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Für positive Berichterstattung: Google und Uber sollen britische Tageszeitung bezahlt haben

George Osborne, Chefredakteur der britischen Tageszeitung Evening Standard
George Osborne, Chefredakteur der britischen Tageszeitung Evening Standard

Insgesamt sechs Firmen, darunter Google und Uber, sollen in Großbritannien ein Zeitungsprojekt der kostenlosen Tageszeitung Evening Standard mitfinanziert haben – mit insgesamt einer halben Million Pfund. Im Gegenzug sollte es positive Berichterstattung geben. Dies berichtete ein früherer Korrespondent der Tageszeitung. Chefredakteur George Osborne streitet alle Vorwürfe ab.

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James Cusick, der ehemalige Politik-Korrespondent des Evening Standards, beschrieb den Deal zwischen seinem ehemaligen Arbeitgeber und den beiden Firmen am Mittwoch auf der Nachrichtenseite Opendemocracy.net. In dem Statement erklärt Cusick, der Evening Standard habe im Rahmen seines Projekts “London 2020” für Berichterstattung zu Themen wie Luftverschmutzung, Schulen oder Technologie am Arbeitsplatz sechs Unternehmen je 500.000 Pfund (570 000 Euro) zahlen lassen.

Im Gegenzug für die gesponsorten journalistischen Beiträge dürfen die Unternehmen “Open Democracy” zufolge außerdem positive Berichterstattung erwarten, die jedoch nicht in allen Fällen als Werbung gekennzeichnet werden sollte. Darunter würden beispielsweise “gefällige” Erwähnungen in den Kommentarspalten fallen, so Cusick, sowie eine Berichterstattung, “die man mit Geld nicht kaufen kann”. Das Projekt “eliminiert de facto die konventionelle ethische Trennung zwischen Nachrichten und Werbung im “Standard”, schreibt der Journalist weiter.

Die Londoner Gratiszeitung sieht das jedoch anders und hat alle Vorwürfe zurückgewiesen. “Es ist keineswegs der Fall, dass eine geschäftliche Vereinbarung zu einer ‘günstigen’ Berichterstattung führen würde”, teilte die Zeitung am Donnerstag mit. “Die journalistische Integrität und Unabhängigkeit stehen im Zentrum all unserer Aktivitäten, und es steht außer Zweifel, dass die journalistische Aktion “London 2020″ keine Ausnahme ist”, heißt es in der Mitteilung. Alle “kommerziellen Inhalte” seien klar als solche ausgezeichnet.

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Der Evening Standard wird derzeit von dem ehemaligen konservativen Schatzkanzler George Osbone geführt. Das Blatt hat eine Auflage von rund 900 000 Exemplaren.

Mit Material der dpa

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