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Das krachlederne Missverständnis: Markus Söder und das Kreuz mit den Medien

Markus Söder plus Kreuz
Markus Söder plus Kreuz

Es ist sehr leicht, sich über den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder lustig zu machen. Der Mann erscheint dem linksliberalen Milieu und dem Medienbetrieb als tumb. Entsprechend zahlreich sind die Memes über Söder und auch die Erregung über seine Anordnung, Kruzifixe im Eingangsbereich bayerischer Amtsstuben aufzuhängen. Möglicherweise zeigt sich an Markus Söder aber, wie sehr mittlerweile die Wahrnehmung von Politikern in Medien und Bevölkerung auseinanderklafft.

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Natürlich muss man Söders Kruzifix-Coup als Wahlkampf-Maßnahme sehen. Zumindest auch. Am 14. Oktober wird Bayern ein neuer Landtag gewählt und Söder muss sich dann erstmals dem Votum der Bayern stellen. Es war sein Wunschtraum, bayerischer Ministerpräsident zu werden. Nun ist er es geworden und er will es auch bleiben. Die Sache mit dem Kreuz ist für ihn Bekenntnis zum christlich, bayerischen Abendland und damit zur Tradition. Wenn er damit die entsprechenden Milieus aufmischen kann, ist das für ihn umso besser. Das staatliche Neutralitätsgebot will Söder dadurch umgehen, dass die Kreuze nur im Eingangsbereich aufgehängt werden sollen. Ob dieser bauernschlaue Move reicht, um etwaige Verfassungsbeschwerden abzuwehren, wird man sehen. Nach der Landtagswahl ist das dann aber auch schon wieder ein bisschen egal. Auf das Zeichen kommt es an.

Dabei geht Söder maximal hemdsärmelig, robust und instinktgesteuert vor. Fotos in Sozialen Netzwerken in Tracht. Fotos vom ersten Spargelstechen in Franken. Überhaupt: Spargel. Schon vergangenes Jahr zog Söder den Netz-Spott auf sich, als er ein Foto von fränkischem Spargel mit prallen Bratwürsten veröffentlichte.

Bislang hat es ihm nicht geschadet, sich so zu präsentieren. Söder kehrt bei jeder Gelegenheit den Bayern im Allgemeinen und den Franken im Besonderen heraus. Er hat die für ein Political Animal erster Güte notwendige Kondition und unerschöpflich scheinende Kraftreserven. Mehrere Termine an einem Abend mit jeweils frei gehaltenen Reden – kein Problem.

Die Witzbolde im Web vergessen manchmal, dass einer wie Söder halt nicht einfach nur tumb und blöd sein kann, wenn er da steht, wo er steht. Dazu braucht es schon Stamina und eine Qualifikation. Für Linke und Medienschaffende ist Söder aber eine Reizfigur. Der ganze Kerl eine einzige konservative Provokation. Er sieht schon so aus, als sei er jederzeit bereit, sich in eine Wirtshaus-Schlägerei zu stürzen. Er vertilgt Spargel, schüttet Wein rein und redet hinterher noch über die Vorzüge des schönen Bayernlandes. Grob wie die Wurst auf seinem alten Facebook-Posting. Danach fährt er in Lederhosen mit dem Bus heim und träumt weißblau.

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Da ist nix Feinsinniges, Geschliffenes. Er hat zwar einen Humor, aber auch der ist krachledern. Söder ist Bierzelt und nicht Salon. Es wäre aber ein Fehler, die äußere Erscheinung mit einem Mangel an Intelligenz und politischem Gespür gleichzusetzen. In Bayern galten und gelten schon immer ein bisserl andere Maßstäbe, die im Rest der Republik nicht komplett verstanden werden. Schaut man sich die mediale Rezeption eines Markus Söder an, dann könnte man glatt auf die Idee kommen, in Bayern laufen lauter rückständige Trachtenträger herum, die dem Wahlerfolg der AfD nacheifern. Dabei ist es im Selbstverständnis der CSU gerade umgekehrt. Die Bayern-Partei sieht sich selbst als Original, als die natürlich Heimstatt des Konservativen und die AfD als braunen Emporkömmling. Ratschläge, man solle doch die AfD nicht nachahmen oder gar “rechts überholen” wollen, verfangen darum nicht.

Die Tagespolitik in Bayern ist oft pragmatischer als es die krachlederne Bierzelt-Folklore vermuten lässt. Das verstehen viele Außenstehende nicht. Immerhin hat der Freistaat auch das den enormen Flüchtlingszuwachs von allen Bundesländern mit am besten gemanagt, obwohl die Herausforderungen hier mit am größten waren. Söder steht durchaus in einer Tradition mit früheren, erfolgreichen Ministerpräsidenten, die immer auch Populisten waren. Nur dass das in Bayern nicht unbedingt als Schimpfwort verstanden wird.

