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“Liebe Zeit, wir mögen unsere Titelbilder auch sehr gern”: Spiegel-Karikatur erscheint nahezu identisch in der Zeit

Läuft bei Zeit und Spiegel: Der doppelte Cartoon der Bundeskanzlerin sorgte jetzt für einen ironischen Tweet des Spiegel-Chefredakteurs an die Adresse der Zeit
Läuft bei Zeit und Spiegel: Der doppelte Cartoon der Bundeskanzlerin sorgte jetzt für einen ironischen Tweet des Spiegel-Chefredakteurs an die Adresse der Zeit

Zur aktuellen Titelgeschichte hat sich die Zeit für die Seite 2 eine Karikatur zeichnen lassen. Angela Merkel hüpft darauf ausgelassen mit einem Strauß Europasternen durch die Gegend. Nur: Ein nahezu "baugleiches" Motiv hatte der Spiegel vor vier Monaten auf seinem Titel – worauf Spiegel-Macher Klaus Brinkbäumer die Kollegen via Twitter hinweist. Die Zeit entschuldigt sich – die Wahl sei nicht "mit Absicht" erfolgt.

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Über dem Text des Schriftstellers Navid Kermani auf Seite zwei der heute erschienenen Zeit-Ausgabe ist eine Zeichnung von Angela Merkel abgebildet. Mit einem Strauß Blumen, der die Sterne der Europaflagge darstellen soll, hüpft sie freudig strahlend durch die Gegend. Überschrift des Artikels: “Europa müssen Flügel wachsen”. Spiegel-Leser kennen das Bild aber schon. Vor vier Monaten, in Ausgabe sieben, erschien ein sehr ähnliches Bild auf dem Cover des Nachrichtenmagazins. Einige wenige Details unterscheiden sich. So hält Merkel keinen Strauß Europasterne in der Hand, sondern eine Rose. Und statt dass vor ihr ein Hund läuft,  springt sie Richtung Abgrund. Die Aktionsstriche sind bei beiden Bildern ähnlich vorhanden. Merkel hat auch exakt das Gleiche an. Einziger Unterschied: Im Spiegel ist sie mit beiden Beinen in der Luft, in der Zeit landet sie gerade. Der beauftragte Karikaturist war bei der Variation offenbar nicht sehr kreativ.

Spiegel-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer kommentierte die Adaption auf Twitter mit einer ironischen Bemerkung:

Auf Brinkbäumers Tweet antwortete zuerst die Zeit Campus-Redakteurin Viola Diem, die zur Zeit den Zeit-Account betreut. Beim Twitter-Auftritt der Zeitung wechseln sich wöchentlich Autoren ab. Diem fragt süffisant, ob sich die Tierrechtsorganisation PETA schon erkundigt habe, was der Spiegel mit dem Hund gemacht habe. Dieser ist auf dem Spiegel-Titelbild nämlich nicht abgebildet, auf der Zeichnung in der Zeit dagegen schon.

Einige Stunden später meldet sich auch die Art Direktorin der Zeit, Haika Hinze, via Twitter zu Wort und entschuldigt sich.

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Es zeigt sich, dass die Zuständigen bei der Zeit wohl die Titel des Konkurrenten aus der nahen Hamburger Hafencity nicht allzu genau im Blick haben. Allerdings hätte der beauftragte Zeichner gegenüber der Wochenzeitung auch erklären können, dass er den Spiegel bereits vor nicht allzu langer Zeit mit einem ganz ähnlichen Cartoon beliefert hat. Dann wäre die Ähnlichkeit recht schnell aufgefallen.

Es kam allerdings auch schon vor, dass sich die Wochenzeitung ganz offensichtlich an anderen Titeln orientiert. Das Titelbild der siebten Ausgabe hat optische Ähnlichkeiten mit dem von Cicero, das zwei Wochen vorher erschienen ist. In der Welt der Art Direktoren nennt man das vermutlich “Inspiration”.

Ähnlichkeiten bei Zeit und Cicero

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