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#trending: die DSGVO, Jutta Ditfurth, “Germany’s next Topmodel” und Nordkorea

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Guten Morgen! Was für ein Wahnsinn. Haben Sie am Donnerstag auch unzählige Mails bekommen, in denen Unternehmen Sie auf die neuen Datenschutzbestimmungen hinwiesen, Sie baten, ihre Daten für Newsletter neu einzugeben oder Ihnen mitteilten, dass Sie weiterhin Mails bekommen würden, Sie müssten nichts tun? Erstaunlich, wie extrem unterschiedlich die Meinungen sind, was im Vorfeld der DSGVO zu tun sei. Und sicher werden wir alle auch heute noch ein paar Nachzügler-Mails im Postfach finden.

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#trending // News & Themen

Die Datenschutz-Grundverordnung. Heute ist es also endlich soweit, sie tritt in Kraft. Die Regelungen, die für die Verbraucher in der EU viel Gutes bringen, sorgten allerdings für so viel Unklarheiten, dass kein Experte genau wusste, was zu tun sei. Unternehmen, Verlage, Start-Ups, Freiberufler, Blogger, Newsletter-Verschicker – überall herrschte Chaos. Und mit dem heutigen Tag ist dieses Chaos auch noch längst nicht zu Ende.

Wie groß die Verunsicherung ist, zeigte sich sogar bei Betreibern von Facebook-Seiten, obwohl die ja gar nicht für einen eventuellen Datenschutz zuständig sind, da Facebook der Betreiber ist. Dennoch posteten Sie vielfach entsprechende Erklärungen. Mimikama erreichte mit dem aufklärenden Artikel “DSGVO: ‘Bitte akzeptiert dies mit : Gelesen und akzeptiert’” sagenhafte 27.700 Interaktionen bei Facebook und Twitter – und eroberte damit den ersten Platz der Social-Media-News-Charts vom Donnerstag. Ein weiterer Artikel des Magazins, “DSGVO-Bestätigungen auf Facebook: Bullshit!” sammelte 10.200 Interaktionen ein und landete damit auch noch in der Top 10 des Tages. Auch zwei Satiren waren erfolgreich: Der amüsante “Ratgeber: Die wichtigsten Fragen und Antworten zur neuen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO)” des Postillons mit 5.200 Likes & Co., sowie “Wegen DSGVO – Internet wird am 25. Mai abgeschaltet” von der Welt mit 3.300 Reaktionen.

#trending // Social Media

Apropos #DSGVO: 54.000 Tweets gab es in den vergangenen sieben Tagen mit dem Kürzel der Datenschutz-Grundverordnung im Inhalt. Am Donnerstag waren es allein 17.500. Einige der populärsten Tweets zum Hashtag waren solche, die sich über den ganzen Hype lustig machten. So postete Philipp Neubauer eine Mitteilung seiner Mama, Katharina Nocun regte ein #DSGVO-Trinkspiel an, Nutzerin Lily_Magdalena twitterte: “Die Stimmung erinnert mittlerweile an den Abend vorm Abi. Die einen ackern bis zur letzten Minute fieberhaft durch. Die anderen schon am Vormittag schulterzuckend: Ich lass das jetzt so, jetzt ist eh egal“, Ringo Trutschke schrieb: “Dank #DSGVO bekommt man zur Zeit einen guten Überblick, in was für Newsletterverteilern man drinsteckt! Offenbar bin ich Mitglied bei einem Datingportal für sexsüchtige Diabetiker, einer feministischen Schachgruppe in Rüdesheim und im Roland-Kaiser-Fanclub Weserbergland-Ost” und Annabell Bills fragte sich: “Sind eigentlich Grabsteine noch #DSGVO-konform?

Auch Auswirkungen auf die Recherchearbeit von uns Journalisten hat die DSGVO. So lässt sich künftig nicht mehr nachschauen, auf welche Person eine bestimmte .de-Domain registriert ist. Die denic teilt mit, dass nur noch bei Verstößen gegen Namens- und Kennzeichenrechte, bei einer Zivilrechtlichen Pfändung und an Behörden mitgeteilt werde, wem eine Domain gehört. Christian Fuchs twitterte daraufhin: “RIP Denic Whois. Du warst mir ein treuer Begleiter in vielen Recherchen. Nun hat Dich das #DSGVO zu sich genommen. In tiefer Trauer.  Dein Journalismus.

