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Deutschlandfunk, taz und Gaby Mayr auf heißer Spur – ein Betroffenheits-Stück über Zitate und Qualitätsmedien

Prof. Dr. Thomas Fischer, Bundesrichter a.D. und Kolumnist (“Fischer im Recht”)
Prof. Dr. Thomas Fischer, Bundesrichter a.D. und Kolumnist ("Fischer im Recht")

Der umstrittene Paragraf 219a, der die Werbung für Schwangerschaftsabbrüche unter Strafe stellt, ist derzeit Gegenstand einer gesellschaftlichen Debatte. Die Berichterstattung der Medien zeigt dabei bisweilen eine merkwürdige Kommunikationskultur, bei der Seriösität nicht an vorderer Stelle steht – meint Ex-Bundesrichter Thomas Fischer, der hier in eigener Sache beobachtet, wie zwei Qualitätsmedien "Texte durchwinken, statt sie als pure 'Fake News' zu erkennen". Ein Gastbeitrag.

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Niveau

Qualitätsmedien zeichnen sich durch ein überlegenes inhaltliches und organisatorisches Niveau aus. Sonst würden sie ja nicht Qualitätsmedien heißen, sondern Fox News oder Schülerzeitung Kreuzberg. Nehmen wir als Beispiel den Deutschlandfunk und die taz: Zwei Qualitätsmedien, wie sie im Buche stehen. Dort wird recherchiert, redigiert und gegengelesen, was das Zeug hält und der Etat hergibt, damit nicht sachferne Hetze oder gar Fake News an die lieben Hörer und Leser draußen im Lande gelangen und den guten Ruf verderben.

Nun ist es neuerdings ein wenig „streitig“ geworden, ob und wie und warum man zwischen dem einen und dem anderen überhaupt unterscheiden könne, müsse oder solle. Man hört von dieser Diskussion seit ungefähr achtzehn Jahren in den Sprechschauen und Kolumnen, weiß aber bislang noch nicht so recht, wohin der Weg der Herausgeber und Chefredaktionen geht und wessen Meinung man sich daher vorläufig anschließen soll. Das ist aber ganz in Ordnung, wenn man die anhaltenden Forschungen über das journalistische Prekariat berücksichtigt.

 

Deutschlandfunk

Der DLF zum Beispiel hat vor einigen Wochen einen ausführlichen Beitrag einer Journalistin namens Burmester über mich (den Autor) gesendet, in dem ich als „abgehalfterter“ alter Mann mit mutmaßlich Potenzproblemen abgewatscht wurde, der auf dem Weg zur „neuen Rechten“ und zur Ausländerfeindlichkeit sei. Auf ein sehr freundliches Beschwerdeschreiben von mir hat der Intendant des DLF, Herr Stefan Raue, mir geantwortet: Er entschuldige sich dafür, dass ich mit einem „physiognomischen“ Detail (ja, er hat wirklich „physiognomisch“ zur Impotenz gesagt!) beleidigt worden sei. Ansonsten hätte ich mir aber alles selbst zuzuschreiben, was die Kolumnistin Burmester sich über mich herausgedrückt hatte. Denn ich hätte einmal „eine feministische Moderatorin herabgewürdigt“, indem ich sie „so genannte Moderatorin“ genannt hätte. Wir sehen: Das Qualitätsmanagement beim DLF ist hochdifferenziert.

Am 9. April war es wieder so weit: DLF Kultur strahlte die Sendung „Selbsternannte Lebensschützer gegen Frauenärzte“ aus. Autorin der Sendung war Frau Gaby Mayr aus Bremen, eine besonders tüchtige Journalistin, die überdies noch in irgendwas promoviert ist. Das ist wichtig, wie wir noch sehen werden. Frau Mayr hat früher einmal Betriebswirtschaft studiert und kennt sich daher im Strafrecht besonders gut aus.

Sie hat sich und die lieben Leser daher einmal gefragt, welchen Sinn der § 219a (Werbung für Schwangerschaftsabbruch) wohl hat, der derzeit die Republik so zufällig, grundlegend und vor allem moralisch erschüttert. In einem Urteil des Landgerichts Bayreuth aus dem Jahr 2006 hat Frau Mayr den Satz gefunden, die Vorschrift

„soll(e) verhindern, dass der Schwangerschaftsabbruch als etwas Normales angesehen und kommerzialisiert wird“.

Als Quelle dieser Erkenntnis hatte das Landgericht angegeben: „Tröndle/Fischer § 219a Randnummer 1“.

Bevor es weitergeht, eine kurze Zwischenfrage: Welchen gesetzgeberischen Sinn & Zweck könnte eine Vorschrift denn wohl haben, die kommerzielle Werbung für Abtreibungen unter Strafe stellt? Soll sie die Umwelt bewahren, das Überhandnehmen von Diebstählen verhindern, die freie Meinungsäußerung schützen? Sie ahnen es: eher nicht. Eine Vorschrift, die kommerzielle Werbung verbietet, hat mit einiger Wahrscheinlichkeit den Zweck, Werbung (verwandter Begriff, in Bremen und sonstwo: „Kommerzialisierung“) zu verhindern.

So einfach ist das für Frau Doktor Mayr aber nicht. Sie hat den „wahren“ Zweck im Auge: Die „arische Rasse“ zu vermehren. Die hat sie der Tatsache entnommen, dass ein Vorläufer der Vorschrift – in den 20er Jahren konzipiert – im Jahr 1933 erstmals ins StGB kam (Heiko Maas analysierte daher auch zügig: „Ein Relikt aus der NS-Zeit“). Man würde allerdings nicht ernsthaft unterstellen, dass deutsche Gerichte im Jahr 2018 die praktische Anwendung des § 219a an dem Maßstab messen, ob die „arische Rasse“ vermehrt wird. Selbst Herr Maass meinte das nicht. Das ist Frau Mayr aber egal. Nach ihrer Ansicht ist es eine grob falsche Auslegung zu sagen, § 219a habe den Zweck, eine öffentliche Kommerzialisierung von Abtreibungen zu verhindern.

 

Quellenforschung

Nun muss ergründet werden, wie diese schrecklich irrige Ansicht über den Zweck der Vorschrift in die Welt gekommen ist. Frau Mayr hat erforscht, dass die deutsche Rechtsprechung zu § 219a StGB darauf beruht, dass „Tröndle/Fischer“ die Zweckbestimmung formuliert haben. Das geht so:

„Genau so steht es bereits in einem Urteil des Landgerichts Bayreuth von 2006, das als wegweisend gilt. Beide Urteile stützen sich auf den Strafrechtskommentar von “Tröndle/Fischer.”

Wenn die Qualitätsjournalistin nun einen einzigen Blick in das genannte Kommentarwerk getan hätte, zu dessen Vernichtung sie im Folgenden anhub, hätte sie in der genannten Randnummer sehen können, dass das Zitat dort in An- und Abführungszeichen steht und dass in Klammern eine Quellenangabe beigefügt ist. Diese verweist auf die Bundestagsdrucksache 7/1981 vom 24.4.1974; das ist der Bericht des Sonderausschusses des Deutschen Bundestags zur Reform der §§ 218 ff. StGB. Dort steht auf Seite 17 zu § 219a:

„Die Vorschrift soll verhindern, dass der Schwangerschaftsabbruch in der Öffentlichkeit als etwas Normales angesehen und kommerzialisiert wird.“

Im Kommentar von Fischer wird also wörtlich die Formulierung des Gesetzgebers von 1974 (nicht von 1933!) zitiert, mit dem zutreffenden Hinweis, dies sei der „Zweck des Gesetzes“. Denn wenn Sprache einen Sinn hat, bedeutet die Formulierung „soll verhindern“ einen Hinweis auf den gesetzgeberischen Zweck.

Gesetzeskommentare sind, was Mayr vielleicht nicht weiß, aber spätestens ihre Radeaktionen wissen müssten, „Erläuterungsbücher“, die gesetzliche Vorschriften „auslegen“, ihre Anwendung in der Praxis dokumentieren, verschiedene Meinungen zu streitigen Fragen systematisch zusammenstellen und ggf. bewerten. Es gibt aktuell ungefähr 15 verschiedene Kommentarwerke zum StGB auf dem deutschen Markt.

Frau Mayr hat erkundet, dass alle bis auf einen ein kümmerliches Randdasein fristen, weil der von ihr so genannte Kommentar „Tröndle/Fischer“ der Marktführer sei. Das ist natürlich furchtbar schlimm, weil erstens Tröndle & Fischer den Zweck des § 219a erfunden haben und zweitens aus anderen Gründen, auf die wir nun kommen.

Zur Qualitäts-Begutachtung des Kommentarwerks weiß Frau Mayr Folgendes:

„Ob der Einsatz von “Tröndle/Fischer” auch in Strafverfahren zum Schwangerschaftsabbruch angemessen ist, erscheint zweifelhaft – wenn man die beiden Autoren ein wenig näher betrachtet (…) Dass der Strafrechtskommentar (…) auch im Zusammenhang mit dem Thema Schwangerschaftsabbruch von Staatsanwaltschaften und Gerichten besonders gerne benutzt wird, ist schlecht für die Rechtsprechung.“

Wie auch immer man die Motive der Autorin und ihres öffentlich-rechtlichen Senders deuten und bewerten mag, mit einer offenkundig falschen Tatsachenbegründung zu verbreiten, ein Buch sei „schädlich“, fragt sich inhaltlich doch zunächst: Hat der Kommentar von Fischer sich gegen die Meinung aller anderen gestellt? Welchen inhaltlichen Grund dafür nennt der DLF, dass der Kommentar „schlecht für die Rechtsprechung“ sei?

Wir schauen in den anderen, von Mayr nicht genannten Kommentaren nach: Zum Beispiel im „NOMOS Kommentar zum StGB“, im „Systematischen Kommentar zum StGB“, im „Münchner Kommentar zum StGB“, im „Leipziger Kommentar zum StGB; im Kommentar „Satzger/Schmitt/Widmaier, StGB“, im Kommentar „Lackner/Kühl, StGB“ . Wist stellen fest: In allen aktuellen Kommentaren zum StGB steht, fast überall in Randnummer 1 der Erläuterungen zu § 219a, was der Gesetzgeber sich bei der Vorschrift gedacht hat. Und überall steht genau dasselbe Zitat aus den Gesetzgebungs-Materialien. Das ist auch vollkommen richtig, denn erstens ist das nun mal der gesetzgeberische Zweck, und zweitens ist es Aufgabe der Kommentare, dies zu dokumentieren. Was denn auch sonst? In Kommentierungswerken wird seit 150 Jahren unter der Überschrift „Zweck des Gesetzes“ die vom Gesetzgeber jeweils formulierte oder diskutierte Begründung verstanden (und zitiert). Jede(r), der/die sich auch nur minimal damit beschäftigt hat, weiß das. Der öffentlich-rechtliche Sender DLF weiß es allemal.

 

Berliner Elegie

Frau Mayr ist das egal. Man muss nichts nachschauen, nachlesen oder wissen, wenn man nur einen festen Glauben an die eigene moralische Gesendetheit hat, einen Zugang zu Google und einen zu Wikipedia. Das ist ein ausreichend festes Fundament für eine Journalisten-Existenz, solang man jemanden findet, der das Zeug ungeprüft kauft.

Weil es nun beim DLF so schön gelaufen war, hat Frau Mayr denselben Mist nochmal an die Qualitätsredaktion der taz verkauft und unters Volk gebracht. Bei der Gelegenheit hat sie die Sache noch ein bisschen angeschärft. Am 5. Mai 2018 lautete der Titel dort: „Rechtsprechung mit Schimmelansatz“. Als Untertitel ließ man sich einfallen:

„Die Urteile zu Paragraf 219a basieren auf dem Strafrechtskommentar eines ‚Lebensschützers‘ und eines umstrittenen Ex-BGH-Richters.“

Auch nicht schlecht! Auf das „selbsternannt“ haben die Redakteurinnen und Redakteure von der taz verzichtet, was man ihnen hoch anrechnen muss. Denn sonst müsste man am Ende noch Frau Gaby Mayr als „selbsternannte Journalistin“ und die taz als „selbsternannte Tageszeitung“ herunterputzen. Der Deutsche, selbst in Bremen, hat eine Vorliebe fürs FREMD-Ernannte. Wer fremdernannt ist, kann sich freuen; die selbst-ernannten Was-auch-Immer werden durchweg verachtet.

Ausnahme: Die selbsternannte StrafrechtsexpertIn und die selbsternannte § 219a-Betroffene. Sie wird bei taz und sonstwo seit Monaten den LeserInnen im großformatigen Foto vorgeführt als Ikone des Guten: Grau-zottelhaarig, den Mund verklebt mit einem Kreppband mit der Aufschrift „§ 219a“, in der Hand ein Pappschild mit der Aufschrift: „§ 219a SO 1933!“. Letzteres ist eine Botschaft, die sich in ihrer intellektuellen Schlichtheit jeder Karikierung entzieht. „1933“ ist hier (offenbar allen Ernstes) attributivisch gebraucht, wie „bahnhof“ auf kanakdeutsch. Man kann so etwas nicht unterbieten, und wenn man es mit dem Portrait der älteren Dame ein ums andere Mal ins Internet pustet, muss man, finde ich, schon ziemlich schräg drauf sein.

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Egal. Die ebenfalls im Rentenalter befindliche Frau Mayr bringt sich auch bei der taz wieder künstlich auf Touren und hat, einen Monat nach dem Erstschlag, offenkundig immer noch nichts gelesen, und schwatzt daher:

„(Die) Gerichte haben die Formulierung ganz offensichtlich aus dem Strafrechtskommentar „Tröndle/Fischer“ übernommen.

Nun folgt, was Frau Mayr vermutlich als „Entlarvung“ bezeichnet, tatsächlich aber nichts als eine Aneinanderreihung von sachfremden Andeutungen, denunziatorischen Vermutungen und kenntnisfreien persönlichen Beleidigungen ist. Ich will das hier nicht im Einzelnen zitieren; ich empfehle, die Ausführungen „Rechtsprechung mit Schimmelansatz“ auf der taz-Internetseite nachzulesen.

Die Argumentation geht ungefähr so:

1) Das Buch erscheint im Verlag C.H.Beck. Der Verlag hat 1933 einen vormals von einem Juden geführten Verlag gekauft (Frau Mayr irrte sich insoweit ein bisschen; die taz strich das nachträglich).

