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“Heiß bist du immer noch”: t-online erntet Kritik für sexistischen Artikel über Loris Karius’ Niederlage

Für diesen t-online-Artikel über Loris Karius hagelt es Kritik
Für diesen t-online-Artikel über Loris Karius hagelt es Kritik

Während des Champions-League-Finales am Samstagabend unterliefen dem Liverpool-Torwart Loris Karius gleich zwei schwerwiegende Fehler, die das Spielergebnis entscheidend beeinflussten. Die t-online-Redaktion wollte Karius offenbar trösten und verfasste einen Artikel mit dem Titel "Sei nicht traurig, Loris – heiß bist du immer noch". Das Ergebnis: Massive Kritik und Sexismus-Vorwürfe in den sozialen Netzwerken.

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Seine beiden dramatischen Patzer waren das Gesprächsthema Nummer 1 nach dem Spiel zwischen dem FC Liverpool und Real Madrid. Bei Twitter entschuldigte sich Loris Karius am Sonntagnachmittag mit den emotionalen Worten: “Ich habe bis jetzt nicht geschlafen… die Szenen spielen sich in meinem Kopf immer wieder ab. Es tut mir für meine Mannschaft unendlich Leid sowie für euch, die Fans, und das gesamte Team. Ich weiß, dass ich es mit meinem beiden Fehlern verbockt und euch alle enttäuscht habe.”

Doch der Wirbel um seine Person geriet jedoch schnell außer Kontrolle. Im Netz sah sich der Fußballer sogar Hasskommentaren und Morddrohungen ausgesetzt; bei Wikipedia wurde der Hass auf die Spitze getrieben – und Karius’ Todesdatum auf den 25.5.2018 datiert.

Das Newsportal von t-online wählte am Sonntag einen ganz speziellen Weg, um dem Torhüter nach eigenen Angaben “ein paar Zeilen Trost” zu spenden. Eine Redakteurin aus dem Unterhaltungsressort, schrieb in einem Artikel, sie und tausende andere Frauen fänden ihn “auch am Tag danach noch zum Anbeißen”. Was folgte, war eine Aneinanderreihung von Instagram-Posts des Torhüters, eingeleitet mit den Worten: “Die blonden Haare zum lässigen Man-Bun zurückgebunden, die Arme von oben bis unten tätowiert. Auf dem Feld gibt Loris Karius ein hübsches Bild ab. Aber er macht nicht nur im Trikot mit der Nummer 1 eine gute Figur. Mit den Fotos auf seinem Instagram-Account bringt er Frauenherzen zum Schmelzen. Bitteschön!”

Es dauerte nicht lange, bis erste Kritik an dem Artikel laut wurde. Etliche Leser des Artikels werfen t-online Sexismus vor und fordern einen Aufschrei:

Offiziell hat sich weder die Redaktion des Newsüortals noch der Mutterkonzern Ströer zu der Kritik geäußert, allerdings twitterte Lukas Martin, Chef vom Dienst bei t-online, der entsprechende Artikel sei “unzynisch positiv”:

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