#trending // Politik

Die ehemalige Co-Chefin der Grünen, Jutta Ditfurth, hat am Donnerstag für einen Aufreger gesorgt. Die Verzögerung bei der Entschärfung einer Weltkriegs-Bombe in Dresden kommentierte sie auf Twitter mit den Worten: “Die Bombe weiß, wo sie ist.” Zahlreiche Medien von der Frankfurter Rundschau bis zur Bild deuteten den Tweet so, dass er eine Anspielung auf die Pegida-Demos in Dresden sei. Ditfurth verteidigte sich später so: “Meine Absicht war es, mit einem kleinen absurden Witz, herauszufinden, auf welchem Stand das politische Bewusstsein in Dresden und anderswo gerade ist. Hat geklappt.

Der geschmacklose Scherz der Politikerin, die inzwischen für die Gruppierung ÖkoLinX in der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung sitzt, rief viel Kritik und Empörung in den sozialen Netzwerken hervor – vor allem aus der Richtung der AfD. Erfolgreichster Tweet war dabei der vom AfD-Politiker Malte Kaufmann: “Diese Frau ist keine Volksvertreterin. Sie hasst das eigene Volk.” Der erfolgreichste Artikel zum Thema – mit 12.200 Interaktionen bei Facebook und Twitter – war ein Text von Tag24: “Frankfurter Politikerin schockt mit Tweet zu Dresdner Bombe“. Dem anonymen Autoren war offenbar nicht bewusst, wer Jutta Ditfurth war, sie wird dort nur als “Frankfurter Politikerin” beschrieben, die “bereits mehrfach für Schlagzeilen” sorgte.

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#trending // Entertainment

Ein weiterer populärer Hashtag lautete am Donneratag #GNTM. Klar: das Finale von “Germany’s next Topmodel” stand an. Getwittert wurde der Hashtag bis in die Nacht hinein mehr als 31.000 mal. Zudem gab es über 500.000 Suchanfragen bei Google. Der Blick auf die Historie der Google-Suchdaten zeigt, dass die ProSieben-Show weiterhin extrem populär ist. Die Finals 2016 und 2017 (die Daten für 2018 liegen noch nicht komplett vor) sorgten für die zweit- und drittmeisten Suchanfragen der “Topmodel”-Historie. Nur 2015, als das Finale wegen einer Bombendrohung abgebrochen wurde, gab es mehr Anfragen – fast dreimal so viele als 2016 und 2017.

#trending // Worldwide

Weltweit sorgte Donald Trumps Absage des Treffens mit dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong Un für Aufsehen. Artikel von CNN, der New York Times und BBC sammelten zwischen 55.000 und 75.000 Interaktionen bei Facebook und Twitter ein. Auch wenn es durchaus Zustimmung für Trumps Entscheidung gab – u.a. von Fox-News-Frau Katie Pavlich: “Amazing how the media narrative is already that the summit fell apart because of Trump, even though North Korea threatened us, again, with nuclear war“, überwog doch die Kritik. So twitterte Chris Hayes von MSNBC: “In all seriousness, I feel awful for Moon Jae-In and the people of South Korea that this is the American partner they have to work with.” Der erfolgreichste Tweet zum Thema kam aber von Stephen Colbert: “South Korean official response: ‘We are attempting to make sense of what, precisely, President Trump means.” Welcome to the fucking club.’

#trending // Deutsche Tops des Tages

Story nach Social-Media-Interaktionen: mimikama – “DSGVO: ‘Bitte akzeptiert dies mit : Gelesen und akzeptiert’” (27.700 Interaktionen bei Facebook und Twitter)

Story nach Likes & Shares bei Twitter: Junge Freiheit – “Verrohtes Land” (2.000 Retweets und Likes)

Story bei Blendle (nach Likes): Süddeutsche Magazin – “Der Familientrip

Google-SuchbegriffGNTM Finale (500.000+ Suchen)

Wikipedia-SeitePortugiesische Galeere (25.000 Abrufe) [Auslöser des “Quallen-Alarms auf Mallorca]

Youtube-Video: unsympathischTV – “DEIN BEICHTSTUHL…

Song (Spotify): Capital Bra – “Neymar” (435.000 Stream-Abrufe aus Deutschland am Dienstag)

Musik (Amazon): Gzuz – “Wolke 7 (Ltd. Fan Box/Shirt Größe L)” (Audio CD)

DVD/Blu-ray (Amazon): “Star Wars: Die letzten Jedi” (Blu-ray)

Game (Amazon): “Detroit Become Human” (PlayStation 4)

Buch (Amazon): Bayerisches Landesamt für Datenschutzaufsicht – “Erste Hilfe zur Datenschutz-Grundverordnung für Unternehmen und Vereine: Das Sofortmaßnahmen-Paket” (Taschenbuch)

#trending // Feedback und Teilen

Anmerkung: Alle in #trending genannten Zahlen beziehen sich wenn nicht anders vermerkt auf den Vortag der Newsletter-Veröffentlichung (Stand: 24 Uhr)

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