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Cambridge Analytica-Datenskandal: Facebook gesteht ein, dass 87 Millionen Profile betroffen sind – davon 310.000 deutsche Nutzer

Aus Datenschutzgründen gewährt Facebook den Eltern keinen Zugriff auf das Profil ihrer verstorbenen Tochter
Aus Datenschutzgründen gewährt Facebook den Eltern keinen Zugriff auf das Profil ihrer verstorbenen Tochter

Die schlechten Nachrichten aus Menlo Park reißen nicht ab: Facebook hat heute eingestanden, dass das Ausmaß des Datenskandals um Cambridge Analytica noch viel größer ist als bislang bekannt. Nicht wie bislang kommuniziert 50 Millionen Profile, sondern tatsächlich 87 Millionen Nutzer waren von der Datennutzung durch Cambridge Analytica betroffen, teilte das Social Network in einem Blogpost mit.

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Je länger der Datenskandal um Cambridge Analytica andauert, desto größer wird das Ausmaß. Am Ende eines langen Blogposts, in dem Facebooks Technik-Chef Mike Schroepfer, eingebettet in bunte Grafiken, über neue Schritte informiert, wie Facebook die Datenweitergabe an App-Anbieter verringern will, gestand das weltgrößte Social Network das Ausmaß der Datenaffäre um Cambridge Analytica ein.

Nicht wie Mitte März bekannt geworden war, waren 50 Millionen Profile von Datenweitergabe betroffen, sondern tatsächlich 87 Millionen Nutzer – also 75 Prozent mehr als bislang angenommen. Facebook teilte weiter mit, dass betroffene Nutzer ab dem 9. April benachrichtigt werden würden.

Auch für Deutschland spezifizierte das weltgrößte Social Network die Zahl der betroffenen Profile. Demnach hätten lediglich 65 Nutzer an einer Umfrage teilgenommen, durch die auch die Freundesliste inklusive Profilinformationen einsehbar wurde. Auf diese Weise seien am Ende die Daten von 310.000 deutschen Facebook-Nutzern in die Hände von Cambridge Analytica gekommen.

Datenskandal-Skandal um Cambridge Analytica stürzte Facebook in schwerste Krise
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Ausgelöst wurde der Datenskandal, der Facebook in die bislang schwerste Krise der 14-jährigen Konzerngeschichte stürzte, vor dreieinhalb Wochen  durch die Enthüllungen des Whistleblowers Christopher Wylie, der jahrelang bei Cambridge Analytica arbeitete, im britischen Guardian.

Demnach hatte sich Datenanalysefirma Cambridge Analytica bereits 2014 durch ein Datenleck Zugriff auf 50 Millionen Facebook-Profile verschafft. In der Praxis passierte das über eine App namens ‘thisisyourdigitallife’, die Aleksandr Kogan, ein Professor der Cambridge University als Umfrage entwickelt hatte und von Cambridge Analytica dann verwendet wurde.

87 Millionen Nutzer betroffen

Wie Wylie im Interview mit dem Guardian berichtete, hätten lediglich 270.000 Profile gereicht, um Zugriff auf tatsächlich über 50 Millionen Facebook-Profile zu erlangen, weil die Analytiker wegen eines Datenlecks durch einen Facebook-Nutzer auch gleichzeitig die Daten von dessen Freunden erhielten – Likes, Status Updates, bis zu Privatnachrichten. Seit heute ist klar, dass 87 Millionen Nutzer betroffen waren.

Die 87 Millionen Millionen Facebook-Profile wurden im US-Wahlkampf gezielt mit beeinflussenden Informationen zugunsten der Trump-Kampagne gefüttert – bis zur passenden Aufmachung und Ansprache. Cambridge Analytica wurde mit 15 Millionen Dollar des konservativen Hedgefondsmanagers Robert Mercer unterstützt, der ein früher Unterstützer Donald Trumps und gleichzeitig Finanzier der rechtspopulistischen Webseite Breitbart ist.

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