Dämonische Aufmachung bei SZ.de

Dabei ist schon auch interessant, wie die Medien sich an Söder abarbeiten. Die Süddeutsche Zeitung etwa illustrierte den schäumenden Kommentar von Heribert Prantl zum Kruzifix mit einer Schwarzweiß-Version des Söder-Fotos, auf dem dieser besonders dämonisch wirkt. In der Dachzeile des Kommentars ist die Rede von einem “Kruzifix-Befehl”. Der Kunst der Zuspitzung wird offensichtlich nicht nur in Boulevardredaktionen gefrönt.

Früher einmal, da drängte die politische Klasse in die Medien. Für den Wahlerfolg war “gute Presse” essentiell wichtig. Das ist heute nicht mehr so. Die Meinungsbildung läuft zu einem großen Teil an den klassischen Medien vorbei auch über Soziale Medien. Söder hat das erkannt und nutzt die Klaviatur, die Social Media ihm bietet, eifrig und gekonnt. Die Wut eines Heribert Prantl mag bei der anstehenden Landtagswahl womöglich hilfreicher sein, als ein wohlwollender Kommentar oder schulterklopfender Leitartikel.

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Alle Kommentare

  1. Win-win

    Insbesondere den letzten Absatz würde ich unterstreichen. Die Süddeutsche dürfte in der Kernwählerschaft der CSU zwar noch nie eine große Rolle gespielt haben, inzwischen nähert sich ihre publizistische Stimme in Söders Zielgruppe aber wohl der Bedeutungslosigkeit. Während die sozialen Medien immer wichtiger werden.
    Der Süddeutsche bleibt nach Seehofers Abgang aber das für sie wichtige Feindbild erhalten, an dem sie sich abarbeiten kann. Die Leser der Süddeutschen goutieren das gewiss. Und Söder nutzt die Schnappatmung aus der linksliberalen Ecke durchaus, um sich abzugrenzen. So profitieren beide, Prantl wie Söder.

    1. Ich habe mir gestern mal die Auflagenzahlen der Süddeutschen durchgelesen, sie liegen um rund ein Drittel über denen der FAZ (die man wahrlich nicht als wie auch immer links geartet bezeichnen kann). Damit ist die SZ nach der “Bild” die größte Tageszeitung Deutschlands – und in Puncto Relevanz vermutlich die wichtigste. Man sollte also nicht unbedingt so voreilig sein, wenn es um die Marginalisierung der SZ geht. In meinen Augen ist die Stärke der CSU in Bayern nicht nur ihr eigener Verdienst, sondern auch Folge einer außergewöhnlich schwachen Opposition. Wann kam das letzte Mal ein profilierter SPD-Kopf aus Bayern?

      Im Moment scheinen sich die führenden Köpfe der CSU tatsächlich auf die von Dobrindt postulierte “konservative Revolution” zu versteifen. Ich bezweifle, dass die Leute das mitmachen werden. Natürlich kann man mit Flüchtlingsangst allerhand zukleistern, doch irgendwann werden die Leute es merken, wenn Verkehrsminister Scheuer wegen seiner Amtsverweigerung in der Diesel-Affäre voll eine vor den Koffer kriegt, wenn trotz der dreist-forschen Sprüche von Doro Bär immer noch kein Breitband-Internet im Zug von Augsburg nach München funktioniert und wenn jeder Gang aufs Amt trotz Kreuz über der Tür immer noch eine zähe Angelegenheit ist.

      1. @Frank

        Sie kommen mir vor wie ein Ausserirdischer, der gestern in Deutschland gelandet ist.

        >FAZ (die man wahrlich nicht als wie auch immer links geartet bezeichnen kann)

        FDP Don Alphonso war dort, bevor der seinen Hut nehmen musste, der Rechteste.

        Die FAZ ist absolut linksversifft, genau wie Die Welt

      2. @Klaus: Sorry, der Außerirdische einer komplett anderen Galaxie sind schon eher sie. Die FAZ ist Lichtjahre davon entfernt, “wie auch immer links geartet” zu sein. Ihr Weltbild ist jedoch derart ultrarechts, dass natürlich alles andere links und außerirdisch erscheinen muss. Versuchen Sie es doch zur Abwechslung mal mit sachlichen Argumenten und lassen dabei polemische Kampfbegriffe und Richtungsangaben wie links und rechts weg. Dann kommen wir vielleicht wirklich mal zu einer inhaltlichen Diskussion, die beide Seiten weiterbringt und zumindest zu einigen kleinen Schnittmengen führt. Oder besteht daran schon überhaupt kein Interesse mehr? Geht es ausschließlich um tumbe Konfrontation und Abgrenzung?

