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#trending: Özil und Gündogan, Deadpool in Old Trafford, die Backstreet Boys und Gaza

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Guten Morgen! Jetzt hat Jogi Löw noch mehr Probleme. Neben Verletzten wie Manuel Neuer oder Jerome Boateng sorgen nun auch noch Mesut Özil und Ilkay Gündogan mit ihrem Treffen mit dem türkischen Präsidenten Erdogan für Schlagzeilen. Natürlich wird Löw die beiden heute für den vorläufigen WM-Kader nominieren. Doch werden die Spieler die Diskussionen um "ihren" Präsidenten bis zur WM wieder los?

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#trending // News & Themen

Genau einen Monat vor dem Start der Fußball-WM in Russland haben Mesut Özil und Ilkay Gündogan also für einen großen Aufreger in den sozialen Medien gesorgt. Die Gründe waren nicht sportliche, sondern politische. Bei einer Veranstaltung in London schenkten sie dem türkischen Präsidenten Erdogan Trikots, Gündogan mit der – mindestens unglücklichen – persönlichen Widmung “Mit Respekt für meinen Präsidenten.”

Veröffentlicht haben die Fotos nicht die Spieler selbst, sondern Erdogans AKP – u.a. auf Twitter. Zahlreiche deutsche Medien berichteten im Anschluss und sammelten in den sozialen Netzwerken zigtausende Interaktionen ein. Unter den sechs auf Facebook und Twitter erfolgreichsten deutschsprachigen journalistischen Artikel fanden sich am Montag fünf zum Thema Özil und Gündogan. Spiegel Online erreichte mit “DFB-Nationalspieler: Özil und Gündogan treffen Türkei-Präsident Erdogan” 26.400 Reaktionen ein, Bild mit “Trikottausch! – Erdogan posiert mit Özil und Gündogan” 22.400, noch einmal Spiegel Online mit “DFB-Präsident kritisiert Özil und Gündogan: Für Erdogans Wahlkampf ‘missbrauchen lassen’” 11.500, Focus Online mit “Treffen in London – Türkei-Präsident Erdogan posiert mit DFB-Stars Özil und Gündogan” 10.700 und die Welt mit “DFB kritisiert Gündogan und Özil für Erdogan-Fotos” 8.600.

Spannend dabei: Die Reaktionen auf die Aktion der beiden deutschen Nationalspieler war bei den Nutzern fast durchgängig kritisch. Von Spiegel Online über Bild bis Welt und Focus Online geht der Ton der Kommentare unter den Facebook-Posts von “Bißchen komisch klingt das schon wenn jemand mit einem deutschen Pass und als deutscher Nationalspieler von Erdogan als seinem Präsidenten spricht….” bis “Das sind keine deutschen! Sofort raus aus der Nationalmannschaft! Wer terroristen unterstützt, gehört sofort aus dem Kader gestrichen, Staatsbürgerschaft dieser kleinen Jungs entziehen…” Auch in der Politik gab es eine seltene Einheit von Links bis Rechts – dazu gleich mehr in #trending // Politik.

#trending // Social Media

Wie man beispielhaft die sozialen Netzwerke für Produkt-Werbung nutzt, machen derzeit die Macher des (Anti-)Superhelden-Films “Deadpool 2” vor, der am Donnerstag in den Kinos startet. Mit zahlreichen kleinen Filmchen, die nichts mit herkömmlichen Film-Trailern zu tun haben, sorgen die Macher für Neugier und Amüsement. Das neueste der Filmchen spielt in Old Trafford, dem Stadion von Manchester United, das Deadpool quasi übernommen hat – und damit für irritierte Reaktionen bei Spielern & Co. sorgt. Innerhalb von acht Stunden sammelte der Clip 265.000 Interaktionen und 3 Mio. Views auf Facebook ein – auch, weil er im Rahmen der Kooperation auf der Manchester-United-Page gepostet wurde.

When we let Deadpool into Old Trafford, we had no idea he would go this far… Ryan Reynolds #Deadpool2

