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Drei Stühle, eine Meinung? Anne Will lädt gleich drei Mitglieder der Atlantik-Brücke zum Thema Syrien ein, erwähnt es im TV aber nicht

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Oft wird an der Gästeauswahl der politischen Talkshows der öffentlich-rechtlichen Sender herumgemeckert. Das gehört längst zur Kritik-Folklore. Am Sonntag eröffnete Anne Will jedoch ohne Not eine ganz neue Flanke: Sie lud gleich drei Vorstandsmitglieder des deutsch-amerikanischen Netzwerkes Atlantik-Brücke ein, ohne die Mitgliedschaft der Gäste beim Thema Syrien-Konflikt transparent kenntlich zu machen.

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An der Themensetzung der politischen Talkshow gab es nichts auszusetzen. So stand die Sendung unter der Überschrift: “Angriffe des Westens auf Syrien – wie gefährlich ist die Konfrontation mit Russland?”.

Als Gäste hatte die Redaktion den CDU-Politiker Norbert Röttgen, der immerhin Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages ist, eingeladen, wie auch den Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, und den FDP-Politiker Alexander Graf Lambsdorff. Des Weiteren gehörten noch der Linken-Politiker und ehemalige UN-Waffeninspektor Jan van Aken und die ARD-Korrespondentin aus Moskau, Golineh Atai, der Runde an.

Auf den ersten Blick entspricht diese Zusammensetzung wohl allen Fairness- und Ausgleichsregeln, die eine öffentlich-rechtliche Talk-Redaktion beachten sollte. Übermedien.de wies via Twitter aber auf einen interessanten Umstand hin: “Na sowas: Gleich 3 der 5 Leute, die gleich bei #AnneWill über den Westen, Russland und Syrien diskutieren, sitzen im Vorstand der #AtlantikBrücke.”

Ein interessanter Einwand. Denn die Atlantik-Brücke ist nicht irgendein Verein. Das Ziel der Gruppe laut Eigenbeschreibung:

Die 1952 gegründete Atlantik-Brücke hat das Ziel, die Zusammenarbeit zwischen Deutschland, Europa und Amerika auf allen Ebenen zu vertiefen. Die transatlantische Zusammenarbeit ist und bleibt gerade in schwierigen Zeiten ein entscheidender Faktor für die globale Ordnung und Stabilität. Jetzt, da nationalistische Strömungen weltweit an Zuspruch gewinnen, sieht sich die Atlantik-Brücke umso mehr ihrem Auftrag verpflichtet. Sie setzt sich für Multilateralismus, offene Gesellschaften und freien Handel ein. Als gemeinnütziger und überparteilicher Verein stärkt die Atlantik-Brücke den Austausch zwischen Politik und Unternehmen, aber auch zwischen jungen Führungskräften und Vertretern der Zivilgesellschaft jenseits der Parteilinien. Die Atlantik-Brücke bietet eine Plattform für unterschiedliche Perspektiven und eine lebendige Debatte.

Kann jeder Mitglied dieser Gruppe werden? Die Antwort lautet nein. Dazu noch einmal die Eigenbeschreibung:

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Die rund 500 Mitglieder der Atlantik-Brücke sind Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Medien von beiden Seiten des Atlantiks. Durch ihre Expertise in verschiedenen Sektoren bereichern sie die transatlantische Diskussion und fördern das gegenseitige Verständnis. Die Mitgliedschaft erfolgt auf Einladung.

Es handelt sich also um einen Klub mit einem klaren Ziel, dem man nur auf Einladung beitreten kann.

In seiner solchen Konstellation stellen sich drei Fragen:
– Wäre es nicht für die Zuschauer interessant zu wissen, wenn drei von fünf Talk-Teilnehmer bei einem solchen Thema gemeinsam einer solchen Organisation angehören?
– Leistet es nicht gerade Verschwörungstheorien und Ressentiments gegenüber den in solchen Fällen gerne als Systemmedien beschimpfen Öffentlich-Rechtlichen vorschub, wenn man solche Zusammenhänge nicht transparent erwähnt?
– Gibt es Senderregeln, wie man mit den Zugehörigkeiten von Talkgästen in solchen Organisationen umgeht?

