Partner von:
Anzeige

“Das iPhone X ist tot”: Neue Sorgen um das Hochpreis-Smartphone kosten Apple 65 Milliarden Dollar Börsenwert

iPhone_x_photo_screen_lockup_front_back.jpg
Apples iPhone X: Vom Sorgenkind zum Kassenschlager / © Apple

Dunkle Wolken über Cupertino: In der vergangenen Woche musste Apple an der Wall Street erneut einen heftigen Rückschlag verkraften. In den letzten beiden Handelstagen vernichtete der iKonzern beim Kurssturz von rund 7 Prozent mehr als 65 Milliarden Dollar. Der Grund: Immer mehr Banken geben das iPhone X auf und sehen im vergangenen und laufenden Quartal Korrekturbedarf – nach unten. Die renommierte Morgan-Stanley-Analystin Katy Huberty rechnet gar mit einem iPhone-Einbruch auf das Niveau von 2013.

Anzeige
Anzeige

Plötzlich ist Apple wieder ein Wertvernichter – kurz- und mittelfristig. Nicht nur, dass Aktionäre mitansehen mussten, wie binnen nur 30 Stunden am Donnerstag und Freitag beim Kurssturz von mehr als 7 Prozent 65 Milliarden Dollar an Börsenwert ausradiert wurden – auch seit Jahresbeginn ist der iKonzern um 2 Prozent ins Minus gekippt.

Der Grund für Apples neuerlichen Börsenblues ist an sich keine Neuigkeit mehr: Ausgerechnet das mit viel Vorschusslorbeeren im vergangenen November gelaunchte iPhone X bleibt offenkundig immer deutlicher hinter den hochgesteckten Erwartungen zurück.

Knapp sechs Monate nach dem Launch steht fest: Das iPhone X wird kein Hit mehr, zu dramatisch und schnell ist das Interesse am hochpreisigen OLED-iPhone, das eigentlich einen neuen Superzyklus auslösen sollte, abgeflaut. Der große Hoffnungsträger bleibt offenkundig immer deutlicher hinter den hochgesteckten Erwartungen zurück.

iPhone X-Flaute: Zu teuer, alte iPhones zu gut

Die Gründe für die  Käuferzurückhaltung sind hinreichend dokumentiert. Wie die renommierte Investmentbank Piper Jaffray Anfang März in einer Kurzstudie festgestellt hatte, waren 31 Prozent der Besitzer von älteren iPhones nicht bereit, die happigen Preisaufschläge für Apples neues Premium-Smartphone auf den Tisch zu legen.

Das lediglich mit einem Speicher von 64 GB ausgestattete iPhone X startet in den USA  bei 999 Dollar, während Apple in Deutschland happige 1149 Euro für das Einstiegsmodell verlangt; in der größeren Speicherversion mit 256 GB werden hierzulande enorme 1319 Euro fällig. Der häufigste Grund der Upgrade-Verweigerer ist jedoch ein anderer: 40 Prozent der Befragten gaben an, dass das alte iPhone schlicht noch gut funktioniere.

Immer mehr Banken senken den Daumen

Entsprechend haben sich die Research-Abteilungen der Großbanken in den vergangenen Monaten mit immer weiter herabgesenkten Verkaufsschätzungen beim iPhone X überboten. Das Brokerhaus Rosenblatt Securities etwa rechnet damit, dass aktuell gerade noch 1 bis 1,5 Millionen Geräte pro Monat produziert werden.

Eine neue Welle an Hiobsbotschaften versetzte Anleger unterdessen gegen Ende vergangener Woche in Panik. Eine erneute Bestätigung der iPhone-X-Absatzschwäche lieferte am Donnerstag der Zulieferer Taiwan Semiconductor mit schwachen Quartalszahlen und einem enttäuschenden Ausblick für den Rest des Jahres. Der Grund: Der Chip-Hersteller führte eine Nachfrageschwäche im „absoluten Premium-Smartphone-Segment“ an – und meint damit das iPhone X.

Anzeige

Analysten stufen kollektiv herab

Tags darauf senkten weitere Analysten den Daumen. Nicht nur, dass Merrill Lynch und J.P. Morgan ihre Kunden vor “schwacher iPhone-Nachfrage” warnten – auch die renommierte Morgan-Stanley-Analystin Katy Huberty, in der Vergangenheit eine der größten Fürsprecherinnen des Kultkonzerns aus Cupertino, reduzierte ihr Kursziel für Apple auf 200 Dollar. Die Herabstufung betrug zwar nur symbolische 3 Dollar, doch umso schwerer wogen Hubertys mahnende Worte.

“Wir glauben, dass Apple Geschäftszahlen im März im Rahmen der Erwartungen melden wird, glauben aber, dass die Schätzungen für das Juni-Quartal nach unten angepasst werden müssen”, schrieb Huberty in einer Research-Note, die CNBC vorliegt.

Apple droht iPhone-Absturz auf Niveau von 2013

Damit hat die Morgan-Stanley-Analystin begonnen: Sie reduzierte wegen der immer massiveren iPhone-X-Schwäche ihre Absatzschätzungen verkaufter Apple-Smartphones im Juni-Quartal von bereits reduzierten 40,5 Millionen auf nur noch 34 Millionen Einheiten.

Der Einbruch käme einem Erdrutsch gleich: Apple würde im laufenden Quartal happige 7 Millionen iPhones weniger verkaufen als im Vorjahresquartal. Es wäre gleichzeitig der schwächste Absatz seit 2013!

“Das iPhone X ist tot”

Noch deutlicher wurde Mirabaud-Analyst Neil Campling, der in einer Research-Note nach den schwachen Quartalszahlen von Zulieferer Taiwan Semiconductor erklärte, “das iPhone ist X tot“. Campling präzisierte, dass Apple wegen des Nachfrageeinbruchs keine weiteren Komponenten bestellen und das Modell im Spätsommer auslaufen lassen werde.

Genau das hatte bereits Monate zuvor der renommierte Tech-Analyst Ming-Chi Kuo von KGI Securities prognostiziert. Kuo geht allerdings davon aus, dass Apple als Ersatz im Herbst gleich drei neue iPhones im Design des X-Modells auf den Markt bringen wird: ein direktes Nachfolgemodell in 5,8 Zoll, ein Phablet in 6.5 Zoll und ein Mittelpreis-Modell mit LCD-Display.

Keine Neuigkeiten aus der Medien-Branche mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos die MEEDIA-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige
Werben auf MEEDIA
 
Meedia

Meedia