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Fokus auf digitales Wachstum: Warum DuMont-Chef Christoph Bauer keine Tageszeitungen zukaufen will

DuMont-CEO Christoph Bauer lässt künftig Mantelinhalte für eigene Zeitungen von dem von Madsack aufgebauten Redaktionsnetzwerk Deutschland zuliefern
DuMont-CEO Christoph Bauer lässt künftig Mantelinhalte für eigene Zeitungen von dem von Madsack aufgebauten Redaktionsnetzwerk Deutschland zuliefern

Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung hat sich DuMont-Chef Christoph Bauer zur Zusammenlegung der Hauptstadtredaktion mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) von Madsack geäußert. Außerdem spricht er über die Strategie von DuMont, bei der er Wachstum in erster Linie im Digitalgeschäft sieht. Der Digitalanteil des Umsatzes soll in drei bis vier Jahren von 25 auf 40 Prozent wachsen.

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Die Zusammenlegung der Hauptstadtredaktionen von DuMont und Madsack, die eigentlich bedeutet, dass die DuMont-Redaktion in Madsacks RND aufgeht, wurde in der Branche durchaus kritisch kommentiert. Christoph Bauer weist im Interview mit der Süddeutschen Zeitung Kritik an Stellenabbau und Verlust von Vielfalt zurück: “In der Hauptstadtredaktion hatten wir bisher 13 Stellen – künftig sollen es zusammen 18 sein. Aufgrund des wirtschaftlichen Drucks durch sinkende Auflagen und rückläufige Anzeigenumsätze sind sinnvolle Kooperationen überlebenswichtig.” Man ziehe sich keineswegs aus Berlin zurück, so Bauer weiter. DuMont-Titel wie der Kölner Stadt-Anzeiger oder die Berliner Zeitung würden auch weiterhin unabhängig berichten. DuMont hält an der neuen, zusammengelegten Zentralredaktion noch 25 Prozent.

Sorge bereitet dem DuMont-CEO das Geschäftsmodell für Journalismus im Digitalen. Vor allem die Print-Ausgaben der Boulevardzeitungen (Express, Hamburger Morgenpost, Berliner Kurier) leiden unter dem Medienwandel. “Ich hoffe sehr, dass es nach dem erfolgreichen Aufbau der hohen Reichweiten in den regionalen Märkten eine zweite Phase gibt, in der wir mit unseren Inhalten im Netz Geld verdienen”, so Bauer. Er hoffe, dass sich in fünf bis zehn Jahren ein funktionierendes Geschäftsmodell für digitalen Journalismus findet.

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Davon abgesehen sind die Finanzen bei DuMont schon jetzt wieder in Ordnung. Die Eigentümerfamilien erhielten bereits seit 2016 wieder eine Ausschüttung, Umsatz und Gewinn sollen auch 2018 weiter steigen. Auch beim Problemfall Berlin gebe es Fortschritte. 2017 sei die Berliner Zeitung erstmals aus der Verlustzone gekommen, 2018 soll der ganze Berliner Verlag operativ Gewinne erwirtschaften.

Für die Zukunft erteilt Bauer Zukäufen im Print-Bereich von Tageszeitngen eine Absage: “Weitere Verlage in einem sinkenden Markt quasi als lebensverlängernde Maßnahme zu kaufen, um das Ergebnis zu halten? Nein, das ist nicht unser Fokus.” Stattdessen soll DuMont digital wachsen. Der Digitalanteil am Umsatz liege heute bei 25 Prozent und soll in drei bis vier Jahren auf 40 Prozent steigen. Hier sieht Bauer auch Chancen für Übernahmen: “In unseren Geschäftsfeldern ,Business Information’ und ,Marketing Technology’ wollen wir auch Unternehmen zukaufen.”

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