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Weiterer Fall sexueller Belästigung beim WDR: Abmahnung für Hinweisgeber statt Konsequenzen für Beschuldigten

Mehrere Vorwürfe der sexuellen Belästigung durch prominente Figuren des Senders sorgen derzeit für Schlagzeilen
Mehrere Vorwürfe der sexuellen Belästigung durch prominente Figuren des Senders sorgen derzeit für Schlagzeilen

Nach dem Fall eines WDR-Korrespondenten, dem sexuelle Übergriffe vorgeworfen werden, haben das Recherchebüro Correctiv und der stern nun einen weiteren Vorgang im größten ARD-Sender aufgerollt, bei dem sexuelle Belästigung eine Rolle spielt. Die Sender-Verantwortlichen kommen auch bei dem neuen Bericht nicht gut weg. Zwar habe es in diesem Fall eine Ermahnung als disziplinarische Maßnahme gegeben, diese habe aber der Hinweisgeber kassiert und nicht der Beschuldigte.

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Bei dem Beschuldigten handelt es sich diesmal laut Correctiv und stern um einen prominenten WDR-Journalisten, der bis heute für die ARD regelmäßig in “Tagesschau” und “Tagesthemen” berichte. Die Vorwürfe gegen den Mann seien 2010 bekannt geworden. Der Journalist soll u.a. die Nähe zu einer WDR-Redakteurin mit Zeitvertrag gesucht haben, deren Vorgesetzter er war. Als die Redakteurin auf die Avancen nicht einging, soll der Vertrag nicht verlängert worden sein. Auch andere Mitarbeiterinnen hätten sich über sexuelle Belästigung, Mobbing und Machtmissbrauch in der Programmgruppe, in der der betreffende Journalist beschäftigt ist, beschwert.

Ein anderer männlicher Mitarbeiter gab einen Hinweis auf die Vorwürfe und vermittelte laut dem Correctiv- und stern-Bericht auf Bitte der damaligen Programmdirektorin Verena Kulenkampff die Zeuginnen an eine Personalrätin des WDR. Die soll daraufhin empfohlen haben, die Senderspitze solle sich mit der entsprechenden Programmgruppe in Verbindung setzen und deutlich machen, dass sexuelle Belästigung im WDR „keine Kleinigkeit“ sei. Stattdessen habe es drei Monate später eine disziplinarische Ermahnung des Hinweisgebers gegeben. Dem Mann soll untersagt worden sein, weiter von Fällen sexueller Belästigung in der Programmgruppe zu sprechen und zu sagen, dass es Vorwürfe wegen sexueller Belästigung gegeben habe. Correctiv und stern zitieren aus der Ermahnung: „Sollten Sie sich an diese Vorgabe nicht halten, kann das Auswirkungen auf Ihr Arbeitsverhältnis haben.“

Der WDR äußert sich in dem neuerlichen Correctiv- und stern-Bericht folgendermaßen: „Es gab in dem betreffenden Jahr Hinweise auf mögliches Fehlverhalten. Diesen wurde sehr sorgfältig nachgegangen. Der WDR hat möglichen Betroffenen einen Weg der Beschwerde geschaffen. So gab es zum Beispiel eine Ombudsperson, an die sich Betroffene wenden konnten. Diese baten aber ausdrücklich darum, die Anonymität zu wahren. Abschließend ergab die damalige Prüfung, dass die Vorwürfe nicht aufgeklärt werden konnten. Zu weiteren Details äußern wir uns aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht.“

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Der neue Fall wirft wieder kein gutes Licht auf den Umgang mit solchen Fällen beim WDR. Schon nach Bekanntwerden des ersten Falls, hatte sich die Personalrätin Christiane Seitz aus Protest über den Umgang der Senderspitze mit solchen Vorgängen aus dem für Missbrauchsfälle zuständigen Interventions-Ausschuss zurückgezogen. Seitz hatte namentlich Intendant Tom Buhrow und Fernsehdirektor Jörg Schönenborn kritisiert: „Der Personalrat und die Gleichstellungsbeauftrage werden Schwarzer-Peter-artig in den Vordergrund geschoben – als seien sie die Handlungsmächtigen (Subtext: die Nicht-Handelnden) in dieser Angelegenheit.“ Entscheiden aber könnten nur die Vorgesetzten wie Fernsehdirektor Jörg Schönenborn und Intendant Buhrow. Anderen Gremien wie dem Ausschuss oder auch der Personalabteilung würde keine „eigenmächtige Rolle“ zugestanden.

