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Don Alphonso wechselt von der FAZ zur Welt: “Man kann heute keine Geschichte mehr erzählen, ohne dass sich jemand betroffen fühlt”

Rainer Meyer aka Don Alphonso in seinem Element
Rainer Meyer aka Don Alphonso in seinem Element

Das hat nicht lange gedauert. Kaum sind die Blogs von Rainer Meyer alias Don Alphonso für die FAZ gestoppt, erscheint sein erster Text beim neuen Auftraggeber: Springers Welt. Don Alphonso ist eine streitbare Figur in der Web-Szene. Er publiziert dort sowohl im freien Bereich als auch im Pay-Angebots Welt Plus. MEEDIA hat mit ihm über den Wechsel und seine Rolle in der Medienlandschaft gesprochen.

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Du wechselst mit Deinen Blogs von FAZ.Net zu Welt.de. Wie kam es dazu?
Die FAZ wollte die Blogs nicht mehr verbreiten, weil sie mal etwas Neues ausprobieren wollte, dem Vernehmen nach etwa Podcasts. Und die Welt hat mir fünf Minuten nach dem Bekanntwerden angeboten, die Blogs zu übernehmen.

War das Angebot der Welt das einzige?
Es gab in den ersten 24 Stunden gut ein Dutzend ernsthafte Angebote – darunter auch etliche, die sich in letzter Zeit ganz anders positioniert haben und explizit wieder einen alten weißen Mann wollten, weil sie den Eindruck hatten, dass ihnen und den Lesern ohne Gegenstandpunkt etwas fehlt. Wichtig war mir vor allem, dass es eine klare Strategie gibt, wohin das Medium mit dem Internet will, und dass es diesen Weg entschlossen geht. Da hat die Welt in den letzten Jahren viel nachgedacht, gehandelt und erreicht. Und es war mir wichtig, dass die Leitungsebene dahinter steht, die Blogs auch wirklich will, mit dem harten Ton im Netz umgehen kann, und nicht gleich einknickt – so wie seinerzeit Frank Schirrmacher und Mathias Müller von Blumencron, die das alles richtig einordnen konnten. Die Welt hat beispielsweise mit Birgit Kelle bewiesen, dass sie keinen Konflikt scheut.

Die beiden Blogs, “Stützen der Gesellschaft” und Deus ex Machina”, sind ja sowohl vom Namen als auch von den Inhalten her sehr speziell…
Ehrlich gesagt dachte ich das am Anfang auch, und ich war mir überhaupt nicht sicher, ob das im Rahmen der FAZ funktionieren würde. Ich habe daher erst einmal gesagt, dass ich nach einem Jahr Frank Schirrmacher die Kündigung anbiete, wenn ich den Eindruck habe, es läuft nicht. Allerdings hat das lose Mundwerk eines schlechteren Sohnes aus besserem Hause den Nerv getroffen – vielleicht, weil Don Alphonso tatsächlich viel sagt, worüber man sonst nicht spricht. Die Welt ist, im Gegensatz zur FAZ, deutlich mehr auf Berlin konzentriert, weshalb ich vielleicht noch mehr das Südliche, das Bayerische und das Barocke beschreiben möchte. Bei mir daheim gibt es, unabhängig von der politischen Ausrichtung, einen enormen Trend zur Heimat und da werde ich mehr beitragen. Wie Deus Ex Machina bei der Welt läuft, wird man sehen. Manche im Medienbetrieb sagen, es gäbe einen “Don-Alphonso-Sound” und ich fürchte, daran kann ich nichts ändern, selbst wenn ich wollte.