2) Der frühere Kommentator Dreher war ein Nazi und Erster Staatsanwalt beim Sondergericht Innsbruck; er stieg in der Bundesrepublik zum Unterabteilungsleiter im BMJ auf.

3) Tröndle war ein „erzkonservativer Katholik“, Schwulenfeind und Abtreibungs-Bekämpfer. Er hat im Examen nur die Note „voll befriedigend“ erlangt und musste die mündliche Doktorprüfung einmal wiederholen.

4) Fischer ist ein „aus Auftritten in Talkshows“ bekannter „Multitasker“ und ein „misogyner Exrichter“. Letzteres erkennt man daran, dass er einmal kritisiert hat, dass Fernsehsender pseudo-betroffene Meldungen über die Erniedrigung von Frauen verlesen lassen, die mit High Heels und Push-Up-BHs ausgerüstet werden.

5) Gesamtbefund: „Tröndles Kommentierung“ zu den §§ 218 ff. StGB „lebt weiter“ und vergiftet in Gestalt des heute „Fischer“ genannten Kommentars das deutsche Recht.

6) Finale:

„Es ist diese Geschichte, sowohl der Entstehung, als auch der Kommentierung, die nun weitergeführt wird, wenn Befürworter*innen des Paragrafen 219a aus den Reihen von CDU/CSU und AfD Frauen unterstellen, sie würden ihre Entscheidungen in der existenziellen Frage des Schwangerschaftsabbruchs von einem Spiegelstrich auf Praxis-Homepages abhängig machen. Und auf eben dieser Basis urteilt dann auch die Justiz.“

 

Qualität

Man soll dem nicht zu viel Ehre antun. Ein paar Anmerkungen müssen aber sein:

Der verstorbene Herbert Tröndle wird von Mayr mit dem aus Wikipedia abgeschriebenen Hinweis geschmäht, er habe „nur“ die Note „vollbefriedigend“ im Examen erreicht und seine Doktorprüfung wiederholen müssen. Das ist überaus erbärmlich. Tröndle – mit dem mich persönlich nichts verband – wurden 1942 im Alter von 23 Jahren im Krieg beide Unterschenkel abgerissen. Er hat seinem daran anschließenden Studium und den Prüfungen im Jahr 1947 daher möglicherweise nicht dieselbe Aufmerksamkeit widmen können wie die 1954 geborene Frau Dr. Mayr aus Bremen ihrer Karriere. Einem im Alter von 98 Jahren verstorbenen tapferen Mann mit hartem Lebensschicksal nachzurufen, er habe vor 70 Jahren nicht genügend Punkte im Examen erzielt, ist von einer kaum noch zu unterbietenden Erbärmlichkeit und Dummheit.

Übrigens ist „vollbefriedigend“ eine bei Juristen ziemlich gute Note (oberste 10 Prozent), die – entgegen der hämischen Denunziation der taz – selbstverständlich zur Einstellung in den Staatsdienst reicht. In Bremen sind aber sicher nur Wirtschafts-WissenschaftlerInnen mit der Note „Sehr gut“ unterwegs.

Tröndle hatte mit Fischer persönlich nichts und kommentar-mäßig sehr wenig zu tun. Die Zusammenarbeit bestand darin, dass eine Auflage (49. Auflage 1999) gemeinsam herausgegeben wurde, in der jeder Autor, wie es üblich ist, ohne jeden Einfluss des anderen seinen Teil bearbeitete. Bereits während der Vorbereitung der 49. Auflage haben sich die beiden Autoren inhaltlich überworfen, weil Fischer mit den Ansichten Tröndles zum Abtreibungs- und Sexualstrafrecht in keiner Weise übereinstimmte. Tröndle beendete aus diesem Grund im Jahr 1999 jegliche weitere Kommunikation.

Seit der 50. Auflage (2001) wird der Kommentar allein von Fischer bearbeitet. Die Herausgeber/Verfasser-Bezeichnung wurde, dem Verlagsvertrag und der Üblichkeit entsprechend, noch bis 2008 weitergeführt. Seit nunmehr 16 Auflagen schreibt Fischer den jährlich neu bearbeiteten Kommentar allein. In dieser Zeit ist der gesamte Text (derzeit 2.800 Seiten Kleindruck) mehrmals überarbeitet und neu gestaltet worden. Die aktuelle 65. Auflage hat weder mit Drehers noch mit Tröndles Kommentierungen, Ansichten oder gar Biografien etwas gemein. Zur NS-Vergangenheit Drehers und seiner problematischen späteren Rolle im Bundesministerium der Justiz hat Fischer in der ZEIT einen längeren Text veröffentlicht.

Die buchstäblich erste Änderung, die 2001 in dem Kommentar durchgeführt wurde, waren radikale Kürzungen und Änderung der Kommentierungen zu §§ 218 ff. StGB und zum Sexualstrafrecht. Die Position Tröndles zu §§ 218 ff. sind von Fischer niemals vertreten, getragen oder übernommen worden. Sie wurden vielmehr nach Übernahme der Autorenschaft als „Extremposition“ kritisiert, die nicht vertretbar sei. Auszug:

Eine konsensfähige Alternative ist derzeit nicht in Sicht. Eine allein auf das Lebensrecht abstellende Schutzkonzeption könnte nur um den Preis totalitärer Kontrolle und Inpflichtnahme ‚optimal‘ verwirklicht werden; eine gänzliche Freigabe der Abtreibung würde zu einer nicht vertretbaren Preisgabe des Rechtsguts führen, insbesondere auch zugunsten von Vermögensinteressen. Eine realistische Lösung kann daher nur ein Kompromiss zwischen diesen Extremen sein. Vieles spricht nach den Erfahrungen dafür, dass die Einwirkungsmöglichkeiten des Strafrechts sehr beschränkt sind. (Fischer, StGB, 65. Aufl. 2018, Vorbemerkung vor § 218, Rdn. 10).

Die Kommentierung vertritt seit 2001 ausdrücklich und in ausdrücklichem Gegensatz zu Tröndles Kommentierung das geltende gesetzliche „Beratungskonzept“, dessen Aufgaben und Zielsetzungen in den Entscheidungen des BVerfG umfangreich dargestellt und bekräftigt wurden.

Frau Gaby Mayr fällt dazu ein:

„Die Kommentierung Tröndles lebt weiter“.

Das ist eine glatte, verleumderische Lüge, aus welcher Mayr, der DLF und die taz die Folgerung ableiten, der Kommentar sei „schlecht für die Rechtsprechung“.

Mayr, Journalistin, weiß nicht, wovon sie spricht. Sie hat, so drängt sich auf, nichts nachgelesen, kein Zitat geprüft, nichts verstanden, und keine Ahnung vom juristischen Veröffentlichungswesen. Sie hat – allenfalls – eine Art von „Überzeugung“, und haut das raus: Tröndle sei ein (halber) Nazi, Fischer sein „Nachfolger“, der „nichts geändert“ habe. So etwas nennt man, selbst auf unterstem journalistischen Niveau, denunziatorischen Rufmord.

Einen „misogynen Ex-Richter“ nennt mich die taz. Nachvollziehbare Begründungen für diese absurde Verdrehung meiner Positionen fehlen. Irgendwas passt irgendwelchen Leuten nicht, weil es „schwierig“ erscheint und nicht auf Anhieb ins Manufactum-Regal passt. Ob Mayrs denunziatorische Kategorisierungen samt eindeutigen Hinweisen und Ratschlägen zu „Maßnahmen“ („Die Verwendung des Kommentars … schadet der Rechtsprechung“) von Stil und Inhalt von AfD-Hetze noch unterschieden ist, mag dahinstehen. Es ist jedenfalls erbärmlich. Man weiß nicht, ob und ggf. welche finanziellen, psychologischen oder sonstigen Zwänge und Interessen Mayr veranlassen zu schreiben:

„Dass der Strafrechtskommentar (…) von Staatsanwaltschaften und Gerichten besonders gerne benutzt wird, ist schlecht für die Rechtsprechung.“

Man weiß auch nicht, aus welchen Gründen Deutschlandfunk und taz das alles ungeprüft veröffentlichen. Es interessiert (hier) nicht nur die bedrückende intellektuelle Schlichtheit der Texte, sondern die Unfähigkeit oder Unwilligkeit von gleich zwei „Qualitäts“-Medien, sie als pure „Fake News“ zu erkennen: Es werden hier wie dort Texte durchgewinkt, die sich – ohne Sachzusammenhang ad personam abwertend und mit dezidiert wirtschaftlicher Zielsetzung – mit juristischen Fach-Veröffentlichungen befassen, ohne dass ein einziger Redakteur die Behauptungen, Zitate und Schlussfolgerungen geprüft hat. Deutschlandfunk und Tageszeitung lassen Texte passieren, die so genannte „Empörung“ völlig fiktiv, aus sich selbst heraus und unter irreführender Zitierung aufschäumen. Das ist bemerkenswert. Es zeigt, dass die Qualitätsversprechen, die von diesen Medien gemacht werden, nicht erfüllt werden.

Schluss

Der gewiss virile Intendant Raue, der ebenso wenig physiognomische Defizite zu beklagen hat wie die 64 Jahre alte Frau Gaby Mayr aus Bremen, findet es ganz toll, dass der DLF-Diskurs so spannend und qualitativ hochwertig ist. Dass die nicht beidseitig beinamputierte, nicht katholische, aber extrem qualifizierte Frau Mayr eine Zweitverwertung ihrer niveaulosen Denunziationen verkauft, fällt der Qualitätszeitung taz nicht auf. Die Redaktionen haben alle Staatsexamen mit „sehr gut“ bestanden.

Die Denunziationen Mayrs schmerzen natürlich, wie beabsichtigt, wenn man 20 Jahre seines Lebens für genau das Gegenteil dessen gekämpft hat, dessen man öffentlich bezichtigt wird. Sie zeigen, welche Blüten eine Kommunikationskultur treibt, für die Seriosität in der Praxis bestenfalls auf Platz vier kommt: hinter Erstens Klickzahlen, Zweitens Werbeklicks, Drittens scheißegal. Man muss dagegen halten: Mit Vernunft, Tatsachen, Freundlichkeit, Konsequenz. Sonst überrollen uns die Gaulands und Mayrs, und ihnen folgen die Qualitäts-Intendanten und -Redakteure, die Nase am Boden.

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Alle Kommentare

  1. Demnächst werden Sie sich natürlich (erneut) dem Vorwurf ausgesetzt sehen, in die rechtsradikale Ecke abgedriftet zu sein, weil Sie den Lügenpressevorwurf bestätigen. Aber ich nehme an, dem sehen Sie bereits mit freudiger Erwartung entgegen, und ich bin mir sicher, Sie werden dem ebenso souverän begegnen. Die Trennung von der Zeit scheint Ihnen gut zu bekommen. Ich wünsche weiterhin gute Besserung.

  2. Ich würde Prof. Fischer gerne einmal persönlich erleben, um feststellen zu können, ob er in Realität auch so aufgeblasen ist, wie er in seinen Texten daher kommt. Raum Hamburg wäre gut.

    1. Ja, der Stil mag nicht jedermans Sache sein – wenn aber nur die Hälfte der vorgetragenen Argumentation/Darstellung realitätsnah ist, schäme ich mich eher meines Berufsstandes … Naja, dummerweise hat man sich an die Abwesenheit von Recherche mittlerweile beinahe schon gewöhnt.

    2. Liebe(r) Matthias Timm!

      Ihnen kann geholfen werden! Einfach gelegentlich auf der Homepage nachschauen. Wir finden da sicher einen Termin, wenn Sie reiseunfähig sind, auch im Großraum Hamburg.
      Vorerst wäre es natürlich super-freundlich, wenn Sie mir/uns einmal andeutungsweise mitteilen würden, welche unaufgeblasenen Anmerkungen ZUR SACHE Sie denn gern einmal machen möchten.

      TF

    1. Sie können aber offenbar nirgends seine Argumente widerlegen? Er bringt klare Verweise, Zitate, Belege… Sie schäumen bloß, er schreibe angeblich “wirr”. Was genau ist denn das Wirre an Fischers Text? Wo argumentiert er nicht stichhaltig? Belge, bitte, nicht bloß Meinung!

    2. Ja, es ist ein Graus!
      Sie müssten mir/uns jetzt nur noch sagen, WARUM.
      Also zum Beispiel: Was ist “gestrig?”, was ist “wirr”?, und so weiter…
      Voraussetzung dafür könnte unter Umständen sein, dass Sie den Text, den Sie kommentieren möchten, zuvor einmal kurz gelesen haben.
      Anschließend sprechen wir darüber, ob sich Häuser schämen können.
      TF

    3. Behauptungen die etwas ohne Belege schlecht machen sollen. Wollen Sie hier ein Beispiel dafür geben, was in dem Artikel oben kritisiert wird?

  3. Eine Gesellschaft sind wir, die es nicht nötig fand, Frauen, die zwangssterilisiert worden waren, denen man das Kind abgetrieben hatte, als Opfer zu sehen, zu entschädigen. Viele starben ja im Dritten Reich. Auch die Euthanasie kein Thema. Traumatisiert bis ans Lebensende. Kein Nichtmüttergenesungswerk der Elly Heuss, die nicht die Fürsorge der Marga Meusel hatte im Krieg. Vor 65 Jahren starb sie, zu Unrecht so unbekannt.
    verstörend. Bis vor kurzem hatten die Frauen ja noch gelebt. Empathie war und ist ja nicht die stärkste Eigenschaft der Deutschen – Männer wie Frauen.

    1. Finden Sie nicht, es ist ein hohes Maß an Empathie (mit der Frau), wenn ihr nach einem kurzen Beratungsgespräch nach § 219 über § 218a Abs 1 die Tötung eines (ungeborenen) Menschen erlaubt wird? Ich finde, mehr Empathie kann man gar nicht zeigen. Jetzt werden sogar auf staatlichen Internetseiten Listen mit Ärzten angelegt, die Abtreibungen vornehmen, um eventuelle Informationsdefizite zu beheben, so dass die Ärzte nicht mehr selbst für sich werben müssen. Ich finde diese Gesellschaft beweist eine hohe Empathie (mit der Frau). Von Frauen höre ich hingegen regelmäßig, dass ihnen die Rechte des ungeborenen Kindes “völlig egal” oder “scheiß egal” sind.