Die dpa hat just am Tag des neuerlichen Correctiv- und stern-Berichts ein Interview mit WDR-Intendant Buhrow veröffentlicht, in dem dieser sagt, der Sender dulde sexuelle Nötigung nicht. Buhrow appellierte in dem Interview an potenzielle Opfer sexueller Nötigung oder Belästigung, sich zu melden: “Ich begrüße es sehr, wenn jetzt Kolleginnen oder ehemalige Kolleginnen kommen, die sich vorher zurückgehalten haben, und Hinweise geben. Denn erst dann können wir handeln.”

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Alle Kommentare

  1. Man kann von Tom Buhrow nun wirklich nicht erwarten, dass er sich mit solchen Petitessen aufhält. Die Erhöhung der Bezüge ist schließlich ein komplexes Thema.

    Jemanden, der mehr verdient als die Bundeskanzlerin, darf man mit derlei nicht behelligen.

    1. ,,Jemanden, der mehr verdient als die Bundeskanzlerin, darf man mit derlei nicht behelligen”

      Undifferenzierter Kommentar des Tages.

      Der Intendant bekommt auf den ersten Blick mehr Geld als Angela Merkel. Nur was Sie beachten müssen ist:

      -Intendant ist meist nur für ein paar Jahre gewählt
      -Kein Beamter, daher keine Pension
      -Keine Zuschüsse aus der Wirtschaft
      -Kein Parteinensponsering beim Intendant (Merkel muss ihren Wahlkampf/Kandidatur kaum selber bezahlen)

      Unter dem Strich springt da mehr für Merkel als für Intendanten raus

  2. Es ist interessant zu sehen, wie das auf der `Arroganz der Macht´ basierende Lügengebäude (endlich!) wie ein Kartenhaus in sich zusammen fällt.

    Konsequenzen für die Senderspitze?

  3. Wirklich bemerkenswert wie plötzlich ganz #Meetoo untypisch keine Namen mehr genannt werden wenn es um Qualitätsjournalisten geht.
    Leute, so wird das aber nichts mit der mittelalterlichen Prangerfunktion von #Metoo, was doch ein wichtiger (der wichtigste?) Aspekt des ganzen ist. Nämlich mit unbewiesenen (unbeweisbaren?) Anschuldigungen die berufliche und soziale Existenz des Beschuldigten nachhaltig zu zerstören ohne Rücksicht darauf was die Gerichte am Ende befinden.
    Was da nicht mal was mit Krähen und dem aushacken von Augen?

  4. Ein öffentlicher Fernsehsender leistet sich solche Affären über Jahre,keine Aufklärung sondern Druck von der Senderspitze ,allem voran Hr.Buhrow-der Fisch stinkt immer vom Kopf–Ich schaue jetzt nur noch ungern WDR AKTUELL-oder Tagesschau-Tagesthemen,den die Verdächtigten könnten jederzeit noch arbeiten .Und für die ganzen anderen Männlichen Mitarbeitern-diese kommen unter Generalverdacht.Und wir zahlen sogar dafür;;;

  5. Flurfunk sagt, Buhrow ist durchaus bereit, sich den Fall genauer anzusehen, sogar persönlich – wenn seine Pensionsbezüge um 5 Prozent aufgestockt werden. Und Jörg Schönenborn schlägt vor, den ganzen Laden mal so richtig schön von links nach rechts zu digitalisieren. Weil: modern und so. Was das mit der Sache zu tun hat? Nix. Schönenborn mit Digitalisierung ja aber auch nicht. Also.

  6. Wen wundert beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk noch etwas? Wen wundern vor allem die lauen, weichen, soften Beschönigungen der Verantwortlichen? Wen wundert es noch, dass nicht alle Zwangsgebührenzahler ihr Konto für den zwangweisen Gebühreneinzug einfach mal einen Monat sperrten? Nur mal so. Gäbe ein schönes Signal. Vielleicht würden sogar mal die Mädels und Burschen der sogenannten Nachrichtensendungen darüber nachdenken, wie sie diese Nachricht dann als solche veröffentlichten: als Nachricht, nicht subversiv als Info-Magazin getarnte persönliche Meinung.

