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Noch keine Einigung erreicht: DJV und dju unterbrechen Tarifverhandlungen mit BDZV

Habemus Tarifvertrag:   Kajo Döhring vom DJV (l) und Georg Wallraff (BDZV) haben sich auf einen Kompromiss geeinigt. Verdi verweigert sich dem allerdings noch
Habemus Tarifvertrag: Kajo Döhring vom DJV (l) und Georg Wallraff (BDZV) haben sich auf einen Kompromiss geeinigt. Verdi verweigert sich dem allerdings noch

Die Journalistengewerkschaften verlangen einen neuen Tarif für Tageszeitungen mit 4,5 Prozent mehr Einkommen. Auch die Situation von Volontären und Jungredakteuren soll sich mit einer Gehaltsanhebung von mindestens 200 Euro verbessern. Doch nach der fünften Verhandlungsrunde mit dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger BDZV haben DJV und dju die Tarifverhandlungen unterbrochen.

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“Es war einfach nur enttäuschend”, fasste der Verhandlungsführer des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Georg Wallraf, das Ergebnis der fünften Verhandlungsrunde mit dem Deutschen Journalisten-Verband (DJV) und dju in Ver.di über einen neuen Gehaltstarifvertrag (GTV) für Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen zusammen. “Wir haben den Journalistengewerkschaften ein gutes und sehr differenziertes Angebot gemacht, das unsere Möglichkeiten ausreizt. Gleichwohl sind wir nicht zum Abschluss gekommen, DJV und dju haben die Tarifverhandlungen unterbrochen.” Die Gewerkschaftsseite verkenne die wirtschaftlichen Spielräume der Verlage, betonte Wallraf. Tarifverträge müssten die gesamte Branche abbilden. Umso unverständlicher sei es, dass DJV und dju nicht auf diesen Dialog eingingen.

Die Verleger hätten zwei unterschiedliche und materiell deutlich verbesserte Paketlösungen angeboten. Gerade auch für Volontäre und Berufseinsteiger sollten dabei die Leistungen überproportional angehoben werden. Für Redakteurinnen und Redakteure hätte es danach entweder bei einer Laufzeit von 24 Monaten eine Anhebung von insgesamt 2,8 Prozent plus eine Einmalzahlung von 250 Euro zum 1. Mai 2018 gegeben oder alternativ bei einer Laufzeit von 30 Monaten zwei Anhebungen in Höhe von zusammen 3,2 Prozent und eine Einmalzahlung in Höhe von 300 Euro zum 1. Mai 2018. Obwohl die Verleger darüber hinaus bereit gewesen seien, den Manteltarifvertrag nicht vor dem 30.6.2020 zu kündigen und einen Tarifvertrag für die Altersversorgung der Online-Redakteure in tarifgebundenen Gesellschaften abzuschließen, hätten DJV und dju sich keinen Zentimeter bewegt, bedauerte Wallraf. “Wir fordern die Gewerkschaften auf, endlich konstruktive Gegenangebote zu unterbreiten und an den Verhandlungstisch zurückzukehren.”

DJV-Verhandlungsführer Kajo Döhring hingegen sagt: „Das sogenannte Tarifangebot liegt deutlich unter der Teuerungsrate und ist für uns nicht hinnehmbar.“ Es sei bedauerlich, dass die Verleger auch in der fünften Tarifrunde keine Einigungsbereitschaft zeigten, sagte der DJV-Verhandlungsführer. Die Tarifrunde wurde begleitet von einer Vielzahl von Warnstreiks in mehreren Bundesländern, an denen sich weit über 1.000 Journalistinnen und Journalisten beteiligten. Die Streiks sollen auch in den kommenden Tagen weiter geführt werden, heißt es in einer Pressemitteilung des DJV. „Ich danke allen Kolleginnen und Kollegen für ihr Engagement“, sagte Döhring. „Das ist die einzige Sprache, die die Verleger verstehen.“ Er kündigte an, dass die bisherigen Arbeitskämpfe nur einen Vorgeschmack auf die kommenden Auseinandersetzungen geliefert hätten: „Die DJV-Tarifkommission ist sich mit den Kollegen in den Redaktionen völlig einig, dass am Ende ein Einkommenszuwachs stehen muss.“

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Die Tarifverhandlungen wurden vorerst unterbrochen. Mit der Verhandlungssituation und dem weiteren Vorgehen werden sich jetzt die zuständigen Gremien des DJV befassen.

Anmerkung der Redaktion (26.4.2018, 09.00 Uhr):
In einer ersten Version des Textes hatten wir eine Version veröffentlicht, in der ausschließlich die Sichtweise des BDZV geschildert wurde. Die Statements des DJV wurden nachträglich ergänzt.

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