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Wegen DSGVO: Facebook zieht 1,5 Milliarden Nutzer von Irland in die USA um

Facebook reagiert auf die bald in Kraft tretende DSGVO
Facebook reagiert auf die bald in Kraft tretende DSGVO

Am 25. Mai tritt die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in Kraft und auch soziale Netzwerke wie Facebook sind davon betroffen. Damit die Regeln jedoch nur für einen kleinen Teil der rund zwei Milliarden Nutzer weltweit gelten, unternimmt das US-Unternehmen einige Anstrengungen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Grund dürfte sein, dass Mark Zuckerberg möglich Bußgelder gering halten will.

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Die Zuordnung einer großen Mehrheit der rund zwei Milliarden Nutzer weltweit werde umgestellt, teilte Facebook auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters mit. Dass EU-Regeln derzeit auch über deren Grenzen gültig sind, liegt an Folgendem: Bisher fallen alle Mitglieder außerhalb der USA und Kanada unter die Nutzungsbedingungen der internationalen Zentrale in Irland. Dies wird sich nun ab Mai ändern, wie das US-Unternehmen bestätigte.

Demnach werden fortan nur noch 370 Millionen europäische Nutzer dem Hauptsitz Irland zugeordnet. Sie obliegen damit den strengeren EU-Datenschutzvorgaben. Facebook schafft es mit diesem Schritt, dass rund 1,5 Milliarden Nutzer des Netzwerks in Asien, Lateinamerika, Afrika und Australien nicht unter die DSGVO fallen. Die Änderung, berichtet Reuters, betreffe mehr als 70 Prozent des Netzwerks. Im Dezember hatte Facebook 239 Millionen Nutzer in den USA und Kanada sowie rund 370 Millionen in Europa.

Für die 1,5 Milliarden Nutzer seien fortan die als milder eingestuften US-Regeln maßgeblich, erklärt Reuters in seinem Bericht. Damit können jene auch nicht die Rechte und Klagemöglichkeiten der EU-Bürger in Anspruch nehmen.

Hohe Strafen drohen bei Missachtung

Facebook-CEO Mark Zuckerberg dürfte es mit dieser Maßnahme vor allem um die Vermeidung möglicher Strafzahlungen gehen. Gemäß der DSGVO drohen Unternehmen, die dagegen verstoßen, Bußgelder in Höhe von bis zu 20 Millionen Euro oder bis zu vier Prozent ihres weltweiten Umsatzes. Facebook könnte bei einem Umsatz von rund 40 Milliarden US-Dollar wie im Jahr 2017 von einer Milliardenstrafe empfindlich getroffen werden.

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In einem Reuters-Interview vor einiger Zeit hatte Zuckerberg gesagt, man wolle die Privatsphäre auch in Anlehnung an das DSGVO garantieren, verpflichtete sich aber nicht für deren weltweite Übernahme. Bei der Anhörung vor dem US-Kongress in der vorigen Woche hatte er dagegen behauptet, dass alle Nutzer den gleichen Datenschutz wie EU-Bürger bekommen. Er sagte: “Wir wollen all diese Einstellungen überall verfügbar machen, nicht nur in Europa. Generell sind Bestimmungen wie die DSGVO sehr positiv.”

Auch andere Unternehmen scheinen den Schritt von Facebook zu gehen, berichtet die Nachrichtenagentur und nennt das Netzwerk LinkedIn, das seinen Sitz ebenfalls in Irland hat. Nutzer außerhalb der EU sollen ab Anfang Mai nun ebenso zum amerikanischen Firmenteil gezählt werden.

Die DSGVO wurde vor zwei Jahren beschlossen: Sie verpflichtet Unternehmen europaweit gültige Vorgaben für die Speicherung und den Schutz von Daten im Internet zu befolgen. Bei Verstößen drohen hohe Strafen.

(tb)

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