    1. So ein Kommentar kann nur aus dem Osten kommen *facepalm*
      Sie sollten sich mal mit der Wichtigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks auseinandersetzen statt billige Parolen nachzubrüllen. Wie wäre die Alternative ohne ÖR’s? RTL2 und Pro7? Wo werden wir dann unabhängig informiert (geht nicht bei den Privaten, da wirtschaftsorientiert) oder wo gäbe es dann Polittalkshows? Ich bin froh, dass wir eine unabhängige Presse besitzen, gerade bei all dem Trubel in der Welt! Und damit meine ich nicht die 3 großen Verleger, die die Printmedien quasi besitzen

  7. Buhrow: “Der WDR hat nicht weggeschaut.”

    Stimmt. Der WDR hat hingeschaut – und dann offenbar JAHRELANG BEUSST VERTUSCHT! Und damit sowohl den Opfern geschadet, als auch denjennigen, die sich intern um Aufklärung bemüht haben.

    Wer war eigentlich “die Senderspitze”? NAMEN, bitte!

    Was wusste z.B. Herr Schönenborn, der laut Wiki damals doch (schon) “Chefredakteur des WDR-Fernsehens” war? Oder Frau Hassel, “seit 2001 Auslandschefin des WDR” (Wiki)?

    Und wenn sie etwas wussten, was unternahmen Herr Schönenborn, Frau Hassel und später Herr Burow DAMALS – also “nicht erst seit heute” um Abhilfe zu schaffen?

    Was taten Sie KONKRET, um die Belästigungsvorwürfe intern aufzuklären, die betroffenen Frauen zu schützen und die potentiellen Täter zur Verantwortung zu ziehen? Die Interventionsstelle wurde erst 2015 eingerichtet – warum eigentlich? Was geschah in den 25 Jahren vorher, wo doch seit mind. 1991 Fälle bekannt waren.

    Und schließlich: was sagen eigentlich die “Vorgesetzten” der damaligen “Senderspitze” dazu? Wer übernimmt hier Verantwortung??

    1. Versteh ich das richtig? Wenn ein Vertrag nicht verlängert wird, dann ist das MITTLERWEIILE immer ein Machtmissbrauch, weil man gewieft Argumente erfindet? Weil man behauptet er sei nicht verlängert worden, weil man auf eine ANGEBLICHE erwünschte sexuelle Anmache nicht eingegangen sei?

      Ich habe vernommen, dass sexuelle Verhältnisse und Sexgeschichten bei vielen Sendern im deutschsprachigen Raum nicht ganz unüblich seien. Von Machtmissbrauch war da keine Rede.

      1. Vielen Dank für Ihr Feedback!

        Ich sehe das so:

        Es ein altbekannter Reflex, die Verantwortung auf die meist weiblichen Opfer sexueller Übergriffe zurück zu projizieren. Selbst Frauen sind nicht frei davon und suchen die “Schuld” häufig bei sich. Doch dieses Umlenkungsmanöver wird dank #meetoo im Zukunft wohl so nicht mehr funktionieren.

        Einige Gedanken zum Thema Sexualität, Strafanzeige & Verantwortlichkeiten:

        1.Sexualität ist ein Geschenk des Universums, das nicht als zum Machtmissbrauch instrumentalisiert werden sollte. Erwachsene Frauen und Männer sind in der Tat selbstbfür ihre sexuellen Handlungen selbst verantwortlich, sofern diese nicht unter körperlichem/ psychischem Zwang oder starken Druck erfolgten. Frauen sollten auch nicht auf die “Opferrolle” zurückziehen, sondern selbstbestimmt und mutig handeln, dabei klar ihre Grenzen setzen, deutlich machen und verteidigen.

        2. Nicht jedes Verhalten, das man als “sexuell übergriffig” einordnen könnte, ist auch per se strafbar i.S.d. StGB. Das ist auch gut so, denn es kommt auf den Kontext, die beteiligten Personen und vor allem auf deren Einverständnis an. Wir leben schließlich nicht mehr im Puritarismus. Wenn zwei Personen einverstanden sind, können sie tun und lassen, was sie wollen!

