Partner von:
Anzeige

“Kennt die Grundlagen von Journalismus in demokratischen Ländern nicht”: Anja Reschke, Dunja Hayali & Co. kontern Spahn-Kritik

reschkespahnhayali.jpg

Der neue Gesundheitsminister äußert sich gerne und viel zu Themen, die oft wenig mit Medizin, Pflege oder Prävention zu tun haben. So machten Spahn-Statements zu Integration, Flüchtlingen oder auch dem Twitter-Verhalten von öffentliche-rechtlichen Reportern jüngst Schlagzeilen. Seine in der NZZ geäußerte Twitter-Kritik, wird nun wiederum scharf von bekannten TV-Journalisten wie “Monitor”-Chef Georg Restle, Dunja Hayali oder Anja Reschke gekontert: “Anscheinend kennt Herr Spahn die Grundlagen von Journalismus in demokratischen Ländern nicht”.

Anzeige
Anzeige

Stein des Anstoßes ist ein Interview, das Spahn der Neuen Zürcher Zeitung gab. In dem Gespräch ging es um ein breites Themenspektrum. Zum Ende des Interviews ging es dann auch noch um die Frage, ob er unzufrieden mit den Medien sei. Daraufhin bemängelte der CDU-Politiker, dass er mit dem Teil des Journalismus “unzufrieden” sei, “der Zitate verkürzt oder den Zusammenhang ausblendet”.

Nach einer weiteren Antwort, fragte NZZ schließlich, ob der öffentlichrechtliche Rundfunk besser sei. Spahn antwortete:

Besser oder schlechter, das kann doch nicht die Frage sein. Ein Beispiel: Es gibt Tweets von Redakteuren des öffentlichrechtlichen Rundfunks, die sind einfach nur politisch eindeutige Kommentare und sehr subjektiv. Da steht zur Absicherung drüber: privater Account. Soll ich jetzt auch immer sagen: “Das war Spahn privat”? Ich bin Mitglied der Regierung. Entsprechend werden Sie meine Zitate einsortieren. Die gleichen Massstäbe sollten für Journalisten gelten.

Fasst man den Absatz zusammen, steht da: Jens Spahn stört sich am Twitter-Verhalten öffentlich-rechtlicher Journalisten. Für einen Minister eine erstaunliche Aussage. Zum einen ist wohl klar, dass es sich dabei um eine Anspielung auf den Medien-Aufreger rund um Tina Hassel, Chefin des ARD-Hauptstadtstudios und ihre Tweets vom Bundesparteitag der Grünen handelt. Zum anderen werden sich der Minister und seine Medienberater wohl bewusst gewesen sein, dass sie damit einiges an Journalisten-Kritik auf sich ziehen.

Auf MEEDIA-Anfrage äußerten sich gleich mehrere der profiliertesten deutschen TV-Journalisten kritisch zu den Spahn-Aussagen. So kommentierte Georg Restle, Leiter und Moderator von “Monitor”:

Anzeige

Die Einlassung kann ich nur so verstehen, dass Jens Spahn offenbar ganz grundsätzlich ein Problem mit der journalistischen Form des Kommentars hat. Meinungsfreiheit gibt es aber nicht ohne Meinungen. Offensichtlich hat Herr Spahn vergessen, was in Art. 5 Grundgesetz steht.

Anja Reschke, Leiterin der Abteilung Innenpolitik beim NDR und Moderatorin unter anderem von “Panorama” erklärte:

Anscheinend kennt Herr Spahn die Grundlagen von Journalismus in demokratischen Ländern nicht. Es gib einen Unterschied zwischen Kommentar und Bericht. Und es gehört zur Lauterkeit dazu, dass der Leser/ Zuschauer weiß, wie die Haltung eines Journalisten ist. Deshalb gibt es extra ausgewiesene Kommentare in Sendungen oder Zeitungen, in denen man diese Haltung erfahren kann. Twitter ist eine fast ausschließlich kommentierende Plattform, auf der jeder seine Meinung äußern kann. Da werden keine recherchierten Berichte ausgetauscht, sondern kurze knappe Statements. Und wenn man als Journalist seinen Account privat kennzeichnet, sichert man sich nicht ab, wogegen auch? Sondern man macht deutlich, dass es die eigene Meinung ist und man nicht für den Sender oder Verlag spricht. Natürlich gibt es Tweets von Kollegen, die auch ich daneben finde. Aber die gibt es auch von Nicht-Journalisten. Das ist Meinungsfreiheit! Und Meinungsvielfalt entsteht nie beim Einzelnen, sondern immer nur durch viele.

