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“Würden uns freuen, wenn sie unseren Datenschutz kopieren”: Snap-CEO Evan Spiegel teilt gegen Facebook aus

Snapchat-CEO Evan Spiegel auf der Recode Code Conference
Snapchat-CEO Evan Spiegel auf der Recode Code Conference

Snapchat-CEO Evan Spiegel hat sich auf der jährlich stattfindenden Code Conference den Fragen der Recode-Mitgründerin Kara Swisher gestellt und nutzte die Bühne, um gegen die Konkurrenz von Facebook auszuteilen – indem er Mark Zuckerberg nicht nur empfahl, Snapchats innovative Funktionen für seine eigenen Dienste zu kopieren, sondern auch die Regeln zum Datenschutz.

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“Bitte danken Sie Ihrem Sohn dafür, dass er den Dienst nutzt”, antwortete Spiegel, nachdem Swisher zu Beginn des Gesprächs erzählt hat, dass ihr Sohn bei Snapchat sei, das Redesign der Messenger-App aber schrecklich finde. Der Dank ist wohl angebracht, da viele Nutzer so gar nicht mit der neuen Optik zufrieden zu sein scheinen.

Aber der Snapchat-Chef nutzte die Konferenz nicht nur, um sich zu bedanken, sondern um auch auszuteilen. Und dabei hat er nicht gespart: “Das beste Gefühl, dass man als Designer haben kann, ist, wenn man etwas designt, das so simpel und so elegant ist, die anderen nichts anderes tun können, als es zu kopieren”, sagte Spiegel, der selbst gelernter Produktdesigner ist. Eine deutliche Anspielung auf Facebook, auch wenn er den Namen des Unternehmens nicht ein einziges Mal während des Gespräches in den Mund nahm. Und so waren auch weitere Bemerkungen als Seitenhiebe zu verstehen. Beispielsweise: “Wir fänden es noch besser, wenn sie auch mal unsere Datenschutz-Praktiken kopieren würden.” 

Facebooks Chief Security Officer Alex Stamos konterte den Vorschlag damit, dass Snapchats Versprechen, dass die Fotos und Videos nach dem Anschauen verschwinden, zu sogenannten Rachepornos geführt hätten. Dabei bezog er sich auf einen mehrere Jahre alten Fall, bei dem es einem Angreifer gelungen war, über die Programmierschnittstelle private Bilder, die nach dem Ansehen eigentlich gelöscht werden sollten, zu speichern und zu veröffentlichen. “Also nein, ich glaube nicht, dass es ein eleganter Zug wäre, Snapchat zu kopieren”, schrieb Stamos bei Twitter.

Weiter betonte Spiegel im Gespräch, dass es keine russische Manipulation bei Snapchat gab und erklärte, dass er Regulierungen wie durch die DSGVO im Grunde sinnvoll finde.

Dass Instagram in großen Umfang das Story-Format von Snapchat kopiert hat, macht Spiegel dem Anschein nach wenig Sorgen. “Wenn Menschen realisieren, dass das Kämpfen um Likes und Aufmerksamkeit nicht erfreulich ist, dann werden sie nach Alternativen suchen.” Bei Snapchat wolle man auf die enge Beziehungen mit Freunden setzen.

(lk)

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