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Neue Rechtsform bei Gruner + Jahr: Bertelsmann wandelt Hamburger Zeitschriftenverlag in GmbH um

Das Hamburger Zeitschriftenhaus Gruner + Jahr firmiert künftig als GmbH
Das Hamburger Zeitschriftenhaus Gruner + Jahr firmiert künftig als GmbH

Einst eine AG & Co. KG, jetzt eine GmbH: Der Gütersloher Medienkonzern Bertelsmann hat die Rechtsform des Hamburger Zeitschriftenverlags Gruner + Jahr erneut geändert. Das Magazinhaus wurde jetzt in eine GmbH umgewandelt. Bei Gruner + Jahr wertet man diesen Schritt als Formsache. Ein Sprecher weist darauf hin, dass die neue Rechtsform bei 100%-Tochtergesellschaften von Bertelsmann üblich sei.

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Rückblende: Im Oktober 2014 zieht sich die Verlegerfamilie Jahr aus dem traditionsreichen Hamburger Verlagshaus Gruner + Jahr zurück. Überraschend verkauft die Jahr-Familie ihre Sperrminorität von 25,1 Prozent an den Mehrheitsgesellschafter Bertelsmann. Seither besitzt der Gütersloher Medienriese an dem Verlag 100 Prozent der Anteile. Kurze Zeit später wandelt Bertelsmann die Rechtsform des Printhauses mit seinen Flaggschiffen Stern, Geo und Brigitte von einer AG & Co. KG in eine GmbH & Co. KG um. Letztere Rechtsform wird bei Unternehmen häufig aus steuerlichen Gründen gewählt, u.a. etwa, um Abschreibungen zu optimieren.

Jetzt geht Bertelsmann beim Zeitschriftenverlag noch einen Schritt weiter. Die Gütersloher geben bei den Hamburgern die Rechtsform der Kommanditgesellschaft auf. Künftig wird das Medienunternehmen am Baumwall als Tochtergesellschaft in Form einer GmbH geführt. Bertelsmann hatte bereits in den vergangenen Jahren immer mehr Macht bei Gruner + Jahr erlangt. Eingestiegen waren die Gütersloher 1969 zunächst mit 25 Prozent bei dem Printhaus. In den folgenden Jahren stockte das Unternehmen seinen Anteil an G + J auf 74,9 Prozent auf. Die Jahr-Familie behielt damals einen Anteil von 25,1 Prozent am Zeitschriftenhaus und konnte dadurch wichtige Entscheidungen blockieren.

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Mit dem Ausstieg der Jahr-Familie 2014 intensivierte Bertelsmann die Bemühungen, das Printhaus stärker auf Gewinn zu trimmen. Kurz vor dem Rückzug der Verlegerfamilie verkündet das Gruner + Jahr-Management einen harten Sparkurs. So sollten in den folgenden drei Jahren 400 Stellen wegfallen und rund 75 Millionen Euro eingespart werden. Um die Bilanz von Gruner + Jahr zu entlasten, übernimmt Bertelsmann zudem die Pensionsverpflichtungen des Unternehmens. Sie wandern in den konzerneigenen Bertelsmann Pension Trust. “Die Aufnahme von Gruner + Jahr in unseren Pension Trust zeigt beispielhaft die Vorteile des vollständigen Erwerbs von Gruner + Jahr durch Bertelsmann. Wir geben damit ein klares Bekenntnis zur Zukunft von Gruner + Jahr ab und optimieren gleichzeitig Strukturen und Prozesse“, erklärte Bertelsmann damals zu den Beweggründen.

Bertelsmann hält sich auf Anfrage von MEEDIA zum Wandel der Rechtsform bedeckt und verweist auf Gruner + Jahr. Hier erklärt ein Sprecher: „Gruner + Jahr ist in eine GmbH umgewandelt worden. Der Verlag hat damit die Rechtsform erhalten, die innerhalb des Bertelsmann-Konzerns für 100%-Tochtergesellschaften üblich ist“, so der Unternehmenssprecher. Nach seinen Angaben ändert sich ansonsten nichts für das Unternehmen: „Für die Geschäfte, die Mitarbeiter und die Zusammenarbeit zwischen Bertelsmann und G+J bedeutet dies keinerlei Veränderungen; Gruner + Jahr wird weiter eigenverantwortlich vom Management geführt.“

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