Diese Fragen stellte MEEDIA dem Norddeutschen Rundfunk, unter dessen Regie “Anne Will” produziert wird. Die Antwort des Senders:

In den Vorstellungstexten auf der Internetseite von Anne Will war schon im Vorfeld der Sendung in den jeweiligen Kurzbiografien der Gäste nachzulesen, dass Wolfgang Ischinger, Norbert Röttgen und Alexander Graf Lambsdorff Vorstands-Mitglieder der “Atlantik-Brücke e.V.” sind – genauso wie z. B. die Information, dass Graf Lambsdorff auch Mitglied im deutsch-russischen Dialogforum “Petersburger Dialog e.V.” ist oder Jan van Aken Gründer und Leiter einer NGO zur Ächtung biologischer Waffen.

Weiter schreibt der Sender, dass es für Außenpolitiker durchaus üblich sei, in einer oder mehrerer solcher Organisationen Mitglied zu sein, “dies verpflichtet allerdings nicht auf eine gleichlautende Meinung”. Zudem müsse sich die Redaktion bei den Inserts (den Einblendungen mit Infos zu Gästen während der Sendung) auf eine gewisse Anzahl pro Gast festlegen. “Alle weiteren relevanten Informationen finden sich auf der Homepage, auf die während der Sendung mehrfach hingewiesen wird.”

Bei einer TV-Debatte, in der es um das militärische Verhalten und Vorgehen der USA und die angemessene Reaktion von Deutschland darauf geht, wäre die Mitgliedschaft der drei als Experten geladenen Talkgäste aber eine Information gewesen, die die “Anne Will”-Redaktion allen Fernseh-Zuschauern zur eigenen Bewertung des Gesagten wohl besser an die Hand gegeben hätte.

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Alle Kommentare

  1. Das einzig Wertvolle an diesem Debakel ist der Fakt, dass sich eine juristische Option ergibt, sich vom GEZ-Modell zu befreien. Mögen sich doch nun die Medienanwälte bitte an die Arbeit machen.

    1. Keine Chance! Die stecken alle zusammen unter der Decke.

      Merkels Grenzöffnung von 2015 ist verfassungsfeindlich, von der Leyen hat die Bundeswehr in Syrien eingesetzt, woraufhin min. 40 Zivilisten ermordet wurden, was ein Völkerrechtsverbrechen ist, aber alle Täter laufen frei herum, werden nicht einmal angeklagt.

      Genau dasselbe hast Du mit dem Rundfunkbeitrag. Da wird im Hintergrund, auf Zuruf, entschieden ob eine Klage überhaupt angenommen wird oder ob ein Schuldspruch/Freispruch erwünscht ist.

      Die Behauptung, dass wir in einem Rechtsstaat leben, ist doch nur noch eine Farce.

      1. Die “Grenzöffnung” war wohl das mindeste, in anbetracht der Tatsache, dass der Westen seit nunmehr mindestens 27 Jahren den Orient in die Steinzeit auf Grund von Lügen zurückbombt.
        In dieser Zeit fielen den westlichen Völkerrechtswidrigen Überfällen, mehr als 3 Millionen Menschen zm Opfer, das sind umgerechnet täglich über 300 Menschen, auch Frauen, Kinder und alte Leute?

        Nicht eines der westlichen Überfalle, war mit UN Mandat, also Völkerrechtswidrig! Aber statt die Verantwortlichen alle samt zu verhaften, und in Den Haag als Kriegsverbrecher anzuklagen, findet der gemeine Bürger im Westen nur die Flüchtlinge kritisch, nicht aber diese westlichen Abschlachterei?