Ebenfalls kritisch äußerte sich Dunja Hayali gegenüber MEEDIA: “Kommentare sind immer subjektiv. Deswegen nennt man sie ja auch Kommentar beziehungsweise Meinung. Und so wie es in der Politik diverse Ministerien/Ressorts gibt, gibt es auch im Journalismus verschiedene Gattungen/Ressorts. Der Zuständigkeitsbereich beziehungsweise die Zuordnung sollte einem klar sein.“

Keine Neuigkeiten aus der Medien-Branche mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos die MEEDIA-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. LOL, wieviel “Anja Reschke, Dunja Hayali & Co” von Journalismus verstehen wird sofort klar, wenn man sich 2 Minuten ihre Sendungen ansieht – gar nix !

    Natürlich wird die Vorlage von Spahn gern aufgenommen, nach dem Motto “Seht ihr, wir sind doch gar keine morallosen Staatsfunker”

    Wer Restle, Reschke und Hayali auf Twitter folgt, der kennt die Wahrheit.

    1. Sie scheinen ja ein wahrer Wahrheitserkenner zu sein. Mannomann. Sind Sie Journalist? Weil Sie hier so Kopfnoten verteilen, und so…

      1. Reschke: “Es gibt keine Hinweise darauf, dass Flüchtlinge öfter straffällig werden als andere Menschen.”

    2. @ Klaus:
      Um 19.33 Uhr haben Sie sich (unfreiwillig?) geoutet: Sie haben gar keinen Fernseher. Wie können Sie dann die journalistische Arbeit von Reschke, Halali und Restle beurteilen? Alles Weitere über Ihre Kommentare hat dankenswerterweise bereits „Schwabenpfeil“ auf den Punkt gebracht.

      1. @wm1948

        Die “Arbeit” dieser Leute wird breit in Sozialen Netzwerken diskutiert und in Alternativen Medien aufbereitet.

        Twitter ist in der Beziehung eine echte Offenbarung, die Journos können einfach nicht die Fre**e halten und outen sich als das was sie wirklich sind.

        Praktisch kein GEZ “Journalist” ohne Verbindungen ins Antideutsche-Antifa-Milieu

      2. @Klaus: Genau das ist das Problem von sozialen Netzwerken: Wenn man sich ausschließlich dort seine Meinung über bestimmte Themen – oder wie in diesem Fall über bestimmte Medienleute – abholt, ohne sich mal selbst die Sache direkt angeschaut zu haben, dann plappert man eben die in dieser Filterblase vorherrschende Meinung nach. Das führt dann auch zu solch völlig kruden Einschätzungen wie “kein GEZ Journalist ohne Verbindung ins Antifa-Milieu”. Mit Verlaub: Das ist Blödsinn. Mag sein, dass der ein oder andere Journalist zu seiner Abi- oder Studentenzeit mit der Antifa sympathisiert hat. Dass sich aber gestandene Journalisten großartig mit spinnerten Berufs-Chaoten abgeben, halte ich für ein schräges Gerücht aus der ebenso chaotischen rechten Ecke.

  2. Das sind ja genau die Richtigen…

    Zwei KampagnenjournalistInnen, die den Unterschied nicht kennen zwischen seriösem Journalismus und der Meinungshetze unter dem Deckmäntelchen der Pressefreiheit.
    Wie war das noch mit den Silvesterübergriffen in Köln?
    Vereinzelende Übergriffe aus der Trinkerszene am Bahnhof, hieß es von den “Experten” um Reschke.
    Aber wahrscheinlich war dies auch nur Meinungsfreiheit von “Journalisten” die sich dafür umso öffenltlicher fürstlich mit Rundfunkbeiträgen bezahlen lassen.

