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Die Hü- und Hott-Löschtruppe von Facebook: Netzwerk zensiert Cartoon, sagt sorry, und löscht dann das Entschuldigungs-Posting

Der Zeichner Martin Perscheid wurde von Facebook gesperrt
Der Zeichner Martin Perscheid wurde von Facebook gesperrt

So langsam ist es nicht mehr lustig. Der Cartoonist Martin Perscheid verzweifelt seit Tagen an Facebook. Am Freitag wurde er vom US-Netzwerk für 24 Stunden gesperrt - zu unrecht. Die folgende Entschuldigung Facebooks postete der Zeichner und was passierte? Zur Strafe wurde er wieder für 24 Stunden gesperrt: "Keine Pointe".

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Die Vorgeschichte:
Ende vergangener Woche löschte Facebook einen Bilderwitz von Perscheid, den er bereits Ende 2006 veröffentlicht hatte. Der Cartoon, der auch so etwas wie eine selbsterfüllende Prophezeiung zu sein scheint, erklärt Unwissenden die Gemeinschaftsstandards von Facebook (Nippel nein, Hakenkreuze ja). Und nun? Wegen eines Verstoßes gegen die Gemeinschaftsstandards wurde er nun gesperrt.

MEEDIA hatte bereits am Freitag erstmals berichtet. Am Wochenende war der Spuk wieder vorbei und Perscheid hatte wieder vollen Zugriff auf sein Facebook-Konto. Süffisant hatte er noch auf die Frage geantwortet, ob er wütend auf Facebook sei: “Nein, ich finde es absolut vorbildlich, wie Facebook mit Kritik umgeht. User neben dem Löschen der Beiträge auch noch durch Sperren zu bestrafen, daran kann sich jede Diktatur ein Beispiel nehmen.”

Dann überrascht das US-Netzwerk Perscheid doch mit einem Schuldeingeständnis. Via Einblendung teilte das Social-Network dem Zeichner mit: “Ein Mitarbeiter unserer Teams hat versehentlich einen Beitrag von dir auf Facebook entfernt. Es handelt sich dabei um einen Irrtum und wir entschuldigen uns für diesen Fehler. Wir haben den Inhalt wiederhergestellt und du müsstest ihn jetzt wieder sehen können.“

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Was macht Perscheid also? Er postete einen Screenshot der Entschuldigung. Offenbar ein großer Fehler. Denn schwups, wurde er wiederum für 24 Stunden gesperrt, inklusive der Drohung, dass wenn er wieder etwas posten würde, das gegen die Standards verstoße, könne er auch für drei Tage gesperrt werden. Facebook erklärt allerdings nicht, dass Perscheid wegen exakt dieses Postings erneut gesperrt wurde. Es war jedoch seine einzige Veröffentlichung, zudem wurde genau dieses Posting vom US-Netzwerk zensiert. Dies lässt für ihn nur den Schluss zu, dass es um die Entschuldigung geht.

Was sich hinter dieser Hü- und Hott-Lösch- und Sperr-Taktik von Facebook verbirgt, ist unklar. Eine entsprechende MEEDIA-Anfrage an das US-Netzwerk blieb bislang unbeantwortet.

Doch noch eine Abschluss-Pointe:
Der befreundete Zeichner Michael Holtschulte, setzte nach der neuerlichen Sperrung von Perscheid ein Posting ab, indem er den Fall noch einmal kurz erklärte. Und was macht Facebook? Das System schlägt ihn erst einmal vor, dieses Posting zu bewerben – doch genau damit handelte sich Holtschulte jedoch schon einmal Ärger ein.

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