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#trending: Der Postillon und ein Bierkasten, Unwetter in Wuppertal, Erika Steinbach, Roseanne Barr und das Cheese Rolling von Gloucestershire

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Guten Morgen! Nur "The Big Bang Theory" und "NFL Sunday Night Football" erreichten in der TV-Saison 2017/18 noch mehr Zuschauer als die wiederbelebte Sitcom "Roseanne". Und dennoch wurde die Serie am Dienstag mit sofortiger Wirkung abgesetzt. Der Grund: ein rassistischer Tweet der Hauptdarstellerin Roseanne Barr. Eins der #trending-Themen von heute.

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#trending // News & Themen

Die Hitze. Kühle Getränke. Ein Witz. Die Zutaten für die Nummer 1 der deutschsprachigen Artikel mit den meisten Facebook- und Twitter-Interaktionen: “Heldenhafter Passant schlägt Autoscheibe ein, um Bierkasten vor Hitzetod zu retten” bescherte dem Satire-Blog Der Postillon sagenhafte 61.200 Likes & Co. innerhalb von weniger als zehn Stunden. Es wäre kein Wunder, wenn der Text in den kommenden Tagen noch die 100.000er-Marke überspringen würde. Auch Platz 2 geht an den Postillon – mit “Auswertung von Instagram-Fotos ergibt: Mehrheit aller Menschen sind Mulitmillionäre” und 26.500 Interaktionen. Auf Rang 3 folgt ein Beitrag zum BAMF-Skandal von der Website Achgut.com – mit 13.200 Reaktionen.

#trending // Social Media

Am Abend gab es in diversen Regionen Deutschlands schwere Gewitter und Unwetter. Einer der Orte, die es besonders getroffen hat, war Wuppertal. Taucht die Stadt sonst pro Stunde wenn es hochkommt in ca. 50 Tweets auf, waren es am Dienstagabend bis zu 2.000 und insgesamt Am Abend fast 9.000. Zahlreiche unglaubliche Videos und Fotos wurden so via Social Web veröffentlicht. So sprudelte meterhoch Wasser aus dem Untergrund einer Straße, Teile der Universität sahen aus wie im Kriegein EInkaufszentrum wurde zum reißenden Flussdas Dach einer Tankstelle ging zu Boden und die Wupper ging über die Ufer.

#trending // Politik

Medienkompetenz ist etwas, das in den Schulen unbedingt eine wichtigere Rolle spielen sollte. Dass aber auch Bundestagsabgeordnete einen Lehrgang in Sachen Medienkompetenz gebrauchen könnten, ist tragisch. Das noch recht neue Satire-Blog “Berliner Express“, das vom Chefredakteur des Contra Magazins geführt wird, einem Medium, dessen Artikel des Öfteren in AfD-nahen Kreisen geteilt werden und das als “Kooperationspartner” u.a. RT Deutsch aufführt, veröffentlichte einen Text namens “Claudia Roth: Im Ramadan soll ein Verkaufsverbot für Alkohol bestehen“. In wiefern der Artikel als reine Satire gemeint ist – oder es direkt drauf anlegt, in bestimmten Kreisen ernst genommen zu werden und Stimmung gegen Claudia Roth zu erzeugen, sei dahin gestellt. Er ist jedenfalls frei erfunden.

Zu den Menschen, die für die 40.000 (!) Interaktionen auf Facebook und Twitter verantwortlich sind, zählte Erika Steinbach, die ihrem Facebook-Post “Claudia Roth sollte endlich eine Burka tragen und zum Islam konvertieren aber uns mit ihren anbiedernden Vorschlägen verschonen” später ohne weiteren Kommentar den Satz “Fast alles erinnert bei ihr an Satire…….” hinzu fügte (nachzusehen im “Bearbeitungsverlauf”), womöglich, weil man sie darauf hinwies, dass es sich nicht um die Wahrheit handelt. Auch ein aktueller Bundestagsabgeordneter, Frank Pasemann von der AfD, teilte den Text und zitierte daraus – offenbar in dem Glauben, dass Roth die Sachen gesagt hätte, die der “Berliner Express” erfand.

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#trending // Entertainment

Die Erfahrung, was ein einzelner Tweet anrichten kann, machte am Dienstag die Schauspielerin Roseanne Barr. Nachdem sie einen rassistischen Tweet veröffentlichte, setzte der TV-Sender ABC die erst im vergangenen Herbst wiederbelebte Comedyserie “Roseanne” ab – und das, obwohl sie derzeit zu den drei größten Quotenhits des US-Fernsehensgehört.