Nachdem bekannt wurde, dass die FAZ Deine Blogs nicht mehr weiterführen möchte, gab es bei einigen Social-Media-Nutzern zu einem – wie soll man das nennen – Sturm der Entrüstung. Der FAZ wurde teilweise ein Einknicken vor dem Meinungsmainstream vorgeworfen. Du selbst hast via Twitter zur Mäßigung aufgerufen. Wie hast Du diese Netz-Debatte erlebt?
Es gab eigentlich zwei Shitstorms. Einen gegen die FAZ und einen mindestens genauso hässlichen mit Morddrohungen (wie Schleyer im Kofferraum) gegen mich. Ich habe die erste Welle gar nicht mitbekommen, weil die Abläufe zu schnell waren. Die FAZ hat mich sehr kurzfristig über das kommende Ende informiert, und ich schrieb gerade erst meine Frage, was das konkret bedeute, als die Redaktion das Ende der Blogs schon bei Twitter verkündete. Es gab leider keinen Versuch, eine gemeinsame Sprachregelung zu finden. Etwa: Don Alphonso fährt eh nach Italien, darüber lassen wir das auslaufen. Und am Ende steht ein gleitender Wechsel im gegenseitigen Einvernehmen. Statt dessen hat die FAZ Twitter direkt gefüttert, und ich habe das erst durch die ankommenden Mails und DMs (Direct Messages, Anm.d.Red.) gemerkt. Das waren weit über 100 in der ersten Stunde, und so war ich erst mal ein paar Stunden ausgelastet. Es gab unendlich viel Solidarität. Den völlig überzogenen Hass auf die FAZ habe ich erst viel zu spät gemerkt. Die FAZ hat danach nichts Inhaltliches mehr gesagt, die Spekulationen blühten, und leider wurde das Feuer von manchen belüftet, die sicher keine FAZ-Ausgabe kaufen und nun behaupteten, man hätte mich erfolgreich aus der FAZ mit Shitstorms vertrieben und sollte weiter Druck machen: Martenstein, Kelle etc. als weitere Opfer.

Ungünstig waren auch die Einlassungen mancher Mitarbeiter, die man von außen nicht einordnen kann. Christina Dongowski zum Beispiel ist eine ganz normale freie, aber ihre Tätigkeit sehr in den Vordergrund stellende Autorin, deren Anwerbung ich mit ihrer Vorgeschichte als Schirrmacher-Hasserin ohnehin nicht verstehe. Wenn so eine Person dann aber jubelt und mit anderen Shitstormern aus dem linksbizarren Spektrum schon mal die Teilung meines Bärenfells öffentlich unter Einbeziehung der FAZ bei Twitter bespricht, sollte man sich nicht wundern, wenn es zu Verschwörungstheorien kommt. Sowas passiert halt. Es ist nicht die Schuld der FAZ, es ist ein Problem des Netzes und solcher Figuren. Ich habe im Netz gebremst, weil es leider nicht das erste Mal ist, dass die Trennung von einem Blogger ausartet und ich Schirrmacher früher versprochen habe: Wenn ich mal gehen sollte, machen wir das anständig und mit gegenseitigem Respekt. Ich habe mir da nichts vorzuwerfen. Die FAZ beendet die Verbreitung der Blogs eines freien Mitarbeiters, der genug andere Optionen hat, und das ist eigentlich alles. Kein Grund zur Aufregung. Es war eine gute Zeit bei der FAZ, ich hatte enorme Freiheiten und Privilegien. Und man muss auch sehen: Ohne Frank Schirrmacher hätte es die Blogs erst gar nicht gegeben. Meine Dankbarkeit für ihn ist grenzenlos und nach seinem Tod wäre es ohne Mathias Müller von Blumencron ohnehin nur noch Nachspielzeit gewesen. Ich hatte einen tollen Job. zwei grossartige Chefs und einige wirklich phantastische Kollegen.

Du bist auch auf Twitter sehr aktiv. Was macht Twitter für viele Journalisten so attraktiv?
Gar nichts. Den Account hat jemand in der Technik der FAZ ohne mein Wissen eingerichtet und weil dorthin viele Debatten gingen, habe ich mir aus Notwehr das Login gegen die Widerstände im Haus beschafft und begonnen, den Kanal zu bespielen. Inzwischen benutze ich den vor allem als Bilderdienst mit viel Publikum. Aber ich fürchte, normalen Journalisten in ihren Großraumbüros bleibt ohne bayrische Berge und barocke Kirchen nur der Kontakt mit Freund und Feind. Das wäre mir zu wenig und zu wenig schön.

