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Presserat rügt Rheinneckarblog wegen erfundenem Terror-Anschlag und Bild wegen Degowski-Foto

Der Presserat rügt die Berichterstattung des Rheinneckarblog
Der Presserat rügt die Berichterstattung des Rheinneckarblog

Mit seinem erfundenen Terror-Anschlag sorgte das regionale Rheinneckarblog aus Mannheim bundesweit für eine Empörungswelle. Jetzt nahm sich der Presserat des Falls an – und spricht eine Rüge aus. Insgesamt kritisierten die Medienwächter zehn Veröffentlichungen, davon alleine drei von Bild. Vor allem die Veröffentlichung eines aktuellen Fotos von Gladbeck-Täter Degowski missfiel dem Presserat.

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Die beiden prominentesten Fälle, über die der Presserat entscheiden musste, waren zum einen der erfundene Terror-Anschlag des Rheinneckarblogs und zum anderen die Frage, ob die Netanjahu-Karikatur in der Süddeutschen Zeitung von der Meinungsfreiheit gedeckt war oder nicht. Letztere Frage beantworteten die Medienwächter mit einem klaren Ja.

Die Aktion des Rheinneckarblogs kritisierten die Medienwächter scharf. Unter der Überschrift „Massiver Terroranschlag in Mannheim“ hatte das Regional-Angebot detailliert über eine fiktive Attacke berichtet. Dass es sich dabei um eine erfundene Story handelte, erschloss sich den Lesern erst hinter der Bezahlschranke. “Unabhängig von der Absicht, die die Redaktion mit dem erfundenen Bericht verfolgte, hat sie damit dem Ansehen der Presse massiv geschadet”, befand der Presserat.

Eine von drei Rügen erhielt die Bild, weil sie zum 30. Jahrestag des Dramas von Gladbeck ein aktuelles Foto des aus der Haft entlassenen Geiselnehmers Dieter Degowski abgedruckt hatte (Headline: „Es ist eine Schande, dass Degowski frei herumläuft“).

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Der Presserat sieht in dem Bild einen Verstoß gegen Ziffer 8 des Pressekodex, nach der bei zurückliegenden Straftaten im Interesse der Resozialisierung die Fotoveröffentlichung eines Täters unterbleiben soll. Ebenfalls als kritikwürdig stuften die Medienwächter die Veröffentlichung des Fotos des zweiten Gladbeck-Täters Hans-Jürgen Rösner ein, sowie ein Bild des von Degowski ermordeten Emanuele de Giorgi.

Weitere Rügen sprach der Presserat gegen die taz (Verstoßes gegen das Recht auf informationelle Selbstbestimmung), den Kölner Stadt-Anzeiger und die Kölnische Rundschau wegen schwere Verstöße gegen Transparenzpflichten aus. Die Zeitungen hatten Texte eines Redaktionsbüros abgedruckt, die auch als Pressemitteilungen veröffentlicht worden waren. Diese hatten die Redaktionen nicht kenntlich gemacht. Gegen den Grundsatz der Trennung von Redaktion und Werbung verstießen dagegen Auf einen Blick und Gong.

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