    1. Und was hat dies nun mit dem konkreten Fall zu tun? Wo erkennen Sie denn bei den aktuellen Aussagen der zitierten “Kampagnenjournalistinnen” auch nur ansatzweise Hetze? War es nicht vielleicht eher Minister Spahn, der sich hier auf unangemessene Weise am allseits beliebten Populisten-Spiel “Medienbashing” beteiligt hat?

      1. Geht es hier um Demokratie?

        dann wäre schon mal die Frage, wer Reschke und CO gewählt hat.

        Nix anderes als Hetze.

      2. @ E Ekat: Seit wann dürfen sich zu Belangen der Demokratie nur gewählte Volksvertreter äußern? Schon mal was von der durchaus gewünschten Rolle der Medien als vierte Gewalt zur Kontrolle der Politik gehört?
        Ob die Massenmedien diese Rolle in den vergangenen Jahren hinreichend erfüllt haben, darüber lässt sich trefflich streiten. Sie scheinen den Medien diese Rolle aber gänzlich abzustreiten, oder verstehe ich Sie da falsch?
        Und nochmals die Frage: Worin besteht im konkreten Fall die Hetze der Journalistinnen? Sie haben doch lediglich die polemischen Äußerungen des Herrn Spahn kommentiert und berechtigterweise sein Verständnis von Journalismus in unserer Demokratie hinterfragt.

  3. Quotenfrauen, die ungefragt ihren Senf dazugeben und dem Gegenüber dann gleich mal jegliche Kompetenz absprechen um ihren Standpunkt “sachlich” zu untermauern.
    Kein Wunder, dass trotz der Milliarden an Gebühren das Niveau der Regierungspresse so mies ist.
    Kann man beide nicht wieder mit einem Grimme-Preis oder dem Echo still stellen?

    1. Da hat der Buschiedo wohl ein Problem mit Frauen, die eine eigene Meinung haben und diese auch äußern. Eine Meinung, die sich eben nicht mit der Stimmungsmache des Regierungsmitglieds Jens Spahn deckt. Insofern ist das Schmähwort Regierungspresse in diesem Fall auch ziemlich daneben gegriffen. Ob Buschiedo wohl den inneren Widerspruch seines Kommentars erkennt?

      1. Wenn ich mir anschaue, wie viel Zeit Sie hier mit peinlichen Kommentaren verschwenden, können Sie eigentlich nur Frau Hayali höchst selbst sein. Oder irgendein anderer armseliger, von Transferleistungen der arbeitenden Bevölkerung lebender Tropf.

      2. Ach Peter, welche Kommentare hier peinlich sind, liegt ganz im Auge des Betrachters. Mit Ihrer Einschätzung mir gegenüber liegen Sie allerdings komplett daneben. Ich gehöre zur berufstätigen Bevölkerung, bin Angestellter in einem Privatunternehmen, zahle brav meine Steuern – und heiße nicht Dunja Hayali.

    2. Also, Sie sprechen den beiden doch schon mit dem Begriff “Quotenfrauen” die Kompetenz ab 😉 Aber das ist bestimmt wwas “ganz anderes”.

  4. Spahn, keine Ahnung von Demokratie, und keine Ahnung von Journalismus.

    Politik gleich selber machen, genauso wird die Aufgabe von Journalisten bei uns praktiziert. Sie stoßen dabei auf Parlamentarier, die ihre Funktion sträflich vernachlässigt haben. Wenn dabei nun jemand ausschert, wird er einen Kopf kürzer gemacht. Neu ist allerdings, daß die sich nicht mehr mit Mobbing von Funktionsträgern wie Sarrazin usw. zufriedengeben.

    Nur wir Bürger sind letzten Endes in der Lage, eine Menge geradezurücken, bevor dieses Land zur Demokratie zurückkehren kann.