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Manche nennen Dich konservativ, andere reaktionär. Wie würdest Du Dich selbst beschreiben?
Als ich jung war, war links die Freiheit, einen “Stoppt Strauss” Button zu tragen. Heute prügeln angebliche Linke eine “Merkel muss weg”-Demo zusammen. Früher war der Gewerkschaftler links, der die Sorgen und Nöte der deutschen Arbeiter in den Mittelpunkt stellte. Heute gilt als links, wer die Folgen der deutschen Wirtschaft in Afrika als Postkolonialismus verleumdet, und die Schuld in uns allen sucht. Früher war links die Freiheit, ein Plakat mit einer halbnackten Frau in der Maximilianstrasse gegen den Willen der CSU aufzuhängen. Heute hängen solche Plakate am Marienplatz: SPD und Grüne fordern ihre Entfernung. Links war früher die Möglichkeit, ohne Vorzensur in der Schülerzeitung zu schreiben. Heute ist links, andere als Kartoffel und als rassistisch zu beschimpfen und Mitarbeiter dazu zu bringen, mir Tipps zu schicken, weil man das in der Prantlhausener Zeitung (Don Alphonso meint die Süddeutsche Zeitung mit ihrem leitenden Redakteur Heribert Prantl, Anm.d.Red.) nicht mehr schreiben kann. Früher war links die Einstellung der kleinen Leute, die ein Haus und zwei Kinder bezahlen wollten. Heute ist links eine 800mg Ibuprofen zum Frühstück nehmende Singlefrau, die drei prekäre Bildschirmjobs in Berlin macht und normale Menschen hasst, die gefälligst ihr BGE (BGE = Bedingungsloses Grundeinkommen, Anm.d.Red.) zahlen sollen, das sie dann mit dem Dealer an der S-Bahn teilt. Ich bin immer noch 1992-links. Jetzt bin ich nur ein alter, weißer Mann, der versucht, zu überleben – möglichst lang, möglichst viele der Gegenseite.

Gibt es denn in der deutschen Medienlandschaft Deiner Beobachtung nach einen Hang zu einem wie auch immer gearteten Mainstream? Und falls ja, wie sieht der aus?
Die Medienszene ist immer noch riesig, mir fehlt da der Überblick. In den Leitmedien ist das tendenziell so, da werden die Bankenrettung wie die Migrationskrise recht einheitlich beschrieben, und dass es da vielleicht das eine oder andere Problem gibt – sei es die Instabilität der Deutschen Bank, seien es die erwartbaren Judenhasser aus dem mittleren Osten – wird, wenn überhaupt, nur sehr verspätet zur Kenntnis genommen. Dazu kommen noch die staatsnahen Fernseh- und Rundfunksender, die sich mit einer Mischung aus Merkelunterstützung und einem bipolaren Freud-Feind-Denken recht gut eingerichtet haben und eher überraschende Entlassungen von Querköpfen wie Thomas Fischer und Gabor Steingart. Ich bin vor allem gelangweilt. Ich würde mehr flamboyante Thesen, schillernd und auch gerne mal lustvoll abwegig, und mit Leidenschaft vorgetragen, lesen. Schirrmacher fehlt.

Schreibst Du manchmal aus purer Lust an der Provokation?
Nein, es geht mir zuerst immer um die Geschichte. Und man kann heute keine Geschichte mehr erzählen, ohne dass sich jemand betroffen fühlt. Provokation geht ganz leicht, man muss nur sagen, dass Fett krank und nicht schön macht, und einen Transgeschichten nicht interessieren.

Warum eigentlich die beiden FAZ-Blogs behalten und nicht etwas ganz Neues starten?
Das sind Fragen, die mich schon sehr viel länger umtreiben. Nach zehn Jahren “Stützen” hätte es erst mal ein Fest gegeben, und dann mindestens eine Pause um zu überlegen, was man jetzt noch alles machen kann und ob das alte Format noch passt. Eines der sehr freundlichen Angebote war, ein Jahr nach Italien zu gehen, von Nord nach Süd und wieder zurück zu radeln, und ein neues Itinerar für Arkadienliebhaber zu schreiben: naturnah, menschenfreundlich, auf Basis der dort ausgebauten und vorzüglichen Infrastruktur. Man kann da übrigens im Dieselstreit
unendlich viel für Deutschland lernen.

