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“Es sollten mehr Fetischisten im Journalismus arbeiten”: Leila Lowfire und Ines Anioli über ihren Sex-Podcast

Let’s talk about sex: Leila Lowfire und Ines Anioli (li.)
Let's talk about sex: Leila Lowfire und Ines Anioli (li.)

Sex sells: Dieser Klassiker unter den Medien-Weisheiten trifft auch auf das Boom-Segment der Podcasts zu. Sex-Talks und andere Audio-Formate über das erotische Verhalten geschlechtsreifer Menschen belegen Spitzenplätze in den Podcast-Charts. Die wohl größten Stars sind Leila Lowfire und Ines Anioli mit “Besser als Sex”. Im MEEDIA-Interview erklären sie, warum die Menschen so gerne Sex-Podcasts hören, ob man davon leben kann und warum zu wenig Fetischisten im Journalismus arbeiten.

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Gibt es überhaupt ein Interview mit Ihnen, das ohne anzügliche Anspielungen bei den Fragen auskommt?
Leila Lowfire: Kommt ganz darauf an, wie man anzüglich definiert. Da wir einen Sexpodcast betreiben, würde es mich eher wundern, wenn die Fragen darum gehen, was wir zum Frühstück hatten.
Ines Anioli: Ich warte bis heute auf die richtig perversen Fragen.

Wie sehr nervt das?
Lowfire: Null.
Anioli: Sehr. Es sollten mehr Fetischisten im Journalismus arbeiten.

Ist es auf Dauer langweilig, immer über Sex reden zu müssen?
Lowfire: Sex spielt eine große Rolle in meinem Leben und ich habe schon viel über Sex gesprochen. Ich finde immer wieder neue interessante Dinge, über die ich gerne spreche, egal ob das mein Sexleben oder das unserer Hörer ist.
Anioli: Es ist genauso langweilig, mit uninteressanten Menschen über Sex reden zu müssen wie mit uninteressanten Menschen über das Wetter zu philosophieren.

Kann man überhaupt so viel erleben, dass man ständig neue Folgen mit neuen Erkenntnissen aufnehmen kann?
Lowfire: Sex hat so viele verschiedene Variablen, man hat eigentlich nie zweimal identischen Sex, von daher klar! Irgendwann hat man die krassen Sachen alle mal ausprobiert und merkt vielleicht, dass man eigentlich ein großer Fan von 08/15-Sex ist, aber selbst darüber kann man stundenlang reden.
Anioli: Nein, deswegen schweife ich auch gerne vom Thema ab.

Warum hören die Deutschen so begeistert Podcasts über Sex? Ist es derselbe Effekt wie bei Kochsendungen: Je weniger die Menschen selber kochen, desto lieber schauen sie Köchen bei der Arbeit zu?
Lowfire: Über Sex wird einfach viel zu wenig gesprochen, dabei gehört das zu unserem Leben wie alle anderen Bedürfnisse auch. Gerade die Deutschen gehören klischeemäßig nicht zu den Menschen, die besonders offen über ihr Sexleben sprechen, bei Sexpodcasts lernt man viel dazu und ich denke auch, dass es manche Leute dazu veranlasst, neue Dinge auszuprobieren, von denen sie vorher dachten sie wären die einzigen, die das geil finden könnten.
Anioli: Vielleicht sind viele von Pornos gelangweilt. Ich hoffe allerdings, dass uns auch viele wegen der Unterhaltung zuhören.

Schon die neue Podcastfolge gehört? #besseralssex @inesanioli #sunset

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Ist es einfacher nur vor einem Mikrofon über Sex zu reden als vor einer Fernsehkamera, wo die Menschen die Sprecher ja auch noch sehen?
Lowfire: Für mich war eher das Gegenteil der Fall, ich bin durch meine bisherige Arbeit sehr kamerafixiert. Meine Stimme fand ich nie so geil, daher war das am Anfang super seltsam für mich, ohne Kamera loszustarten.
Anioli: Ich glaube, es kommt immer auf das Format an. Als ich noch beim Radio gearbeitet habe, fand ich nichts komplizierter als die Städte in der Stau-Show richtig auszusprechen.

Sind die erfolgreichen Sex-Podcasts nur ein kurzzeitiger Hype oder etabliert sich das Genre?
Lowfire: Wir machen das jetzt seit 2016 und wachsen immer noch, ich denke Sexpodcasts sind so zeitlos wie Sex generell.
Anioli: Ich glaube, manche Sex-Podcasts sind wie Beziehungen. Bei manchen ist es Liebe auf den ersten Blick und bei anderen merkst du schon nach kurzer Zeit, dass es nichts Ernstes ist.

Am Anfang war der Podcast ein Teil von Mit Vergnügen. Warum habt ihr Euch selbstständig gemacht?
Lowfire: Wir sind einfach gern independent bitches.
Anioli: Dito.

Wie gut lassen sich Sex-Podcasts vermarkten? Lassen Sie sich möglicherweise besser vermarkten als andere Themen?
Lowfire: Aus Marketingsicht lässt sich unser Podcast natürlich super vermarkten, weil unsere Hörer uns extrem vertrauen. Wir sprechen offen und ehrlich über unsere intimsten Momente und nutzen das dadurch entstehende Vertrauen nicht aus, sondern wählen gezielt Sponsoren, deren Produkte wir selbst feiern. Das ist eine Kombi die für alle Beteiligten von Vorteil ist.
Anioli: Sex sells.

Kann man von einem Sexpodcast leben?
Lowfire: Wenn wir jede Sponsorenanfrage annehmen würden, ja
Anioli: Kommt drauf an. Eine Rolex konnte ich mir davon noch nicht kaufen.

Hier lässt sich der “Besser als Sex”-Podcast bei iTunes hören. 

Der Artikel ist Teil eines Audio-Specials, in dem sich die MEEDIA-Redaktion in einem Schwerpunkt mit den Themenbereichen Audio, Smart Speaker, Radio und Podcasts beschäftigt. Weitere Beiträge aus dieser Reihe gibt es hier.

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Alle Kommentare

  1. Wenn nix mehr geht, dann eben Porno mit einer Prise politischer Stimmungsmache. Aber dann im Podcast zukünftig auch bitte auf Arabisch. Alles andere wäre rassistisch und nationalistisch.

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