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Donald Trump versus Jeff Bezos: Washington Post könnte Amazon bis zu 75 Milliarden Dollar Börsenwert gekostet haben

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Zwei Alphatiere: Amazon-Chef Jeff Bezos und US-Präsident Donald Trump

Seit rund einer Woche wettert der US-Präsident gegen Amazon, seinen CEO und Gründer Jeff Bezos und dessen Privatbesitz, die Washington Post, die Trump spätestens seit der Enthüllung des legendären Bus-Videos im Wahlkampf ein Dorn im Auge ist. Die Folge der Tweets: Die Amazon-Aktie gerät immer wieder unter Druck. Wie Finanzdienstleister Wells Fargo vorrechnet, könnte Jeff Bezos die 2013 für 250 Millionen Dollar erworbene Traditionszeitung seinem E-Commerce-Riesen Amazon unterdessen 75 Milliarden Dollar an Börsenwert gekostet haben.

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Was wäre die Trump-Präsidentschaft ohne die täglichen Tweets des früheren Reality TV-Stars? Schlicht nicht vorstellbar. Im Visier des US-Präsidenten steht seit vergangener Woche ein alter Bekannter, an dem sich Donald Trump bereits im Wahlkampf verstärkt abgearbeitet hatte: Amazon-Chef Jeff Bezos.

Immer wieder schalt Trump Amazon als Steuervermeider und Quasi- Monopolist. Eine neue Welle von Attacken reitet Trump gegen den vor Kurzem noch zweitwertvollsten Konzern der Welt und seinen Gründer seit rund einer Woche.

Zunächst warf Trump Amazon in gleich mehreren Tweets vor, die amerikanische Post als Zusteller über den Tisch gezogen zu haben.

„Nur Narren (oder noch Schlimmeres) behaupten, dass unsere Post mit Amazon Geld verdient. SIE VERLIEREN EIN VERMÖGEN, und das wird sich ändern. Auch unsere Einzelhändler, die Steuern in vollem Umfang bezahlen, schließen Filialen im ganzen Land. Hier herrscht keine Chancengleichheit“, twitterte Trump wütend am Ostermontag.

Amazon solle “viele Milliarden Dollar” für die Lieferzustellung seiner Sendungen selbst bezahlen, nicht die amerikanische Post, wetterte Trump, ohne eine exakte Gegenüberstellung der Kosten und Einnahmen der Staatsbehörde von/durch Amazon aufzulisten.

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In den vergangenen Tagen rückte dann das mutmaßlich eigentliche Objekt von Trumps Zorn ins Zentrum seiner Tweets: Die Washington Post, die Amazon-Chef Jeff Bezos bekanntlich 2013 für lediglich 250 Millionen Dollar erworben hatte – als Privatperson.

Dass der reichste Mann der Welt sich die 141 Jahre alte US-Traditionszeitung als Hobby leistet und damit keine weiteren politischen Motive verbindet, kann sich Trump offenkundig nicht vorstellen – und geißelt Bezos als “Chef-Lobbyist” und die Washington Post immer wieder als “Fake News”.

Die Tweets in Richtung Bezos haben ihre Wirkung nicht verfehlt: Gleich zweimal taumelte die Amazon-Aktie in den vergangenen Tagen nach Tweets des US-Präsidenten um jeweils fünf Prozent in die Tiefe.

Nach Einschätzung von Finanzdienstleister Wells Fargo kommt Jeff Bezos sein privates Zeitungsschnäppchen aus dem Jahr 2013 fünf Jahre später teuer zu stehen: Der Verlust von Amazons Börsenwert seit Beginn der Trump-Tweets in der vergangenen Woche betrug zeitweise 75 Milliarden Dollar, bis Schnäppchenjäger die Kursverluste begrenzten.

Amazon fällt im Börsenranking auf Platz vier zurück

Allerdings erscheint die singuläre Betrachtung des Kursrutsches von Amazon durch Trump-Tweets fragwürdig: Der gesamte Tech- und Internetsektor performt seit den Enthüllungen um Facebook schwächer.

Amazon wäre an der Wall Street nach den spektakulären Zuwächsen der vergangenen Monate vermutlich im Sog der Schwäche von Internetaktien ebenfalls abgestürzt, wenn auch mutmaßlich weniger drastisch. Per Handelschluss am Donnerstag notiert der E-Commerce-Gigant bei 1452 Dollar rund 10 Prozent unter seinen Höchstkursen vom März, ist aber nach der Marktkapitalisierung wieder auf den vierten Platz im Börsenranking hinter Alphabet und Microsoft zurückgefallen.

CNBC-Marktkommentator James Cramer hatte unterdessen augenzwinkernd eine andere Theorie für Trumps Besessenheit mit Amazon: Möglicherweise schlechte Prime-Zustellungen zum Präsidenten…

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