  2. @ zu dem einen Foto: Der Spargel ist grau und die eine Bratwurst schwarz verbrannt – was sagt uns das?

  3. Tumb ist vor allem aber dieser Satz: “Der Mann erscheint dem linksliberalen Milieu und dem Medienbetrieb als tumb”.
    Im Vergleich zum streng rechtskonservativen Söder sind nahezu alle linksliberal – wenn er so weiter macht, sogar die Rechtsradikalen…

  4. “Das staatliche Neutralitätsgebot will Söder dadurch umgehen, dass die Kreuze nur im Eingangsbereich aufgehängt werden sollen”.

    Staatliches Neutralitätsgebot? Bischöfe werden nicht von der Kirche, sondern aus allgemeinen Steuermitteln nach B-Besoldung bezahlt.

  5. Linke und Medienschaffende haben ihren Kampf doch schon längst verloren.
    Der Leser weiß es bereits. Die Wähler auch.
    Bis zum nächsten Messerangriff eines “traumatisierten Manns” auf Seite 3 des übernächsten Tages nachdem Facebook mal wieder schneller war und zur Berichterstattung genötigt hat.
    Wer das Lied der Islamisierung singt, hat eben früher oder später Blut an den Händen. Da hilft es wenig, wenn man sich eben noch für Kopftücher und Verschleierung in Amtsstuben einsetzen will und jetzt auf ein schlichtes Holzkreuz schimpft.
    Immerhin sind die Islamverbände auch erbost über Kreuze mitten in Deutschland; ist man aus den einschlägigen Heimatländer doch gerade anderes hinsichtlich Pluralität, Toleranz und Vielfalt gewohnt.
    Aber vielleicht kommt von denen die Rettung von Spiegel, SZ, Zeit und Co.
    Im antizionistischen Straßenkampf gegen Kippa und Israel stehen deren Leser ja immerhin auch schon mit Islamisten Hand in Hand. Das könnte die gemeinsame Zukunft sein. Man müsste eben nur auf Seite 1 täglich und fett “Allahu akbar” abdrucken.
    Wäre aber auch nur eine kleine Umstellung für diese Blätter.

    1. Ach Eumes, du bist ja auch im Bild oben… da… gleich direkt unterhalb vom Spargel… ganz braun gebrannt (Zufall?)

    2. Nach Eumes Lesart wissen es etwa 13 Prozent der Wähler besser – soviel besser, dass alle anderen nur linke Träumer und Schwachköpfe sein können. Wo kommt eigentlich solch erstaunlicher Hochmut her? Und das dann auch noch gepaart mit schwerster Islam-Paranoia. Getoppt wird das noch von einer blühenden Fantasie, die den Spiegelleser Hand in Hand mit pöbelnden, antisemitischen Islamisten sieht. Ist dem Mann noch zu helfen?

      1. Nein, dem Mann ist nicht mehr zu helfen. Wenn sogar die Kirchen sich gegen die Vereinnahmung ihres Glaubenssymbols durch die CSU wehren, dann scheint hier einer was nicht gemerkt zu haben: Markus Söder.

    3. @ Eumes
      Super Kommentar. Der Spagat, den die linken Medien machen müssen, um Merkels unverantwortliche Politik der offenen Grenzen und der Hofierung des Islams zu verteidigen, wird mit jedem Anschlag und mit jedem gewaltsamen Vorgehen junger männlicher Schutzsuchender grösser. Ich bin mal gespannt, wie lange es dauert, bis die veröffentlichte Meinung gibt und die linken Meinungsführer gezwungen sind, zuzugeben, dass die sog. Rechten mit ihren Sorgen und Befürchtung richtig lagen.

      1. @Schrottpresse: Eigentlich müssten wir uns ja einig sein, dass jede einzelne Tat (egal, ob nun von Muslimen, Christen, Atheisten oder sonstewas) eine Tat zuviel ist. Bei Ihren Kommentaren kommt aber sehr deutlich durch, dass Sie auf jedes Vergehen eines Muslimen (und zwar egal, ob es ein neuer Zuwanderer oder in dritter Generation hier Aufgewachsener ist) geradezu geil sind, um Ihre Meinung bestätigt zu sehen. Mir fällt dazu nur eins ein: Das ist krank.
        Widerum einig dürften wir uns sein, dass es griffige Maßnahmen braucht, um Gefahren abzuwenden und potentielle Gefährder rechtzeitig zu identifizieren und auf schnellstem Wege auszuweisen. Mit einem Kreuz über der Tür einer Behörde ist das aber nicht getan.