    1. Wie schaut eigentlich die Demokratie aus, die Sie sich so vorstellen? Mit Autokraten und deren Günstlingen an der Spitze, denen in keiner Weise von den Medien zu widersprechen ist? Mit einer Presselandschaft, die nur ein Wahrheit kennt (und die sich natürlich 100prozentig mit Ihrer deckt)?

      Lieber Himmel, wie schräg muss man eigentlich drauf sein, um unser jetziges System nicht mehr als Demokratie zu erkennen. Wir haben freie, geheime Wahlen (auch wenn die nicht zu den von Ihnen gewünschten Ergebnissen führen), wir haben ein sehr breit aufgestelltes Parteiensystem von links bis rechts, wir haben eine weitestgehend freie Presse jeglicher Couleur (die sich sicherlich in einigen Bereichen mal wieder neu sortieren und emanzipieren muss), wir haben Meinungsfreiheit …. was brauchen Sie noch?

      1. Meinungsfreiheit haben sie nur, wenn sie die richtige Meinung haben. Es gibt mittlerweile genügend Beispiele in diesem Land, die ihnen nur deswegen nicht geläufig sind, weil sie zu viel Qualitätsmedien lesen.

        Demokratie zeichnet sich nicht dadurch aus, daß es Parteien gibt, oder Wahlen. Das sollte man anläßlich der DDR eigentlich inzwischen kapiert haben.

        Demokratie bedeutet, daß Bürger durch freie und geheime Wahlen unblutig einen Richtungswechsel (!) herbeiführen können.Das ist detr Punkt: die Möglichkeit des Richtungswechsels, der möglichen Veränderung. Das zeichnet Demokratie aus.

        Sämtliche Kräfte, die auch nur am Rande auftauchend eine Richtungsänderung auch nur thematisieren werden sofort, und zwar von Leuten wie ihnen, diffamiert und delgitimiert.

        Sind sich wie Einheitsparteien gebärdende insgeheim einig, dann können Sie wählen was immer sie wollen. Eine Veränderung durch demokratische Wahl ist ausgeschlossen.

        So wurde der Euro eingeführt, so hat sich unser Parlament gegenüber der EU selber entmachtet, winkt durch, denn was immer sie wählen, die Entscheidung fällt in der EU-Komission. Nicht einmal deren Parlament hat mehr zu sagen als die Anbringung vo Empfehlungen.

        Die EU- Kommission ist gleich nochmal wie demokratisch legitimiert?

        Wie sieht es mit dem EUGH aus?

        Freie Presse ? Was berichtet die Presse über derartige Entmündigung, die Bevormundung und Lenkung der Bürger. Die Presse hat im gegenteil alle Hände voll zu tun, genau diese Lenkung darzustellen. Dummerweise glauben inzwischen immer mehr Journalisten, sie selber eigentlich seien es, welche die Themen vorgeben.

        Wer hat diese Journallie gewählt?

        Marionetten-Bewußtsein Leuten, welche die Strippen – die Abhängigkeit- an der ihre Existenz hängt, sich selber nicht mehr eingestehen wollen.

        Was ich brauche? Nix. Ich wünsche uns irgendeinen Kniff, der Leute wie Sie dazu veranlaßt, mehr nachzudenken. Besteht Hoffnung? Klar.

        Die nächste Wirtschaftskrise wird, je tiefer die Krise ausfällt, Gelegenheit zur Reflektion bringen. Es hat sich viel Soff aufgestaut.

