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“Sie wurden von einem Populisten hinters Licht geführt: Jan Böhmermann nutzt “Romy”-Preisverleihung für politisches Statement

Jan Böhmermann nutzte die “Romy”-Verleihung in Wien für ein politisches Statement
Jan Böhmermann nutzte die "Romy"-Verleihung in Wien für ein politisches Statement

Politische Statements zogen sich am Samstagabend wie ein roter Faden durch die diesjährige Verleihung der österreichischen TV- und Filmpreises "Romy" in Wien. Jan Böhmermann hatte schon im Vorfeld angekündigt, die Galaveranstaltung für ein starkes Statement nutzen zu wollen. Und auch Iris Berben hat die "Romy" für ihr Lebenswerk mit einem Plädoyer für Demokratie entgegengenommen.

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Der Satiriker Jan Böhmermann wurde bei der Gala in der Wiener Hofburg als bester deutschsprachiger Comedian ausgezeichnet und nutzte seinen Auftritt für einen Seitenhieb auf den politischen Rechtsruck in Österreich. Eigentlich hatte Böhmermann (“Neo Magazin Royale”) angekündigt, seinen Preis in einer Burka und mit hundert syrischen Flüchtlingen im Schlepptau entgegenzunehmen, als Reaktion auf Österreichs neue rechtskonservative Regierung. Der 37-Jährige gewann zwar das von der Wiener Zeitung Kurier organisierte Online-Voting in der Kategorie “Show/Unterhaltung” – doch die Provokation blieb er schuldig. “Ich habe Sie angelogen von vorn bis hinten”, sagte Böhmermann. “Sie wurden von einem unseriösen, windigen Populisten hinters Licht geführt – wahrscheinlich zum allerersten Mal in Ihrer Geschichte.”

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Auch Schauspielerin Iris Berben nutzte die Preisverleihung für eindrückliche Worte. Schon in der Laudatio machte ihr Kollege Peter Simonischek (“Toni Erdmann”) klar, dass sie die Platin-“Romy” nicht nur für ihre Karriere verdiene, sondern auch für ihr zivilgesellschaftliches Engagement. “Wir Künstler haben eine Stimme, und ich finde, die müssen wir nutzen”, sagte Berben in einer emotionalen Rede. “Denn wir haben etwas zu verteidigen: unsere Demokratie, unseren Zusammenhalt”, sagte die 67-Jährige unter Hinweis auf negative Entwicklungen in Europa und anderswo. Die Schauspielerin äußerte sie sich auch zu der #MeToo-Debatte um sexuelle Übergriffe und Machtmissbrauch. Alle müssten Verantwortung übernehmen. “Ich wehre mich aber dagegen, eine ganze Branche per se in Misskredit zu bringen”, fügte sie hinzu. Es gehe um eine Diskussion mit “Pragmatismus und gesundem Menschenverstand”.

(Mit Material der Dpa)

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