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Kein watchOS 5-Update: Die 18.000 Euro teure goldene Apple Watch ist praktisch wertlos

Foto: Beyonce.com
Foto: Beyonce.com Hat die goldene Apple Watch wohl schon länger abgelegt: R&B-Star Beyoncé

Es war die Fußnote einer detailverliebten WWDC-Keynote: Besitzer der ersten Generation der Apple Watch müssen auf die nächste Generation des Betriebssystems, watchOS 5, verzichten. Das schnelle Ende der Kompatibilität trifft auch die gut betuchten Käufer einer exklusiven Apple Watch Edition aus echtem Gold, die 2015 für bis zu 18.000 Euro zu haben war, aber bereits nach einem Jahr wieder aus dem Programm genommen worden war. Künftig haben die Edel-Apple Watches kaum mehr als Sammlerwert.

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Es schien eine sichere Sache zu sein. Der Premiumanbieter Apple griff mit seiner Apple Watch nach dem hochpreisigen Luxussegment. Der Aufstieg in die Margenklasse von Louis Vuitton, Prada und Gucci schien nur allzu folgerichtig: Seit Jahren sicherte sich der Kultkonzern aus Cupertino den informellen Titel der wertvollsten und begehrtesten Marke der Welt.

Entsprechend clever schien die Strategie von Tim Cook, den iPhone-Boom mit einem Accessoire, das die Zugehörigkeit zur Apple-Welt unmittelbar demonstrierte, buchstäblich zu vergolden. Klar war bei der Vorstellung im Herbst 2014: Die Apple-Uhr sollte ein Statussymbol wie kein anderes Apple-Produkt zuvor werden.

Aufwendige PR-Offensive für goldene Apple Watch

Beim Launch im Frühjahr 2015 nahm die bis zu 18.000 Euro teure Luxus-Linie, die als Apple Watch Edition eingeführt wurde, noch eine zentrale Rolle in der Verkaufsstrategie ein.

Beyoncé wurde mit einer goldenen Apple Watch ausgestattet, Karl Lagerfeld wurde sein persönliches Exemplar ausgehändigt, während Apples Designchef Jony Ive, der sich so gerne mit Luxusartikeln umgibt, die goldene Uhr bei jedem Auftritt zur Schau trug.

1st apple watch specially made for KarL !! Amazing !!! Thanks #apple !!!!!! @karllagerfeld

Ein von Sebastien Jondeau (@bentoub) gepostetes Foto am

Doch relativ schnell wurde deutlich: Der Angriff auf das Luxussegment entpuppte sich als kolossale Fehlzündung. Nicht einmal eineinhalb Jahre nach dem Launch nahm Apple die teuerste Geräteklasse, die Apple Watch Edition mit 18 Karat-Gehäuse, schon wieder aus dem Programm. Die absurde Wette, eine goldene Apple Watch für bis zu 18.000 Euro verkaufen zu wollen, war so gar nicht aufgegangen.

Der schnelle Tod der goldenen Apple-Uhr
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Weitere eineinhalb Jahre später folgt nun der finale Akt der als Luxusaccessoire gestarteten goldenen Apple-Uhr: Die nächste Version des Betriebssystems ist nicht mehr mit der ersten Generation der Apple Watch kompatibel.

Dabei hat watchOS 5 zahlreiche neue Features zu bieten: So erhalten Apple Watch-Nutzer ab Herbst nicht nur neue Trainingsmodi (etwa zum Wandern oder Yoga), sondern auch die Möglichkeit, sich gegenseitig in Wettkämpfen herauszufordern.

Zudem spendiert der Techpionier Apple Watch-Trägern eine neue Walkie Talkie-Funktion und eine Podcast-App. Voraussetzung dafür: Sie müssen mindestens in Besitz einer Apple Watch der zweiten Generation (Apple Watch Series 1)  sein, die seit September 2016 erhältlich ist.

Vom Status- zum Sammlerobjekt

Apple demonstriert damit einmal mehr die brutalen Regeln des Turbokapitalismus: Gerade einmal drei Jahre nach dem Launch wird die an sich weiter bestens funktionsfähige Original-Apple Watch nicht weiter mit dem neusten Betriebssystem unterstützt (dürfte aber weiter bis watchOS 4 funktionieren).

Käufer der Luxus-Variante erleben damit im Zeitraffer die Entwertungsgesetze der Technologiebranche: Der vermeintlich zeitlose Zeitmesser aus 18-karätigem Gold dürfte damit ab Herbst kaum mehr als Sammlerwert haben.

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