Gepostet von Manchester United am Montag, 14. Mai 2018

#trending // Politik

Eine ganz große Koalition gab es im politischen Deutschland am Montag in Sachen Özil und Gündogan. Die Fotos mit dem türkischen Präsidenten Erdogan (siehe oben) sorgten von Links bis Rechts für ähnliche Reaktionen, die sich einzig im Ton unterschieden. So nutzte Alice Weidel den Vorfall direkt wieder, um die Staatsbürgerschaft der beiden Kicker in Frage zu stellen, wie sie es schon bei Deniz Yücel gemacht hatte: “Der aktuelle Skandal um zwei ‘deutsche’ Nationalspieler ist ein trauriges Beispiel dafür, wie gering die Identifikation der türkischstämmigen Jugend in Deutschland mit der Wahlheimat ihrer Eltern ist“, schreibt sie. Und weiter: “Die Spieler sollten am besten gleich ihr Glück in der türkischen Nationalmannschaft ihres Präsidenten suchen, denn diese Art von ‘Doppelpass’ funktioniert auch im Fußball nicht.” 15.100 Likes & Co. gab es dafür bis zum späten Montagabend. Platz 2 der Reaktionen geht an die CSU, die mit “Wer das Trikot der Nationalmannschaft trägt, sollte sich zu den Werten unseres Landes bekennen und nicht Wahlkampf für Despoten machen, die die Pressefreiheit und Menschenrechte einschränken” 9.500 Interaktionen einsammelte.

Fernab von AfD und CSU sah auch Cem Özdemir die Sachlage ähnlich: “Der Bundespräsident eines deutschen Fußballnationalspielers heißt Frank-Walter Steinmeier, die Bundeskanzlerin Angela Merkel und das Parlament heißt Deutscher Bundestag und sitzt in Berlin, nicht in Ankara.” 4.800 Reaktionen gab es dafür auf Facebook. Sevim Dagdelen von den Linken schrieb auf Facebook: “Im Londoner Luxushotel mit dem Despoten Erdogan zu posieren und ihn auch noch als ‘meinen Präsidenten’ zu hofieren, während in der Türkei Demokraten verfolgt und kritische Journalisten inhaftiert werden, ist ein grobes Foul.” Auch Wolfgang Kubicki hält die “Werbung für einen Autokraten gleich welcher Nationalität für grenzwertig“, nutzte seinen Post aber auch noch für Kritik an Özdemir (und allen anderen): “Özdemir ist doch eine echte Knalltüte. Wenn Gündogan schreibt, er habe Ehrfurcht vor seinem Präsidenten und damit Erdogan und nicht Steinmeier meint, kann man ihm das nicht vorhalten. Schließlich hat Gündogan auch einen türkischen Pass. Mit dieser Konsequenz eines Doppelpasses muss auch Özdemir leben.”

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#trending // Entertainment

Fünf Jahre nach ihrem vorerst letzten Studio-Album “In a World Like This” gibt es einen neuen Song der Backstreet Boys. Zwar erscheint “Don’t go Breaking My Heart” erst am Donnerstag, doch allein die Ankündigung bescherte der Facebook-Seite der Band in den ersten Stunden bereits 70.000 Likes & Co.

#trending // Worldwide

Die vielen Toten und Verletzten bei den Protesten an der israelischen Grenze in Gaza waren weltweit ein großes Thema. Die meisten Social-Media-Interaktionen gab es für die New York Times und die BBC. Die New York Times erreichte mit dem Artikel “Israel Kills Dozens at Gaza Border as U.S. Embassy Opens in Jerusalem” über 100.000 Reaktionen auf Facebook und Twitter, der BBC-Text “Gaza clashes: 52 Palestinians killed on deadliest day since 2014” erreichte rund 50.000. Auch die Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem, ein Auslöser der Proteste, stieß auf viel Interesse: Auf der Facebook-Seite von Benjamin Netanyahu erreichte ein Livestream über 100.000 Likes & Co., bei Fox News kam ebenfalls ein Livestream auf 75.000 Interaktionen.

#trending // Deutsche Tops des Tages

Story nach Social-Media-Interaktionen: Spiegel Online – “DFB-Nationalspieler: Özil und Gündogan treffen Türkei-Präsident Erdogan” (26.400 Interaktionen bei Facebook und Twitter)

Story nach Likes & Shares bei Twitter: Bild – “Trikottausch! – Erdogan posiert mit Özil und Gündogan” (3.000 Retweets und Likes)

Story bei Blendle (nach Likes): stern – “Der Junge im Baum

Google-SuchbegriffErdbeersaison 2018 (1.000.000+ Suchen) [wegen eines Google-Doodles]

Wikipedia-SeiteEurovision Song Contest 2018 (30.800 Abrufe)

Youtube-Video: Eurovision Song Contest – “Netta – Toy – Israel – LIVE – Grand Final – Eurovision 2018

Song (Spotify): Capital Bra – “Neymar” (434.800 Stream-Abrufe aus Deutschland am Sonntag)

Musik (Amazon): Jennifer Rostock – “Jennifer Rostock Bleibt.(Live 2018) (CD + Blu-ray)” (Audio CD)

DVD/Blu-ray (Amazon): “Star Wars: Die letzten Jedi” (Blu-ray)

Game (Amazon)PSN Card-Aufstockung | 10 EUR

Buch (Amazon): Jan Frodeno – “Eine Frage der Leidenschaft: Mit Mut und Motivation zum Erfolg” (Gebundene Ausgabe)

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