      1. Das rettet den Kommentar auch nicht mehr.

        Dann strengt euch mal an, auf dass „die linken Meinungsführer gezwungen sind, zuzugeben, dass die sog. Rechten mit ihren Sorgen und Befürchtung richtig lagen“. Das wird dann der lange Marsch durch die Institutionen resp. durch die ganzen Kommentarspalten der Medien, die euch noch die Ablagerung euren Mists erlauben.

      2. Ist bereits in vollem Gange. Steigende Grundsteuern und Straßensanierungskosten sind bundesweit in der Umsetzung und das in Zeiten von Rekordsteuereinnahmen und Kämmeren, die noch vor 12 Monaten von sich gegeben haben, dass die Kommunen so viel Geld hätten, dass man sich noch mehr “Fachkräfte” leisten kann. Kritik an inkompetenter Politik lässt sich mit dem panischen Hinweis auf “Spaltung der Gesellschaft” nicht beseitigen. Und linke Medien werden das Thema sicher nicht anfassen. Aber gerade deshalb wird es trotzdem durch alle gesellschaftlichen Institutionen laufen. Von leeren Sozialkassen und kaputten Rentensystemen ganz zu schweigen.

    4. @Eumes

      Die ganzen verdummten Helfer ziehen sich aktuell schon in grosser Anzahl zurück ins Privatleben.

      Und es wird auch schon vermehrt sichtbar vorgebaut, am Ende soll Merkel die Schuld alleine tragen.

      Kennt man ja…

      1. Klaus, Sie haben schlichtweg keine, aber auch gar keine Ahnung von den Helfern, kennen vermutlich keinen einzigen davon persönlich, leisten sich aber das Urteil “verdummte Helfer”. Das sagt zumindest sehr viel über Ihren seelisch-moralischen Zustand aus. Mein Beileid.

      2. @Tyll

        Im Gegenteil, ich habe da ne ganz gute Übersicht.

        Der typische Helfer, ist satt, weiblich, politisch unbedarft, sozial absolut unintelligent und scheut die Verantwortung.

  6. In Bayern wird gerade ein Polizeiaufgabengesetz verabschiedet, das einer südamerikanischen Militärdiktatur gut zu Gesicht stünde, ein weiteres Gesetz soll den Weg ebnen für ein Register von Menschen, die einmal in psychatrischer Behandlung waren. Und jetzt soll in einem Land, in dem Atheisten die größte Bevölkerungsgruppe stellen, eine christliche Vorherrschaft qua Gesetz postuliert werden.

    Ich bin nicht bei der Bundeswehr gewesen und habe mit der Waffe in der Hand unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung verteidigt, damit dieser Populist einfach mal im Handstreich meine bürgerlichen Grundrechte schleift. Und es mag ja sein, dass dieser Pseudodemokrat Angst hat vor dem Verlust seiner absoluten Mehrheit. Aber das Bundesverfassungsgericht wird hoffentlich weniger ängstlich sein.

    Horst Seehofer hat Markus Söder die charakterliche Eignung abgesprochen, das Amt des bayerischen Ministerpräsidenten auszuüben. Ich kann nicht umhin, dem Mann Recht zu geben.

      1. Ein linksextremer Wehrdienstleistender…herrje.
        Werden Sie doch bei der Otto-Brenner-Stiftung vorstellig.
        Die suchen eifrig Mitkämpfer für die Sache.

      2. @Ozapft: So, wie Sie den Begriff “linksextrem” benutzen, sind Sie wohl komplett von Linksextremisten umgeben. Muss ja schlimm sein!

    1. @Frank Sie wissen wohl nicht was in Deutschland aktuell abläuft.

      Alle Personen die sich offen gegen das Merkel-Regime stellen werden auf praktisch jeder Ebene politisch verfolgt.

  7. Es mag sich ja die “linksliberale” Presse und auch das Publikum daran abarbeiten, aber es stört mich, dass Herr Söder sich derartig der christlichen Religion und dessen Symbol bedient, um hier bayrische Politik zu machen. Ich finde es als Christ und nicht als etwaiger Linksliberaler unerträglich – bayrisch hin oder her. Es ist ein mediales Kaschperltheater! Erst erklärt der MP das Kreuz sei kein Symbol für eine Religion, um dann am nächsten Tag zu relativieren es sei zwar ein solches Symbol, aber… . Ich finde so eine Vorgehensweise furchtbar. Herr Winterbauer sagt im Artikel eigentlich nichts, der Artikel ist rundgelutscht und relativiert mit allbekannten Fakten. Dann doch lieber Prantl oder Broder mit klarer Kante.

