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Chart-Erfolg plus Juroren-Stimmen: So kamen die umstrittenen Rapper Kollegah und Farid Bang zu ihrem Echo

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Donnerstagabend wurden die Echos verliehen. Gewonnen haben beim wichtigsten deutschen Musikpreis unter anderem Helene Fischer, Mark Forster – und die Rapper Kollegah und Farid Bang, über deren Nominierung bereits im Vorfeld kontrovers diskutiert wurde. Angesichts der inhaltlichen Querelen um Kollegah & Co. stellt sich die Frage: Wer entscheidet beim Echo letztendlich eigentlich über die Gewinner?

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Ausschlaggebend für eine Echo-Nominierung sind erst einmal die Verkaufszahlen. Aus den fünf Top-Sellern der Preis-Kategorien (wie “HipHop”, “Rock” etc.) wählt eine Fachjury dann, mit je einer Stimme pro Mitglied, ihren Favoriten. Das Endergebnis ergibt sich aus der Zusammenführung der Jurystimmen und der Charterfolge, wobei beide Kriterien gleich stark gewichtet sind.

Wenn man also die Nominierten in der Kategorie HipHop vergleicht, fällt gleich auf, dass das Album von Farid Bang und Kollegah (bürgerlich Felix Blume und Farid Hamed El Abdellaoui) mit Platin also deutlich mehr Verkäufe erzielt hat als die Mitbewerber 187 Straßenbande (Gold), Kontra K (Gold), RAF Camora (Gold) und Spongebozz (keine). Eine Goldene Schallplatter erhalten Musiker ab 100.000 verkauften Alben und Platin ab 200.000.

Damit steht also das Album “Jung, brutal, gutaussehend” von Farid Bang und Kollegah anfangs auf dem ersten Platz in dieser Kategorie. Dass dies aber – zumindest theoretisch – nichts zu bedeutend hat, zeigt wiederum dieses Beispielszenario:

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Auch die Musiker, die auf dem letzten Platz der Shortlist stehen, können gewinnen, wenn die Juroren mit großer Mehrheit für sie stimmen.

Heißt aber auch im Fall des HipHop-Echos, dass die Jury nicht geschlossen Farid Bang und Kollegah abgelehnt hat, bzw. dass die Rivalen die Experten offenbar im Vergleich zu den umstrittenen Battle-Rappern nicht wirklich überzeugten.

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  1. Meldung aus der Musikwoche im Mai 2011: Es sei „schön zu lesen, welch wunderliche Preise Sie in Ihren Echo-Jurysitzungen hin und wieder hervorbringen und dann auch verleihen möchten“, ließ ECM-Labelgründer Manfred Eicherden Bundesverband Musikindustrie und die Deutsche Phono-Akademie wissen. Diese hatten dem ECM-Chef einen Echo in der Kategorie „Förderer des Jazz“ zugedacht. Dieser Sonderpreis aber „konterkariert die Wahrnehmung meiner Tätigkeit als Musikproduzent“, lässt Eicher wissen: „Je preiser gekrönt, desto durcher er fällt …, lesen wir bei Tucholsky. Ich nehme diesen Preis nicht an.“
    Beim Bundesverband Musikindustrie bedauert man diese Entscheidung: „Es ist immer schade, wenn ein Preisträger sich dazu entscheidet, einen Preis nicht anzunehmen.“ Allerdings sei diese Geste „keineswegs ein innovativer Akt“: Es gebe immer wieder Preisträger, die sich von ihrer Auszeichnung distanzieren.
    Der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) und die Deutsche Phono-Akademie gehen mit dem Echo Jazz 2011 in die zweite Runde. Die Verleihung des Echo Jazz geht am 17. Juni 2011 in der Gläsernen Manufaktur von Volkswagen in Dresden über die Bühne. Erst kürzlich hatte der BVMI verkünden können, dass VW als Hauptsponsor und offizieller Partner die drei Echo-Awards Echo Pop, Echo Klassik und Echo Jazz in den nächsten drei Jahren begleitet. Seine Premiere hatte der Echo Jazz 2010 in der Jahrhunderthalle in Bochum gefeiert.

    ECM, weltweit bekannt mit Sitz in München, ist nicht in der Gruppe der Labels/Verlage, die die Echos vergeben. Daher gab es zwischenzeitlich Grammys und Grammy-Nominierungen, aber keine Echo-Nominierungen seit 2011 für ECM-Künstler.

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