      1. Ja, den Frauen, die ihr oder das Kind nicht wollen, ist die Tötung des ungeborenen Menschen unter best Indikationen erlaubt. Dass dies, die Tatsache einer gezielten Tötung eines Lebens, somit die Beschneidung der Rechte des ungeborenen Kindes vielen Frauen aber gar nicht bewußt ist, ist sehr erschreckend. Sie blenden es aus und versteifen sich dagegen meist nur auf das Recht auf ihre alleinige Selbstbestimmung, und haben keinen Gewissenskonflikt und sehen den Interessenskonflikt nicht?

        Wie gehen also Frauen mit dem Leben, mit dem Wert von Leben und mit ihrer Sexualität um?
        Ist das verantwortungsbewußt?
        Könnte man vieles hinterfragen.
        Auch vor allem, warum Männer sich dreinzufügen haben was die Frau will. Oder nicht will.

    2. “Empathie war und ist ja nicht die stärkste Eigenschaft der Deutschen”

      Das ist ihre persönliche Meinung und hat mit der Realität nicht unbedingt etwas zu tun. Tatsächlich ist Deutschland mit vorne dabei, wenn es darum geht anderen zu Helfen.

      1. Richtig. Und wo bleibt das selbstbewußte Auftreten diesbezüglich?

        Staatdessen vorvorgestriges Geheule von irgendeinem Helfersyndrom oder sonstwelchem Quatsch.

  4. Der Artikel von Mayr war an Albernheit schwer zu überbieten. Kaum ein Wort zur Sache selbst, stattdessen Denunziatorisches zu den Personen. Kombiniert mit der bizarren Annahme, es liege am Kommentar und nicht am Gesetz, wenn die Gerichte so urteilen wie sie urteilen.

    Herr Fischer, wenn Sie die Frage nicht als zu persönlich empfinden würde mich interessieren, wie es überhaupt zu dem Zerwürfnis mit Tröndle kommen konnte, denn Sie schreiben ja, dass bei dem StGB-Kommentar

    ” jeder Autor, wie es üblich ist, ohne jeden Einfluss des anderen seinen Teil bearbeitete.”

    Ist das nicht eine gute Voraussetzung für eine schiedlich-friedliche Kooperation?

    1. Tröndle “konnte nicht damit leben”, dass ich in vielen Bereich (insb. im Sexualtstrafrecht) von seinen und Drehers Meinungen abwich, und bemühte sich daher jahrelang, mich als Nachfolge-Kommentator zu verhindern. Er dachte (ernsthaft), infolge der Übernahme durch mich werde der Kommentar einen Niedergang erleiden. Er irrte sich.

      Es spielt das alles aber keine Rolle mehr. Es ist 20 Jahre her, und die Generation der “Dreher/Tröndle/Lackner/Jescheck usw. ist (längst) tot (oder schwieg).

      Tröndle war in den 50er Jahren Mitarbeiter Drehers im BMJ und ihm zeitlebens persönlich ergeben. Ich hatte und habe damit nichts zu tun, weder inhaltlich noch persönlich, sondern habe zeitlebens ausdrücklich das Gegenteil vertreten. Inhalt, Positionen, Struktur und Ausrichtung des Kommentars sind grundlegend verändert.
      Das ändert aber nichts daran, dass Tröndle ein anständiger Mensch und starker Charakter war. Mehr ist dazu (hier) nicht zu sagen.

      Das ist Frau Mayr ersichtlich alles wurscht. Sie argumentiert ja nicht in der Sache, sondern ausschließlich auf primitivem Denunziationsniveau; Ihre “Argunmente” sind daher auf bizarre Weise falsch und schlampig. Bemerkensweit ist vor allem Letzteres: Dass DLF und TAZ vollkommen sinnfreie “Zitate” und angebliche Quellen raushauen (lassen), deren Sinn ausschließlich in verständnisfreien persönlichen Herabsetzungen besteht.

      1. Danke für diese weiteren Details und Danke auch für den erfrischenden, wenn auch “direkten” (was ich persönlich in diesem Zusammenhang aber angemessen finde) Artikel. Ich hatte zuerst den taz-Artikel gelesen und war schon beeindruckt ob der Unkenntnis, wie Jura in der Praxis “funktioniert”. Ein alberner Text.
        Ich finde es beeindruckend, dass Sie sich pointiert, mit einem sehr intelligentem und auch cleverem Text, der auch austeilt, aber in der Sache verbindlich bleibt, unmittelbar wehren.

        Ich lese Ihre Texte gerne, auch wenn sie auch mal “unbequem” sind! Bitte lassen Sie sich nicht unterkriegen und schreiben Sie weiter! Bleiben Sie weiter präsent! Solche Stimmen brauchen wir.

        Viele Grüße
        Ein Referendar (Jura, nicht Lehramt)

  5. Danke für diese interessante Klarstellung, auch an Meedia für die Plattform! Ich hatte den Artikel von Mayr in der taz gelesen und die Bezeichnung “misogyn” als bodenlose Frechheit Ihnen gegenüber empfunden. Aus jedem Text von Ihnen zum Thema spricht das genaue Gegenteil, wenn man sich nicht von gelegentlichen Provokationen ablenken lässt. Diese kann man aber eigentlich nur falsch verstehen, wenn man es unbedingt will. Daher sind solche Reaktionen, die keinerlei Gegenargumente aufweisen können, häufig entlarvend. Daher finde ich die Kritik auch an der taz absolut gerechtfertigt. Eine positive Ausnahme stellte m.E. die Erwiderung von Frau Hänel bei SPON dar, die ihrerseits auch Argumente für ihre Position hatte – da kann man sich zumindest eine Meinung bilden, was man überzeugender findet. Die Sache mit dem “Lebensschützer” Tröndle hatte ich aber nicht einschätzen können, da fand ich die Aufklärung hilfreich.
    Wie schön wäre es, wenn bei solchen schwierigen Themen alle Beteiligten so nachvollziehbar und fundiert argumentieren würden, dann könnte man sich auch beiderseitig die zwar unterhaltsamen, aber manchmal auch verzichtbaren Polemisierungen und Provokationen sparen!

  6. Da Sie, Herr Fischer selbst in der Wahl seiner Worte nicht zimperlich sind, müssen Sie ertragen, ebenfalls hart angegangen zu werden. Aber niveaulose Beleidigungen, vollkommende juristisch Unkenntnis und jegliches Fehlen einer redaktionellen Prüfung muss man auch als solche benennen.

    Ihre Beiträge, ehemals bei der Zeit und jetzt hier, sind juristisch immer auf dem höchsten Niveau und literarisch äußerst unterhaltsam. Man muss nicht immer Ihrer Meinung sein, um Ihre Beiträge mit großem Genuss zu lesen.

    Von mir erhalten Sie hierfür wieder die volle Punktzahl – 1 mit Sternchen.
    Weiter so!

    meedia.de kann man zu diesem Autor nur gratulieren!

    1. Dass habe ich jetzt, ehrlich gesagt, nicht ganz verstanden.
      Mit dem “hart angehen” habe ich ja gar keine Probleme.
      Wenn ich allerdings schreiben würde, Frau Gaby Mayr vertrete öffeltlicvh dieselben Anichten wie Margot Honecker und Eva Braun und müsse daher von Veröffentlichungen des DLF ausgeschlossen werden, hätte das doch vielleicht weniger mit “Meinung” als mit “Verleumdung” zu tun.
      Ich weiß ja, dass der Unterschied zwischen beidem vielen Menschen schwer verständlich ist in einer Kultur, in der das freie Rauskotzen als Substanz des Menschenrechts auf Twittern angesehen wird.
      TF

      1. @ TF:
        Schreibt Hubert Düring doch:
        “Aber niveaulose Beleidigungen, vollkommende juristisch Unkenntnis und jegliches Fehlen einer redaktionellen Prüfung muss man auch als solche benennen.”

      2. ja. DAS habe ich schon verstanden. Nur den Disclaimer (hart angehen) nicht so recht. Das kann ja jede(r) machen, wie er/sie will, so lange es ZUR SACHE ist.

      3. Ich verstehe es so:
        Auch Sie sind in der Wahl Ihrer Worte, also beim “Wie” oft “nicht zimperlich”, müssten (der Konjunktiv fehlt im Beitrag von HD, ist m.E. aber gemeint) daher ebenfalls lediglich pointierte Kritik (“hart angehen”) ertragen.
        ABER, so HD: Dies ist hier eben NICHT der Fall, sondern hier gab es “niveaulose Beleidigungen (…)”, darum “volle Punktzahl mit Sternchen”.

        Ob in dem fehlenden Konjunktiv möglicherweise etwas “mitschwingt”, würde ich dabei nicht überbewerten…

  7. Der derzeitige Hass und die blinde Wut auf die Juristerei von allen Seiten der Öffentlichkeit sind bedrückend. Es wird immer wieder auf Polen und Ungarn hingewiesen, die eigene Respektlosigkeit gegenüber der inländischen Rechtspflege fällt dagegen nicht weiter auf. Frau Mayr und Herren Gauland/Wendt/et. al trennt tatsächlich nicht ihre Meinung zur Rechtsprechung, sondern lediglich ihre unterschiedlichen Auffassungen zum “gesunden Volksempfinden.”

    1. Genau DAS finde ich auch so erschreckend:
      Manche, die sich politisch “links” verorten, kippen in ihrer “Argumentation” (??) so weit über, daß sie quasi hintenrum schon wieder “rechts” rauskommen, ohne es selbst zu bemerken.

      1. Traurig macht mich auch,dass durch solche Ergüsse zudem interessante und wichtige Forschung zu gerade “linken” Themen verdeckt werden. Über den Einfluss von Kommentarliteratur auf die Rechtsfindung kann man diskutieren. Über den Umgang der Rechtsprechung mit Referenzen auf die Rechtsprechung kann man diskutieren (und wird es ja auch). Einer “linken” Journalistin seien für den Einstieg vielleicht Fischers Ausführungen zum Thema Mordmerkmal “Habgier” nahegelegt (im Kommentar).

        Aber die fehlende Neugier für das Fach, den Gegenstand und die verschiedenen Meinungen führen zu solchen Texten, die dem Begriff Journalismus schlicht unwürdig sind.

      2. Wie kann man die Justiz stärken und vor allem damit verbunden auch das Vertrauen in den Rechtsstaat fördern?

  8. Es geht Gaby Mayr inzwischen (?) offensichtlich gar nicht mehr (?) um die Sache, sondern lediglich um die persönliche Verleumdung von Fischer.

    Interessant dabei finde ich die Rolle des Bremer Strafrechtsprofessors Felix Herzog im taz-Artikel, auf den offensichtlich einige ihrer Aussagen zurückgehen:

    “Wie beim Friseur die Schere, so liegt der „Tröndle/Fischer“ bei jedem Staatsanwalt und jeder Richterin griffbereit“, sagt der Bremer Strafrechtsprofessor Felix Herzog.”

    Ein Professor für Strafrecht weiß doch sicher, was bei denen auf dem Tisch liegt – doch wohl eher nicht eine Ausgabe von vor über 10 Jahren – oder ist IHM das nicht “geläufig”?

    “Seine Kollegin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, nennt Gründe: „Erscheint fast jedes Jahr in neuer Auflage, ist handlich, kompakt und bezahlbar.“”

    Man kann spekulieren, warum seine Kollegin (!) ihren Namen nicht lesen möchte: Sie weiß jedenfalls, daß der “Fischer” “fast jedes Jahr in neuer Auflage” erscheint, vermutlich weiß sie auch, was drauf und drinsteht, womöglich findet sie es gar gut, traut sich aber nicht, dies gegenüber ihrem Kollegen Herzog und den taz-Leser*innen zu sagen? Man weiß es nicht.

    Herzog meint – als lehrender Strafrechtsprofessor:
    “Die deutsche Strafrechtscommunity gewöhnt sich im Studium an den Kommentar und möchte sich später nicht umstellen.”

    Es ist wohl davon auszugehen, daß er seinen Student*innen andere Strafrechtskommentare empfiehlt. Müßte er da nicht ganz besonders wissen, daß dort zu diesem § genau dasselbe Zitat steht?

    Herzog ist es, der sagt:

    “So findet eine Vereinheitlichung von Rechtsprechung statt, ohne dass in jedem Fall „höchstrichterlich“ geurteilt wurde. Was bei „Tröndle/Fischer“ steht, lässt sich nicht mehr so leicht aus der deutschen Juristenwelt schaffen. Die Wirkung des Kommentars, etwa bei den Paragrafen zum Schwangerschaftsabbruch, sei „toxisch“, sagt Strafrechtsprofessor Herzog.”

    Der Professor (!) unterstellt Richtern und Staatsanwälten, sie schrieben unreflektiert lediglich aus einer Quelle ab, deren Inhalt sie zu blöd seien als “toxisch” zu erkennen?!

    Ich frage mich, wo ich bei Felix Herzog eine “gesunde” Kommentierung nachlesen kann.
    Im konkurrienden “NOMOS-Kommentar zum Strafgesetzbuch” hat er, jedenfalls ausweislich seiner eigenen Publikationsliste, diese §§ nicht kommentiert, nur andere.
    Suche ich nun in seinem Comic-Buch “Strafrecht illustrated” oder eher in “Strafrecht – Fälle und Schemata – für Dummies”?!
    Daneben im Angebot ein schönes Buch über gesunde Trennkost-Gerichte(!).
    Vielleicht nehme ich besser das? 😉

    1. Ja, das sind so Fragen…
      Herr herzog hat mir letzte Woche geschrieben, wie sehr er es bedauere, aus dringenden persönlichen Gründen meine Einladung zur (nachträgliche) Feier meines 65. Geburtstags nicht annehmen zu können. Man weiß ja auch nicht, was genau Frau Doktor Mayr ihn gefragt und wie sie seine Antwort hingedreht hat. Die Toxizität schwankt bei ihm vielleicht auch ein bisschen. Aber das soll nicht meine Sorge sein.
      Dass jemand anders angeblich nicht zitiert werden möchte mit der super-kompromittierenden Aussage, der “Fischer”-Kommentar sei handlich, aktuell und preiswert, ist ein Rätsel der bremischen Strafrechtsexpertin. Da hat Frau Gaby wahrscheinlich GANZ tief gebohrt.
      tf

  9. Der Text von Frau Mayr enthält lediglich Diskreditierungen gegen jede Person, die an das Thema Abtreibung ergebnisoffen und differenziert herangeht. argumentum ad hominem lässt grüßen. Kritische Stimmen zur Contra- 219a- Agenda sind verachtenswerte Stimmen. Also kann auch nichts anderes für ihre Ansichten gelten. Diese Herangehensweise wird in Diskussionen immer dann gewählt, wenn man inhaltlich keine stichhaltigen Argumente für seine eigene Position präsentieren kann.

