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“Stadt Essen benennt sich wegen Ramadan in Fasten um”: Ungarischer TV-Sender fällt auf Satire-Story rein

Fake-News: Die Nachrichtensendung „Híradó“ berichtete über die Pläne der Ruhr-Metropole den Namen von Essen in Fasten zu ändern – während des Ramadans
Fake-News: Die Nachrichtensendung „Híradó“ berichtete über die Pläne der Ruhr-Metropole den Namen von Essen in Fasten zu ändern - während des Ramadans

Auf diesen Coup wäre selbst der Postillon stolz. Die auf “Ethno-Satire” spezialisierten Web-Spaßvögel von Noktara.de vermeldeten am Wochenende, dass die Stadt Essen während des Ramadan ihren Namen in Fasten ändert. Hört sich witzig an, nicht aber für das ungarische Staatsfernsehen. Das hob die Meldung in eine Nachrichtensendung - offenbar mit einer islam- und migrationskritischen Tonalität.

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Wie RP-Online schreibt, berichtete der staatliche Nachrichtensender M1 in seiner wichtigsten Nachrichtensendung „Híradó“ über die Pläne der Ruhr-Metropole. Bebildert war die Meldung mit einem Screenshot der Noktara-Satire.

Unter der Headline “Essen benennt sich wegen Ramadan in Fasten um”, hatten die Web-Spaßvögel geschrieben, dass die Idee für diese symbolische Geste beim jährlichen gemeinsamen Fastenbrechen im Rathaus besprochen und “in einem Eilverfahren mehrheitlich beschlossen” worden sei. “So legten die Vertreter der örtlichen Moscheegemeinden (darunter zwei DITIB-Moscheen, mehrere arabische Moscheen und eine Ahmadiyya-Gemeinde) Oberbürgermeister Thomas Kufen eine dafür notwendige Petition mit sage und schreibe über 5.000 Unterschriften vor, in der diese temporäre Namensänderung als Zeichen der Integration gewünscht wurde.”

Weiter heißt es in der Satire-Story, dass auch die Stadtschilder temporär gewechselt werden sollen. “Oberbürgermeister Thomas Kufen gab weiterhin an, dass man mit den neuen Ortsschildern das Image der Stadt wieder aufpolieren wolle, welches durch die umstrittenen Entscheidungen der Essener Tafeln (wir berichteten hier) angekratzt wurde.”

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Bevor die Nachrichten-Sendung sich mit der angeblichen Umbenennung von Essen beschäftigte, berichtete sie auch noch über Randale in zwei Dresdner Erstaufnahmeeinrichtungen. Alle Stories, die mit Deutschland, Flüchtlingen und Migration zu tun haben, scheinen die ungarischen News-Redakteure offenbar besonders zu faszinieren. So merkt RP Online dazu an, dass die ungarischen Medien immer wieder extrem kritisch über die Flüchtlingspolitik der Regierung Merkel berichten würden.

Damit niemand die Stories von Noktara für echt hält, erklären die Macher ihren Ansatz und ihre Idee in einem ausführlichen FAQ. Da heißt es unter anderen auf die Frage, ob es sich bei den Geschichten um echte Nachrichten oder Satire handelt: “Im Gegensatz zur restlichen Lügenpresse, geben wir wenigstens zu, dass unsere Meldungen frei erfunden sind und aus Tausendundeiner Nacht stammen. Oftmals haben unsere Nachrichten jedoch einen realen oder tagesaktuellen Bezug.” Und auf die Frage, was Ethno-Satire ist heißt es: “So nennt man das, wenn Migranten ihre Sicht der Dinge satirisch verarbeiten und wir wollen damit orientalische Würze in die Satirelandschaft bringen.”

Für die Nachrichten-Redakteure war diese Würze offenbar derart schmackhaft, dass sie vor lauter Hunger auf den nächsten Flüchtlingsaufreger vergaßen, einmal die Quelle zu checken.

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