        Und nicht zu vergessen alles auf Grund von Lügen, hat der sog. Westen alleine seit dem Ende des “WK mehr als 40 illegale Kriege geführt und führt sie immer noch, mit Millionen Getöeten, auch das kümmert den gemeinen Bürger im Westen in der Mehrheit wenig? Warum eigentlich? Ist man im Westen schon so indoktroniert?

        Das der Westen als weiße Herrenrasse sich regelmäßig über das Völkerrecht stellt, und den Rest der Welt ins Chaos stürzt, interessiert im Westen wen?

        Jetzt erst verstehe ich mein Vater und Großvater, wenn ein Land so wenig aus zwei Weltkriegen lernen kann und trotzdem in den Medien von Kriegsschuld etc. gefaselt wird, ist nur noch als kollektive Verdummung einzustufen.
        Zumindest wundert mich nachträglich nicht mehr, wie und warum Deutschland zwei Weltkriege lostrat und Adolf H. zujubelte – nichts gelernt, auf ein Neues. Wir brauchen uns heute nur selber anschauen, und das in einer sog. “Demokratie”

      2. Das Grundgesetz interessiert sich aber nicht für ihre linksgrünen “Auslassungen” auf Kleinkindniveau, Matti Illoinen!!!

  2. Da wollen wir aber mal nicht vergessen, dass das auf der Gastgeberseite bei der Atlantikbrücke- Journalistenliste oftmals ein (abgesprochenes) sich die Bälle zuwerfen sein kann!
    Zum großen Teil auch noch gebührenfinanziert!
    DAS nenne ich mal praktizierte Unabhängigkeit
    Findet bekanntlich regelmäßig im Presseclub statt.
    http://homment.com/atlantikbruecke
    Natürlich ebenfalls ohne jedwelchen Hinweis!!

  3. Vielen Dank für den Hinweis. Diese drei sind anscheinend sogar noch Mitglied im Vorstand der Atlantik-Brücke. Der Presseclub gestern wurde sogar noch vom Atlantik-Brücken-Mitglied Jörg Schönenborn moderiert. (Alle vier Gäste dort der gleichen Ansicht. Ich bin der Meinung, solche Sendung sollten dann auch von der Atlantik-Brücke zumindest mitfanziert werden. Respekt vor Gebührenzahlern kann ich da auch nicht mehr erkennen.

  4. Ich glaube, das man nicht dazusagen, dass die Gesprächsteilnehmer der Atlantikbrücke oder einer ähnlichen Organisation angehören. Der überlegende und kritische Zuhörer merkt das auch so. Auch Frau Atai hätte von ihren Äußerungen zu einer solchen Vereinigung (z.B Atlantische Initiative, ECFR, Bilderberger) oder ähnlichen gehören können. Frau Krone-Schmalz, Herr Platzeck, Herr Kujat oder Herr Pleitgen hätten da sicher etwas anders argumentiert. Aber das wollte man ja anscheinend nicht.

  5. Ein überragendes Meinungsspektrum bei Anne Will war das wieder mal. Da fühlt sich doch bestimmt jeder Bürger vertreten und zahlt gerne seine Gehirneinzugsgebühren.
    Peace!!!

  6. Respekt, Herr Becker. So eine kritische Berichterstattung ist man in diesem Land leider nicht mehr gewohnt. Hoffentlich hat diese einseitige Manipulation durch die öffentlichen Sender, die bis hin zur Kriegstreiberei geht, bald ein Ende. Wenn ARD uns ZDF nicht neutral berichten können oder wollen, gehören sie schnellstmöglich entsorgt.

    1. Abschaffen ist keinesfalls eine Alternative. Damit überlassen wir ja den Privaten die Hoheit, die für Geld einfach alles machen. Es braucht eine bessere Evaluierung. Rundfunkräte sind unbeindgt anders zu besetzen !!

      1. @M Schn

        Ich habe kein Interesse an einem ÖR ZWANGS-Rundfunk, in Zeiten von Internet und Youtube gibt es dafür keine Rechtfertigung mehr.

