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Anklage wegen sexueller Gewalt: Harvey Weinstein steht offenbar kurz vor der Verhaftung

Filmproduzent Harvey Weinstein wird sich voraussichtlich heute den Behörden stellen
Filmproduzent Harvey Weinstein wird sich voraussichtlich heute den Behörden stellen

Harvey Weinstein soll offenbar noch in dieser Woche verhaftet werden. Gegen den US-Filmproduzenten wird seit Monaten wegen Missbrauchs und Vergewaltigung ermittelt. Nun will die Staatsanwaltschaft in Manhattan Anklage wegen sexueller Gewalt erheben. Laut amerikanischen Medienberichten will Weinstein sich am heutigen Freitag stellen und dabei eine Freilassung gegen Kaution beantragen.

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Sowohl die New York Times als auch die New York Daily News berichten einstimmig unter Berufung auf Ermittler von Harvey Weinsteins bevorstehender Verhaftung. Nach Angaben von TMZ will sich der Filmemacher am Freitag zwischen 7.00 und 9.00 Uhr amerikanischer Zeit, also zwischen 13.00 und 15.00 deutscher Zeit, den Behörden stellen – und direkt Kaution beantragen.

Laut Medienberichten will die Staatsanwaltschaft in Manhattan Anklage wegen sexueller Gewalt erheben. Konkret geht es zunächst um den Fall Lucia Evans, die Weinstein vorwirft, sie im Jahr 2004 zu Oralverkehr gezwungen zu haben.

In den vergangenen Monaten hatten sich immer mehr Frauen zu Wort gemeldet, die Harvey Weinstein sexuellen Missbrauch vorwerfen. Viele von ihnen freuen sich nun, dass Bewegung in den Fall kommt. Rose McGowan, die zu den ersten öffentlichen Anklägerinnen Weinsteins gehört, veröffentlichte ein Statement, aus dem der Hollywood Reporter zitiert: „Ich, und so viele von Harvey Weinsteins Überlebenden, hatten die Hoffnung aufgegeben, dass unser Vergewaltiger vor dem Gesetz zur Rechenschaft gezogen wird. Ich hatte mir vor zwanzig Jahren geschworen, dieses Unrecht wiedergutzumachen. Heute sind wir einen Schritt näher an der Gerechtigkeit“, erklärt McGowan. Weiter sagt sie: „Wir waren junge Frauen, die von Weinstein angegriffen und später durch sein riesiges Netzwerk von Komplizen terrorisiert wurden. Ich halte zu meinen Mit-Überlebenden. Ich hoffe, dass dies allen Opfern und Überlebenden, die ihre Wahrheiten erzählen, Hoffnung gibt.“

Die Schauspielerin Asia Argento, die Weinstein vorwirft, sie 1997 beim Filmfest Cannes vergewaltigt zu haben, twittert unterdessen lediglich das Wort: “Boom.”

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Mittlerweile werfen über hundert Frauen Harvey Weinstein sexuelle Übergriffe vor, darunter auch Vergewaltigungen. Der Filmproduzent selber hat bislang zwar ein Fehlverhalten eingeräumt, jedoch Anschuldigungen von nicht-einvernehmlichen Sex zurückgewiesen. Seit Monaten laufen Ermittlungen gegen Weinstein, inzwischen auch auf Bundesebene. Die Ermittler wollen unter anderem herausfinden, ob der 66-Jährige Frauen dazu gebracht habe, über Staatsgrenzen hinweg zu reisen, um sie belästigen zu können. Laut New York Times wird auch untersucht, ob Weinstein gegen das Anti-Stalking-Gesetz verstoßen habe, etwa um Opfer einzuschüchtern.

Die Vorwürfe gegen Harvey Weinstein lösten im Oktober des vergangenen Jahres die weltweite #MeToo-Bewegung aus, die bis heute anhält. Am Donnerstag waren auch Vorwürfe gegen Oscar-Preisträger Morgan Freeman bekannt geworden. Wie CNN berichtet, werfen insgesamt acht Frauen dem Schauspieler Belästigungen vor: am Filmset und im Umfeld des Hollywoodstars, etwa in seiner Produktionsfirma. „Jeder der mich kennt oder mit mir gearbeitet hat, weiß, dass ich nicht jemand bin, der absichtlich verletzen oder wissentlich jemandem ein unbehagliches Gefühl vermitteln würde“, schrieb Freeman als Reaktion in einer Stellungnahme, die auch der Deutschen Presse-Agentur vorlag. „Ich entschuldige mich bei jedem, der sich unwohl oder nicht respektiert fühlte – das war nie meine Absicht.“

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