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Q1-Bilanz von ProSiebenSat.1: Der digitale Gemischtwarenladen tritt auf der Stelle

ProSiebenSat.1-Vorstand Conrad Albert
ProSiebenSat.1-Vorstand Conrad Albert

Wenn in der Pressemitteilung zu einer Quartalsbilanz statt der üblichen Jubel-Arien das Wörtchen "solide" auftaucht, dann kann man sich schon denken, dass es nicht gar so super-prickelnd gelaufen ist. So geschehen bei dem TV- und Digitalkonglomerat ProSiebenSat.1. Unter dem kürzlich gegangenen CEO Thomas Ebeling eilte die Senderkette von Erfolg zu Erfolg und schließlich in en Dax. Dort ist P7S1 mittlerweile wieder rausgeflogen, der Umsatz tritt auf der Stelle.

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Der Umsatz von P7S1 sank im 1. Quartal um 3% auf 881 Mio. Euro. Grund seien vor allem die “Entkonsolidierungen” im Travel-Bereich sowie Währungseffekte. Die Gruppe hatte sich im vergangenen Jahr von ihren Reiseportalen getrennt, der Umsatz fehlt nun entsprechend. Organisch und um Währungseffekte bereinigt seien die Erlöse um 1% gestiegen, also praktisch stagniert. Das adjusted EBITDA sei um 7% auf 200 Mio. Euro (Vorjahr: 188 Mio. Euro) geklettert und der bereinigte Konzernüberschuss erhöhte sich um 6% auf 93 Mio. Euro (Vorjahr: 88 Mio. Euro). Es läuft also durchaus noch, aber ein dynamischer Wachstumsgigant ist die P7S1-Gruppe nicht mehr.

Conrad Albert hält als Interims-CEO den Laden zusammen bis im Juni der beim Staubsauger-Hersteller Dyson im Unfrieden geschiedene Max Conze als neuer CEO aufläuft. Der wird den nicht ganz leichten Job haben, dem leicht erschlafften Konzern wieder Beine zu machen. Die Werbe-Umsätze sind “stabil”, das Distributions- und AdTech-Geschäft habe “Wachstumsbeiträge geliefert”. Bei der Content Produktion und den Global Sales gab es Rückgänge. In der neu formierten NuCom Group, in der der Konzern nun seine E-Commerce-Aktivitäten bündelt, hätten der Parfüm-Verkäufer Flaconi, der Sex-Shop Amorelie sowie die Online-Dating-Portale Parship und ElitePartner ihre Umsätze steigern können. Beim Business mit Geschenk-Gutscheinen schlägt nun positiv zu Buche, dass sich die Gruppe den Laden von Ex-“Höhle der Löwen”-Juror Jochen Schweizer einverleibt hat.

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Für das Gesamtjahr werden die Ziele bestätigt: Der Umsatz soll im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen. Im zweiten und dritten Quartal rechnet man mit einem rückläufigen operativen Gewinn (da ist auch die Fußball-WM, die aufs Werbe-Geschäft im Privat-TV drückt), was im vierten Quartal ausgeglichen werden soll. Wie auch die Axel Springer SE wendet ProSiebenSat.1 2018 erstmals den neuen Rechnungsstandard IFRS 16 an.

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