        3. Was aber haben sexuelle Belästigungen, Anzüglichkeiten und Übergriffe, speziell wenn diese mit Drohungen in Bezug auf das berufliche Weiterkommen verbunden sind, im Arbeitsumfeld zu suchen?

        In den geschilderten Fällen bestand ein deutliches Machtgefälle, das die Männer ausnutzten (wenn sich alles so zugetragen hat, wie berichtet wird).

        Es empfiehlt sich, hierzu auch den Stern-Bericht nochmals aufmerksam zu lesen: https://mobil.stern.de/politik/deutschland/wdr–zweiter-fall-von-sexueller-belaestigung—mit-absurden-folgen-7935924.html

        Ob die Schwelle zum Strafrecht überschritten wurde oder nicht, ist die eine Sache. Ob meine Vorgesetzten aber auch dann nichts Wirkungsvolles unternehmen, wenn ich ihnen berichte, dass mein Chef sich selbst zum Kaffee in meine eigene Wohnung einlädt und mich dann ebenfalls uneingeladen mit einer Erektion konfrontierte, ist eine andere Sache!

        4. Das Strafrecht wurde erst im vergangenen Jahr verschärft. Neue, spezifische Paragraphen wurden eingeführt, die eine Strafanzeige jenseits der Tatbestände der Vergewaltigung, Nötigung, Beleidigung usw. erlauben und Betroffenem die Beweisführung erleichtern. Zuvor wären die Frauen in große Beweisnot geraten, wenn sie Anzeige erstattet hätten. Auch heute ist die Beweisführung aber noch schwierig, was in der Natur der Sache liegt.

        5. Die Frage ist auch: ist eine Strafanzeige der beste/einzig richtige Weg, wenn die Belästigung im Job erfolgte? Ist der näherliegende und sinnvollere Weg nicht vielmehr, zunächst den Chef zu informieren und die Vorgesetzten um Hilfe zu bitten?

        Genau das haben mehrere Frauen damals offenbar getan. Statt die Beschwerden ernst zu nehmen, Konsequenzen zu ziehen und etwas an den Strukturen zu ändern, wurden die “Opfer” übergangen, die potentiellen “Täter” durch Untätigkeit gedeckt und teilweise noch befördert.

        6. Laut Arbeitsgesetz hat der Arbeitgeber Schutzpflichten gegenüber seinen Arbeitnehmern. Und zwar nicht nur gegenüber Führungskräften und Reportern, die vor der Kamera stehen? Was genau haben die Vertreter/innen der “Senderspitze” damals (!) getan, um diesen nachzukommen?

        6. Es ist leicht, den Frauen die Verantwortung zu zu schieben, weil sie – vermutlich aus Angst, Scham und wegen der Beweisproblematik – nicht den Weg über eine Strafanzeige wählen wollten. Stattdessen haben sie sich bei den Führungskräften des Senders beschwert.

        Diese haben aber nichts Substantielles unternommen, um das unangemessene Verhalten der betreffenden Männer zu stoppen und zu sanktionieren. Sonst hätten sich die Fälle nicht über 25+ Jahre hinweg wiederholt, wie sich jetzt nach und nach herausstellt.

        Es geht hier also nur bedingt um Strafrecht. Es geht um das ARBEITSRECHT, um die WDR-Hierarchien, um wirkungsvolle Schutz- und Sanktionsmechanusmen, um Transparenz und Compliance. Und es geht darum, wie die Verantwortungsträger dort mit ihrer Macht, Verantwortung und arbeitsrechtlichen Fürsorgepflicht den MitarbeiterInnen gegenüber umgehen!

        7. Meine Frage daher nochmal an die Verantwortungsträger:: was genau wussten Sie damals, und welche Konsequenzen zogen Sie daraus? Warum verweigern Sie sich aktuellen Interviewanfragen anderer Medien?