    Beim Beitrag von Frau Mayr wird das ganze auf eine absurde Stufe gehoben. Die beschämende Krönung ist mMn die Herausstellung von Herrn Tröndles Examensnote. Wie Herr Fischer schon erwähnt hat, handelt es sich dabei entgegen der Präsentation von Frau Mayr um eine überdurchschnittliche Leistung.

    Es bleibt als Fazit also nur, dass sämtliche Personen, welche der Meinung von Frau Mayr widersprechen mit Dreck beworfen werden um ihre inhaltlich legitimen Argumente zu entkräften. Wo sich nicht einmal ein bisschen Schmutz unter dem Fingernagel findet, wird dann einfach schlichtweg Gewöhnliches als Dreck verpackt.

    Es ist unerträglich, wie Frau Mayr mit höchstem moralischen Anspruch antritt nur um dann durch ihre Handlungen das exakte Gegenteil zu offenbaren

    1. “Die beschämende Krönung ist mMn die Herausstellung von Herrn Tröndles Examensnote.”

      Es geht noch perfider. Das 2. Staatsexamen hat sie nämlich weggelassen, Tröndle bestand mit “gut” ! Aber das passte natürlich nicht so recht ins ideologische Konzept.

  10. Wirklich ein entlarvender Artikel. Wahnsinn, wie dreist Behauptungen aufgestellt werden, ohne auch nur den Versuch einer Faktenprüfung vorzunehmen.
    Bei den Ausführungen zum Kommentar und dessen Vergangenheit, die angeblich bis heute prägend sei, merkt man, dass das Meinungsbild über den Autor und dessen Werk bereits festgelegt war und dann nur noch ein absurdes Begründungskonstrukt zusammengeschustert wurde.
    Einfach nur gefährlich und erbärmlich zu gleich, wie alles unternommen wird, nur um seine in die Welt gepusteten Behauptungen irgendwie “haltbar” zu machen. Dass die entsprechenden Redaktionen ihrer doch immer so hoch angepriesenen Qualitätsaufsicht offenbar gar nicht nachkommen, macht das ganze noch bedenklicher.

    P.S.: Mit “hart angehen” haben die Behauptungen von Frau Mayr nun wirklich nichts zutun. Das sind keine fiesen Sprüche, sondern schlichtweg einfach falsche und diskreditierende Lügen, die nicht nur den Autor, sondern schlussendlich auch die Rechtsprechung (die sich schließlich laut Frau Mayr ständig auf das teuflische Werk, in dem der böse Halbnazi-Geist weiterlebe, berufen).

  11. Im Kern hat Fischer absolut recht. Wie kann es denn sein, dass solch mörderischer Stuss bei DLF und taz einfach durchgewunken wird?

    Wir haben in Deutschland seit dem letzten Jahr zunehmend ein fake-news-Problem (z.B. die Wasserverbrauchs-Geschichte, oder jetzt die Sache mit der Demo vor dem Polizistenhaus, die Springer zu steinewerfenden Chaoten umgedichtet hat). Schlimmer wird es noch dadurch, dass mangels Qualitäts-Kontrolle alle nur noch von allen abschreiben. Es reicht im Grunde, bei nur einem Medium einen Mist zu lancieren, den wegen Klicks alle haben wollen.

  12. Wer im Kopf des DLF stinkt eigentlich dermaßen, dass solch ein dümmlicher Rotz, dazu noch mit Rundfunkbeiträgen bezahlt, überhaupt über den Äther gehen kann?
    Wenn man doch beim DLF den Abtreibungsfanatismus leben will , bitte schön: eine gegenseitig vorgenommene Spätabtreibung beim DLF z.B. wegen arischer Abstammung würde vom geschundenen und strapazierten Beitragszahler sicher begrüßt werden.
    Wer mit solch arischen Namen, wie Mayr oder Raue daherkommt und wird doch sicher gerne den Anfang machen wollen.
    Der Verlust für den deutschen Qualtiätsjournalismus dürfte nicht messbar sein.

  13. Immerhin scheint aller Differenzen zum Trotz eine integrative Kraft zwischen Fischer und Mayr zu wirken, die gemeinsame Verachtung gegenüber der AfD, dessen Verachtenswürdigkeit – sicher ist sicher – Herr Fischer uns am Ende nicht vorenthalten möchte.

    .

    1. Ja, wer weiß?
      Sie sind ja ein erfahrener TF-Analytiker und werden es wissen.
      Was die subkutan emotional-neuronalen Verbindungen von Frau Mayr zur AfD betrifft, bin ich mir nicht so sicher. “AfD” ist ja ein Denksystem, keine Sprechblase. Und da erleben der und die gläubigen VertreterInnen des GUTEN und vor allem des WAHREN ja bekanntlich die überraschendensten Liebeshochzeiten und Wonderland-Metamorphosen.
      Um es mit Rutger Hauer in “Blade Runner I” zu sagen: “Ich sah Schiffe verglühen am Tannhäuser Tor, und ich sah Horst Mahler dahingleiten am Rande der Unendlichkeit.”

      Davon versteht Frau Doktor Mayr aus Bremen nichts. Sie hat alle Examen mit der Note “herausragend” bestanden und im Zweiten Weltkrieg eine Sturmkompanie der Roten Armee zum Sieg geführt.
      Das machte sie zur Mono-Taskerin.
      Aber wem sage ich das?
      tf

      1. Sehr geehrter Herr Fischer,

        was sollte ich als erfahrener TF-Analytiker wissen? Ihre Einordnung der AfD ist deutlich, sie bietet keinen Raum für Analyse. Die Kraft der Integration durch Gemeinsamkeit der Ablehnung: ist dies nicht deutscher Alltag?

        Klar, Frau Mayr hat sich zur AfD nach meinem bisherigen Kenntnisstand nicht geäußert, da formuliere ich lediglich eine Erwartung. Ich wäre allerdings überrascht, von Frau Mayr ein Bekenntnis zur AfD zu erhalten. Zumindest ihre Pläne hinsichtlich zukünftiger Veröffentlichungen bei DLF und TAZ (und wohl praktisch aller anderen Medien) könnten darunter leiden.

        Ihre Hoffnung bez. einer „subkutan emotional-neuronalen Verbindungen von Frau Mayr zur AfD“ läßt bei Ihnen eine feine Unsicherheit erahnen. Da könnte dann die Analyse einsetzen.

        Man kann sich zur AfD als Demokrat positionieren. Gerne ablehnend. Dennoch deren Existenz willkommen heißend. Das ist eine systembedingte Voraussetzung in der Demokratie. Nicht alle, die dies beherzigen sind Scharlatane oder Dummköpfe.

        Man kann die Demokratie insgesamt als überholt einschätzen. Eine zunehmend salonfähige Einschätzung. Vielleicht eine Ermunterung in Richtung von Frau Mayr. Für die TAZ käme dies allerdings zu spät.

        Man kann, auch dafür gäbe es gute Gründe, das Thema AfD einfach auslassen.

        Läßt man es nicht aus, so stößt man Fragen an darüber, wer sich da eigentlich in welcher Weise äußert. Anstoß einer Analyse, die allerdings über TF hinausweist.

      2. E Ekat, Sie haben Fischers Satz ganz offensichtlich nicht verstanden:
        ” “AfD” ist ja ein Denksystem, keine Sprechblase.”
        Da sollte IHRE “Analyse einsetzen”.

  14. Herr Fischer bringt es mal wieder auf den Punkt. Wie bei vielen Streitereien der letzten Jahre um irgendwelche Gesetze kann er klitzeklein aufzeigen wie verlogen und mit welchen Verdrehungen der Wahrheit und tatkräftiger Unterstützung willfähriger Medien, die von der Materie selbst nicht die geringste Ahnung haben und dazu noch ohne jegliche Prüfung und Qualitätssicherung, irgendwelchen Unsinn in die Welt tragen. Und wie schon in vergangenen „Debatten“ geht es nicht um den Diskurs, sondern nur noch um das Fertigmachen desjenigen, der auch nur im Ansatz nicht die eigene Position vertritt.

    Dass jemand keine Ahnung von der Materie hat und seine laienhafte Sicht der Dinge darstellt könnte man ja noch ohne weiteres mit einem „Schwamm drüber“ kommentieren. Die persönlichen Angriffe und Beleidigungen allerdings gehen schon längst nicht mehr auf eine Kuhhaut und gehören endlich abgestellt. Gerade dann, wenn man keinen blassen Schimmer hat und aus solch einer Position heraus etwas äußert sollte man sich zurückhalten.

    Es zeigt allerdings einmal mehr, dass die medialen Schlammschlachten immer mehr dazu neigen auf die persönliche Ebene abzugleiten. Es wird nur noch mit reißerischen und hetzerischen Artikeln und Kommentaren gearbeitet.

    Von daher, lieber Herr Fischer, vielen Dank mal wieder für die Aufklärung und Einordnung.

    1. Bei Gelegenheit veröffentliche ich nochmal den (ganzen) Briefwechsel mit dem Intendanten des DLF, der in der Tat bemerkenswert ist.
      Er stützt, so viel sei angedeutet, Ihre These, man dort nichts Genaues nicht weiß und sowieso mal für gar nichts verantwortlich ist, aber extrem zufrieden damit, dass man so ist, wie man ist.
      Öffentlich-rechtlich halt. Irgendein Planstellen-Inhaber wird schon irgendwas leider, leider übersehen haben, obwohl doch der Herr und die Dame Redaktionsleiter in der Konferenz vom 12. Juni 2012 ausdrücklich gesagt hatten, man solle nichts übersehen!
      Dafür kriegt er/sie ja auch 250.000 im Jahr und die doofe Redakteurin 60.000 und die oberdoofe freie Mitarbeiterin 5.000, wenn sie Glück hat. Hauptsache, es staubt! Was will man erwarten, wo Frau Rakers mit dem Fallschirm abspringt, Frau Kebekus eine Zappel- und Schrei-Sendung über § 219a StGB veranstalten und “unser Reporter” vor dem Olympiazentrum von der live-Sprengung der Münchner UBahn träumen darf?

      1. “man dort nichts Genaues nicht weiß”

        “nichts Genaues nicht weiß”
        Oh.
        Ganz schlecht bei § 186 StGB.
        (“wenn nicht diese Tatsache erweislich wahr ist”)

        Was haben Sie denn nach der PussyTerroristin nun schon wieder Toxisches konsumiert?
        Rakers’ Sprung war 2016!
        Sollten im Geisterbahnhof nicht Underground-Konzerte stattfinden?

  15. So läuft feministische Propaganda! Leider mittlerweile sehr häufig unkritisch im medialen Mainstream publiziert.
    Vielen Dank für die Entlarvung, Herr Fischer!

      1. Frau Justizministerin Doktor Barley ist keine Feministin und hat keine ganz klare Meinung und Forderung was Abtreibungen betrifft???

        Na das sehe ich ganz anders was feministische Propaganda und Erfüllungsgehilfen und Gefolgschaft betrifft.

      2. Lesen Sie mal die Definitionen von “Feminismus” im Vergleich, z.B. im Duden, bei Wikipedia und bei WikiMANNia.

        Vielleicht verstehen Sie dann, warum ich meine, daß das von Peter Huber benutzte Schlagwort “feministische Propaganda” der differenzierten Ansicht von Herrn Fischer, dem immer wieder “Frauenfeindlichkeit” bzw. “Misogynie” unterstellt wird, nicht gerecht wird, sondern möglicherweise eine unzulässige Vereinnahmung von der falschen Seite ist.

      3. Mir ist zb der männerfeindliche Feminismus, den auch sogenannte männliche Feministen vertreten bestens bekannt und erleb(t)e ich als Verachtung von allem was das Geschlecht Mann, also menschliches Wesen mit Merkmal männlich betrifft.

        Abtreibung als normal zu sehen u dies als völlig normale Dienstleistung von Ärzten zu sehen ist das gleiche wie Männer als Übel und als das absolut einzig Böse zu sehen.

        TF Frauenfeindlichkeit und Misogynie zu unterstellen ist genau so vertrottelt wie einer stets streitbaren Frau mit Hang zum Cholerischen u Peniblem u Diskurswillen, sowie enormem Wissensdurst die Meinung zu verbieten.

        Mich persönlich machen falsche Behauptungen jedenfalls rasend und bei Frozzeleien u unverfrorener Schmähführerei sehe ich dunkelrot.

        Ff später

      4. So und nun etwas aktuelle Meinung von mir:

        1. Ab dem Zeitpunkt wo Männer nicht mehr als Besamungsmaschine gesehen werden u ebenso selbst entscheiden dürfen ob sie für ein ungewolltes Kind zahlen u sorgen wollen oder nicht, kann man von mir aus darüber nachdenken anfangen, ob man Abtreibung als Verhütungsmittel für die privilegierte Frau ansehen will u sich Ärzte damit eine goldene Nase verdienen können. Es kann nicht sein, dass Männer immer als Menschen 2.Klasse angesehen werden u Frauen stets privilegiert behandelt werden sollen.
        2. Frauen sind Frauen u sehe keinen Bedarf sich gesondert als Feministin zu bezeichnen. Wer das tut, hat offensichtlich ein gröberes Identitätsproblem u will was Natürliches u Logisches abschaffen.
        3. Dass beim Sex Kinder entstehen (können), hat mit der menschlichen Natur zu tun. Nicht nur Hasen rammeln was das Zeug hält aus Instinkt, auch Menschen tun es. Folglich ist Zeugung was Normales und sollte man eventuell darüber nachdenken, dass die Erschaffung von Leben natürlich u biologisch im Menschen angelegt ist u nicht so viel mit dem Selbstbestimmungsrecht auf Sex zu tun hat unter Umständen. Der Mensch ist zur Erschaffung von Leben da und nicht zur Abtötung, denn dem Leben, dem Menschsein wohnt der Tod, die Verwesung sowieso inne. Das heißt nicht, dass Menschen nur Kindermachen sollen wie die Verrückten, es heißt nur sie sollten mit dem Menschsein, der Menschwerdung usw sensibel umgehen, also auch mit Sex und sich nicht so sehr aufs Finanzielle und Lukrative versteifen. Kinder sollten aus Liebe entstehen, weil beide es wollen(!) und nicht aus Leichtsinn, reiner Geilheit und bsoffener Gaude raus, oder Geldgier u auch nicht abgetötet werden aus Geldgier, also weder noch. Weiß nicht, ob ich das verständlich genug ausgedrückt habe.
        4. Ich persönlich lasse mich nicht vereinnahmen, weder von dieser oder jener Seite, denn ich bin meine eigene Chefin u hab meine eigene Meinung, selbst dann, wenn ich Ansichten anderer super finde. Von wem TF im Zusammenhang mit dem og § usw vereinnahmt werden sollte oder könnte, erschließt sich mir nicht.

