Partner von:
Anzeige

Neue Vorwürfe gegen Facebook: Nutzerdaten sollen jahrelang an chinesischen Staatskonzern gegangen sein

Die New York Times hat über Datenpartnerschaften von Facebook mit chinesischen Firmen wie Huawei berichtet
Die New York Times hat über Datenpartnerschaften von Facebook mit chinesischen Firmen wie Huawei berichtet

Der Datenskandal um Cambridge Analytica ist noch gar nicht richtig aufgearbeitet, da muss sich Facebook erneut rechtfertigen. Laut einem Bericht der New York Times hat das US-Unternehmen Daten von Nutzern und deren Freunden an mindestens vier chinesische Firmen weitergegeben. Darunter auch der Handyhersteller Huawei, der von US-Geheimdiensten als nationales Sicherheitsrisiko eingestuft wurde.

Anzeige
Anzeige

Facebook hat einem Bericht der New York Times zufolge Nutzerdaten mit mindestens vier chinesischen Smartphone-Herstellern geteilt. Unter den Partnern finden sich Lenovo, Oppo, TCL und Huawei. Gerade vor diesem Konzern hatten amerikanische Geheimdienste in der Vergangenheit mehrfach wegen Spionagegefahr gewarnt. Er gilt aufgrund der engen Verbindungen zur chinesischen Regierung als Sicherheitsrisiko. Huawei bestritt bislang alle Vorwürfe.

Bereits in einem Artikel vom Wochenende hatte das New Yorker Blatt berichtet, dass Smartphone-Anbieter wie Apple, Samsung oder Blackberry über ein Jahrzehnt spezielle Schnittstellen für den Zugang zu Nutzerdaten gehabt hätten. Facebook hat den Vorwurf zurückgewiesen, das Online-Netzwerk habe diesen Anbietern einen zu weitreichenden Zugang zu Nutzerdaten gewährt. Dem US-Konzern zufolge wurden die Schnittstellen für Smartphone-Anbieter von rund 60 Unternehmen genutzt. Seit im April angekündigt wurde, dass der Datenkanal geschlossen werde, seien 22 dieser Partnerschaften beendet worden, schrieb der zuständige Manager Ime Archibong in einem Blogeintrag.

Die Schnittstellen seien in Zeiten vor dem App-Boom für die Facebook-Nutzung notwendig gewesen, dabei sei der Datenzugriff strikt eingeschränkt worden. Es seien auch keine Fälle bekannt, in denen über diesen Kanal erhaltene Informationen missbraucht worden seien. “Im Gegensatz zu den Behauptungen der New York Times waren Daten von Freunden – wie etwa Fotos – nur auf den Geräten zugänglich, wenn Leute sich entschieden hatten, ihre Informationen mit diesen Freunden zu teilen”, schrieb Archibong.

Facebook soll sich erklären
Anzeige

Beim jüngsten Fall bestätigte Facebook auf Anfrage der New York Times die Partnerschaften mit den chinesischen Firmen, betonte aber zugleich, dass der Vertrag mit Huawei zum Ende dieser Woche auslaufen werde. Die Vereinbarungen mit den chinesischen Unternehmen sollen laut Recherchen bis mindestens 2010 zurückgehen. Zu den geteilten Daten zählten etwa der Beziehungs- und Karrierestatus, “Gefällt mir”-Angaben und Informationen zu Facebook-Freunden zählen.

Der demokratische US-Senator Mark Warner erklärte, es gebe schon seit langer Zeit Bedenken wegen Huawei und nahm Bezug auf einen Bericht des Kongresses aus dem Jahr 2012, der die engen Verbindungen der Kommunistischen Partei mit chinesischen Handyherstellern behandelte. Er verlangte vom weltweit größten sozialen Netzwerk eine Erklärung: Facebook solle offenlegen, wie es sicher sein könne, dass keine Daten auf chinesischen Servern gelandet seien.

Mit Material der dpa

Keine Neuigkeiten aus der Medien-Branche mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos die MEEDIA-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. Was für eine Pillepalle. Facebook gibt Nutzerdaten seit jeher freizügig an quasi jegliche westliche Staaten und Geheimdienste heraus – und jetzt soll ich ausgerechnet über eine Datenweitergabe an Huawei besorgt sein?
    Das ist doch lächerlich.

  2. Die Datensammel- und Werbeplattform Facebook sollte abgeschaltet werden.

    Wegen der Belästigung durch Werbung ist Facebook für mich unerträglich.

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Meedia

Meedia