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Wochenrückblick: die brisante “Tagesthemen”-Twittereien zum Klo-Ausfall in der “Fanhansa”

In diesem Wochenrückblick: Nachrichten aus der “Fanhansa”, Kommentare von Sat.1-Strunz und in den “Tagesthemen”, falsche WM-Prognosen
In diesem Wochenrückblick: Nachrichten aus der "Fanhansa", Kommentare von Sat.1-Strunz und in den "Tagesthemen", falsche WM-Prognosen

Das WM-Aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, auch bekannt als "Die Mannschaft" war in den Medien das beherrschende Thema der Woche. Die "Tagesthemen" twitterten dazu Brisantes aus dem WM-Nach-Hause-Flieger. Sat.1-Kommentierer Strunz würde mit Jogi Löw am liebsten gleich auch noch Angela Merkel abservieren. Und das WM-Aus zeigte einmal mehr, dass man Zukunftsprognosen nicht zu sehr trauen sollte. Die MEEDIA-Wochenrückblick-Kolumne.

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Vielleicht haben Sie es ja mitbekommen: “Die Deutschen” sind bei der Fußball-WM ausgeschieden. Ein Riesen-Medienthema auch für die Social-Media-Kanäle der ARD. Es ist eine liebe Tradition, dass der Twitter-Account der “Tagesthemen” jede Woche von jemand anderem betreut wird. Diese Woche ist mit Moderator Ingo Zamperoni ausnahmsweise mal ein Interner dran. Und er hat auch gleich Brisant-Exklusives über den Heimflug der deutschen “Mannschaft” zu vermelden:

Diese Deutschen, vom Pech verfolgt bis in den Flieger. Das kaputte Klo in der “Fanhansa” sorgte bei Twitter dann neben dem üblichen Geschimpfe für einige durchaus lustige Kommentare unter dem “Tagesthemen”-Tweet. Lesen lohnt sich!

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Weniger Anlass zu Späßen gab der superernste “Tagesthemen”-Kommentar von Jochen Leufgens zum WM-Aus. Der Blick könne nun “freier sein”, auf die andere, nämlich die hässliche Seite der WM in Russland. Das WM-Aus der Deutschen sei vielleicht “eine Chance, stärker hinter die Fassade der WM zu schauen”. Dort, wo nordkoreanische Zwangsarbeiter für die Stadien schuften mussten. Das ist sicher schlimm, aber ist es nicht auch ein bisschen daneben, wenn man gute Gewissen erst entdeckt, wenn das eigene Team draußen ist? Vielleicht hat Leufgens das nicht so gemeint, es kam aber so rüber.

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Für Claus Strunz vom Sat.1 Frühstücksfernsehen sind das Schicksal des Landes und das der “Mannschaft” dagegen auf das Unglückseligste miteinander verkettet. In einem seiner berüchtigten Kommentare zieht Strunz Parallelen zwischen der blamablen Leistung der “Mannschaft” auf dem Platz und der Performance der Bundesregierung:

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Vor vier Jahren gab es noch keine Flüchtlingskrise, vor vier Jahren gab es eine einigermaßen funktionierende Große Koalition. Jetzt streiten die sich wie die Kesselflicker. Vor vier Jahren war noch nicht dieses ungute Gefühl im Alltag, kriegen wir denn die Herausforderungen in den Griff. Es war ein anderes Land und es war eine andere Mannschaft, und eine andere Identifikation. Heute läuft es schlecht im Land und es läuft auch schlecht auf dem Fußballplatz. Ich glaube, dass das miteinander zusammenhängt.

Es läuft schlecht im Land? Bei Rekordbeschäftigung, brummender Wirtschaft und gesunkener Kriminalitätsrate? Strunz vergleicht den Regierungsstil Merkels mit dem Trainingsstil von Jogi Löw. Beide können angeblich keine “Freigeister” ertragen. Dass Merkel gerade mit Jens Spahn einen ihrer schärfsten innerparteilichen Kritiker zum Minister machte und Jogi Löw durchaus auch bekannt dafür ist, immer wieder wieder auch junge, noch wenig bekannte Spielern in die Nationalmannschaft zu nehmen – passt vermutlich nicht ins Strunz’sche Schema. Ob sich Strunz bewusst ist, wie sehr er mit seinen im sehr schlechten Sinne populistischen Kommentare zündelt? Ich vermute: nein.

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Ein Ereignis wie das WM-Aus der Nationalmannschaft gibt Gelegenheit, mal zu schauen, was die Oberschlauen künstlichen Intelligenzen, bzw. Algorithmen im Vorfeld prognostiziert haben. Die Bank UBS sorgte noch im Mai für Schlagzeilen mit der Prognose, dass Deutschland die WM gewinnen würde. Da schau her. Die Experten haben dafür 10.000 Simulationen des Turniers durchlaufen lassen. Für die WM 2014 hatten die UBS-Auguren übrigens vorhergesagt, dass Brasilien gewinnen würde. So ist das halt mit Prognosen zur Zukunft. Wir Journalisten machen das meist schlauer, indem wir hinterher sagen, wie es vorher besser gelaufen wäre.

Ich wünsche Ihnen ein super-sonniges Wochenende!

PS: Im Podcast “Die Medien-Woche” sprechen mein Kollege Christian Meier und ich diesmal über die WM-Berichterstattung von ARD und ZDF, die hochfliegenden Streamingpläne von ProSiebenSat.1, die “Wahre-Welle”-Kampagne der Bundeszentrale für politische Bildung und den drohenden Social-Media-Maulkorb beim ORF. Würde mich freuen, wenn Sie reinhören!

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