        Beste Grüße
        Frau Geierwalli aus Tripstrill

      5. Ich sprach nicht von “Selbst”-Enlarvung, sondern nur von Entlarvung… demzufolge diagnostiziere ich nicht bei Herrn Fischer “feministische Propaganda”, sondern bei Frau Gaby und manch anderen. Hier ist dieser “Kampfbegriff” definitiv angebracht.

      6. Schon klar! Eben DARUM ja!
        “Diagnosen” und undifferenzierte “Kampfbegriffe” wie dieser sind Fischers Sache eben NICHT.
        Er analysiert rational.

      7. Es wäre angemessen, wenn Sie nicht alle meine Aussagen auf Fischer beziehen! ICH habe den Beitrag von Frau Gaby Mayr als “feministische Propaganda” bezeichnet, weil es sich numal genau darum handelt! Herr Fischer verwendet diese Bezeichnung aus verständlichen Gründen nicht, aber ich eben schon. “Fake-News” ist auch nur eine neuere Bezeichnung für Propaganda…

  16. Was für eine sinnlose Kontroverse – und zwar von beiden Seiten. Hätte Thomas Fischer endlich einmal die Geschichte des Merkmals “anbieten” in § 219a StGB nach gearbeitet, dann hätte ich es nachvollziehen können, dass ihn die Polemik ärgert. aber so treffen zwei Polemiken aufeinander: sehr ärgerlich!

    1. Könnten Sie das für die Nichteingeweihten auch erläutern, was die Geschichte des Merkmals ist und warum Sie in einem Kommentar unbedingt zu finden sein muss, will man derartige Polemiken verhindern?

      Und wie fänden Sie es denn, wenn man Ihnen unterstellte im Nomos nationalsozialistisches Gedankengut zu verbreiten?

      1. Das “Merkmal Anbieten” kommt in so schönen Vorschriften vor wie § 287, § 176, § 184, § 184a, § 184b, § 299, § 333, § 334 StGB, aber auch gern im Nebenstrafrecht. Die Geschichte hält hier überall manches bereit. Irgendwelche Forschungen von Frau Frommel dazu sind mir nicht bekannt.

        Daher ist mir noch nicht ganz klar, worauf sich das “endlich einmal” bezieht. Hat Frau Frommel da schon mal vorgelegt? Wurde die Geschichte des Anbietens in irgendeiner Quelle durchleuchtet, die ich übersehen habe? Ein kleiner Hinweis wäre gut!

        Ansonsten glaube ich einmal, dass Frau Frommel einfach die Vorschrift des § 219a nicht passt. Das ist ihr gutes Recht, beruht allerdings nicht darauf, dass Menschen, die ihre (rechtspolitische) Ansicht nicht teilen, irgendetwas nicht “nachgearbeitet” hätten , was sie uns (vorerst) nicht verrät.

        Und – wenn ich das einmal erwähnen darf: Mit Frau Gaby Mayr habe ich keine “Kontroverse”. Voraussetzung dafür wäre, dass Frau Mayr irgendeine Meinung in irgendeiner Sache vertritt. Das kann ich nicht erkennen. Ich erkenne nur Lügen und Denunziationen. Wer öffentlich schriebe, Frau Monika Frommel sei eine völkisch gesinnte Kinderfeindin, deren Beiträge die deutsche Jugend vergiften, befände sich nicht “in Kontroverse” mit Frommels bedeutender Kommentierung im NK-StGB, sondern im Bereich der strafbaren Beleidigung. Oder habe ich da irgendwas nicht nachgearbeitet?
        TF

      2. Die “Geschichte”, die Frommel meint, ist doch angeblich diese, die im DLF-Artikel zitiert wird:
        “Im Nationalsozialismus rückte der Schutz bevölkerungspolitischer Interessen wieder in den Vordergrund. Es verwundert insofern nicht, dass der nationalsozialistische Gesetzgeber alsbald auch die Strafbestimmungen gegen die Abtreibung ausdehnte. Das Ausmaß von Abtreibungen und entsprechender Annoncen in Zeitungen und Zeitschriften wurde als zunehmende Bedrohung wahrgenommen.
        Insofern unterlag der Gesetzgeber dem Standpunkt, dass bei Schwangeren oftmals erst … der Entschluss zur Abtreibung geweckt oder doch zumindest erheblich gefördert würde. Vor diesem Hintergrund wurde das öffentliche Anbieten von Abtreibungen unter Strafe gestellt.”

        Dieses Zitat unterschlägt jedoch gezielt die weitere geschichtliche Entwicklung, die in derselben (!) genanten Quelle (Wissenschaftlicher Dienst) dargestellt wird und einen deutlichen Bruch nach 1945 und eine deutlich andere Begründung seit 1974 in den Vordergrund stellt, wie ich unten in
        https://meedia.de/2018/06/01/deutschlandfunk-taz-und-gaby-mayr-auf-heisser-spur-ein-betroffenheits-stueck-ueber-zitate-und-qualitaetsmedien/#comment-781110
        zitierte.

      3. Sorry:
        Ich muß hier mein Wort “Bruch” erklären, weil er mißverständlich ist.
        Ich meine damit die Entnazifizierung durch die Alliierten.
        Auch nach diesem Bruch existierte der § weiter, weil er eben nach deren Einschätzung KEINEN “Nazi-Gehalt” hatte.
        Das spielt heute jedoch eh’ keine Rolle mehr, wie aus dem Folgezitat unten in meinem anderen Beitrag ersichtlich ist.

    2. Ihre Antwort ist unschlüssig. Insbesondere besteht kein plausibler Zusammenhang zwischen der angeblichen Nicht-Nacharbeitung der “Geschichte des Merkmals ‘anbieten'” einerseits und dem inhaltlich von vorne bis hinten unzutreffenden Artikel Mayrs andererseits.

      Was meinen Sie damit? Ihren wissenden Einwurf zur Geschichte des Wortes bzw. der Auslegung (?) hätten Sie zu erläutern gehabt. So verweigern Sie – etwas überheblich (“endlich einmal”) – die Diskussion, bevor Sie überhaupt ein Argument genannt haben.

      Und auch weiterhin: hätte Herr Fischer das “Anbieten” “nachgearbeitet”, hätten demnach keine Unwahrheiten über ihn, seine Position oder anderes verbreitet werden dürfen – so aber schon? Bemerkenswert, Frau Professorin! Die Ihre Auffassung gefällt mir nicht, so bekämpfe ich sie mit der Lüge. Applaus von der Taz, die jubelt, da das Richtige und Gute ja bezweckt war.

    3. Zur Geschichte (WD 7 – 3000 – 159/17):
      “Auch nach Ende des Dritten Reiches blieben die Vorschriften zum Werbeverbot im Wesentlichen bestehen, da ihr durch die Alliierten kein spezifischer NS-Gehalt zugeschrieben wurde.”

      Etwas weiter unten zur Reform von 1974:
      “Zugleich wurden in § 219a StGB höhere Anforderungen an die Strafbarkeit implementiert; das Anbieten von Abtreibungen wurde nunmehr nur dann unter Strafe gestellt, wenn es wegen eines Vermögensvorteils oder in grob anstößiger Weise erfolgte.”

      Zusätzlich zur im Artikel von Fischer bereits zitierten Zielsetzung heißt es in der Bundestagsdrucksache 7/1981 von 1974:

      “Aus dieser Zielsetzung ergibt sich die in Absatz 1 gewählte Umschreibung. Sie untersagt die echte oder als Information getarnte Werbung (d. h. Angebot, Ankündigung, Anpreisung und Abgabe entsprechender Erklärungen) dann, wenn der Täter sie seines Vermögensvorteils wegen oder in grob anstößiger Weise betreibt.
      Nummer 1 nennt als Gegenstand der verbotenen Werbung eigene oder fremde Dienste zur Vornahme von (rechtmäßigen und rechtswidrigen) Schwangerschaftsabbrüchen allgemein. Diese Vorschrift verbietet u. a. Ärzten, die Schwangerschaftsabbrüche gegen Entgelt durchführen, ihre Dienste in der erwähnten Art bekanntzugeben.”

      Ich finde das sehr deutlich.
      Was genau fehlt Ihnen im “Fischer”?

      Es ist eben eine sachlich falsche Behauptung, im 219a stecke irgendein “NS-Gehalt”, der von Tröndle oder gar Fischer verteidigt werde, die Gaby Mayr hier lanciert.
      Das ist nicht Polemik, das ist Verleumdung.

      1. Wäre es nicht exakt die Aufgabe von intelligenten Journalistinnen genau solche inhaltlichen Darlegungen und klaren (juristischen) Erläuterungen darzubringen, anstatt sich irgendein diffuses Gesäusle zusammenzureimen und nur schäbig auf die persönliche Ebene gehen, anstatt objektiv zu berichten?

        Warum schreibt denn eine Frau Doktor Gaby Mayer solch einen Quatsch, solch eine falsche Behauptung, solch eine Diffamierung? Kann sie es nicht besser? Wird sie für die Sauerei einfach so gut bezahlt?

    4. Liebe Frau Frommel,
      Na ja, die Geschichte des Merkmals “Anbieten” kenne ich eigentlich schon. Was immer ich dabei übersehen haben könnte, will ich aber gern nachholen.
      Man könnte allerdings auch sagen, dass die Leser eher die Geschichte der Strafverteidigung von Frau Kristina Hänel aus Gießen durch Frau Professorin Dr. Monika Frommel aus Kiel nacharbeiten sollten.
      Frau Hänel hat, soweit mit bekannt ist, dazu eine Merinung, die mit der ihrer Beraterin und Verteidigerin nicht unbedingt übereinstimmt.
      Über die “Sinnlosigkeit” von Kontroversen kann man daher unterschiedlicher Ansicht sein.
      Das ist (mir) aber egal. Mich würde wirklich interessieren, welche Begriffsgeschichte ich nach Ihrer Ansicht übersehen habe!
      Viele Grüße, TF

    5. “anbieten” nun ebenfalls ein faschistisches Wort?
      Schon wieder jemand der im Antifaschismus oder Feminismus promoviert und habilitiert hat?

      1. Dadurch erklärt sich vielleicht auch ihr unglücklich gewählter Begriff Kontroverse. Sie nimmt auf frühere Artikel Fischers bezug.

  17. Mal, als Medien-Dummy (da ich „nur“ Konsument bin), nachgefragt:
    Haben Sie, Herr Fischer, die TAZ bzw. den DLF nachgefragt, dass diese eine Replik von Ihnen veröffentlichen?
    Beim Spiegel hatte das ja seinerzeit geklappt, als Sie noch Kolumnist der ZEIT waren und es um die Diskussion der Strafrechtsverschärfung des Sexualstrafrechts ging.
    Der Hintergrund meiner Frage: MEEDIA ist bestimmt schon einmal ein erster Schritt in Richtung Öffentlichkeit, aber der Wirkungskreis ist, jedenfalls aus meiner Warte, doch begrenzt. Man muss schon gezielt suchen, um ihre Artikel zu finden.
    Für einen lebhaften Diskurs würde ich mir wünschen, dass Gegenpositionen auch dort ihren Widerhall finden, wo diese auch ihren Ursprung haben – dies soll aber auf keinen Fall MEEDIA diskreditieren, ich empfinde nur den Wirkungskreis einen anderen als bei der ZEIT oder bei Spiegel …
    Aber ich darf wohl befürchten, dass die vierte Gewalt, in Form der Öffentlich-Rechtlichen, dann doch zu feige ist und die TAZ eher dazu neigt, sich durch Gegenpositionen nicht ein mühsam aufgebautes Welt- bzw. Feindbild beschädigen zu lassen, wobei ich ausdrücklich betonen will, dass ich nicht jeden Artikel auf TAZ oder DLF als unqualifiziert betrachte, ganz im Gegenteil, ich würde beim DLF sogar behaupten, jedenfalls die Sendungen/Artikel die ich höre oder lese, dass mehr als 80 % Sinn haben und doch recht qualitativ hochwertig sind … analog verhält es sich bei der TAZ, wo gleich der Prozentsatz aber etwas geringer ist, eher 60 %.

    1. Ach ja, noch eine kleine Anmerkung zum Wirkungskreis: Eventuell sollten Sie Medien wie Twitter bzw. Facebook überdenken. Ich hatte Sie bis jetzt immer so verstanden, dass Sie, aus nachvollziehbaren Gründen, kein großer Freund dieser Medien waren. Aber hier geht es auch um “Rufmord” und aus meiner Perspektive ist es wichtig auch in diesen Kanälen unterwegs zu sein, wenn Sie bewusst nicht über eine Verleumdungsanzeige wehren, sondern die Anfeindung ganz ruhig und sachlich über die Medien austragen … Aber natürlich kann es nach wie vor gute Gründe geben, bewusst weiterhin diese Medien nicht zu nutzen, da eventuell doch ein großer zeitlicher Aufwand zu investieren wäre und aus verständlichen Gründen, Sie bewältigen ja immer noch ihren Strafrechtskommentar, dann einfach die Zeit fehlt …

    2. Über Repliken, welcher Art auch immer, sprechen wir noch. Die taz scheint mir, ehrlich gesagt, nicht erst seit dem berühmten Schmollack-Interview mit Fischer eher nicht satisfaktionsfähig. Aber das ist Geschmackssache.
      Jedenfalls muss man sich nicht abarbeiten.
      Sie finden mich derzeit auf Spiegel.de (SPON), auf meedia.de und im Übrigen mit allen weiteren Quellen auf meiner Homepage http://www.fischer-stgb.de (so bald in 3 Tagen wieder angeschaltet). Ich bin ja ein furchtbar privilegierter Pensionist und kann, zum Glück, schreiben, wann, wo und was ich will. Das ist ja nicht so schlecht.
      So genannte Soziale Medien habe ich überdacht und verworfen. Es gibt keinen sinnvollen Grund, sich in fiktive Wirklichkeiten zu stürzen.
      TF

      1. Danke für Ihre Antwort Herr Fischer.
        Noch eine Erklärung bezüglich “fiktive” Wirklichkeiten, meinerseits.
        Das wollte und sollte nicht der Ansatz meiner Überlegungen gewesen sein.
        Es ist auch inzwischen zu mir durchgedrungen, dass eine Vielzahl von Benutzern der sozialen Medien, sich in der Gefahr befinden, sich in Filterblasen zu bewegen und daher kann ich Ihre Rückmeldung zu dem Wort “fiktiv” verstehen.
        Allerdings nutzen Medien auch die sozialen Medien um ihren Wirkungskreis zu vergrößern, einfach indem Artikel, durch teilen und kommentieren eine Verbreitung finden – aber natürlich will ich gar nicht den Anschein erwecken, in irgendeiner Art und Weise, als Verkäufer der sozialen Medien zu wirken.
        Ich meine mir einzubilden, dass die Diskussionen unter ZEIT wesentlich intensiver waren und dachte natürlich dass es Schade ist, dass ihre Meinung, gerade da hier so personenbezogen diffamiert wird, vielleicht einen größeren Wirkungskreis haben sollte.
        Sie stellen ausführlich auf der Sachebene Ihre Position dar und ich denke es ist MEEDIA geschuldet, dass Sie es so ausführlich tun können. Beim Spiegel habe ich den Eindruck, dass eventuell doch dass Diktat der Anzahl der Zeichen gesetzt ist für einen Text, aber natürlich kann ich mich auch täuschen.