  7. Nicht zu vergessen, daß Herr von Lambsdorff zu George Soros 226 “Reliable Allies in the European Parliament” gehört….

  8. Ja und? Journalistische Inzucht gab es schon immer. Das Gejammere über die angebliche Rechtsverstöße der Bundesregierung in “Krisengebieten” ist auch nicht zielführend. Es adressiert halt die dummen und einfältigen die sich solche Sendungen anschauen und an “Recht” zu glauben haben.

    Es gilt das Gesetz des Dschungels, wer sich nicht wehren kann wird ausgemerzt. Die Talkshows sind nur die mühsame Klitterung dieser primitiven Bande. Opfer und Waisen, Mütter von Toten und die Krüppel die diese ach so feine “Atlantikbrücke” produziert einzuladen wäre “vernünftig”.

    Ob da nun noch ein Täter oder Profiteur der “Gegenseite” sitzt spielt nun mal keine Rolle. Wäre es für einen Affen keine Beleidigung würde ich Sie Affen im feinen Zwirn nennen. Medial reicht auch die erste Szene aus dem Kubrik Film 2001 um das ganze zu beschreiben. “The dawn of men”.

    1. Fürchte das wird noch nicht klar. Die Affen am Wasserloch waren Schauspieler in aufwendigen Kostümen. Auch Sie haben für ihre Rolle lange geübt.

  9. Die massiven Verstöße gegen alle Grundlagen jeder öffentlichen Institution eines repräsentativ demokratischen Rechtsstaats, die wir in Politik und öffentlich-rechtlichem Rundfunk, der damit in eklatanter Weise permanent gegen die Staatsverträge verstößt, kulminiert mit einer ähnlichen Gleichförmigkeit in Parteien und Printmedien. Überall wird durch das Spinning mächtiger transatlantischer Lobby-Organisation eine Enförmigkeit des Diskurses durchgesetzt, die die Menschen jeder demokratischen Wahlmöglichkeit nicht nur zwischen politischen Entscheidungen, sondern bereits beim Denken von politischen Optionen beraubt.

    Damit wir bereits Pluralität als Grundlage eines funktionierenden demokratischen Gesellschaft als notwendige Voraussetzung beseitigt. Sie existiert praktisch im öffentlichen Diskurs nicht mehr. Lediglich als obskure Randstimmen, die von Häme, Unterstellungen und Dämonisierungen begleitet werden, kommt Widerspruch gegen den kampagnenartig verbreiteten Einheitskurses vor.

    Besonders prekär aber wird es, wenn man sich bewusst macht, was da – undemokratisch – als “alternative Politik” ständig orchestriert wird: Es ist nämlich der als obgligatorisch verkaufte Antagonismus zu einem Land, dem wir in schuldhaft von uns verursachten Kriegen unglaubliche 32 Tote (4 in WK1, 28 [!!!] in WK2) zugefügt haben.

    Das unter diesem Eindruck entstandene Grundgesetz schreibt somit allen Repräsentanten und Bürgern eine Friedensforderung ins Gewissen, die sie sogar durch das Strafrecht sichert (auch wenn StGB § 80 gerade klammheimlich entschärft wurde – hony soit qui mal y pense.)

    Wortlaut des entsprechenden Artikel 26 (1) GG lautet: “Handlungen, die geeignet sind und in der Ansicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören […], sind verfassungswidrig. Sie sind unter Strafe zu stellen.”

    Wenn wir nun Zeuge werden, dass unser öffentlicher Diskurs, unsere Parteien und unser öffentlich-rechtlicher Rundfunk unisono – unter dem Einfluss transatlantscher Netzwerke – einen feindlichen Imperativ gegen ein anderes Land verbreiten, was der Friedensverpflichtung des Grundgesetzes kategorisch widerspricht, und jeden Widerspruch hierzu mit Diffamierungen, Unterstellungen und Angriffen übergießt, dann sehe ich unseren demokratischen Rechtsstaat in substanzieller Gefahr – und den Weltfrieden gleich dazu.

