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Kurssturz nach Sorrell-Rücktritt: Aktien von Werbemulti WPP im freien Fall auf 5-Jahrestief

Unter Beschuss: Gegen WPP-Chef Sir Martin Sorrell wurde intern ermittelt
Unter Beschuss: Gegen WPP-Chef Sir Martin Sorrell wurde intern ermittelt

Es ist das Ende einer Ära: Sir Martin Sorrell verlässt den von ihm gegründeten Werbemulti WPP – und die Börse sieht rot. Obwohl Gerüchte über Ermittlungen "wegen persönlichen Fehlverhaltens" bereits seit Wochen kursierten, wurden Anleger über den schnellen Abgang der Werbeikone am Wochenende böse überrascht. An der Londoner Börse brechen WPP-Aktien nach Sorrells Rücktritt zeitweise um mehr als 8 Prozent ein.

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Die Meldung des Rücktritts von Werbetycoon Martin Sorrell als CEO der weltgrößten Werbeholding WPP ist ein Schocker für die ganze Branche – und für den 74-Jährigen selbst.  “Natürlich bin ich traurig, WPP nach 33 Jahren zu verlassen. Ich glaube jedoch, dass es im besten Interesse des Unternehmens liegt, wenn ich jetzt zurücktrete”, erklärte der 1999 zum Ritter geschlagene Starwerber seinen Rückzug, der nach einer internen Untersuchung wegen “persönlichen Fehlverhaltens” erfolgte.

Die weltgrößte Werbeholding  hatte eine Überprüfung eingeleitet, bei der es nach Informationen des Wall Street Journals um Missbrauch von Firmenvermögen und “unangemessenen Verhaltens” ging. Sorrell wies die Vorwürfe entschieden zurück. Die Untersuchung sei inzwischen abgeschlossen, teilte WPP nun mit, nannte aber kein Ergebnis. Es sei nicht um größere Summen gegangen.

Kurssturz auf 5-Jahrestief

Sorrell gilt als eine der schillerndsten Persönlichkeiten der Werbebranche. Der 73-Jährige hatte WPP, zu der auch die deutsche Agentur Scholz & Friends gehört, vom Einkaufswagen-Hersteller zum weltgrößten Werbekonzern gemacht. In die Kritik geriet Sorrell immer wieder durch sein exorbitant hohes Gehalt, das 2016 allein 70 Millionen Pfund betragen hatte – und kaum mehr durch die Geschäfts- und Aktienentwicklung zu rechtfertigen war.

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Im vergangenen Jahr etwa stagnierten die Erlöse von WWP, weil große Marken weniger Geld in klassische Werbung investieren. In der Folge fiel der Aktienkurs innerhalb eines Jahres um 35 Prozent. Der Ausverkauf beschleunigte sich heute nach der Personalie Sorrell weiter: Anteilsscheine von WPP verloren an der Londoner Börse zeitweise mehr als 8 Prozent und stürzten beim freien Fall unter 1100 Pence auf ein 5-Jahrestief.

Anleger trauen der Werbeholding offenbar ohne ihren ikonischen Gründer weniger zu, die digitale Werbewende zu meistern. Die Analysten der Credit Suisse strichen zudem das Kursziel auf 1300 Pence zusammen. Die plötzliche Demission des Werbezars Sorrell zog zu Wochenbeginn den gesamten Sektor mit nach unten: Auch Aktien von Publicis, JC Decaux, Lagardere und des deutschen Außenwerbers tendierten schwächer.

 

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