        Nur nebenbei, ich bin auf ihren Artikel gestoßen, da dieser Artikel in den sozialen Medien geteilt wird.
        Über die Webseite bei MEEDIA verschwinden ihre Artikel sehr schnell von der Hauptseite, was natürlich OK ist, für eine Webseite, die sich im Kern mit Medienmeldungen auseinander setzen will.

      2. Ich persönlich wäre mir da nicht zu fein, bei der nächsten Auflage des Fischer die taz etwas aus dem Zusammenhang zu zitieren, etwa so:

        “Andere Kommentare fristen (…) eine Randexistenz. Wer wissen will, wie ein Strafrechtsparagraf zu interpretieren ist oder wie üblicherweise geurteilt wird, greift zum ‘Tröndle/Fischer’.”
        Gaby Mayr, taz

        Ist doch eine Super-Werbung, würde ich gleich auf den Umschlag packen 😉

  18. Meine kurz und bündige Meinung allgemein zu den sogenannten Qualitätsmedien, die ja bei seriöser und rein sachlicher Betrachtung gar keine sind, ist jene, diese schaufeln sich ihr eigenes Grab selbst.

    Und das ist gut so.

    1. Ahja, noch ein klitzekleines journalistisches “Schmankerl” hat mich belustigt. Wenn der Herr geisteswissenschaftlich gebildete Chefjournalist von diesem Deutschlandstaatsfunk Impotenz als physiognomisches Detail entschuldigen darf, dann darf man davon ausgehn, der Herr Raue trägt seinen ureigenen Schniedlwutz eventuell samt Arsch mitten im Gesicht, je nach Perspektive eben. Herrlich! Ich finde diese schreibenden Auswüchse und geistigen Ergüsse, die wie es scheint direkt aus der After- und Luluregion kommen urkomisch. Humor haben manche Deutsche, vor allem die Meinungsbildenden, da geht selbst der Unbedarftesten ein Achterl ab…um auf entsprechendem Niveau zu bleiben…

  19. Ich finde es sehr schade, daß Beiträge wie die von Gaby Mayr eine Diskussion um die eigentliche Frage geradezu verhindern.

    „Es geht […] um eine Art gesellschaftlichen ‚Klimaschutz‘, also um ein Kollektivrechtsgut: um die Bekämpfung einer befürchteten Entwicklung der allgemeinen moralischen Indolenz, des kollektiven Wahrnehmungsverlustes gegenüber dem ethischen Problem, das jede, auch eine gerechtfertigte Abtreibung bedeutet. Die Formulierung der amtlichen Begründung (Verhinderung der Darstellung ‚als etwas Normales‘) zeigt das deutlich. Für das weitere offiziell genannte Schutzziel des Unterbindens einer ‚Kommerzialisierung‘ gilt etwas Ähnliches. Denn wenn die Kommerzialisierung der Haupttat, nämlich deren Bezahlung, fraglos erlaubte und (zivil-)rechtlich garantierte Normalität ist, dann können kommerziell orientierte öffentliche Hinweise darauf kein strafwürdiges Unrecht sein.”
    https://www.bundestag.de/blob/546646/c859048b1b56bebb8a9bd0eca275b119/wd-3-252-17-pdf-data.pdf

    Ich finde DIESE Frage durchaus diskutabel.

    Sie muß auch vor dem Hintergrund der Gesetzgebung in Europa, z.B. in Holland, diskutiert werden und damit die Frage, ob wir eine (Ab-)Werbung von “Kundinnen” [sic!] mit eigener Werbung entgegentreten wollen.
    Die Grenze zwischen “Werbung” und “Information” ist dabei (mindestens) fließend, wie man unschwer bei der Besichtigung der marktführenden Web-Angebote in Holland feststellen kann.

    1. Wer das Recht auf Töten von ungeborenen Menschen mit Klimaschutz vergleicht, darf auch kein Problem mit dem Rassenwahn der Nazis zur Reinhaltung des deutschen Blutes o.ä. haben. Das ist eben die Schizophrenie dieser Abtreibungsfanatiker. Wobei die Methoden der Abtreibungsbazis sich eben immer mehr genau deren Methoden annähern, wie man bei der DLF Journaille sehen kann, man dann aber überall irgendeinen Faschismus bekämpfen will.

      1. Wer meint, daß irgendwo jemand “das Recht auf Töten von ungeborenen Menschen mit Klimaschutz vergleicht”, sollte vielleicht nochmal den Grundkurs “Lesen und Verstehen” besuchen, bevor er/sie dann ausgerechnet über “Schizophrenie” lamentiert. 😉

  20. Zitat: “Im Krieg stirbt zuerst die Wahrheit.”

    Wo es wesentlich um Macht, Geld, Ruhm geht,
    sollte man nicht unterstellen/voraussetzen dass
    es um Wahrheit ( und Kinder/Menschen ) geht
    (gehen soll).

    Da es nur zu vielen wesentlich um Geld, Macht,
    Erfolg, Ruhm, Überleben… geht, werden Texte auch
    gerade deshalb gerne gelesen weil sie siegreich, in
    mächtigen Medien, andere durch Lüge herabsetzen.
    Es handelt sich um ein sozusagen gegenseitiges
    Schulterklopfen, wie ich es mir in einer Frei-Maurer-
    Loge vorstellen kann. “Wenn Du mich gut findest,
    dann finde ich auch Dich gut.” oder “Wer nicht mein
    Freund und Mitstreiter (um Macht/Geld/… sein will,
    der ist mein Feind.”
    Hier sollten nicht die Perlen vor die Säue geworfen
    werden.

    Allerdings sollte auch nicht vergessen werden, dass Lüge,
    Geld, Macht, Beziehungen sehr oft Mensch das Leben
    verlängert haben und verlängern. Somit ist die Vorgehens-
    weise nur zu menschlich, was übrigens im Neue Testament
    deutlichst dargeboten wird.

    Wie der Buchtitel sagt: “Das Leben ist die Guillotine der Wahrheit.”

    von Trakiturnus

    1. Moment, wenn Abtreibungen, also Tötung von menschlichen Wesen in der Gebärmutter als all zu menschlich anzusehen wäre, dann verstehe ich nun das Vorgehen der SPD (siehe link), der es offensichtlich nicht um Menschenwürde an sich geht, sondern eben um Kommerzialisierung, Geschäftemacherei mit klarem Ziel. Nämlich: die Ware Mensch in den Mittelpunkt des politischen Geschehens und Handelns stellen. Man gaukelt den Frauen Selbstbestimmung vor u das absolute Recht auf Abtreibung, um über das Leben der Frauen bestimmen zu können, sohin sie sich eigentlich zu Schwangerschaftsabbrüchen entscheiden sollten (deshalb Werbung dafür!), und es gar nicht ums Wohl von Familien und Frauen und Männern, Eltern usw geht. Da wird behauptet, es ginge um Frauen in Notlagen und um Kriminalisierung von Ärzten…, u das stimmt ja alles gar nicht, was da behauptet wird. Man braucht und will offensichtlich möglichst viele kinderlose Frauen um eine ganz bestimmte Politik machen zu können, um Männer zu verdrängen und um ganz gezielt enormen Wettbewerb u Konkurrenz zu erzeugen? Aber warum?
      Tja, da sollte man viel darüber nachdenken, bevor es eng wird.

      https://www.mdr.de/nachrichten/politik/inland/barley-will-gesetzliche-loesung-fuer-werbeverbot-fuer-abtreibungen-100.html

      1. Die Christliche Lehre ist, dass das Menschliche das Unmenschliche ist,
        der Mensch also einem wilden Apfelbaum mit bitteren Früchten gleicht, bis er veredelt worden ist.

        Wollten Sie lieber Kind einer ehrgeizigen Politikerin, Journalistin, Geschäftsfrau, BWLerin… gewesen sein oder einer Hausfrau, die meinte erst als Sie 12 Jahre waren, es verantworten zu können halbtags zu arbeiten, so dass sie Sie mit einem liebevoll angerichteten Mittagessen begrüßen konnte, wenn Sie von der Schule kamen und Ihre Erlebnisse, Sorgen, Freuden und Ängste sogleich bei ihr loswerden konnten und nicht Stunden oder Tage mit sich rumschleppen mussten?

        Frauen sind das leichteste Opfer der Männer, die als (Bank)Kaufleute, ihr Selbstwertgefühl wesentlich nach
        der Höhe ihres Gewinnes bemessen.
        Wie viele hoffnungslos überschuldete Frauen gibt es? Legionen. Die jungen Kreditberater waren so nett (angezogen), wie es kein anderer ist. … .

        Herr Fischer hätte den Konflikt tatsächlich auch ganz anders angehen können und die Lohnschreiberinnen
        diskret fragen können, ob und wenn, wie viel Geld sie dringend benötigen. Ob er helfen könne.

        Was sich in 50 Jahren alles verändert hat. Keine Sieger ohne Verlierer.

        Heute entlassen so manche reiche Geschäftsfrauen jedes mal ihr Hausmädchen, wenn Ihre Kinder diese
        mit Mutter anreden, und stellen eine neue ein. u.s.w.

        Der Mensch ist heute
        schuldbeladener denn je.

        Buchtitel von Peter Sloterdijk:
        “Du musst Dein Leben ändern.”

      2. “……dann verstehe ich nun das Vorgehen der SPD (siehe link), der es offensichtlich nicht um Menschenwürde an sich geht,…”

        Menschenwürde?

        Ein viel bemühter Begriff, mit dem man viel bewegen kann schon deswegen, weil kaum einer eine Vorstellung hat, was Würde eigentlich meint. Gut, der Begriff befindet sich an zentraler Stelle unseres Grundgesetzes, aber beweist dies schon das Menschen, vor allem Politiker eine Ahnung haben, wovon sie reden? Bereits die Art, wie dieser Begriff ins Grundgesetz gerutscht ist ließe ja Fragen aufkommen.

        Übrigens: der Würde- Begriff ist nur in Bezug auf den Menschen sinnvoll verwendbar, deswegen stellt “Menschenwürde” bereits eine wegrutschende Verwendung dar.

        Unvergessen Kanzler aD Schröder, der von einer Mai-Parade in Moskau zurückkehrend meinte, an einer würdevollen Veranstaltung teilgenommen zu haben.

      3. Menschenwürde!

        https://de.wikipedia.org/wiki/Menschenwürde#Der_Begriff_der_Menschenwürde

        https://de.wikipedia.org/wiki/Menschenwürde#/media/File:W%C3%BCrde.png

        Alle Juristinnen und Juristen wissen folgendes: (Zitat aus link)
        “Der Begriff der Menschenwürde ist in zahlreichen Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts definiert: Es ist damit jener Wert- und Achtungsanspruch gemeint, der dem Menschen kraft seines Menschseins zukommt, unabhängig von seinen Eigenschaften, seinem körperlichen oder geistigen Zustand, seinen Leistungen oder seinem sozialen Status. Der Staat bezieht nach der Ordnung des Grundgesetzes seine Legitimation allein daraus, dass er den Menschen konkret dient. Die Menschenwürde ist – so das Bundesverfassungsgericht – oberster Grundwert und Wurzel aller Grundrechte. Als einzige Verfassungsnorm gilt die Menschenwürde absolut, kann also durch keine andere Norm – auch nicht durch ein davon abgeleitetes Grundrecht – beschränkt werden. (Nach herrschender Meinung sei die Würde das höchste Grundrecht. Grundrechte binden nach Art. 1 Abs. 3 GG die vollziehende Gewalt. – Nach Mindermeinung umstritten, da sich alle Grundrechte nach der Würde richten und somit Art. 1 Abs. 1 GG Wurzel aller Grundrechte sei.) Vielmehr sind alle anderen Bestimmungen im Lichte der Bedeutung des Art. 1 Absatz 1 Satz 1 GG auszulegen, mit der Folge, dass jeder Verstoß gegen die Menschenwürde zur Verfassungswidrigkeit der jeweiligen Norm führt, sofern nicht doch eine grundgesetzkonforme Interpretation der umstrittenen Norm möglich ist. Art. 1 Abs. 1 GG ist seinerseits durch die sogenannte Ewigkeitsgarantie des Art. 79 Abs. 3 GG geschützt. Sie ist damit selbst dem Zugriff durch den Verfassungsgesetzgeber entzogen. Eine Änderung des Grundgesetzes, die den Grundsatz der Menschenwürde aufgeben sollte, ist unzulässig. ”

        Ist ein gezeugtes Leben ein Mensch oder nicht? Wenn ein heranwachsender Fötus/Embryo kein Mensch sei mit Würde, dann wäre es auch absurd schwangeren Frauen besonderen Schutz zu gewähren und auch über Schutz von ungeborenem Leben zu reden, mal so als Beispiel.

        Im Übrigen muss sich keine Frau schwängern lassen, außer ihr wird Gewalt angetan.

        Und wenn eine Frau ein Kind will, dann findet sie auch Wege für es zu sorgen – alleine oder mit Partner oder mit staatlicher Unterstützung, und wenn sie keines will, dann muss sie eben entsprechend vorsorgen bzw hat sie ja die Möglichkeit abzutreiben unter bestimmten Umständen (Not- und Konfliktlage, Indikation).

