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#trending: Manfred Spitzer, Rockys Schildkröten, der Tag der Befreiung, Bill & Ted und der Iran-Deal

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Guten Morgen! Die potenziell historischen Tage mehren sich. Ob der Abschied der USA aus der Vereinbarung mit dem Iran tatsächlich ein solcher historischer Tag wird, muss sich noch zeigen, doch ausgerechnet ein paar Tage nach den Friedensgesprächen zwischen Nord- und Südkorea die Situation im Nahen Osten wieder so dermaßen anzuheizen, lässt einen nur mit dem Kopf schütteln. Und wieder muss ich an den Morgen denken, an dem ich aufwachte, auf dem Smartphone sah, dass Donald Trump zum US-Präsidenten gewählt wurde und ich als erstes an die Zukunft meiner Kinder denken musste.

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#trending // News & Themen

Ein großes Thema, das mit mehreren Artikeln in das Vorderfeld der deutschen Social-Media-News-Charts gesprungen ist, gab es am Montag nicht. Unter den zehn journalistischen Artikeln mit den meisten Interaktionen bei Facebook und Twitter fanden sich neun unterschiedliche Themen. Auf den ersten Platz schaffte es wieder einmal ein toter Hund: “Tierquäler vor Gericht – Hund ‘Asko’ an Baum erhängt” titelte Bild – 15.800 Interaktionen gab es dafür.

Bei Twitter schaffte es ein sehr kritischer Artikel über den Bestseller-Autor Manfred Spitzer mit 1.800 Likes und Retweets bis auf Platz 2. Jan Stremmel schrieb ihn für die Süddeutsche Zeitung. “Spitzer ist ein profilierter Mediziner. Schon mit 31 wurde er habilitiert, er war Gastprofessor in Harvard, sein jüngster wissenschaftlicher Aufsatz befasst sich mit der Hirnaktivität bei Patienten mit Borderline-Syndrom. Er ist zweifellos ein namhafter Psychiater. Aber in seinen Bestsellern schreibt Spitzer über die Wirkung von Medien. Und darin, sagen Fachleute, ist er objektiv gesehen nicht mehr als ein interessierter Laie mit starker Meinung”, schreibt Stremmel. Und: “Genau hier, sagen Fachleute, liegt das Hauptproblem von Spitzers Argumentation. Er interpretiert Korrelation kausal. ‘Das lernen unsere Studis im ersten Semester’, sagt Peter Vorderer, Professor für Medienwissenschaft an der Universität Mannheim, und klingt am Telefon fast belustigt. ‘Ein Beispiel: Im Frühjahr sehen Sie in Deutschland mehr Klapperstörche. Gleichzeitig kommen mehr Kinder auf die Welt.’ Wenn man wie Manfred Spitzer argumentiert, würden also die Störche die Kinder bringen.” Lesenswert!

#trending // Social Media

Zwei Schildkröten sind in den vergangenen Tagen zu kleinen Social-Media-Stars geworden. Der Grund: Sie sind Filmstars. 1976 spielten sie, ihre Namen sind Cuff und Link, in “Rocky” mit. Fans des Films werden sich daran erinnern, dass Rocky sie im Tierladen seiner Liebe Adrian kaufte. Auf Instagram postete Sylvester Stallone nun ein Foto von den Dreharbeiten zu “Creed 2”, eine weitere Fortsetzung der “Rocky”-Saga. Und auf dem Foto zu sehen sind: Cuff und Link, inzwischen um die 44 Jahre alt und wieder im Film dabei. 381.000 Likes gab es dafür, auf Reddit war das Foto der zweiterfolgreichste Post des Montags. Wie bei Screenrant nachzulesen ist, spielten die beiden Schildkröten in der Zwischenzeit auch schon in “Rocky Balboa” und “Creed” mit. Sie gehören einem Neffen des Besitzers des Tierladens, in dem die entsprechenden Szenen des ursprünglichen “Rocky”-Films gedreht wurden.

#trending // Politik

Der Tag der Befreiung am Ende des Zweiten Weltkriegs hat die Politik in den sozialen Medien am Montag beschäftigt. Zahlreiche Politiker und Parteien veröffentlichten Posts und sammelten viele Likes ein. Die meisten bekam die SPD für ihren Facebook-Beitrag “Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!“: 5.000 Likes, Reactions, Shares und Kommentare gab es bis Mitternacht. Die gleichen Worte wählte Sahra Wagenknecht von den Linken – und schrieb u.a. dazu: “Dieser Tag sollte endlich ein Feiertag sein, als Tag des Gedenkens, der Mahnung – und der Erinnerung daran, wie wichtig es ist, für Frieden und Völkerverständigung einzutreten.” Recht hat sie.