      2. Vielen Dank für Ihre Antwort!

        1. Es mögen die professionellen Ermittler tätig werden.
        Denn:
        2. Wenn ein Mann sich selbst auf Kuchen u Kaffee einlädt, er also gar nicht eingeladen ist u dann erigiert wird davon, dann sollte man die Polizei gerufen haben. Das ist jetzt kein Schmäh, sondern mein Ernst, denn bei uns käme keiner einfach so mal eben rein, bediente sich u machte mal.

        3. Sexualität kommt nicht aus dem Universum oder vom Himmel, der Mensch selbst ist ein sexuelles Wesen.
        Was bei metoo läuft, ist Sexualität als Machtmissbrauchsmittel herzunehmen u damit Männern den Garaus zu machen, um sie zu stürzen.

        4. “Sexuelle Übergriffe”, die gar keine Übergriffe sind, will man also so ahnden, dass jemand ohne rechtl Verfahren ganz leicht aus dem Betrieb geschmissen wird? Aha. Und Drohung ist Drohung, wenn sich jemand bedroht fühlt oder wenn es echt eine Bedrohung war? Und wer klärt dies alles? Die medien? Der Chef? Die Frauenbeauftragte? Die Justizministerin persönlich?

        Um was geht es eigentlich?

        Darum, dass Frauen an die Macht wollen und den Geldtopf für sich wollen u nur mehr jene Männlein akzeptieren, die sich brav anbiedern u kuschen? Alle andern schießt man wohin?

      3. Ein Widerspruch wäre da noch aufzuklären:

        Wenn angeblich metoo jetzt endlich helfen soll (was ich absolut nicht so sehe!), dass Frauen nie wieder Opfer von Übergriffen werden, dann könnte man das Sexualstrafrecht im Grunde abschaffen u es ist komplett widersinnig weiter verschärft zu haben, denn wenn eh zukünftig jeder sogleich rausgeschmissen wird, über den was behauptet wird u intern von irgendwelchen Experten ermittelt wird, gibt es faktisch nur mehr cleane Zonen. Da arbeitet man dann faktisch präventiv, nicht wahr?
        Das Arbeitsrecht schützt die Frauen vor sexuellen Übergriffen also, vor Anzüglichkeiten usw. Aber wie kommt man da zu den Beweisen? Ich meine, wenn ich als Frau Wichtig, die das Gefühl hat schon immer übergangen worden zu sein gern den Posten des Vizegenerals hätte, dann kann ich ja locker behaupten, der hätt sich bei mir eingeladen u wär anzüglich u unverschämt geworden. Da gilt dann was ich behaupte? Das fördert sicher meine Karriere. Und die Integriät und den guten Ruf eines Unternehmens. Ja, der Geschlechterkampf rennt wie gschmiert.

      4. Danke für Ihre Anmerkungen! Ich habe Ihnen sehr ausführlich geantwortet, mein Kommentar wartet aber auf Freischaltung.

        Einen Punkt habe ich in meiner langen Antwort aber noch vergessen, den vielleicht sogar Wichtigsten: Sie haben Recht, der Mensch selbst ist Teil des Universums, gleiches gilt für die dem Menschen innewohnende Sexualität in all´ ihren Erscheinungsformen:-)

        Schön wäre auch, wenn Männer und Frauen sich nicht bekämpfen, sondern zusammen wirken und sich mit Respekt begegnen könnten.

      5. Ich habe das schon verstanden, dass Angst und Scham und Traumatisierung der Frauen so groß seien, dass es einfacher ist keine Strafverfahren mehr zu machen, wegen Beweisfindung etc, sondern mutmaßliche Täter gleich kantet. Man möchte diesbezüglich wohl die Arbeit von Ermittlern, Staatsanwaltschaften und Gerichten anderen übergeben. Jetzt verstehe ich auch, warum die “Zeit” das probeweise schon gemacht hat und zukünftig diese u ähnliche Instanzen das abwickeln wollen.
        An welchen Strukturen man was ändern hätte sollen, um Vergewaltigungen und Nötigungen zu bestrafen, erschließt sich mir dennoch nicht.

        Dass man sich seit geraumer Zeit in einem falschen Film befindet, ist klar, aber dass es zusehends noch schlimmer wird, und es mittlerweile reichen soll dem Chef was zu erzählen, der dann das Erzählte weiß und dann aufgrund des Gewußten Konsequenzen zieht u den Mitarbeiter entlässt, ist reine Willkür. Ein deutscher Willkürstaat wird also allen Ernstes erwünscht.