        Ausserdem gilt nicht nur im christlichen Abendland: Du sollst nicht töten, morden sowieso nicht. Es ist ganz sicher nicht frauenfeindlich, wenn man Abtreibung, also Tötung nicht kommerzialisiert und Werbung diesbezüglich verbietet, es geht meiner Meinung nach darum, dass Menschenleben immer menschenwürdig und deshalb schützenswert ist u dass dies so sein muss. Ausser eben bei best Indikationen. Und dies erscheint mir kompliziert u hart genug. Der Konflikt besteht ja zwischen eigenen Interessen d Frau/ weibl Person u dem Leben eines heranwachsenden Menschen. Oder wo u worin sonst????

        Verzeihung, wenn ich das alles hier so hinfetze, aber ich kann mich nicht so ausführlichst u professionell mit der Sache beschäftigen, da ich nicht vom Fach bin, also keine Ärztin, keine Politikerin u auch keine Juristin bin, sondern nur ein ganz normaler Mensch, der denkt.

      4. ad E Ekat

        Alle Juristinnen und Juristen wissen folgendes: (Zitat aus link wikipedia/Menschenwürde)
        “Der Begriff der Menschenwürde ist in zahlreichen Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts definiert: Es ist damit jener Wert- und Achtungsanspruch gemeint, der dem Menschen kraft seines Menschseins zukommt, unabhängig von seinen Eigenschaften, seinem körperlichen oder geistigen Zustand, seinen Leistungen oder seinem sozialen Status. Der Staat bezieht nach der Ordnung des Grundgesetzes seine Legitimation allein daraus, dass er den Menschen konkret dient. Die Menschenwürde ist – so das Bundesverfassungsgericht – oberster Grundwert und Wurzel aller Grundrechte. Als einzige Verfassungsnorm gilt die Menschenwürde absolut, kann also durch keine andere Norm – auch nicht durch ein davon abgeleitetes Grundrecht – beschränkt werden. (Nach herrschender Meinung sei die Würde das höchste Grundrecht. Grundrechte binden nach Art. 1 Abs. 3 GG die vollziehende Gewalt. – Nach Mindermeinung umstritten, da sich alle Grundrechte nach der Würde richten und somit Art. 1 Abs. 1 GG Wurzel aller Grundrechte sei.) Vielmehr sind alle anderen Bestimmungen im Lichte der Bedeutung des Art. 1 Absatz 1 Satz 1 GG auszulegen, mit der Folge, dass jeder Verstoß gegen die Menschenwürde zur Verfassungswidrigkeit der jeweiligen Norm führt, sofern nicht doch eine grundgesetzkonforme Interpretation der umstrittenen Norm möglich ist. Art. 1 Abs. 1 GG ist seinerseits durch die sogenannte Ewigkeitsgarantie des Art. 79 Abs. 3 GG geschützt. Sie ist damit selbst dem Zugriff durch den Verfassungsgesetzgeber entzogen. Eine Änderung des Grundgesetzes, die den Grundsatz der Menschenwürde aufgeben sollte, ist unzulässig. ”

        Fragen:
        Ist ein gezeugtes Leben ein Mensch oder nicht? Wenn ein heranwachsender Fötus/Embryo kein Leben sei mit MenschenWürde, dann wäre es auch absurd schwangeren Frauen besonderen Schutz zu gewähren und auch über Schutz von ungeborenem Leben zu reden.

        Ich meine nicht den Menschen als irgendeine zusammenfantasierte Krone der Schöpfung oder eingebildetes Ebenbild eines Gottes, der wie auch immer heißt, ich meine den Menschen als lebendige, fühlende, sich entwickelnde biophysischpsychische Einheit über dessen Leben, Wert, Tod man nicht einfach entscheiden kann wie es einem in den Kram passt. Der Mensch ist nicht nur Naturprodukt, er ist Kulturprodukt, und zu dieser Kultur gehört das Lebensrecht ab Zeugung. Das Produkt der Zeugung ist ein Subjekt mit eigenem Recht auf Leben, denn es hat bereits die gesamte eigene Materie und bedarf lediglich der Zufuhr von lebenserhaltender Substanz über die Mutter/weibl Brutkastenmaterie etc um zu reifen.

        Die Würde des Menschen ist unantastbar?! Sie zu achten u zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt?!
        Na dann – Frisch auf zur eigentlichen Debatte!

      5. Meine geliebte Frau Mutter, die kurz vor dem 2.WK geboren wurde war immer berufstätig, hat sehr hart gearbeitet UND hat drei Kinder großteils alleine großgezogen. Mutterliebe hatte ich also genug. Und auch sonst erlitt ich keinen Mangel. Es gab stets ordentliche Mahlzeiten und alles sonst Notwendige und ich lernte selbst früh anpacken.

        Meine Mutter hat nicht hauptsächlich gejammert und hat sich nicht in erster Linie als armes Opfer des Patriarchats gesehn, sie hat ihre Kinder geliebt, hat alle Probleme gelöst, war sparsam und auch sonst war sie völlig normal.

        Sie hat alle Kreditschulden zurückbezahlt (Hausbau, Schulden vom 1. Ehemann) und sie ist zum Glück immer sich selbst treu geblieben. Sie ist auch nie irgendwelche andere Leute, egal ob Männer oder Frauen deppert angegangen, sondern hat sich sozusagen um ihren Dreck, ihre Verantwortung und Verpflichtungen gekümmert. Tagtäglich.

        Wenn Frauen heute nicht Mutter werden wollen, sich nicht fortpflanzen wollen, dann sollen sie es bleiben lassen. Ganz einfach. Jeder Mensch kann enthaltsam leben, oder gegebenenfalls abtreiben und kann sein Leben somit ändern, ist nicht zur Mutterliebe verpflichtet, kann sich dagegen um eine bessere Welt u um die anderen u die Kinder anderer kümmern.

        Alles ganz unkompliziert.

    2. Zurück zu den Wurzeln

      In der Falle der Wissensherrschaft.
      Wissensherrschaft gleich Triebherrschaft.
      Wer will das wahrhaben/glauben?

      Wissen ist Macht
      und wird von jedem (Egoisten)
      nur zu leicht gegen andere
      missbraucht.

      Nichtwissen ist Ohnmacht
      und fordert den Glauben,
      oder denn Aberglauben,
      das Innerste des Menschen,
      Geist heraus.

      Zeige mir wie Du lebst,
      damit ich sehen kann
      was Du glaubst,
      und somit wer Du bist.

      Das Verliebtsein/Begehren
      ist die feindliche Übernahme/
      und somit Beherrschung
      des Denkens und Fühlens
      durch den Vermehrungstrieb.
      Der Sieg von Fleisch über
      Geist, aufgrund von Mangel
      an Geist.

      von Trakiturnus

    3. Hallo “Geierwalli”

      Als Dank ein Zitat, auch an alle selbsternannten, bekennenden
      sogenannten Feministinnen:

      (Könnte auch vom sprechenden Jesus Christus, als er noch Embryo war, sein. Oder?)

      ” Frau Geierwalli, bei mir dürfen Sie sich so geben wie Sie sind,
      auch wenn ich es nicht überleben sollte.”

      Mit freundlichem Gruß Trakiturnus

      1. ad Trakiturnus vulgo Ur Laub

        Wenn Sie Überlebensängste wegen oder gar panische Angst vor Geierwallis gehabt hätten, dann wären Sie bitte zu einem sehr guten Psychotherapeuten gegangen.

        Schreckschraube bleibt sowieso Schreckschraube, ob ich es darf oder nicht, es ist mir wurscht, dreimal wurscht!

        Ich denk was ich denk u schreib was ich will. Und ich geniere mich auch nicht nachzufragen oder gar einen Irrtum einzusehen, ganz im Gegenteil, ich irre manchmal – und tobe meistens, gerade daher bin ich ja.

        Das Jesuskind ist durch eine unbefleckte Empfängnis entstanden, der HL. Geist war da im Spiel, sowas gibt es in der Realität nicht, aber jeder Mensch darf an all das glauben und sich so die Welt erklären. Aber der Mensch, jeder Mensch bleibt trotzdem ein Mensch und ist kein Jesuskinderl.

        Liebe Grüße
        Geierwalli

    1. Das hat gute Tradition bei ARD, Zeit und TAZ und unliebsame Leserkommentare werden auch gleich wegzensiert, damit die “Pluralität und Vielfalt” nicht zu bunt wird.

  21. Frau Geierwalli, 4.6.12:07

    Sie bemängeln den eigentlichen Debatten- Inhalt. Ich möchte es versuchen.

    Ihr Beitrag 04.06.12:07

    Zitat
    “Der Begriff der Menschenwürde ist in zahlreichen Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts definiert: Es ist damit jener Wert- und Achtungsanspruch gemeint, der dem Menschen kraft seines Menschseins zukommt, unabhängig von seinen Eigenschaften, seinem körperlichen oder geistigen Zustand, seinen Leistungen oder seinem sozialen Status.
    Zitatende

    Naja: …. „Würde ist der Wert- und Achtungsanspruch, dem ….. kraft seines Menschseins zukommt“,..

    Würde, durch Wert erklärt. Wem das langt.

    Aber ist im Prinzip richtig, ohne daß ich jetzt auf die Begriffsbestimmung von Wert eingehen werde. Salopp: es entsteht ein eigenständiger Wert des Menschen, weil ansonsten absolut nichts im Universum wertend abläuft. Das Universum hält sich strengstens an Naturgesetzlich bestimmte Abläufe. Die universale Ausnahme ist eben der Menschen. Nur dieser wertet, soviel wir bisher haben in Erfahrung bringen können.

    Übrigens: aus dieser alleinig menschlichen Fähigkeit der Wertung entspringt die Fähigkeit, nach Gott zu fragen, Ursprung allen Glaubens. Was nicht heißt, daß der Mensch über einen Glauben hinaus eine Gottesexistenz in Erfahrung bringen könnte. Man kann Gott nicht beweisen. Allerdings kann man auch nicht beweisen, daß es Gott nicht gibt. Der Mensch muß seine Erkenntnis als Glaube leben. Der Überschlag des Funkens der Erkenntnis von Gott auf den Menschen findet sich an die Decke der Sixtinischen Kapelle gepinselt.

    All dies führt zu einer speziellen Heraushebung des Wertes des Menschen, die dann letzten Endes als Würde geschützt wird.

    Zu Zitat:

    „Fragen:

    Ist ein gezeugtes Leben ein Mensch oder nicht? Wenn ein heranwachsender Fötus/Embryo kein Leben sei mit MenschenWürde, dann wäre es auch absurd schwangeren Frauen besonderen Schutz zu gewähren und auch über Schutz von ungeborenem Leben zu reden.
    Zitatende.“

    Wäre damit geklärt.

    Nochmal Zitat:

    „Die Würde des Menschen ist unantastbar?! Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt?!
    Na dann – Frisch auf zur eigentlichen Debatte!“

    Zitatende.

    Debatte? Mit wem?

    1. Beachtliche Leistung diesen fanatischen und verblendeten “Linksversifften” noch immer mit Erklärungen zu kommen, die dem dort gepflegten Weltbild entgegen stehen.

      Wer solches verlauten lässt – ” Der Mensch ist nicht nur Naturprodukt, er ist Kulturprodukt, und zu dieser Kultur gehört das Lebensrecht ab Zeugung.- dem dürfte die Argumentation des Verfassungsgerichts vor dem Hintergrund der Greultaten des Nazis schlicht egal sein.
      Diese menschenverachtende Logik im linken abtreibungsfreudigen Sektor ist wohl der Grund dafür, dass man mit einem menschenverachtenden, islamistischen Kulturkreis wenig Probleme hat und in der Logik und den Methoden fleißig bei den Nazis kopiert. Dort wurde auch sehr “erfolgreich” festgelegt, was zur Kultur gehört und lebenswert war und was eben nicht.
      Die Linken von heute sind eben doch die Faschisten von gestern.

      1. ad Lederhosen

        1.Was hat das Menschsein an sich mit einer von ihnen halluzinierten Abtreibungsfreudigkeit zu tun, wenn zur hiesigen Kultur eben der Rechtsstaat mit den klaren Gesetzen gehört, die eben Schwangerschaftsabbrüche regeln u zwar unter ganz bestimmten Indikationen usw.;

        2.Wie war es denn mit den Abtreibungen in der Nazi-Zeit?

    2. E Ekat

      Keine Ahnung mit wem genau. Wer halt will.

      Debatte darüber weshalb es überhaupt eine Debatte gibt zum Thema.

      Ich verstehe es ja auch überhaupt nicht weshalb so ein Riesentheater um die Sache gemacht wird, wo ja eh jährlich 1000e Abtreibungen gemacht werden u offensichtlich die Frauen ihre Entscheidungen treffen.

      1. Nur ein gewöhnlicher getarnter Angriff?

        Sieht es nicht danach aus,
        dass das Thema nur aufgewärmt wird,
        weil es sich angeblich dazu eignet
        Herrn Fischer in`s schlechte Licht zu
        stellen, also es missbraucht, und
        Thomas-Fischer-Mobbing das Thema
        in Wahrheit ist?

        Beispiel:
        Gefällt es einem Autohändler oder
        Transportunternehmer nicht, dass jemand
        von Diesel-Motor-Kutsche auf Hafer-
        Pferde-Kutsche umsteigen will, statt
        auf die gewünschte alternativlose Alternative
        E-Kutsche, dann wird man sich hüten selber
        offen etwas zu unternehmen. Da wird dann
        mal eben ein stattlicher Betrag an einen
        Tierschutzverein überwiesen, wo man auch
        schon längst seine V-Leute hat.
        Schlauheit und Geld regiert, als Vorspiel
        von Gewalt/Waffen.

        Beinahe alles ist Interessengesteuert,
        eben der Wolf’/Burg/Diktator/Gesetzlose im
        Schafs-Heiligen-Schein-Auto-Lack. —

        Links regiert links an den Gesetzen vorbei
        und Rechts rechts und die Ordnungshüter
        werden so zermürbt und verfolgen schließlich
        auch nur ihr Interesse. Arbeitsmoral am Boden.

        Wer von den 10 Geboten und dem Goldenen
        Gebot : “Was Du nicht wünschst dass andere
        Dir tun das tue niemand.”, nichts wissen will,
        mag sich an nicht eines der gefühlt 3.000.000
        Gesetze halten. Und ist man gut vernetzt,
        hat man nichts zu befürchten. Alles menschlich.