Das Problem ist jetzt, dass Aufgeben wie eine Kapitulation aussehen würde. Entscheidungen sind falsch, wenn sie den Gegnern gefallen, und diese Welle des Hasses, die während der letzten Wochen anbrandete, die gezielten Versuche der Diffamierung, das ganze Gejohle – das hat mir erst gezeigt, wie groß der Impact meiner Blogs wirklich war. Wenn sie irrelevant gewesen wären, hätte man es halt zur Kenntnis genommen und “ah, endlich” gesagt. Das ist aber nicht geschehen, es war ein richtiges Nachrichtenthema – ich habe ein Dutzend Interviewanfragen
abgelehnt. Ich wurde mit Geldangeboten überschüttet. Jemand kam zu mir und sagte: Du schreibst – ich zahle, einfach weil ich das lesen will, selbst wenn es mich manchmal ärgert. Meine Freunde wollen, dass ich es tue und meine Feinde wollen, dass ich aufgebe. Es ist einfach keine Frage, was jetzt zu tun ist.

Den ersten Text von Don Alphonso für Welt.de lesen Sie hier.

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Alle Kommentare

  1. Don Alphonso bei der Welt ?
    Laut Frau Burmester wird er dann bald bei der Achse des Guten und Tichys Einblick landen, als Folge nachlassender Potenz… 😉

    Beide Blogs sind immer ein guter Grund gewesen die FAZ zu besuchen, und nun Gründe öfter bei der Welt vorbei zu schauen.

    1. Don Alphonso ist in erster Linie Künstler. Nur deshalb lese ich ihn. Er spielt mit der Sprache. Was zu wunderbaren Werken führt. Man lernt auch. Über Kunst, Fahrräder Autos Kuchen höhere Töchter Immmobilien und die Widersprüche Berlins. Der permanente Spagat zwischen Sozialismus und und randständigen Konservativismus Ist zuweilen auch unterhaltsam. Da muss ich ihm das gelegendliche Fremdeln nicht übelnehmen. Zumal die Vermutung das ein solcher Schreiber unmittelbar Einfluss auf Wahlergebnisse hat, eher gering ist. Leser, das sieht man sowohl an den Jubel- wie auch den Hasskommentaren, wollen vor allem ihre eigene Meinung bestätigt finden. Insofern kann man das Umfeld Springer vernachlässsigen. Ja und Schirrmacher… Tote eignen sich immer zum Helden.

  2. Wunderbar getroffen, alles gleichgeblieben, erstaunlich: Als Machiavelli bei seinem ersten Besuch in diplomatischer Mission aus Deutschland berichtete, war ihm genau dies aufgefallen, nämlich dass die Deutschen, die Geld hätten, dies nicht zeigen würden. (An Häusern aus dem Mittelalter findet man hierzulande manchmal “Neidköpfe”, die wohl Neid abwehren sollen.)

  3. Ich bin sehr traurig, dass Don zu Springer geht. Es gab doch so viele gute Alternativen, aber Springer?

    Springer ist doch Nr. 1 in der Merkel-Systempresse, die haben 2015/2016 über SIEBEN Monate lang die Massenmigration bejubelt, ein bigotter Poschardt zieht dort die Fäden, dessen größter “Erfolg” die Freilassung des Deutschenhassers Yücel ist, aber sonst nicht viel mehr vorzuweisen hat, außer dass er die jetzigen Zustände im Lande nicht den Altparteien anhängen will.

    Ich bin wirklich enttäuscht, dass Don, mit seinen guten Ansichten und Meinungen, jetzt dort hinwechselt. Das passt überhaupt nicht zusammen!

    Ich verstehe es nicht und nein, ich werde Welt/Springer auch weiterhin nicht (mehr) lesen, da zu viel Schlimmes passiert ist (obwohl ich Dons Beiträge in der Online-FAZ immer verschlungen habe).

    Sehr schade, ich verabschiede mich dann mit einem (traurigen) tränenden Auge.

    Mach’s gut Don, vielleicht sieht man sich ja woanders mal wieder, in einem besseren Umfeld.

    1. Nachtrag:

      Lieber Don, ein echter “1992-Linker”, wie Du Dich bezeichnest, wäre niemals mit Springer ins Bett gestiegen, niemals, niemals, niemals, (…), niemals.

