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So reagiert der Tagesspiegel auf Alexander Gaulands “Vogelschiss in tausend Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte”-Aussage

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Der AfD-Vorsitzende Alexander Gauland relativierte bei einer Veranstaltung der parteieigenen Jugendorganisation Junge Alternative Adolf Hitler als kleinen "Vogelschiss" in "tausend Jahren" der deutschen Geschichte – und nimmt damit Bezug auf die Symbolik Hitlers. Grund genug für den Tagesspiegel, um auf der heutigen Titelseite an die Taten des nationalsozialistischen Regimes zu erinnern.

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Gaulands geschmacklose “Vogelschiss”-Aussage zieht ihre Brisanz vor allem aus dem Halbsatz über die angeblichen „tausend erfolgreichen Jahre“ der deutschen Geschichte. Damit stellt der AfD-Politiker – ob gewollt oder ungewollt – einen direkten sprachlichen Bezug auf die Symbolik des Nationalsozialismus her. Die Zahl Tausend ist hier deutlich aufgeladen, sie steht für die Ewigkeit des Dritten Reiches als Reich der Erlösung. Auch im militärischen Kontext taucht das Symbol der ewigen tausend Jahre bei Hitler auf: “Der heute beginnende Kampf entscheidet das Schicksal der deutschen Nation für die nächsten tausend Jahre”, hieß es in Hitlers Proklamation an die Armeen zu Beginn des Westfeldzugs im Mai 1940, der die Schlacht um Frankreich einleitete.

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Die Doppeldeutigkeit, die sich hinter den Worten Gaulands verbirgt, nahm der Berliner Tagesspiegel zum Anlass, um an die Gräueltaten des nationalsozialistischen Regimes zu erinnern. Auf der Titelseite war am Montag das Gauland-Zitat zu sehen, eingebettet in eine Collage aus zwölf Bildern zu den erschütterndsten Episoden in zwölf Jahren NS-Herrschaft. Angefangen bei der Bücherverbrennung 1933 sind unter anderem Bilder zu den Nürnberger Rassegesetzen (1935), der Reichspogromnacht (1938) und dem Überfall auf Polen (1939), der den Beginn des Zweiten Weltkriegs markierte, zu sehen. Auch an das Schicksal Anne Franks und die Kapitulation Deutschlands (1945) erinnert die Zeitung.

Gauland sei zwar lange als “Intellektueller“ und “Vorzeigekonservativer” aufgetreten, quasi als das „besonnene Gesicht der AfD“, schreibt Tagesspiegel-Redakteurin Maria Fiedler weiter. Doch heute sei eine deutliche Radikalisierung des 77-Jährigen zu spüren, der vor allem mit völkischen und rassistischen Aussagen auf sich aufmerksam mache. Selbst aus den eigenen Reihen gibt es nach der Rede vom Wochenende Gegenwind für Alexander Gauland: “Einem Politiker, der über ein Mindestmaß an Fingerspitzengefühl und Verantwortungsbewusstsein für unsere Geschichte verfügt, darf das nicht passieren”, erklärte die AfD-interne Arbeitsgruppe Alternative Mitte in einer Stellungnahme am Sonntag.

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