    1. Ziel ist, die 60+ Omis und Opas sollen nicht AFD wählen, bei politischen Blindgängern funzt das mit dem Kreuz in dieser Altersgruppe wunderbar.

  8. Echte Konservative halten Söder für ne Luftpumpe, genau wie Seehofer.

    Im Prinzip machen die linksextremen Medien über Bande wissentlich Wahlkampf für die linke CSU.

    Nur zur Info, mindestens 80% der Illegalen Migranten kommen über die bayerische Grenze. FJS hätte diese noch im Alleingang abgeriegelt.

  9. Der Autor findet es also anerkennenswert, dass Söder ein “Politic Animal erster Güte” mit “unerschöpflichen Kraftreserven” ist und dass er “eifrig und gekonnt” auf der” Klaviatur” der modernen Medien spielt. Was er mit seiner unerschöpflichen Kraft gerade rumwirft und was für ein schepperndes Stück er auf diesem Instrument zum Besten gibt, spielt für den Autor die untergeordnete Rolle.
    Ich finde es auch immer wieder höchst bemerkenswert, mit welchem Selbstverständnis manche Publizisten nicht nur ganz genau wissen, wer oder was das “linksliberale Milieu” ist, sondern auch, wie dieses “Milieu” denkt und fühlt.
    Der Autor behauptet also, Söder werde in den (naturgemäß “linken”) Medien als “tumb” dargestellt. Das stimmt nicht. Vielleicht wäre es schon mal einer Differenzierung wert, dass die “Kreuz-Aktion” selbst zurecht als tumb dargestellt wird. Zurecht. Dass Söder mit brachialer Schlauheit (nein, nicht Bauernschläue!), jetzt lächelnd auf dem Sofa von F.J. Strauß sitzend Aktionen in die modernen Medien pumpt, die AfD-Wähler zurückholen sollen, ist erstens nicht nur offensichtlich, sondern eben gerade aufgrund Söders Intelligenz und Berechnung das eigentliche Ärgernis.
    Und zurecht laufen viele tatsächlich gläubige Christen und Geistliche Sturm gegen diese plakative Aktion, in der das religiöse Symbol (das ja lt. Söder gar keines ist…) als religiös-politischer Folkloreartikel gegen den achso drohenden Islam missbraucht wird.
    Und noch eines: Die Behauptung, “der Freistaat” (= CSU?) habe den “enormen Flüchtlingszuwachs von allen Bundesländern mit am besten gemanagt”, schlägt dem Fass den Boden aus. Wer hier was gemanagt hat, waren die zahllosen Freiwilligen und Mitarbeiter in den Gemeinden, die bis zum Umfallen aus eigener Initiative heraus gehandelt haben, weil sie vom Freistaat und vom Bund alleingelassen wurden, und die vielen privaten Helfer, die sich jetzt von “Konservativen” und “besorgten Bürgern” als Linksversiffte, Teddybärwerfer und Bahnhofklatscher uvm. verspotten lassen müssen. Und eben diese “Bürger” will Söder “heim im die CSU” holen. Das ist der eigentliche, einfache und offensichtliche Skandal.

  10. Nun muss man dazu wissen, dass Herr Markus Söder, seines Zeichens Ministerpräsident von Bayern, wohl vorige Woche in der Staatskanzlei in München symbolisch ein Kreuz fixierte (siehe Presseclub vom 29.04.2018). Wie bereits sein Vorgänger, Herr Horst Seehofer haben beide wohl nicht die geringste Ahnung vom Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland. Hier ist ausdrückglich die Trennung von Staat und Kirche akzentuiert respektive fixiert und dass das Kruzifix absolut nichts in den Amtsstuben/Arbeitsräumen von staatlichen Institutionen zu suchen hat! (Art. 4 Abs. 1 GG). Somit sind die Handlungen vom bayrischen Ministerpräsident Herrn Markus Söder eindeutig als verfassungswidrig zu qualifizieren bzw. zu klassifizieren. Fehlt nur noch, dass in Bayern die Inquisition wieder eingeführt wird. In Bayern ist momentan sowieso der Teufel los: Extreme Verschärfung des Polizeigesetzes und des Psychiatriegesetzes (wurde allerdings wieder auf Drängen der Ärztekammer kassiert bzw. gekippt). Dies alles und vielmehr erinnert an das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte!
    Siegfried Marquardt, Königs Wusterhausen

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