      2. @E Ekat: Stellenweise kann ich Ihrer Argumentation durchaus was abgewinnen. Dennoch denke ich, dass Sie an den entscheidenden Punkten überdrehen und dramatisieren. Beispielsweise unser jetziges Wahlsystem mit dem der DDR zu vergeleichen, ist blanker Hohn, da es eben doch ein breites Parteienspektrum zulässt, in dem Konkurrenz herrscht – um Wählerstimmen, um die besseren Argumente, oft genug aber auch nur zur Sicherung von Pfründen. Neue Parteien sind dazu da, um dass ein Stück weit aufzubrechen und neue Themen zu setzen. Das haben die Grünen seit Mitte der 80er-Jahre geschafft. Und das schafft auch jetzt die AfD, was schon allein am Richtungswechsel von CDU/CSU ersichtlich ist. Neue Machtoptionen ergeben sich daraus nicht zwangsläufig, eine andere Gewichtung im politischen Handeln aber durchaus.
        Insofern verstehe ich Ihren Hang zum Dramatisieren nicht.
        Auch in der Medienlandschaft werden Sie so einige Bewegungen feststellen, wenn Sie mal genauer hinschauen. Dort finden Sie ein sehr breites Meinungsspektrum, wenn Sie nicht nur bei Hayali zuschalten. Klar wird über neue politische Ströumungen gestritten und es wird in Meinungsbeiträgen auch hart bewertet – als Diffamierung oder Delegetimierung würde ich das aber nicht bezeichnen. Das gehört zur Auseinandersetzung dazu und da sollten vor allem diejenigen, die immer herzhaft austeilen, nicht so dünnhäutig sein und gleich wieder in die beliebte Opferrolle schlüpfen. Am Ende wird es alles nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird. In diesem Sinne, schönes Wochenende.

  5. Liebe Frau Reschke und Halali,
    Warum benutzten denn bekannte, öffentlich-rechtliche Journalisten-Namen einen “privaten Account”? Weil sie einkalkulieren, dass ihr Sender “private” Kommentare seiner bekannten Bildschirm-Gesichter nicht tolerieren würde, wenn sie redaktionell nicht abgesegnet sind. Es gibt bei allen Redaktionen Blogs, in denen man sich als Redakteur äußern kann. Auch im Hauptstadtstudio-Blog.

    Diese extra dafür eingerichteten Blog-Sendeplätze zu umgehen ist doch wie Trittbrett-Fahren, oder? Viele Journalisten denken so, und halten sich an Benimm-Regeln. Jens Spahn hat in diesem Punkt leider recht.

    Wenn man als TV-Promi Spahn kritisiert, dann sollte man es nur inhaltlich tun. Und nicht sich künstlich und insinuierend aufregen, weil man sich – sogar ungenannt! – irgendwie betroffen fühlt. Es regen sich hier schon die Richtigen auf.

    Auch TV-Prominenz ist nur geliehen. Man sollte sie nicht missbrauchen. Tina von Hassel hat ihren damaligen Fauxpas nicht mehr wiederholt. Reschke und Halali tappen gerade voll hinein.

  6. Restle, Reschke, Hayali – da melden sich die Richtigen.

    Genau die, die von unabhängigem Journalismus überhaupt keine Ahnung haben (bzw. wenn, dies in ihrer Arbeit beharrlich ignorieren) und die Verbreitung ihres eigenen ideologischen Standpunkts über unabhängigen Journalismus setzen.

  7. Es verwundert, daß Herr Spahn sich in den vergangenen 2 Wochen scheinbar zu jedwedem Thema äußert, das NICHT mit Gesundheit oder Pflege zu tun hat.

    Man fragt sich schon, was genau er bezweckt? Will er die Koalition sturmreif schießen? Will er den Posten schnell loswerden, um die nötige “Beinfreiheit” für seine Angriffe auf Frau Merkel zu haben? Und wieso arbeitet er sich an einem gefühlten AfD-Katalog ab? Islam, innere Sicherheit, öffentlich-rechtlicher Journalismus? Glaubt der Mann wirklich, damit Themen “zurück zu erobern”? Oder sich als Generalist aufzustellen? Er wirkt beliebig, sonst nichts…

    1. Spahn wird tatsächlich immer beliebter.
      Immerhin jemand, der Profil wagt, im Gegensatz zu all den anderen Almosenversprechern und Maulhelden.
      Von den Blindgängern der SPD mag man hingegen nichts berichten.
      Mal abgesehen vom “Nato-Stricher”- Vorwurf gegen den ehemaligen gescheiterten Justizminister.
      Aber der Vorwurf dürfte von einem glühenden Reschke/ Hayali Anhänger kommen, da ereifert man sich traditionell weniger empört.
      Also mal wieder linke Medienkampagnen gegen einen gefürchteten Politikern?
      Was ist eigentlich aus Trumps Pornosternchen-Story geworden, die man so großartig und qualitätsjournalistisch Aufgezogen hat?