    Wenn dieselbe Negation aller rechtsstaatlich-demokratischen Grundsätze in der Beziehung zu dem als feindlich apostrophierten Land deutlich werden, indem Rechtsgrundsätze wie die Unschuldsvermutung kategorisch ausgehebelt werden, jeder, der das nicht tut, verunglimpft wird und selbst die Rechtmäßigkeit von Kriegsakten keine Rolle mehr spielt, dann stellt sich bei jedem Menschen, der als kritischer Bürger ein Bewusstsein der Grundlage des demokratischen Rechtsstaats hat, der Eindruck ein, als ob das Fundament unserer Gesellschat mit Furore von denen eingerissen wird, die sie eigentlich vertreten sollen und sie zudem jede Möglichkeit mit allen Mitteln niederknüppeln, dem demokratisch irgendetwas entgegenzusetzen.

    Und das ist der Befund: Die vermeintlich unseren demokratischen Rechtsstaat vertretenden Instanzen reißen diesen gerade gewaltsam ab, weil offensichtlich die einzige normative Grundlage ihres Handelns sie Feindschaft zu Russland ist.

    Da wir mir gewaltig flau – und nicht nur mir.
    Denn Millionen unserer Mitbürger wurden durch das Wissen und die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg nicht durch Hollywood geprägt, sondern durch familiäre Traumata ihrer Vorfahren. Das Gleiche gilt für den Nazismus.

    Was glauben diese Leute also, was sie mit ihrem permanenten Kriegsdiskurs und ihren antagonistischen Kampagnen anstellen? Woran erinnert uns das bloß?

    Ein Drittel der Deutschen hat inzwischen einen Angst vor einem erneuten Weltkrieg. Denn wir haben ein Recht, mit jedem in Frieden leben zu wollen. Dieses Recht wird uns gerade auf eine Weise genommen, die sowohl Fundamente unseres Rechtsstaats wie Grundsätze der Demokratie längst ad acta gelelegt hat.

    Just damit hat auch diese Politik und Medienpolitik antidemokratische Kräfte wie die AfD geschaffen, weil sie uns jede Möglichkeit geraubt hat, demokratisch eine Politik wählen zu können, die unserem Grundgesetz und unserer historischen Erfahrung entspricht: sowohl als medial repräsentierte, wie als politisch repräsentierte Option.

    Wir können nicht mehr mit demokratischen Mitteln, die Einhaltung des Grundgesetzes wählen!
    Was ist das? Wo befinden wir uns historisch?

    Der Umgang von ö.-r. Medien mit der AfD ist der gleiche wie in den USA mit Trump: Damit Frau Clinton, als meist gehasste Präsidentin gewählt werden sollte, über die führende Kreise sich geeinigt hatten, war ein vulgärer und geschmackloser Schreihals allen Recht, weil alle davon ausgingen, er werde wegen seiner Peinlichkeit nicht gewählt.

    Aber er wurde gewählt, aus Protest gegen die aufdiktierte schlechte Option, die keiner wollte.

    Nur ist er natürlich keine Alternative.
    Auch ist die AfD keine Alternative.
    Aber es ist auch keine Alternative, den Zwang zu einem kriegerischen Konfronationskurs zu wählen, der uns alle in den Abgrund führt.

    Wir haben ein Recht darauf, das friedliche Zusammenleben der Völker zu wählen und das auch zu artikulieren. Wir haben sogar das verfassungsmäßig verbriefte Recht darauf!

    Ich hoffe deshalb, dass immer mehr Menschen auf die Straße gehen, Proteste äußern und die Gefolgschaft zu Konfrontation und Aufrüstung öffentlich und sichtbar verweigern, bis die, die so tun, als ob sie uns vertreten, während sie nur die Agenda transatlantischer Netzwerke vertreten, wieder zum Grundgesetz zurückkehren – oder offen zeigen, dass wir wieder in einer Diktatur leben.

    Denn so wie Anne Will geht keine Demokratie.
    So wie unser ganzer ö.-r. Diskurs geht kein demokratischer Diskurs.
    So wie wir in den letzten vier Jahren regiert wurden, funktioniert keine demokratische Regierung.

