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Wechsel an Spitze der SWMH: Richard Rebmann soll Geschäftsführung abgeben

Richard Rebmann
Richard Rebmann

Bei der Südwestdeutschen Medienholding (SWMH), zu der die Süddeutsche Zeitung sowie die Stuttgarter Nachrichten gehören, bahnt sich ein Führungswechsel an. SWMH-Chef Richard Rebmann soll seine Posten räumen - angeblich zum 1. Juli. Die Gesellschafter sollen dem Verleger ankreiden, die Süddeutsche Zeitung zu teuer eingekauft zu haben.

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Er gilt als einer großen Verleger in Deutschland: Richard Rebmann. Der Vorsitzender der Geschäftsführung der SWMH (Süddeutsche Zeitung, Stuttgarter Nachrichten), soll nun nach mehr als zehn Jahren an der Spitze sein Amt räumen. Das meldet Kress. Laut dem Branchendienst soll der studierte Rechtswissenschaftler seinen Posten zum 1. Juli abgeben. Bereits seit längerem werde nach einem Nachfolger gesucht, heißt es. Rebmann, zugleich auch Vize beim Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger, soll nach seinem Rückzug aus dem Management weiter SWMH-Gesellschafter bleiben.

Wie MEEDIA aus Branchenkreisen erfuhr, sondiert das Unternehmen bereits seit Monaten einen potentiellen Nachfolger für den 59-Jährigen in der Schweiz. Die SWMH wollte auf Anfrage von MEEDIA zu der Top-Personalie keinen Kommentar abgeben. Wie Kress weiter berichtet, kreiden die SWMH-Gesellschafter dem Geschäftsmann an, dass der Konzern für den Erwerb der Mehrheit an der Süddeutschen Zeitung 2008 deutlich zu viel bezahlt haben soll. Danach hatte die SWMH nach damaligen Medienberichten – unter anderem bei Focus – für die Mehrheit an der Süddeutschen Zeitung rund eine Milliarde Euro hingeblättert. Zur Erinnerung: die damaligen Eigentümer-Familien des Süddeutschen Verlags, Goldschagg, von Seidlein, Schwingenstein und Dürrmeier hatten 62,5 Prozent an die SWMH abgegeben.

Wie viele großen Tageszeitungen leidet auch die Süddeutsche Zeitung unter Absatzproblemen. Die verkaufte Auflage der überregionalen Tageszeitung sank im 4. Quartal 2017 um 2,63 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahresquartal auf 357918 Exemplare. Während der Abo-Absatz leicht zulegte, büßte allerdings der Einzelverkauf um mehr als fünf Prozent ein.

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Die SWMH konnte im Geschäftsjahr 2016 laut Bundesanzeiger den Konzernumsatz um 27,3 auf 879,2 Millionen Euro zwar steigern. Doch das Wachstum kam vor allem durch Zukäufe zustande, heißt es hier. Die Ertragslage verbesserte sich dagegen. Das Medienunternehmen wies für 2016 einen Konzernverlust von knapp 8 Millionen Euro aus. Ein Jahr zuvor bewegte sich der Fehlbetrag noch bei 19,9 Millionen Euro. Das Eigenkapital der SWMH sank 2016 um 13,7 auf 83,6 Millionen Euro, die Eigenkapitalquote ging entsprechend auf 10,9 Prozent zurück. Verantwortlich hierfür machte das Unternehmen unter anderem den Fehlbetrag sowie Dividendenzahlungen an Minderheitsgesellschafter in Höhe von rund 9,8 Millionen Euro.

Für 2017 erwartet der Verlagsriese einen Jahresfehlbetrag „in der Größenordnung des Geschäftsjahres 2016“. Der Umsatz solle hingegen im hohen einstelligen Prozentbereich wachsen. Der Zuwachs resultiert erneut aus Zukäufen, „so dass insbesondere die strukturell bedingten Umsatzrückgänge im klassischen Geschäft der Zeitungsverlage dadurch mehr als ausgeglichen werden“, heißt es hier.

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