  8. Spahn, der seine politische Existenz einzig Mißfelders Tod verdankt, verfolgt eine klare Strategie irgendwo zwischen Kurz und Trump.
    In den Schlagzeilen dauerpräsent, in wild-dominanter Gestik repräsentiert (Macher), bei kritischen Fragen prinzipiell antwortend mit “Die eigentliche Frage ist doch…” oder “Die Frage darf doch nicht sein, ob”…

    Nie stellen lassen. Spielregeln vorgeben. Abtropfen lassen. Wenn’s eng wird, wegrutschen. Angst schüren. Ressentiments schüren. Den Dreck vom rechten Rand mitnehmen. Lemminge scharen. Lobby schaffen. Alte Frau mit der Taktik der 1000 Nadelstiche ausbluten lassen. Macht ergreifen.

    Und der Mann kommt damit durch. Wie immer gilt, dass der Machtgierigste die Macht erhalten wird. Innerhalb der Union gibt es niemanden, der ihm ebenbürtig ist. Folge der Wegbeißerei Merkels, die ihren Nachfolger durch eigenes Verschulden nun nicht mehr verhindern kann.

    Die Lemminge folgen Spahn bereits, spüren, in welche Richtung sich der Wind dreht. Falls jemand mal seinen Medien-Sekundanten Lanz vermisst – der steckt tief in Spahns Schließmuskel.

    Mieter Lindner spielt über Bande mit, Postensicherung 2.0.

    Spahn wird Kanzler. Deutschland wird hässlicher, kälter, härter.

    Zeichen der Zeit.

    1. Sorgen um Deutschland?

      .. für einige muß es härter und auch kälter werden, wenn es um Deutschland gehen sollte.

      Vielleicht wird es nicht so häßlich wie es für diejenigen gemacht wird, die sich derzeit um Deutschland sorgen.

  9. Einen Rat seinen Konkurrenten: Spahn lädt sich gerade mit den großen Volksemotionen auf. Wie ein Hass-Blutegel. Er besetzt im Wochentakt die großen Diskussionsplätze und nimmt überall den pseudo-aufrechten “Das wird man doch noch sagen dürfen-“Platz ein. Germany first! First come, first serve – so hat es Hate Monger Trump gemacht, so hat es Kurz gemacht.

    Mit bekanntem Ausgang.

    Ist wie bei Reise nach Jerusalem. Wer nicht schnell Themen angreift und besetzt, wird dort bald Spahn oder einen seiner Lakaien thronend vorfinden, die dem Machtgierigen den Platz warmhalten.

    Ist die kritische Masse erreicht, ist das Gewähltwerden unausweichlich.

    Die Uhr tickt, ihr Kramp-Karrenbauers, Söders, Von der Leyens, etc…

    1. Und weil die sog. linksversiffte Presse glaubt den Spahn mit jedem konzertierten Antifa-Shitstörmchen vorführen zu können, macht sie sich zunächst lächerlich und dann überflüssig.
      Wer will den BahnhofsklatscherInnen und IslamistenversteherInnen aus der Anstalt denn noch zuhören,
      die sich plötzlich wieder für Meinungsfreiheit , aber nicht für “besorgte” Bürger, Gleichberechtigung, aber nur mit Burka,
      gegen sexuelle Gewalt, wenn sie nicht von “spaßbegeisternden Männern” kommt, für Toleranz und Vielfalt in bereichernden deutsch-islamistischen Moscheen, weniger Schusswaffen außerhalb von emotionalen türkischen Hochzeiten auf Autobahnen und natürlich
      gegen Armut und mehr deutschen Sozialstaat, aber nur für die ganze Welt, aussprechen.
      Man schwadroniert von Meinungs- und Pressefreiheit und ergeht sich selbst in Verschwörungsfantasien, wenn es um die unangepassten Leserkommentierungen der Damen geht – der pöse Russe wars, die Bots, Rechtsradikale, Marsmännchen, der böse weiße Mann, etc…
      Wer weiß, um welche Sorte Mensch es sich bei Reschke und Co. handelt, der freut sich alleine schon deshalb über Spahn und seinen Mut.
      Denn Merkel und ihre Leni Riefenstahls schreien ja immer noch:
      “Wir schaffen das!!”

