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F8-Konferenz: Facebook startet ein Dating-Angebot – Aktie von Tinder-Mutter Match implodiert

Facebook-CEO Mark Zuckerberg
Facebook-CEO Mark Zuckerberg

Showdown in San Jose: Auf der turnusmäßigen Entwicklerkonferenz F8 hat Facebook-Chef Mark Zuckerberg einen Neustart des weltgrößten Social Networks beschworen. Der Noch-33-Jährige machte sichtlich gut gelaunt und selbstbewusst zahlreiche Produktankündigungen – darunter ein Nachfolgemodell zur VR-Brille Oculus, die bereits für 199 Dollar zu haben sein soll. Die eigentliche Überraschung gelang Zuckerberg mit einem Dienst, der seit Jahren überfällig scheint: ein Dating-Angebot für Singles, das Branchenprimus Match an der Börse zum Absturz bringt.

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Blau schlägt grau: das war die erste sichtbare Überraschung auf der Keynote. Nach mehr oder weniger als einer Dekade in grauen T-Shirts und Blue Jeans trat der Facebook-Chef in dunkelblauem Pulli und schwarzer Hose vor die Entwicklergemeinde.

Symbolischer konnte das Zeichen  kaum gesetzt werden: Ich bin erwachsen geworden, sollte die offenkundige Botschaft wohl lauten.  Erwachsen, um  nach dem Datenskandal um Cambridge Analytica, den Zuckerberg mit seinem Auftritt vor dem US-Senat und der starken Quartalsbilanz bereits ein großes Stück weit hinter sich gelassen hatte, einen Neustart einzuleiten.

Facebook enthüllt Oculus Go

“Dies war bisher ein intensives Jahr. Ich kann kaum glauben, dass erst vier Monate herum sind”, eröffnete Zuckerberg mit einem Lacher die rund 30-minütige Keynote. Erneut gab sich der Facebook-Chef demütig, räumte ein, dass es in diesen Tagen wohl nicht einfach sei, ein App-Entwickler für Facebook-Angebote zu sein und dankte ebenfalls dem scheidenden WhatsApp-Gründer Jan Koum, der den drittwertvollsten Internetkonzern der Welt wohl im Streit  verlassen hat.

Dann wurde Zuckerberg mit Produkt-Updates konkret: Der Facebook-Chef enthüllte eine Alternative zur Virtual Reality-Brille Oculus Rift, die 2016 zunächst für 599 Dollar angeboten wurde. Die neue VR-Brille von Oculus, die ohne Computer auskommt, allerdings leistungsschwächer sein soll, heißt Oculus Go – und kommt nun schon für 199 Dollar oder 219 Euro in den Handel.

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Facebook entdeckt das Flirten

“Wir müssen Technik-Angebote machen, die Menschen enger zusammenbringen”, wiederholte Zuckerberg sein Mission Statement, wandte es aber diesmal auch auf einen Bereich an, der auf dem Social Network bislang vernachlässigt wurde: das Flirten auf Facebook.

Seit jeher eignet sich das soziale Netzwerk durch seine unverfänglichen Kontaktmöglichkeiten als idealer Tummelplatz zum schnellen Flirt. “Are you interested” hieß in den Nullerjahren etwa die App eines Drittanbieters. Tinder professionalisierte das Dating-Verhalten paarungswilliger Groß- und Kleinstädter im Mobilzeitalter: Ein Wisch nach rechts, fertig war das Match.

Neues Dating-Angebot bringt Match Group an der Börse zum Absturz

Dass es Tinder mit der einfachen Verwendung des Facebook-Profils zum Multimilliarden-Dollar-Angebot geschafft hat, das dem Mutterkonzern an der Börse zum Höhenflug verholfen hat, muss in Menlo Park irgendwann auch jemandem aufgefallen sein. Die Folge: Mark Zuckerberg lässt wie in der Vergangenheit, wenn ein Rivale zu mächtig wurde, die Muskeln spielen – und bietet den Dienst selbst an.

So sollen Facebook-Nutzer, deren Beziehungsstatus Single ist, künftig die Möglichkeit haben, andere Nutzer des Social Networks zu Dating-Zwecken kennen zu lernen. Der Dating-Dienst sei von dem Nutzerprofil und Newsfeed losgelöst, d.h.: bestehende Freunde bekommen  nichts von den Flirtversuchen mit. Freunde sollen in der Dating-App zudem nicht vorgeschlagen werden.

Facebooks angekündigte Flirt-Offensive zeigte umgehend in Dollar und Cent Folgen. An der Wall Street stürzte die Aktie der Tinder-Mutter Match Group dramatisch ab: Das Papier verlor mehr 22 Prozent an Wert.

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