. Die CSU sollte es sich dreimal überlegen, ob sie sich auf Merkels Täuschungsversuch mit den “wirkungsgleichen” EU-Maßnahmen einläßt. Merkel selbst hat im Sommerinterview zugegeben, daß die Prozesse in der EU sehr langsam verlaufen, manchmal übrigens auch im Sande. Merkel steckt selbst viel zu tief im rotgrünen Sumpf, als daß sie auf eine Beendigung der illegalen Migration aus wäre. Im GegenteiL: Ihr Ziel ist ganz offenbar die Umwandlucg des deutschen Volkes in eine amorphes multikulturelles Konglomerat aus unüberschaubaren Parallelgesellschaften. Merkel unterschätzt aber wohl die politische Intelligenz bei großen Teilen des Volkes. Obwohl die etablierten Medien sich für sie ins Zeug legen, stößt sie bei einem immer größer werdenden Teil unseres Volkes auf Mißtrauen und Ablehnung. Ihren Weg in den Abgrund sollte die CSU nicht mitmachen, sondern bis zu adäquaten europäischen Lösungen in zehn bis zwanzig Jahren beharrlich auf nationaler Grenzsicherung bestehen. Merkel muß mit der Frage unter Druck gesetzt werden, warum denn in der Zwischenzeit bis zur EU-Grenzsicherung nationale Grenzsicherung verboten sein soll. Man muß ihre geheime Agenda ans Licht bringen.

  4. Die Wahnsinnige setzt zum finalen Stoß für Deutschland an und die gleich geschaltete Jubelpresse goutiert das auch noch. Wir lebe in einem riesigen Irrenhaus…

  5. Linksextreme und Merkelfanatiker sind sich mal wieder einig.
    Und Gniffke rotz krönend seine Propaganda schon mal auf Kosten der Wahrheit und der Beitragszahler schon mal raus. Gibts beim Staatsfunk eigentlich nur noch Idioten, die von Journalismus keine Ahnung haben, aber dafür das Maul umso größer aufreißen?

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