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“Wollen die Leserin immer wieder überraschen”: Brigitte Woman bekommt nach 17 Jahren eine Frischzellenkur

Iliane Weiss und Tatjana Blobel (li.)
Iliane Weiss und Tatjana Blobel (li.)

Als vor 17 Jahren für die meisten Verlagsmanager der Begriff Line-Extension noch ein Fremdwort war, gelang es der Brigitte bereits erfolgreich, mit Brigitte Woman eine weitere starke Marke für Frauen ab 40 zu etablieren. Seit Jahren kämpft aber auch der Ableger mit den Schwierigkeiten des Marktes. Das soll sich jetzt ändern. Die Macherinnen haben das Magazin generalüberholt.

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Die Auflagenentwicklung der vergangenen Jahre meinte es nicht gut mit der Zeitschrift. Im Vergleich zum ersten Quartal aus dem Jahr 2013 verlor die Line-Extension beim Gesamtverkauf 25,5 Prozent (jetzt: 175.744), beim Einzelverkauf 35,2 Prozent (jetzt: 98.370) und bei den Abos 11,4 Prozent (jetzt: 27.646).

Die Auffrischung war – selbst nach Einschätzung des Verlagshauses Gruner + Jahr – überfällig. “Wir haben in den vergangenen zwei Jahren schwieriges Fahrwasser erreicht. Als wir Brigitte Woman vor 17 Jahren auf den Markt gebracht haben, war es eine kleine Revolution, weil wir uns zugestanden haben, ‘ab 40 Jahre’ drauf zuschreiben”, erklärt die Publisherin Iliane Weiß im Gespräch mit MEEDIA.

Allerdings haben nicht nur die Hamburger zu kämpfen gehabt. “Dem ganzen Segment ging es in den vergangenen Jahren schlechter”, sagt Weiß. Deshalb auch der Umbau, bei dem zwar das Heft, “nicht aber seine DNA” verändert wurde.

Das Ziel der Umbauarbeiten lautete: “Es sind noch viele Leser aus den Anfangstagen an Bord, aber es sollen zusätzlich auch wieder Frauen angesprochen werden, die heute 40-Jahre alt sind.” Deshalb spricht die Managerin auch nicht von einem Relaunch, sondern von einem Update.

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Tatsächlich wirkte die Brigitte Woman mittlerweile etwas altbacken und aus der Zeit gefallen. Das ist wohl auch Redaktionsleiterin Tatiana Blobel bewusst, wenn sie sagt: “Das Lebensgefühl der 40-Jährigen hat sich in den letzten 17 Jahren verändert. Sie haben mehr Spielraum im Job, sind finanziell unabhängiger und karriereorientierter. Um dem gerecht zu werden, haben wir jetzt ein Berufsressort mit großen und kleinen Geschichten zum Thema.“

Die Zielgruppe der ab 40-Jährigen wollen die Macherinnen weiter im Blick haben. Den Beginn des vierten Lebensjahrzehntes sehen sie noch immer ein wichtigen Einschnitt: “Mit 40 Jahren fangen die Frauen an, mehr über sich nachzudenken. Sie haben auf einmal wieder mehr Raum. Sie fragen sich: Ist der Partner noch der richtige, passt der Job noch?”, so Weiß.

Grundsätzlich will Blobel den Tiefgang, den das Heft immer schon hatte, beibehalten. „Es soll aber alles leichter zugänglich sein.“ Erreichen wollen die Macherinnen diesen Effekt, indem sie kleinteiligere Magazinseiten eingeführt haben. „Bislang musste man sich immer komplett auf eine Geschichte einlassen, aber für einen kurzen Blick, eine schnelle Inspiration gab es wenig.” Dabei setzt die Blattmacherin auf ein klassisches Wundertütenkonzept: “Wir wollen die Leserin einfach immer wieder überraschen”.

Neben dem neuen Layout, einer veränderten Themensetzung, Heftmischung und Leseransprache, haben Blobel und Weiß auch noch den Claim verändert – der änderte sich in den vergangenen 17 Jahren nämlich auch nicht. Er lautete stets: “Du bist gut so, wie Du bist”. Tatsächlich hielten die Hamburgerinnen den Spruch dann wohl doch nicht mehr für so gut, wie er war. Deshalb heißt es nun: “Dein Leben, deine Woman”.

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