    Wir wollen unsere Demokratie und die Wirkmächtigkeit des Grundgesetzes zurück!

    Und ich hoffe, wir haben aus zwei Weltkriegen genügend gelernt, um uns diese Umkehr erzwingen zu können!

    Wir haben ein Recht auf Frieden! auf Rechtstaatlichkeit! und die Achtung unseres Friedenswillens durch unseren öffentlichen Rundfunk und unsere politischen Repräsentanten, die uns gefälligst wieder zu repräsentieren haben!

    Wenn Frau Merkel voraussetzungslos “westliche Geschlossenheit” und “Einigkeit” zum Primat erhebt, sei ihr und allen, die das vertreten, ins Stammbuch geschrieben: Der Imperativ “Die Fahnen hoch, die Reihen fest geschlossen” gehört nicht zur demokratischen Tradition in diesem Land: Es ist der Beginn des Horst-Wessel-Lieds!

    Was sie und alle anderen primär bindet, ist aber das Grundgesetz – für das die Friedensforderung konstitutiv ist.

    1. Faszinierend, an ihnen scheinen 1000 Jahre Geschichte vorbeigegangen zu sein. Allerdings habe ich nur den ersten Absatz gelesen daher kann ich mich auch nur darauf beziehen. Es mag mag sein dass dann noch was anderes kommt, wäre aber eine 180° Wende (bzw. eine Halse).

      Mal abgesehen vom Duktus (der mir doch arg Textbausteinmäßig erscheint und -gewollt oder ungewollt- den herrschenden Narrativ aufrecht erhält, komme ich gleich zu, Sie sehen verwirrende Schachtelkonstrukte kann ich nicht minder) scheint mir das ganze doch eher kontraproduktiv.

      Es ist nun mal so das Politik zynisch “sein kann”. Moralische Appelle sind den Herrschenden heutzutage hochwillkommen, legen Sie doch die Handlungsgewalt in eben jene (deren) Hände. Sie werden ihnen ein paar Brocken hinwerfen (das macht jeder Politiker noch im volltrunkenen Zustand da ewig geübt) und irgendwas zugeben.

      Natürlich indirekt, TV Beiträge wie “es begann mit einer (Brutkasten)Lüge” oder ähnliches. Sie bemerken die Vergangenheitsform (der akademisch aufgeblasene Begriff Perfekt passt hier noch besser da soschön Doppeldeutig) und die indirekte Reaktion auf die Spannung sowie die Lösung derselben über den Staatsfunk?

      Inzwischen sind “die” aber längst weiter. Beim nächsten Giftgasangriff, Flugzeugabschuss, Umweltproblem oder sonstigen Inszenierungen.

      Ich hatte ja versprochen zum Narrativ zu kommen. Am einfachsten über eine simple Frage:

      Den oben beschrieben Gegebenheiten wollen Sie ein donnerndes J’accuse entgegenschmettern? Ich kann mir schwer (d.h. nicht nicht) vorstellen das jemand der sich die Mühe macht solche Kommentare zu schreiben sich der Sinnlosigkeit und im besten Falle kontraproduktivität seiner Gedanken nicht bewusst ist.

  10. Wieso Kritik?
    Verschwörungsgeschwurbel, Rassismus und Nationalismus müsste man dieses orchestrierte Empörungtheater doch eigentlich bezeichnen. Oder gelten diese aus dieser Richtung sonst standardmäßig vorgebrachten “Argumente” plötzlich nicht mehr?
    Sonst bekommt man doch gleich den Eindruck, dass das “linksversiffte Pack”sich wieder um seine mediale Deutungshoheit sorgt, weil zu wenig Islamistische Doppelpassler, militante Feministen oder sonstige Grünenpolitiker_innen eingeladen wurden.

  11. Das fade Will-Geblubber wird auch dadurch nicht besser, dass man es ständig skandalös thematisiert. Es bleibt einfach nur fades Geblubber.

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