Barr hatte Valerie Jarrett, eine frühere Beraterin von Barack Obama, mit den Worten beleidigt, sie sehe so aus wie das Baby eines Muslimbruders und des “Planeten der Affen” [“muslim brotherhood & planet of the apes had a baby=vj”]. Wenige Stunden danach teilte ABC-Chefin Channing Dungey mit: “Roseanne’s Twitter statement is abhorrent, repugnant and inconsistent with our values, and we have decided to cancel her show.” Übersetzt: “Roseannes Twitter-Statement ist abscheulich, abstoßend und unvereinbar mit unseren Werten, wir haben beschlossen, ihre Show abzusetzen.”

Die Nachricht wurde innerhalb von Minuten der größte Aufreger des Tages in den USA. Auf den Plätzen 1 bis 6 der englischsprachigen Artikel mit den meisten Reaktionen bei Facebook und Twitter finden sich ausschließlich Artikel zum “Roseanne”-Aus: CNN sammelte 510.000 Likes, Shares, etc. ein, Variety 390.000, die New York Times 240.000, USA Today 225.000, Fox News 195.000 und TMZ 180.000.

Die Reaktionen waren dabei sehr unterschiedlich – je nach Medium. So liefen die Kommentare auf der Facebook-Seite der New York Times vor allem in die Richtung “Definitely the right decision, but Trump’s base will view her as a martyr who was unfairly treated by the liberal media / entertainment establishment“, während man bei Fox News genau sowas lesen konnte: “Correction: Roseanne has been cancelled due to butthurt liberals being easily offended.

Roseanne selbst hatte noch versucht, die Sache zu bereinigen: Sie löschte den Tweet und schrieb: “I apologize to Valerie Jarrett and to all Americans. I am truly sorry for making a bad joke about her politics and her looks. I should have known better. Forgive me-my joke was in bad taste.” Geholfen hat ihr das nicht mehr.

#trending // Worldwide

Andere Länder, andere Sitten: Einmal im Jahr findet in Gloucestershire ein Rennen statt, bei dem ein Käse einen Berg herunter rollt – und Menschenmassen rennen hinterher. Am Wochenende fand die 2018er-Ausgabe des Cheese Rollings statt – und sorgte am Dienstag für gigantische Video-Zugriffszahlen: Über 10 Millionen mal wurde allein der Zusammenschnitt zahlreicher übel aussehender Stürze von Newsflare auf Facebook angeschaut.

#trending // Deutsche Tops des Tages

Story nach Social-Media-Interaktionen: Der Postillon – “Heldenhafter Passant schlägt Autoscheibe ein, um Bierkasten vor Hitzetod zu retten” (61.200 Interaktionen bei Facebook und Twitter)

Story nach Likes & Shares bei Twitter: Achgut.com – “Ausdrückliche Anweisung: ‘Papiere nicht anfordern’” (3.300 Retweets und Likes)

Story bei Blendle (nach Likes): Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung – “Achtung, unnötige Versicherung!

Google-SuchbegriffJürgen Marcus (200.000+ Suchen) [verstorbener Schlagersänger]

Wikipedia-SeiteJürgen Marcus (71.800 Abrufe)

Youtube-Video: The Star Online – “Malian hero scales Paris building to save child

Song (Spotify): Capital Bra – “One Night Stand” (724.400 Stream-Abrufe aus Deutschland am Montag)

Musik (Amazon): Andreas Gabalier – “Vergiss Mein Nicht” (Audio CD)

DVD/Blu-ray (Amazon): “Solo: A Star Wars Story 3D Steelbook [3D Blu-ray] [Limited Edition]” (Blu-ray)

Game (Amazon)PSN Card-Aufstockung | 20 EUR

Buch (Amazon): Bayerisches Landesamt für Datenschutzaufsicht – “Erste Hilfe zur Datenschutz-Grundverordnung für Unternehmen und Vereine: Das Sofortmaßnahmen-Paket” (Taschenbuch)

#trending // Feedback und Teilen

Anmerkung: Alle in #trending genannten Zahlen beziehen sich wenn nicht anders vermerkt auf den Vortag der Newsletter-Veröffentlichung (Stand: 24 Uhr)

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Alle Kommentare

  1. hallo jens schröder,
    vielleicht bin ich ja zu blöd ihn zu finden (halte ich nicht für unwahrscheinlich, wenn ich ehrlich bin), aber mir fehlt in “trending” ein direkt-link auf die meedia-site, so wie das bei dem anderen meedia-artikel auch ist, der mir (im rahmen der anfeforderten newsletter) zugemailt wird. ich lese zwangsläufig in dem kleinen fenster, das mir (in meinem fall im gmx-posteingang) zur verfügung steht, weil ich wenig lust habe, die site immer erst bei meedia suchen zu müssen. das nervt mich etwas und man kann es doch bestimmt schnell ändern (oder falls es den direkt-link gibt, dann müsste man ihn für menschen wie mich kenntlicher machen).
    cu/grüße – axel –

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