Anzeige

Anti-Merkel-Tweet: Donald Trump mischt sich in Asylstreit ein – und liegt mit seinen „Fakten“ mal wieder daneben

Exzessiver Twitter-Nutzer: US-Präsident Donald Trump

War das der Konter für Angela Merkels provokantes Instagram-Foto der vorvergangenen Woche? Fest steht: Donald Trump hat den schwelenden Streit der Schwesterparteien CDU und CSU über die Flüchtlingspolitik auf Twitter für seine Zwecke genutzt. Trump twitterte, dass sich die Menschen wegen des Asylstreits gegen ihre „ohnehin schon schwache Regierung“ wenden würden. Wie schon bei seinem legendären Tweet über angebliche Vorfälle in Schweden nimmt es Trump mit der Wahrheit nicht so genau und behauptet, die Kriminalität in Deutschland hätte zugenommen – und wird prompt im Netz korrigiert.

Anzeige

Der Post hatte gesessen. Mit einem ikonischen Instagram-Foto brachte Angela Merkel vor rund einer Woche das Debakel des G7-Gipfels perfekt auf den Punkt. Der US-Präsident sah dabei in vielsagender Körpersprache nicht gut aus: Die Arme verschränkt, der Blick starr. Der Schnappschuss ging sofort viral.

Dass der für ihn unvorteilhafte Post bei Donald Trump wohl nicht gut angekommen ist, dürfte noch eine Untertreibung sein. Nun folgte die Social Media-Revanche: Der US-Präsident mischte sich – ungewöhnlich genug – über seinen bevorzugten Kommunikationskanal Twitter in den Richtungsstreit in der Asylpolitik der deutschen Regierung ein.

Der Zwist zwischen den Schwesterparteien CDU und CSU war für Trump die willkommene Steilvorlage, um mit der Flüchtlingspolitik der Regierung Merkel abzurechnen – und das in markigen Worten.

„Die Menschen in Deutschland wenden sich gegen ihre Führung, weil die Migration die ohnehin schon dürftige Berliner Koalition erschüttert“, twitterte Trump.

„Die Menschen in Deutschland wenden sich gegen ihre Führung, weil die Migration die ohnehin schon angeschlagene Berliner Koalition erschüttert“, twitterte Trump. „Die Kriminalität in Deutschland ist deutlich angestiegen“, behauptete Trump. „(Es war) ein großer Fehler in ganz Europa, Millionen von Menschen hereinzulassen, die die Kultur so stark und gewaltsam verändert haben“, twitterte der US-Präsident weiter.

Zwei Minuten später legte Trump in einem weiteren Tweet nach und nutzte das Thema Asylpolitik für seine politischen Zwecke: „Wir wollen nicht, dass das, was mit der Immigration in Europa passiert ist, auch bei uns passiert.“

Allein: Trumps These, dass die Kriminalität in der Bundesrepublik wegen der Zuwanderung zugenommen hatte, wurde im Social Web sofort mit statistischen Fakten widerlegt – tatsächlich befinden sich die registrierten Straftaten in Deutschland auf dem tiefsten Stand seit 1992:

Es ist nicht das erste Mal, dass Donald Trump in Europa eine steile These aufstellt. Im Februar 2017 hatte der neue US-Präsident wenige Wochen nach seiner Amtseinführung auf einer Kundgebung vor seinen Anhängern einen Vorfall in Schweden erfunden. Der Vorfall ging unter dem Hashtag #LastNightinSweden als Mem viral.

Anzeige