      6. @Antike_Ananke: ich bin nicht sicher, ob meine längere Antwort an Sie veröffentlicht wurde oder nicht. Sei´s drum – es war interessant, sich mit Ihnen zu unterhalten und wenn Sie Zeit und Lust haben, dann schauen Sie sich doch mal die Ressourcen zu sexueller Belästigung am Arbeitsplatz auf der Webseite des DGB oder der Hans-Böckler-Stifung an. Zum Beispiel Leitfäden mit Best-Case/Best-Practice Tipps. (Ich füge keine Link bei, da dies die Kommentare offenbar in die Warteschleife setzt).

        “Es mögen die professionellen Ermittler tätig werden.”

        Eine gute Idee! Vielleicht passiert das sogar sehr bald:

        http://www.mmnews.de/politik/59939-metoo-wdr-skandal-staatsanwaltschaft-prueft-ermittlungen

      7. Danke für die Infos. Sind super. Irgendwie kennt man das alles ja eh.

        Und dann kann man nur weiterhin allen sagen:
        Frohes Schaffen. Und gutes Miteinander! Und bloß keine Privatkontakte mit KollegInnen und so weiter, das kann immer nur in die Hose gehn.

        Schön, wenn die richtigen ExpertInnen endlich ans Werk gehen!

      8. Nun ja, es gibt eine Menge Ehe-/Liebesbeziehungen, die sich im Büro angebahnt haben, und das wird sicher auch so bleiben. Diese begannen aber ziemlich sicher nicht mit sexuell-gefärbten Vertraulichkeiten in Verbindung mit Drohungen, selbstgefälligem Gegrapsche und Zurschaustellung irgendwelcher Körperteile, die Frau gar nicht sehen wollte.

        Aber die Kunst des Flirts und der Verführung sind eben genau das – eine Kunst! Eine Kunst, die im Büro eine besondere Herausforderung darstellt, keine Frage:-)

        Vielleicht animiert die aktuelle Diskussion ja einige Männer dazu, diese Kunst zu verfeinern, statt sich ängstlich, wütend und beleidigt zu geben, nur weil sich die Dinge ändern und die Ansprüche steigen. Darin liegt doch auch eine Chance, oder?

        Viel Glück!

      9. Bei uns hier haben Männer keine Lust auf Flirts und Verführungskünste im beruflichen Kontext, wo es brenzlig werden könnte, die halten sich auch schon länger nicht mehr mit einer Frau alleine in einem Raum auf. Geschweige denn private Kontakte mit Kolleginnen, das tut sich da keiner an, wäre auch dumm. Da ja die Schuld immer beim Mann liegt, muss er völlig auf Distanz gehen zur eigenen Sicherheit, das mag albern klingen, ist aber Sinn der Sache, denn nur wenn eine Frau von sich aus ein Zeichen setzte, dass sie Interesse haben könnte, wäre er gefragt, was aber durchaus auch zu Missverständnissen führen könnte. Also besser fern halten und kein Risiko eingehen. Jede Frau ist im Berufsleben völlig Tabu, selbst wenn sie es erlaubte, da muss man konsequent bleiben. Das muss in die Köpfe rein.
        Ich würde es ohnehin sinnvoll finden vertraglich festzulegen, dass in Betrieben Privatkontakte unter den MitarbeiterInnen jeglicher Art verboten sind. Wer dagegen verstößt, fliegt.

    2. Man liest derartiges mit großer Sorge.

      https://kurier.at/kultur/missbrauchsvorwuerfe-mitglied-der-philharmoniker-suspendiert/400025326

      “Einem Cellisten der Wiener Philharmoniker wird vorgeworfen, seine Macht als Professor an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw) missbraucht zu haben.
      Auf Anfrage des KURIER wurde am Montag diese Stellungnahme veröffentlicht: “Die mdw hat sich am 18.04.2018 mit sofortiger Wirkung von einem Professor, einem Mitglied der Wiener Philharmoniker, getrennt. Er hat seine Stellung als Universitätsprofessor gröblich missbraucht.”
      Rektorin Ulrike Sych begründet ihre Entscheidung dahingehend, dass die Musikuniversität eine Haltung vertrete, “die in Bezug auf die Wahrung der Würde und der Rechte von Menschen nicht verhandelbar ist“.”

