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Angriff auf Territory, C3 & Co.: Springer-Chef Mathias Döpfner gründet CM/CP-Geschäft in eigene Gesellschaft aus

Axel Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner
Axel Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner

Der Markt für Corporate Publishing und Content Marketing-Dienstleistungen ist hart umkämpft. Anbieter wie die Gruner + Jahr-Tochter Territory und der Burda-Dienstleister C3 buhlen um millionenschwere Aufträge namhafter Unternehmens- und Industriekunden. Jetzt könnte die Branche in Bewegung geraten. Springer-Chef Mathias Döpfner hat das Geschäftsfeld Corporate Solutions in eine eigene Gesellschaft ausgegründet, um das Wachstum des Bereichs zu beschleunigen.

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Erst im vergangenen Jahr leitete Mathias Döpfner eine Strukturreform ein, um das nationale Verlagsgeschäft schlagkräftiger zu machen. Dazu trennte der Vorstandschef von Axel Springer Print und Digital in zwei Bereiche. Für das digitale Standbein in Deutschland gründete der Medienmanager eine eigene Gesellschaft namens Spring. Dabei wählte Döpfner die Rechtsform einer KG.

Jetzt geht der Umbau im Berliner Medienunternehmen offenbar weiter. Döpfner hat das lukrative Geschäft mit Corporate Publishing-Dienstleistungen in eine neue Gesellschaft ausgegliedert, ebenfalls in der Rechtsform einer KG. Der Name: Axel Springer Corporate Solutions GmbH & Co. KG. Ein Verlagssprecher bestätigt dies gegenüber MEEDIA: „Seit 2013 gibt es bei Axel Springer die Abteilung Corporate Solutions. Der Bereich ist unter Leitung der Gründer Frank Parlow und Lutz Thalmann seitdem so stark gewachsen, dass wir entschieden haben, ihn auszugründen und zu einem eigenen Unternehmen zu machen“.

Als Full-Service-Dienstleister ist Axel Springer Corporate Solutions für namhafte Kunden wie Deichmann, BASF, Nestle, Roland Berger oder den Energieriesen Vattenfall tätig. Ob Print-Produkte oder App-Entwicklungen – fast unbemerkt der Öffentlichkeit haben die beiden Firmengründer Parlow und Thalmann das Unternehmen in den vergangenen Jahren zu einen mittelständischen CM/CP-Dienstleister ausgebaut. Zunächst hatte Axel Springer das CP-Geschäft im Herbst 2011 in den Bereich „Neue Geschäftsfelder“ angesiedelt, 2013 wurde dann die gesamten CP/CM-Aktivitäten in den Bereich Axel Springer Corporate Solutions gebündelt. Gesteuert wird das Geschäft von Parlow und Thalmann. Beide sind in der Branche bestens vernetzt. Parlow war jahrelang beim Springer-Konkurrenten Gruner + Jahr Verlagsleiter Corporate Publishing für das Tochterunternehmen Facts & Figures der G + J Wirtschaftsmedien. Danach wechselte er zu Springer als Leiter des Bereichs Neue Geschäftsfelder bei der Welt-Gruppe.

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Bislang hält sich Springer zu den Expansionsplänen des Bereichs bedeckt. Nähere Details hierzu könnten nach MEEDIA-Informationen im Juni folgen. Branchenkenner rechnen damit, dass Springer auf dem CM/CP-Markt künftig eine größere Rolle spielen will. Der Zeitpunkt hierfür wäre günstig. Denn der CP/CM-Markt gilt mit einem Volumen von sieben Milliarden Euro als wachstumsstark und soll weiter zweistellig zulegen. Das Content Marketing Forum, Interessengemeinschaft der Branche, hatte bereits im vergangenen Jahr signalisiert, dass Firmen bis zum Jahr 2020 ihre Investitionen für inhaltsgetriebene Unternehmenskommunikation um weitere 25 Prozent ausbauen wollen. Auf dem CP/CM-Markt tummeln sich diverse Dienstleister. Bestimmt wird er vor allem von Anbietern wie der G+J-Tochter Territory oder der Burda-Tochter C3. Vor allem Territory-Chef Soheil Dastyari will hier weiter angreifen. Er kündigte jüngst im Branchenblatt Horizont an, den Umsatz 2018 um deutlich zehn Prozent zu steigern. Territory setzt mit 1.000 Mitarbeitern rund 140 Millionen Euro um.

Doch auch Axel Springer Solutions will weiter wachsen. Hilfreich hierbei ist die digitale Ausrichtung des Berliner Medienhauses, die Döpfner in den vergangenen Jahren vorgenommen hat. Denn das CP-/CM-Geschäft wandelt sich. Grund hierfür ist die zunehmende Digitalisierung. So setzt die deutsche Wirtschaft verstärkt auf virtuelle Anwendungen in der Kundenkommunikation. Ein prominentes Beispiel hierfür ist BMW. Der Autohersteller verzichtet künftig auf die gedruckte Ausgabe seines Kundenmagazins. Im Gegenzug haben die Münchener ihre internationale Marken-Homepage BMW.com als zentrale Anlaufstelle in der Kundenkommunikation neu positioniert. Dafür hat das Unternehmen das Themenspektrum der Webseite deutlich erweitert. Es reicht von markennahen Inhalten zu Design, Innovation und Performance bis hin zu Bereichen jenseits des Automobils wie Lifestyle, Kultur oder Reisen. Mit dem neuen Kurs will der börsennotierte Konzern eine breitere Öffentlichkeit erreichen, um stärker auf seine Produkte aufmerksam zu machen.

In der Branche bleibt der neue Kurs der Firmen zu mehr virtueller Kundenkommunikation nicht folgenlos. Schmerzlich erfuhr dies Anfang des Jahres die Burda-Tochter C3. So musste C3-CEO Adel Gelbert tiefe personelle Einschnitte vornehmen, weil das Printgeschäft stark rückläufig war. Die Folge: Rund 50 Mitarbeiter fielen in München und Hamburg dem Rotstift zum Opfer. Dennoch. “Die Umsätze der kanalübergreifenden Digitalprojekte sind um 50 Prozent gestiegen und dieser Sektor ist für C3 auch künftig besonders wichtig”, betont C3.

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