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Ärger für Antenne Deutschland: Gericht verhindert Sendestart für bundesweite Radiokette

Media Broadcast CEO Wolfgang Breuer: Ärger um Antenne Deutschland
Media Broadcast CEO Wolfgang Breuer: Ärger um Antenne Deutschland

Das Digitalradio DAB+ erleidet einen schweren Rückschlag. Ein Urteil des Verwaltungsgerichts Leipzig verhindert, dass der zweite DAB+ Bundesmux an den Sendestart geht. Damit ist fraglich, wann Antenne Deutschland mit der geplanten Kette von Radioprogrammen bundesweit aktiv werden kann. Derzeit prüfen die Oschmann-Gruppe und die Kölner Freenet-Tochter Media Broadcast als Anteilseigner alle "strategischen Optionen".

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Die Pläne von Antenne Deutschland waren ehrgeizig. 18 neue Radiosender wollte der neue Plattformbetreiber, ein Zusammenschluss von der zum regionalen Fernseh- und Rundfunkanbieter Oschmann gehörenden Absolut Digital und der Kölner Freenet-Tochter Media Broadcast, in ganz Deutschland aufbauen. Dazu gab die Gremienvorsitzendenkonferenz (GVK) der Medienanstalten ihren Segen. Das war Mitte 2017. Damals lobte der inzwischen ausgeschiedende GVK-Chef Winfried Engel die Pläne des Firmenkonsortiums in höchsten Tönen. Mit Antenne Deutschland bekomme ein “als Programmveranstalter und Netzbetreiber erfahrener Player den Zuschlag, bei dem wir erwarten können, dass es auch zügig losgeht“, erklärte Engel.

Von zügig kann jedoch keine Rede sein. Ein Urteil des Verwaltungsgerichts Leipzig verhindert jetzt, dass der zweite DAB+ Bundesmux starten kann. Denn das bei der Lizenzvergabe unterlegene Konsortium um den ehemaligen Rennfahrer und Initiator des zweiten Bundesmux, Steffen Göpel, hat sich gerichtlich gegen die Zuweisungsentscheidung der GVK zugunsten von Antenne Deutschland gestemmt und hier eine “aufschiebende Wirkung” erreicht. Das heißt im Klartext: Das von den Landesmedienanstalten lizenzierte Unternehmen Antenne Deutschland darf bis zur Entscheidung in der Hauptsache vorerst nicht auf Sendung gehen. In Branchenkreisen befürchtet man, dass sich die juristische Auseinandersetzung durch die Instanzen schleppen könnte – im schlimmsten Fall bis ins nächste Jahr.

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Damit ist die weitere Zukunft des Radiovorhabens ungewiss: “Die überraschende Entscheidung des Leipziger Verwaltungsgericht hat einem unmittelbaren unternehmerischen Handeln der Antenne Deutschland zunächst einmal die Grundlage entzogen” erklärt der Antenne Deutschland-Mitgesellschafter Media Broadcast (MB) auf MEEDIA-Anfrage. Zwar wolle das Unternehmen an seinen Plänen festhalten. Dennoch ist die Freenet-Tochter für den Ausbau des terristrischen Digitalradios nicht mehr so euphorisch gestimmt wie bisher. “Die Entwicklung von DAB+ in Deutschland wird durch die Entscheidung gebremst”, betont der MB-Sprecher. Wie sich dies konkret auf die Expansionsziele von Antenne Deutschland auswirkt, ist unklar. Der Hörfunkanbieter prüft derzeit “alle juristischen und strategischen Optionen”, heißt es. Mit dem Aufbau einer nationalen Hörfunkkette will das Firmenkonsortium um die Oschmann-Gruppe und MB zu einem namhaften Größe im Werbemarkt aufsteigen. Vor allem für Anbieter – beispielsweise Handelsketten wie Aldi, Edeka, Rewe & Co. – ist eine nationale Radiokette interessant. Sie können hierüber Audio-Kampagnen bundesweit platzieren.

Auch die GVK unter dem neuen Vorsitzenden Werner Schwaderlapp hält sich hierzu bedeckt. “Der Beschluss des VG Leipzig wirft neue und komplexe rechtliche Fragen auf, die wir als Medienanstalten derzeit intensiv prüfen müssen”, erklärt ein GVK-Sprecher gegenüber MEEDIA. Vom Ergebnis der rechtlichen Prüfung wolle die GVK ihr “weiteres Vorgehen abhängig machen und uns selbstverständlich dazu positionieren”, so der GVK-Sprecher.

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