Sven Giegold von den Grünen teilte den Mitschnitt einer Rede des Schriftstellers Michael Köhlmeier, die er zum Gedenktag gegen Gewalt und Rassismus im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus hielt – so heißt der 5. Mai in Österreich. In Anwesenheit zahlreicher FPÖ-Politiker hielt er ein Plädoyer gegen den aktuellen Rechtspopulismus. Auch der deutsche Sprecher der Bundesregierung, Steffen Seibert, twitterte etwas zum 5. Mai: “Heute vor 73 Jahren endeten der Zweite Weltkrieg und die NS-Diktatur. Ein Tag der Befreiung – wie ihn 1985 Bundespräsident Richard von Weizsäcker benannte. Eine Aussage, die für unser deutsches Selbstverständnis immer noch Bedeutung hat.

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#trending // Entertainment

Verrückt: Rund 30 Jahre nach “Bill & Teds verrückte Reise durch die Zeit” und “”Bill & Teds verrückte Reise in die Zukunft” wird es einen dritten Film mit Bill & Ted geben: “Bill & Ted Face the Music” – und wieder spielen Keanu Reeves und Alex Winter die Hauptrollen. Eine Meldung, die am Montagnachmittag aus Cannes in die Welt schwappte – und in den sozialen Netzwerken begeistert aufgenommen wurde. Der Hollywood Reporter, der die Meldung als erstes Medium veröffentlichte, sammelte 27.000 Interaktionen bei Facebook und Twitter ein, Entertainment Weekly sogar 46.000, zahlreiche weitere Film-Magazine und -Blogs erreichten ebenfalls fünf- oder zumindest vierstellige Interaktionsraten.

#trending // Worldwide

Welche Folgen der Ausstieg der USA aus dem Iran-Abkommen, den Donald Trump am Montagabend deutscher Zeit verkündete, hat, ist noch nicht absehbar. Die Kritik an der Entscheidung ist jedoch immens und übersteigt die Zustimmung in den sozialen Netzwerken klar. Der erfolgreichste Post stammt dabei von Trump-Vorgänger Barack Obama. Mit Sätzen wie “Walking away from the JCPOA turns our back on America’s closest allies, and an agreement that our country’s leading diplomats, scientists, and intelligence professionals negotiated. In a democracy, there will always be changes in policies and priorities from one Administration to the next. But the consistent flouting of agreements that our country is a party to risks eroding America’s credibility, and puts us at odds with the world’s major powers.” sammelte er auf Facebook innerhalb von vier Stunden mehr als 300.000 Likes & Co. ein, auf Twitter 250.000. Weitere populäre Social-Media-Reaktionen stammen von Bernie SandersJoe BidenEmmanuel Macron, dem ehemaligen CIA-Direktor John O. Brennan und dem Satire-Account “God”.

#trending // Deutsche Tops des Tages

Story nach Social-Media-Interaktionen: Bild – “Tierquäler vor Gericht – Hund ‘Asko’ an Baum erhängt” (15.800 Interaktionen bei Facebook und Twitter)

Story nach Likes & Shares bei Twitter: Welt – “Familiennachzug soll im Ausnahmefall auch für Gefährder gelten” (2.400 Retweets und Likes)

Story bei Blendle (nach Likes): National Geographic – “Das Erbe in unseren Genen

Google-SuchbegriffEurovision 2018 (100.000+ Suchen)

Wikipedia-Seite8. Mai (23.900 Abrufe)

Youtube-Video: MrWissen2go – “Was wäre, wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte?

Song (Spotify): Capital Bra – “Neymar” (612.200 Stream-Abrufe aus Deutschland am Montag)

Musik (Amazon): Various – “Bravo Hits Vol. 101” (Audio CD)

DVD/Blu-ray (Amazon): “Star Wars: Die letzten Jedi” (Blu-ray)

Game (Amazon)PSN Card-Aufstockung | 10 EUR

Buch (Amazon): Bayerisches Landesamt für Datenschutzaufsicht – “Erste Hilfe zur Datenschutz-Grundverordnung für Unternehmen und Vereine: Das Sofortmaßnahmen-Paket” (Taschenbuch)

#trending // Feedback und Teilen

Anmerkung: Alle in #trending genannten Zahlen beziehen sich wenn nicht anders vermerkt auf den Vortag der Newsletter-Veröffentlichung (Stand: 24 Uhr)

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Alle Kommentare

  1. #trending finde ich als Idee und in seiner Umsetzung sehr gelungen und ich lese es nahezu täglich.
    Noch besser würde es mir allerdings gefallen nur eine Auflistung der Fakten zu bekommen und nicht die wertende Einschätzung des Autors.
    Denn eine Meinung möchte ich mir gerne selber bilden und benötige hierzu keine Anleitung.

    1. Sie werden damit leben müssen, dass in einem personalisierten Format wie #trending ab und zu auch meine eigene Meinung zu lesen ist.

      1. ….und manch einer ist sogar dankbar für als Einordnungen erkennbare Einordnungen.

      2. Sehr gute Sache.

        Auch der Journalismus muss nämlich damit leben, dass Menschen ihre eigene Meinung haben und vertreten, hinterfragen und nicht einfach die Ansicht von medien unreflektiert übernehmen.

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