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Reuters Digital News Report 2018: Zahlungsbereitschaft der Deutschen für digitalen Paid Content steigt langsam

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Der jährliche Reuters Digital News Report der Universität Oxford ist einer der wichtigsten und umfassendsten globalen Bestandsaufnahmen zum Zustand der Mediennutzung. Für die aktuelle 2018er Ausgabe hat das Hamburger Hans-Bredow-Institut die Ergebnisse aus dem Report, die Deutschland betreffen, gesondert aufbereitet. Zwei der interessantesten Erkenntnisse: 1. Die Bereitschaft der Deutschen, für Online-Inhalte zu zahlen steigt langsam. 2. Das Interesse an Video-Nachrichten im Internet ist gering.

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Dass das Interesse des Publikums an online zu konsumierenden Video-News weit geringer ist, als sich das Medien-Manager und Berater einst ausgemalt haben, ist schon länger eine Erkenntnis der Reuters-Studie. 60% sagen aktuell, dass sie Nachrichten meist in schriftlicher Form lesen und sich höchstens gelegentlich ein News-Video online ansehen. Umgekehrt nutzen nur 8% nachrichtliche Inhalte im Internet meist als Video und nur gelegentlich als Text. 11% möchten in der Zukunft gern mehr Nachrichtenvideos sehen; jeder Vierte wünscht sich jedoch weniger Nachrichtenvideos im Internet (24 %). Der massive Ausbau von Video-Nachrichten durch Medienhäuser war wohl ein Irrweg und ging an den Zuschauer-Interessen vorbei. Zumindest, wenn man den Reuters-Zahlen glaubt.

Was Paid Content betrifft, so gibt es ganz zarte Zeichen der Hoffnung. Die Bereitschaft der Deutschen, für Online-Nachrichten in der Zukunft Geld auszugeben, ist in allen Altersgruppen leicht gestiegen und bewegt sich zwischen 16 und 21 Prozent. Trotzdem hinkt Deutschland in Sachen Paid Content international weiter hinterher. Nur 8% der Deutschen haben im vergangenen Jahr für digitale News-Inhalte Geld ausgegeben. Damit liegt Deutschland am unteren Ende der Skala. Wenn man das positiv lesen will, ist da also noch viel Luft nach oben.

Ansonsten hat die aktuelle Auflage des Digital News Report im wesentlichen bereits bekannte Trends bestätigt. Die Deutschen setzen auf einen Mix aus traditionellen und neuen Medien, um sich über das Weltgeschehen zu informieren. Drei von vier erwachsenen Onlinern sehen sich regelmäßig Nachrichten im Fernsehen an (74%), 45% hören Nachrichten im Radio. Online-Nachrichten werden von 65% der Internetnutzer im Alter über 18 Jahren mehrmals pro Woche abgerufen. Gedruckte Zeitungen weisen gegenüber 2017 interessanterweise einen Anstieg in Höhe von 4 Prozentpunkten auf und erreichen 2018 30% der erwachsenen Onliner. Auch die Online-Ausgaben von Zeitungen (25 %) und von Zeitschriften (29 %) haben jeweils Anteile in Höhe von 3 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr dazugewonnen.

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Das Fernsehen bleibt freilich die wichtigste Nachrichtenquelle. Nur jeder Dritte gibt das Internet als Haupt-Nachrichtenquelle (32 %) an; unter den 18- bis 24-Jährigen sind es 59%. Interessant: Der direkte Zugriff auf die Webseite bzw. die App eines spezifischen Nachrichtenangebots ist in allen Altersgruppen der am weitesten verbreitete (36%) und auch der am häufigsten genutzte Zugangsweg (35%). Die Nachrichtenmarke hat demnach weiter eine überragende Bedeutung.

Das Vertrauen in die Medien ist in Deutschland relativ hoch. 50% der Erwachsenen vertrauen generell den Nachrichten. Den selbst genutzten Nachrichten vertrauen sogar 60%. Spitzenreiter in Sachen Vertrauen sind wie stets die Hauptnachrichten von ARD und ZDF sowie regionale Tageszeitungen.

Beim Reiz-Thema „Fake News“ haben 37% der deutschen Onliner Bedenken, dass sie Fakten nicht von Falschmeldungen unterscheiden können. Berichte mit verdrehten oder falschen Fakten werden mit schlechten journalistischen Leistungen (sachliche Fehler, zu starke Vereinfachung, irreführende Überschriften) auf eine Stufe gestellt. Auch Schlamperei wird als “Fake News wahrgenommen. In anderen Ländern ist die Sorge bezüglich “Fake News” weit stärker ausgeprägt. Am stärksten in Brasilien (85 %), Spanien (69 %) und den USA (64 %). Dort trifft eine stark polarisierte öffentliche Meinung auf eine noch deutlich intensivere Nutzung von sozialen Medien.

Die komplette Zusammenfassung der deutschen Ergebnisse des Hans-Bredow-Instituts finden Sie hier.

Den kompletten Reuters Digital News Report auf Englisch können Sie hier runterladen.

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