      1. Mensch, Respekt, Sie haben es geschafft, in Ihrem Kommentar so ziemlich jedes schräge Klischee-Denken und jeden noch so dümmlichen Kampfbegriff aus der rechten Ecke unterzukriegen. Wobei, heißt es nicht “linksgrünversifft” statt nur “linksversifft”? Armer Mensch, der sich ständig gegen Bahnhofsklatscher, islamische Sozialstaats-Schmarotzer, die falsche Medienmeinung, den Schusswaffengebrauch auf türkischen Hochzeiten und gegen was weiß ich noch alles zur Wehr setzen muss. Und das alles, obwohl es den pösen Purschen im Kreml gar nicht gibt, der ist nämlich ein lupenreiner Demokrat, harhar. Herr schmeiß Hirn vom Himmel.

      2. Wenn es mal “Klischees” wären… Sie leben auf einem anderen Planeten oder gehen mit verbundenen Augen durchs Land. Beides macht es nicht besser. Irgendwann fliegt Ihnen das alles krachend um die Ohren. Ich freue mich drauf!

      3. @Peter: Dann erklären Sie mir mal, wo bei Ihnen die Freude herkommt, wenn uns das alles “krachend um die Ohren fliegt”? Hätten wir dann die Zustände erreicht, die Ihnen lieb wären? Mit Gesellschaftsgruppen, die sich immer stärker gegeneinander abgrenzen? Ganz zu schweigen von der Abgrenzung gegen andere Religionen, Hautfarben, Ethnien … ? Ist das Ihre Welt?

  10. Diese Privat-Twitterei der o.g. Protagonisten unter dem Deckmantel der Privatmeinung ist mehr als kritisch zu sehen. Und man schaue sich mal den Auftritt von Restle bei Twitter an – der wirft wirklich alles in einen Topf und rührt einmal rum und kommt dann zur allgemeinen Erheiterung noch mit dem Grundgesetz daher. Der hat nicht ansatzweise kapiert worum es geht und das ist die eigentliche Katastrophe, nämlich dass selbst Redakteure, denen man ein Mindestmaß an Kritikfähigkeit zutraut, den Kern nicht erkennen. Die haben sich im Flow zwischen Genderwahn, AFD-Bashing, sog. Flüchtlingsthemen und dem gebetsmühlenartigen Vortrag, wie wichtig der ÖR ist (und sie selbst erst recht) so zerrieben, dass sie einfach nicht mehr strukturiert denken können. Schade drum, denn sie haben vormals guten Sendungen die Glaubwürdigkeit entzogen. Kein Mensch will diese monokausalen Vorträge zu o.g. Themen noch sehen, hören und lesen.

  11. Lustig, wie der AfD- und Pepita-Mob hier tobt…

    CDUCSU muß man direkt wünschen, daß der Herr Spahn Kanzlerkandidat wird. Denn als rechter Sympath dürfte er Leute vergraulen, die bislang noch Merkel wählten.

    Nebenbei sollte der Schreihals zwischen seinem Krakeele kurz zurück an seinen Parteifreund Wulff denken – den hat nun wirklich die Presse zur Strecke gebracht… Wer sich mit der Journaille anlegt, muß damit rechnen, daß sie zu wühlen anfängt. Und Leichen im Keller hat jeder.

