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Bis zu 250 Titel betroffen: G+J-Vertriebstochter dpv verkauft Teile des Mandantengeschäfts an IPS-Gruppe

“Wir verfolgen weiterhin die Strategie, den dpv als nationalen Qualitäts- und Innovationsführer im deutschen Vertriebsmarkt aufzustellen”, erklärt Marco Graffitti, Leiter Verlagskunden und Mitglied der dpv-Geschäftsführung
"Wir verfolgen weiterhin die Strategie, den dpv als nationalen Qualitäts- und Innovationsführer im deutschen Vertriebsmarkt aufzustellen", erklärt Marco Graffitti, Leiter Verlagskunden und Mitglied der dpv-Geschäftsführung

Der Deutsche Pressevertrieb (dpv) will sich auf margenstärkere Geschäfte konzentrieren. Die zu Gruner + Jahr gehörende Vertriebstochter verkauft große Teile des vor zwei Jahren erworbenen Axel Springer Vertriebsservice. Erwerber ist der Meckenheimer Nationalvertrieb IPS. Betroffen von der Maßnahme sind rund 35 Mitarbeiter.

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Es war ein Mega-Deal für den Deutsche Pressevertrieb (dpv): Vor zwei Jahren erwarb die Gruner + Jahr-Vertriebstochter vom Berliner Konkurrenten Axel Springer das gesamte Mandatengeschäft für Zeitschriften. Schlagartig wuchs dadurch das Portfolio des dpv um 100 Verlagskunden mit insgesamt 300 Titeln. „Mit der Übernahme der Publikumszeitschriften vom Axel Springer Vertriebsservice positioniert sich der dpv als der führende Full-Service-Anbieter unter den Nationalvertrieben in Deutschland”, erklärte der damalige dpv-Chef Nils Oberschelp stolz.

Jetzt will sich die Gruner + Jahr-Tochter überraschend von großen Teilen der früheren Springer-Tochter wieder trennen. Dem Vernehmen nach handelte es sich um bis zu 250 Titel, die der dpv weniger betreut. Ausgenommen hiervon sind die Springer-Zeitschriften der Autobild-, Computerbild- und Sportbild-Gruppe. Erwerber des Vertriebsgeschäfts ist der IPS Pressevertrieb in Meckenheim. Das Unternehmen, geleitet von Dieter Wirtz, gehört zu einem der größten unabhängigen Nationalvertriebe Deutschlands. Die Gesellschaft hatte bereits in der Vergangenheit mehrere Teile des dpv übernommen. Dazu gehörte im vergangenen Jahr dpv Worldwide, also das gesamte Presse-Exportgeschäft. Zudem hatte die ips-Gruppe 2015 bereits die dpv-tochter W.E. Saarbach geschluckt.

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Betroffen von der jetzigen Maßnahme sind 35 Mitarbeiter, heißt es in unternehmensinternen Kreisen von Gruner + Jahr. Unklar ist, wie viele Mitarbeiter die IPS-Gruppe übernimmt. „Mit diesem weiteren Meilenstein bauen wir erneut unsere Marktposition im Pressevertrieb aus und sichern unseren Kunden auch weiterhin eine Service-Qualität auf höchstem Niveau“, erklärt Dieter Wirtz, geschäftsführender Gesellschafter der IPS-Gruppe, zu dem Erwerb. Dieser stünde unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Kartellamts, heißt es. Die IPS-Gruppe plant, dafür ihren Standort in Hamburg zu erweitern und gleichzeitig die Niederlassung Mörfelden-Walldorf zu erhalten.

Hintergrund des Verkaufs ist, dass sich der dpv vom renditeschwachen Geschäft mit kleinen und mittelständischen Verlagskunden zurückzieht und sich mehr auf ertragstärkere Großkunden fokussiert. „Wir verfolgen weiterhin die Strategie, den dpv als nationalen Qualitäts- und Innovationsführer im deutschen Vertriebsmarkt aufzustellen. Wir sind damit sehr erfolgreich“, erklärt Marco Graffitti, Leiter Verlagskunden und Mitglied der dpv-Geschäftsführung. Er ergänzt: „Für den Teil unseres Geschäftes, den wir an unseren langjährigen Partner IPS abgeben wollen, glauben wir indes, dass diese Mandanten dort sehr zielgerichtet betreut werden können. Für alle unsere anderen Kunden bedeutet das, dass wir uns künftig noch konsequenter auf ihre Bedürfnisse konzentrieren können und mit ihnen das Geschäft umfassend weiterentwickeln – über alle Vertriebskanäle hinweg, auch digital.“ Der dpv verfügt über einen Marktumsatz von weniger als einer Milliarde Euro. Der Marktanteil im Grosso soll sich zwischen 15 bis 16 Prozent bewegen.

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