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Wegen Kollegah-Skandal: “Fünfter Beatle” Klaus Voormann gibt seinen Echo für das Lebenswerk zurück

Klaus Voormann (l.) und Wolfgang Niedecken bei der Echo-Verleihung: überrumpelt vom Rapper-Skandal
Klaus Voormann (l.) und Wolfgang Niedecken bei der Echo-Verleihung: überrumpelt vom Rapper-Skandal

Der als "fünfter Beatle" bekannte Musiker und Grafiker Klaus Voormann hat aus Protest gegen die Auszeichnung der Rapper Kollegah und Farid Bang seinen Echo zurückgegeben. Voormann war vergangenen Donnerstag mit dem Preis der deutschen Musikindustrie für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden. Zuvor hatten bereits die Echo Klassik-Preisträger Notos Quartett ihre Auszeichnung aus Protest zurückgegeben.

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Klaus Voormann feiert kommende Woche seinen 80. Geburtstag und erhielt den Echo für sein Lebenswerk vergangenen Donnerstag aus den Händen von BAP-Frontmann Wolfgang Niedecken. Voormann entwarf 1966 das Cover des Beatles-Albums Revolver und wurde ein enger Freund der legendären Musiker aus Liverpool. Bei Solo-Projekten von John Lennon, Ringo Starr und George Harrison spielte er Bass und er war Gründungsmitglied von Lennons Plastic Ono Band.

Als Musikproduzent brachte er in Deutschland Trio während der Neuen Deutschen Welle groß heraus und arbeitete u.a. auch mit Nena, Marius Müller-Westernhagen und Heinz Rudolf Kunze zusammen. Seine Nähe zu den Beatles brachte ihm den Spitznamen “der fünfte Beatle” ein.

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Von dem Trubel um dem Auftritt und die Auszeichnung der Gangsta Rapper Kollegah und Farid Bang beim Echo sei er überrascht worden. Mit der Entscheidung, seinen Preis zurückzugeben, habe er sich bewusst Zeit gelassen, um die Texte des umstrittenen Albums der beiden ebenfalls ausgezeichneten Rapper zu lesen, zitiert Spiegel Online aus einer Stellungnahme Voormanns. Mit der Rückgabe des Preises wolle er “sein Unverständnis ausdrücken gegenüber der Verantwortungs- und Geschmacklosigkeit aller verantwortlichen Beteiligten, die es nicht geschafft haben, rechtzeitig Konsequenzen zu ziehen.” Voormann weiter: “Meinen Laudator und Freund Wolfgang Niedecken und mich derart ins offene Messer laufen zu lassen, indem man uns beide und große Teile des Saalpublikums damit in Schockstarre versetzt hat – und das obwohl wir nicht eine Textsilbe verstanden haben -, zeugt nicht für die Wertschätzung einer Lebenswerk-Auszeichnung.”

Das Album “Jung Brutal Gutaussehend 3” von Kollegah und Farid Bang war in der Kategorie Hip Hop Urban ausgezeichnet worden, obwohl es im Vorfeld bereits massive Kritik wegen sexistischen, gewaltverherrlichenden und grob geschmacklosen Texten gab, in denen unter anderem die Zeile “mein Körper definiert wie von Auschwitz-Insassen” vorkommt. Vor Voormann hat bereits das Notos Quartett aus Protest gegen den Echo für Kollegah  und Farid Bang seinen Klassik Echo zurückgegeben.

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