      ???

      Was soll denn das heißen??? Wahrung der Würde, Rechte der Menschen nicht verhandelbar?

      Man böllert jemanden einfach raus aus seinem job, weil was???

  8. Diese angeblichen sexuellen Nötigungen usw wurden also nie “zeitnah”, also sofort angezeigt? Keine Anzeige? Kein Verfahren? Kein Gericht damit befasst?

    Erwachsene Frauen, die quasi sowas wie einen Promistatus haben, waren nicht fähig zumindest eine Anzeige zu machen, wenn es denn keine falsche Beschuldigung ist, sondern auf Wahrheit beruht. Schlechtes Vorbild kann man nur sagen.

    Viel scheint man bei den ÖR u den medien nicht vom Rechtsstaat zu halten. Wen wundert es dann, dass die Leute den medien völlig zu Recht wie es mir scheint nichts mehr glauben wollen.

  9. Alle haben sie dicht gehalten. Personalrat, Betriebsrat, Gleichstellungsbeauftragte und dann will man Buhrow den Dreck ankleben?
    Fragwürdige Methoden in diesem Drecksladen. Kein Wunder, dass der WDR die Sylvesterübergriffe in Köln als rechtsradikale Propaganda abgetan hat, nachdem man sie nicht mehr bagatellisieren konnte, wegen Zuckerbergs Facebook.

  10. Warum müssen wir jeden kranken scheiss aus den USA und Hollywood nachäffen…..beschwert haben sich die Damen…erst nach dem sie jahrelang Millionen ingesammelt haben. Lächerlich wie Deutschland auf jeden Dreck von Übersee anspringt……bald darf man Frauen keine Komplimente mehr machen oder einen Flirtversuch starten…..alles kranker Dreck aus den Verunreinigten Staaten….die Mainstream Medien sind ja eh zu 90% der grösste Dreck!

    1. So von sexueller Belästigung etc. abzulenken nützt nur den Tätern. Sind sie Täter? Was Belästigung ist, beurteilen schließlich Belästigte und nicht Belästiger. Wär ja sonst noch schöner für Belästiger.

  11. Ich hoffe ja, dass Frau Maischberger mal eine große Talkrunde mit ihren Kollegen macht. Da sitzt dann die 350.000€ Chefetage am Tisch und erklärt den Zwangsbeitragszahlern ihre Parallelwelt.

  12. Ich will und möchte keine GEZ Gebühr zahlen. Das ist so eine Ungerechte Gesetzgebung ( Es sind so viele davon befreit) , dass ist zum kotzen!!!!! Ich zahle viertageslöhne für GEZ obwohl ich nicht mal einen Tv anschluss habe.
    Wir sollten Deutschland weit demonstrieren ! Meine Tochter musste, Als Studentin GEZ Gebühr zahlen weil sie kein Bafög bekam. Die Bafög bekommen sind befreit. Also habe ich Sechs jahre acht meiner tageslohn GEZ bezahlt obwohl wir beide keinen Tv anscluss haben. Kann mir das bitte jemand erklären.

    1. Da merkt man leider, dass Sie unheimlich uninformiert sind. Sie bezahlen mit ihren Steuern auch Autobahnen oder den Bau von Flughäfen, obwohl Sie vielleicht gar kein Auto haben oder noch nie geflogen sind. Sie müssen sich einmal bewusst machen, wie wertvoll es ist einen unabhängigen Journalismus zu haben. Schauen Sie mal in Länder, die vom Staat kontrolliert werden. Wollen Sie unter dieser Propaganda leben? Außerdem tragen die Öffentlich-Rechtlichen dazu bei, die politische Meinung der Menschen wieder zu fördern oder generell aufzuklären. Sagen Sie mir eine Talkshow oder eine seröse Nachrichtensendung die im privaten, von der Wirtschaft abhängigen, TV zu finden ist. Und kommen Sie mir nicht mit Mario Barth deckt auf

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