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UKW-Blackout vom Tisch: Ex-Kanzleramtsminister Friedrich Bohl beendet Machtkampf ums Radio

Der frühere Kanzleramtsminister Friedrich Bohl hat im Dauerstreit um UKW-Sendeanlagen vermittelt
Der frühere Kanzleramtsminister Friedrich Bohl hat im Dauerstreit um UKW-Sendeanlagen vermittelt

Zehn Millionen Radiohörer können aufatmen. Denn die befürchtete UKW-Abschaltung bleibt aus. Grund: Die fünf Antennenbesitzer und die beiden Sendenetzbetreiber Uplink und Divicon haben ihren Streit beigelegt. Die Kölner Freenet-Tochter Media Broadcast unterstützt die Einigung "wirtschaftlich". In der Auseinandersetzung um Nutzungsentgelte hatte sich zuletzt Ex-Kanzleramtsminister Friedrich Bohl als Schlichter eingeschaltet.

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Wochenlang drohte eine großflächige UKW-Abschaltung in Deutschland. Jetzt ist der Gau für die rund zehn Millionen Radiohörer abgewendet. Antenneneigner und die beiden Sendenetzbetreiber Uplink und Divicon haben sich auf “Eckpunkte für eine vertragliche Lösung“ geeinigt. „Alle UKW-Marktakteure haben sich bewegt und sind aufeinander zugegangen. Die Eckpunkte bieten eine gute Grundlage dafür, dass es im nächsten Schritt zu Verträgen kommt und der Streit um die Antennen damit dauerhaft beigelegt wird. Dann müssen die Hörerinnen und Hörer keine Abschaltungen mehr befürchten“, erklärte der frühere Kanzleramtsminister Friedrich Bohl. Er hatte sich zuletzt als Schlichter in die Verhandlungen eingeschaltet. Divicon und Uplink sollen ab Juli die Antennen direkt anmieten und schrittweise ihre Sender an die Antennen der neuen Eigner anschließen. Der Ex-Betreiber, die einstige Telekom-Tochter Media Broadcast, unterstützt die Einigung nach eigenen Angaben „wirtschaftlich“.

Auch Klaus Schunk, der stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Verband Privater Medien Vaunet, ist erleichtert. „Das schafft Planungssicherheit und ermöglicht den Hörfunksendern, sich wieder auf das zu konzentrieren, worauf es ankommt: Den Hörerinnen und Hörern ein vielfaltiges Programm zu bieten, ohne Angst vor Unterbrechungen“, so Schunk. Michael Radomski, geschäftsführender Gesellschafter von Uplink Network, begrüßt gegenüber MEEDIA die „Einigung in zentralen Fragen mit den 5 Antennenerwerbern und der Media Broadcast”. Der Uplink-Chef verweist dabei bereits auf “die laufende Umstellung von UKW-Sendern seit der letzten Woche“. Der Geschäftsmann sieht “auf Grund der bestehenden Einigungen insgesamt keine Gefahr von Senderausfällen oder Abschaltungen“.

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Der Streit zwischen den Eigentümern der UKW-Antennen und den Sendenetzbetreibern war in den vergangenen Wochen eskaliert. Auslöser hierfür war die Media Broadcast (MB), die auch die Plattfomen für das Digitalradio DAB+ und das Antennenfernsehen DVB-T2 betreibt. Die Freenet-Tochter hatte nach der Liberalisierung des UKW-Übertragungsmarktes ihre Antennen veräußert – unter anderem an diverse Finanzinvestoren. Diese forderten nun zum Teil erhebliche Preisaufschläge. Die Rede ist von durchschnittlich bis zu 32 Prozent, in Einzelfällen sogar um die 500 Prozent. Zu viel für Übertragungsdienstleister wie Uplink oder Divicon und die Radiosender, die dadurch ihre Existenz bedroht sehen. Da sich die Betreiber der Antennen preislich nicht einigen konnten, drohte Media Broadcast damit, das UKW-Netz abzuschalten. Die Kölner verlangten daraufhin, dass sie die Übertragungs-Dienstleister weiter beauftragen. Dem stimmten Uplink und Divicon widerwillig zu. So wurde eine Übergangsregelung bis zum 30. Juni beschlossen.

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