    1. Na hoffentlich fängt diese Sorte “Presse” wieder mit dem Wühlen an.
      Weil es gerade so gut läuft, oder wie?
      Dank Flüchtlingskrise und Migrantengewalt fürchten diese Medien- Krakeeler in den Presse- und Funkhäusern ja schon um ihre Rentenmillionen und kriechen jaulend und winselnd der Politik hinterher.
      Noch eine weitere Hetzkampagne dürfte den Kampagnenjournalisten wohl das letzte Fünkchen Symphatie rauben.
      Es gibt doch so kaum noch Spiegel, Zeit und SZ Leser.

      1. Im Ergebnis haben sie nur Sorge um ihre Pfrüde beim ÖR.
        Familienzuschlag bis zu 200€ pro Kind bis zum 25 Lebensjahr jährlich steigend ( sog. 2 Kindergeld), eine 35% höhere Altersversorgung als gesetzlich Versicherte, Einmalzahlungen an ÖR-Rentner, Witwen/r-Rentenanspruch ab Tag der Hochzeit , all das haben sie in den letzten Monaten rausgeschlagen und Verdi Rundfunk feiert. Und nur darum geht es den Damen und Herren. Wer die Tarifverträge liest weiß worum es geht. Die leben dort wie die Maden im Speck.

  12. Kleines 1&1 der Politik:

    Spahn holt jetzt dieser Wähler von der AFD rüber zur CDU.

    Das ist die einfache Übung.

    Wenn die mal da sind, dann muss er sie auch halten. Und bedienen. Und liefern.

    Was dazu führt, dass die CDU nach Rechts wandern muss.

    Und dann wird die Luft eng für die Reschkes und Hayalis.

    Glücklich, wer vorher den Kopf einzieht und sich mit dem Wind positioniert.

    1. Kleines 1 x 1 der Medien: Wenn die CDU nach rechts wandert, ist das für alle Medien links von Reichelts Bild eine Steilvorlage und ganz sicher kein Grund, um den Kopf einzuziehen. Oder glauben Sie, dass die Reschkes und Hayalis dann sofort mit ihrer Abberufung rechnen müssen? Nee nee, so derbe regierungsgesteuert sind auch die öffentlich rechtlichen Sender nicht. Und ich kenne keinen einzigen ernsthaften Journalisten, der sein Fähnchen so oportunistisch in den Wind hängt – schon gar nicht, wenn das laue Lüftchen aus der spahnchen Ecke kommt.

      1. Hmm, wenn Sie sagen, sie kennen “keinen einzigen ernsthaften Journalisten, der sein Fähnchen so oportunistisch in den Wind hängt”, dann erkenne ich, dass sie keinen einzigen Journalisten kennen.

  13. So sieht das Privatunterwegssein auf Social Media Kanälen aus:

    ARD-Mann Arnd Henze beklagt seit Tag bei Twitter: “Das @BMVI verweigert als einziges Ministerium seit fast einer Woche die Auskunft, wie viele der acht Abteilungsleiter aktuell Frauen sind. Das ist ein unakzeptabler Verstoß gegen die gesetzliche Auskunftspflicht.”

    Dass es eine gesetzliche Auskunftspflicht gegenüber der Privatperson Henze gibt, wäre mir neu.

    Nur ein kleines Beispiel wie öffentlich-rechtliche Institution und Privatperson im wirklichen Leben munter durcheinandergeworfen werden, ganz gleich was in irgendwelchen Social Media Guidelines steht.

    1. Sehr gutes Beispiel !
      Und beim Privatmann Restle prangert im Hintergrund auf Twitter das Monitorlogo in Übergröße …mach das mal als Normalbürger, dann hast du ein paar Tage später eine 1000€ Abmahnung der ARD.
      Wie ich unten geschrieben habe, die haben beim ÖR nichts kapiert !

  14. an Meedia-Redaktion: kann man der Beiträge derselben Person zum Thema nicht auf – sagen wir: zwei – begrenzen? Dann würde nicht jeder Müll drei-, vier-, fünfmal erscheinen. Und noch dies: Die Journalisten – auch die werten Damen – sind unsouverän, wenn sie so argumentieren, wie sie argumentieren. Sie sollen informieren und nicht ihre Meinung öffentlich auf den Markt der journalistischen Eitelkeiten tragen.

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Meedia

Meedia