      2. Ja, TFmobbing als Mittel zum Zweck – und die Würde auf Abruf, also deshalb auch die §219aKampagne der SelbstbestimmungsrechtlerInnen.

      3. Mein goldenen Gesetze lauten, ich darf nicht töten, anderen nicht absichtlich und gehässig Schaden zufügen, darf nicht gierig sein, nicht stets auf meinen Vorteil bedacht sein u ich muss mich stets zuerst um meinen Kram kümmern und ich darf nicht anderen auf der Nase rumtanzen und darf sie nicht verarschen. Das habe ich quasi vererbt gekriegt u zT anerzogen, vorgelebt.

  22. Der Text in der taz ist eine Frechheit und zeugt von großer Unkenntnis; erstaunlich, dass so etwas gedruckt wird. Eine gute und wichtige Replik.

    1. Ein Ruf mehr, raus aus den Medien,
      bevor sie einen rauswerfen,
      und rein in die Arbeitshose
      und in Bücher mit zeitlosem Wert.

      Medien
      21. Januar 2013
      “Die Medien können alles geben, weil sie den Ehrgeiz der Philosophie, das Gegebene auch zu verstehen, restlos haben fallen lassen.

      Sie umfassen alles, weil sie nichts erfassen; sie bringen alles zur Sprache und sagen über alles nichts.”

      Peter Sloterdijk (gefunden bei http://www.schlamm.de)

      Kein Wunders dass PS in die Schweiz driftet,
      wie wohl auch das neue Buch von Hans-Magnus-
      Enzensberger nahelegen wird.

      1. “Sie umfassen alles, weil sie nichts erfassen; sie bringen alles zur Sprache und sagen über alles nichts.”

        Der Satz ist nichts als Mumpitz. Vermutlich ist er eine bis zur Unkenntlichkeit übertranszendierte Paraphrase auf Luhmanns “Die Realität der Massenmedien”. Wenn man ihn abwandelte:

        “Er umfasst alles, weil er nichts erfasst; er bringt alles zur Sprache und sagt über alles nichts.”

        dann passte er so einigermaßen auf Sloterdijk selbst.

        Kühne, radikale Thesen aufstellen, möglichst oft mithilfe des Präfix “hyper” neologisieren und um Gottes willen keine lästige Empirie bemühen, das kann der Mann wirklich gut. Ein großer deutscher Schwurbelphilosoph, dessen Schüler Jongen jetzt der AfD ein “psychopolitisches” Schwurbeltheoriegebäude bauen darf – schwurbelphilosophischer Heimatschutz, sozusagen.

        “Die Medien können alles geben, weil sie den Ehrgeiz der Philosophie, das Gegebene auch zu verstehen, restlos haben fallen lassen.”

        Wenn es etwas gibt, mit dem man garantiert nicht versucht “das Gegebene auch zu verstehen”, dann ist es das mannigfache Verfassen postulatsreicher Essays, deren analytischer Wert mangels Argumentation (zumindest argumentativer Strenge) sowie großer Neigung zu möglichst undeutlichem Geschwurbel sehr mau ist und daher auch wissenschaftlich kaum rezipiert werden. Das taugt wunderbar um Narrative zu schaffen. Aber wenn wir uns gegenseitig nichts als schwach regelgebundene Geschichten erzählen und nie prüfen, ob es irgendwie Sinn macht, was wir erzählen – geschweige denn versuchen, die Geschichten per Empirie zu testen – werden wir niemals irgendetwas verstehen.

      2. Sie vergessen / unterschlagen eines, dass hinter diesen Worten von PS ein enormes schriftstellerisches Werk
        steht.

        Und: Ein großer deutscher Schwurbelphilosoph, dessen Schüler Jongen jetzt der AfD ein “psychopolitisches” Schwurbeltheoriegebäude bauen darf – schwurbelphilosophischer Heimatschutz, sozusagen.

        Sie wissen genau, dass man nicht mal eine direkte Verbindung der Verantwortung von Eltern zu ihren erwachsenen Kindern ziehen kann/darf, wie viel weniger
        von einem Vorgesetzten zu ehemaligen Mitarbeitern.

        Auf einem Medienkongress in Leipzig sagte ein
        TV-Sender-Leiter, wohl zu seiner VERTEIDIGUNG,
        sinngemäß: Wir zeigen nur das was die Leute
        sehen wollen (auch Nachrichten? oder da eher “sollen”?),
        um die anschließende Werbezeit maximal gut zu
        verkaufen (Bedeutung der Einschaltquoten)
        Ein Mammondiktat mit Lockspeise/Köder,
        ist nur zu leicht ausgetauscht durch ein
        Macht-Politik-Diktat.
        Wenn Sie sehen, wie schnell Massen von Berichten,
        oft bund gemischt durch z.B. zeitonline, aber auch die Printausgabe gejagt werden, dann muss ich eher an
        Informationssintflut als an Sinn denken, bei allem
        Respekt vor der (Sisyphus-) Leistung.
        Wer will das noch alles für sich prüfen ggf. beherzigen
        und das Gelernte umsetzen?

        PS sinngemäß: “Die digitalisierte Welt ist eine
        Überforderung des Menschen.”
        Bei einer Rede zum 50. Jubiläum des größten Computermuseums der Welt, in Paderborn.

        Ich hätte statt “digitalisierte”, weiter ausholend,
        “industriealisierte” gesagt.

        Wenn man nur einmal die Kriegstechnik nimmt evtl. die
        Mutter aller Technikentwicklung, standen früher Soldat
        gegen Indianerkämpfer gegenüber, sind es heute Joystick-
        Bediener gegenüber einer Masse von Menschen, angefangen von der Schwangeren über eine Patientin bis
        hin zu einem ergrauten Haupt, das bald keiner Fliege mehr
        was tun kann. Massentötungswaffen gehören verboten,
        wenn Krieg noch irgendeine Spur von Würde haben soll,
        zur Verteidigung. Wie sich dann aber verteidigen gegen die
        mit Massenvernichtungswaffen, für die nichts zählt außer
        ihr Sieg?

      3. Folgendes erlaube man mir noch hinzuzufügen,
        da brandaktuell:

        Wer der Überzeugung ist, dass man um die
        Weltherrschaft kämpfen muss, die letzten
        Jahrzehnte auf dem Schlachtfeld des Marktes
        und nun gezwungener maßen auf dem der
        Waffen:
        Weltherrschaft muss heute sein,
        weil alle für die Zukunft der Menschen
        bedeutenden Herausforderungen globale
        sind und somit nur durch einer mächtige
        Weltzentralmacht vielversprechend
        begegnet werden können.

        Miteinander statt gegeneinander.

        Dann ist nur eine Vorgehensweise,
        ein Weg dahin, vertretbar, und zwar
        statt einen Wettkampf mit modernsten
        verheerenden Waffen, entscheiden zu
        lassen, bei dem alle Verlierer sein werden,
        diesen Wettstreit z.B. mit den Mitteln einer
        Olympiade oder auf einem Schachbrett zu
        entscheiden!
        Das wäre nur eine Fortentwicklung der
        schonenden Kriegsführung “David gegen
        Goliath”.
        Der Krieg zweier Volksgruppen wurde mit
        nur einem Toten entschieden! —

        Die Gelder und Menschen für die Rüstungs-
        industrie könnten absolut dafür eingesetzt
        werden, dass notwendige Gesetze auch
        weltweit eingehalten werden, also erstmals
        kreativ und konstruktiv tätig werden,
        etwas dringend notwendiges aufbauend.
        Herrschaft/regieren statt bekriegen.
        Das es abrutschen kann in ein Welt-Nordkorea
        ist die Gefahr. Aber wenn man die absolute
        Welt-Macht (auf diese friedliche Art) gewonnen
        hat, dann kann man auch entspannter
        und großzügiger sein.
        Die andere Alternative wird sein begrenzte
        Scheinkriege zu führen nur um die Oberschicht
        zu stärken und die Unterschicht zu beschäftigen
        und zugleich zu verringern.

      4. ad bommel

        Meine Güte, wen interessiert schon die Empirie, Erfahrung und wen interessieren schon in Relation gesetzte Betrachtungen von Tatsachen-Problemen? Oberflächliche messages, vorgefertigte Meinung, die jeder zu übernehmen hat, 2 Wortsätze auf Kleindkindniveau versteht die Masse gerade noch, lange Artikel sind reine Zumutung, geschweige denn hochgeistige Auseinandersetzung und der klare Wille zum analytischen Fehler-Irrtumdenken fehlt, denn alles hätte schon seine Richtigkeit, wird eingetrichtert. Der Konsument braucht nur konsumieren, nicht mehr selbst überlegen u entscheiden. Willenlose Kreatur. Der infomäßig vollgefütterte, überfrachtete Mensch empfindet keinen Mangel mehr und hat kein Interesse mehr skeptisch zu sein.

        Wen interessiert es schon darüber nachzudenken welchen eigentlichen Sinn u Zweck medien haben und welche Aufgabe ihnen zukommt. Gebildet wird man ausschließlich über das Lesen und Vergleichen, Abwägen, verschiedene Positionen zueinander setzen und vor allem sich in das Geschriebene einlassen, und dann Zusammenhänge zu begreifen, woanders nachlesen, wieder recherchieren, nachfragen, es ist (mir) wichtig immer wieder bei Primärliteratur nachzuackern, wenn ich auf Ungereimtheiten stoße woanders nachzublättern, tagtäglich kann man somit hunderte Seiten Information erkunden, um sich dann eine meist vorläufige Meinung zu bilden; das alles ist unendlich mühsam, es kostet Kraftaufwand, es kostet Lebenszeit, es ist aber das zutiefst Menschliche, denn der Intellekt darf im Vergleich zum niederen Triebleben niemals ruhen, man darf niemals damit zufrieden was man gerade rausgefunden hat, damit meine ich man muss immer kritisch, selbstkritisch u hinterfragend bleiben, denn Denken ist Überleben. Man muss die körperliche Materie unentwegt mit Geist füttern, damit die Schönheit und Fülle des Lebens sichtbar und lebbar ist. Jemand, der aus sich heraus lebt, ist jemand der auch im Gegenüber stets alles herausgelebt haben will. Der Mensch ist autonom und interdependent, also eigenständig UND allverbunden, weil das Humane das Wertvollste ist was wir haben. Das Inhumane ist dagegen wertbedrohend. Falsche Informationen sind zb inhuman. Falsche Informationen sind eine Bedrohung. Sie sind eine Bedrohung für eine humane Verantwortung.

  23. Da der Spiegel mal wieder vorschnell sein Diskussionsforum geschlossen hat, darf ich hier mal kurz was zu dem Gauland-Artikel schreiben?

    Erstens: ich stimme Ihnen 99% zu, Herr Fischer. Danke.

    Zweitens: meine 1% Abweichung beziehen sich auf Ihre Formulierung “In Deutschland ist, zuletzt vor allem unter dem Einfluss des rechtsgerichteten Populismus, eine starke Radikalisierung der Kommunikation eingetreten; sie wird vielfach verstärkt durch die Bedingungen des Internet.”

    An dieser Formulierung finde ich unglücklich, dass “Populismus”, wenn es sich auf politische Positionen bezieht, die man nicht mag, die aber bisweilen Wähler anziehen, eine Beleidigung des Wählers darstellt. Man sollte sich besser mit den Positionen auseinandersetzen (was Sie ja ausgiebig tun!), als mit dem Wort “Populismus” einen Diskurs zu stoppen.

    Auch der Verweis auf das “Internet” ist unpassend. Wenn überhaupt, trägt das Internet heute (noch?) dazu bei, den Diskurs für “Normalos” überhaupt zu ermöglichen, zum Beispiel in diesem Forum, so dass nicht nur der Medienadel in den Genuss der öffentlich freien Meinungsäußerung mit hinreichend Leserschaft kommt.

    1. Das Verhindern von Diskursen verhindert auch das Denken. Und deshalb wissen manche immer weniger, können immer weniger nachvollziehen und richtig einordnen.
      Das fördert Minimalismus. Das ist sehr schlecht.

  24. Hinweise auf die Menschenwürde haben leider etwa den Wert wie die auf einen Amtseid. Es sind immer Notbehelfe, weil man etwas Spezielleres nicht findet. Über z.B. die Länge des Zivildienstes oder die Auflösung des Bundestages fanden sich Bestimmungen im GG, über die informationelle Selbstbestimmung nicht. Da muss man ausweichen.

    Sicher hat das BVerfG dazu Entscheidungen gefällt. Das schließt aber einen weiteren Wertewandel nicht aus, der auch Einfluß auf die (künftige) Auslegung hat. Wenn Peepshows schon wegen Verstosses gegen die Menschenwürde verboten sind, Prostitution oder Striptease aber nicht, ist das keine ewige Wahrheit. Dahinter stehen nämlich “die dem geschichtlichen Wandel unterworfenen sozialethischen Wertvorstellungen, die in der Rechtsgemeinschaft als maßgebliche Ordnungsvoraussetzungen anerkannt” sind.

    Was in einer Gesellschaft, die sich so um “Wettbewerbsfähigkeit” sorgt, dem Geldverdienen entzogen werden soll, z.B. Sterbehilfe, oder wofür nicht geworben werden soll, z.B. für das Vornehmen von Abtreibungen, unterliegt auch Wertvorstellungen, die sich nicht nur wandeln können, sondern auch noch Mehrheitsentscheidungen unterliegen.

    Für NaturrechtsvertreterInnen ist das eine schwer zu akzeptierende Vorstellungen. Für sie kommt es eher darauf an, was strafwürdig ist.

    Für Gegner des Naturrechts kommt es eher darauf an, was strafbedürftig ist. Sie müssen damit leben, dass eine liberale Vorstellung, nach der Erwachsene freiwillig fast alles miteinander tun dürfen, was keine Opfer hat, zwar ein halbes Jahrhundert einen Erfolg an den anderen heften konnte, nun aber sehr unter Druck geraten ist.

    Man wird nun für die eigene Position kämpfen müssen, beim Werbeverbot für Abtreibung, bei Sterbehilfe, bei Prostitution usw., eventuell auch wieder bei der Beschneidung aus religiösen Gründen, bei der aber keine Erwachsenen die Opfer sind. Und ein juristischer Kommentar wird natürlich in jedem Fall das Ergebnis beschreiben und vielleicht auch, was man sich bei der Gesetzgebung dazu gedacht hat.

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