      Entweder stimmt Deine Behauptung, dass Du finanziell abgesichert bist, nicht, oder aber, da Deine Aussagen mit Deinem Handeln nicht übereinstimmt, Du bist ein (gebildeter) Heuchler.

      Ich bin schwer enttäuscht!

      1. @ Matthias

        Die Welt hat sich seit 1992 geändert – und Springer ist in politischer Hinsicht nicht mehr der gleiche Konzern. Sicher, wer sich zumal als Linker ärgern möchte, findet hier immer noch viel Ärgerliches – und sei es die immer noch sensationalistische politische Berichterstattung der BILD. Die Welt hingegen ist, und das kann nicht bestritten werden, pluralistischer geworden.

        Don hätte genügend Angebote gehabt, auch finanziell interessante, zu irgendeinem publizistischen Rechtsausleger zu gehen.

        Er hat es nicht getan. Und, dass er sich so schwer tut, seinen eigenen politischen Wandel anzuerkennen, der inzwischen an vielen Stellen einigen Drall ins Rechtsbürgerliche hat, das finde ich geradezu sympathisch. Ich werde Don immer für seine politstrategischen Fehler, seine Gehässigkeiten sowie (das ist relevanter) seine teils leider sehr rechten Diskursmuster immer kritisieren, auch gerne hart und auf den Punkt genau (und ich weiß, dass er das mindestens so hasst wie überdrehten Radikalfeminismus):

        Don ist aber nicht insgesamt rechts. Es ist auch nicht ganz falsch von ihm, wenn er von sich sagt, es stecke in ihm noch jede Menge 92er Sozialdemokrat in ihm. Bisweilen auch grüne Haltungen, so sehr er mit den heutigen Grünen nur wenig anfangen kann.

        Er ist nicht einmal anti-feministisch, und dies nicht mal ansatzweise, wenn man einfach den Stand von 1992 zur Grundlage macht.

        Insofern passt er doch gut zur Welt, und bringt neben seinen (imho) falschen Tönen auch immer wieder etwas Buntes hinein – oder eben seine Erzählungen und Berichte, die nicht zuletzt auch von einem bürgerlichen Publikum sehr geliebt werden.

    2. Offensichtlich ist Springer keine “Merkel-Systempresse”, wenn sie den Don engagiert. Dessen kritische Haltung zu Merkel ist bekannt, und es würde mich schwer wundern, wenn sie in seinen künftigen Blogbeiträgen nicht genau so sichtbar wäre wie bisher, und wenn die Verantwortlichen für sein Engagement nicht genau dies wüssten.

      Abgesehen davon, bei aller berechtigten Kritik an Merkel (ein Lob an unsere Demokratie, die uns solche Kritik erlaubt): Wer sollte konkret ein besserer Kandidat für das Amt sein? Hätten wir wirklich 2015 bürgerkriegsähnliche Schießereien an unseren Grenzen gehabt haben wollen? Wer äußert denn konkret seine Bereitschaft, mehr Steuern dafür zu zahlen, dass wir ein effizienteres und trotzdem humanes Grenz- und Aufenthaltsberechtigungsregiment haben (you get what you pay for)?

      1. Springer ist kein Medienhaus, sondern macht Politik.

        An Birgit Kelle kann man gut sehen, wie handzahm sie wurde, nachdem sie bei Springer anheuerte.

        “Kannst Du Deinen Feind nicht besiegen, vereinahme ihn” (alte chinesische Kriegsweisheit).

        Das System hat Don jetzt “geschluckt” und Sie werden auch bei Don sehen, wie gut das “Vereinahmen” klappt (schleichend, ganz still und heimlich).

      2. Und zu Merkel: Jeder wäre da besser! Auch beim Kapitän der Titanic dachte man, dass der unersetzlich ist.

        Und an Australien, Polen, Ungarn oder Israel sieht man, dass man eben nicht an der Grenze “bürgerkriegsähnliche Zustände” haben muss.

        Und da es keine nennenswerten Abschiebungen gibt, selbst in sichere afrikanische Staaten (die es gibt) nicht, sieht man, dass dieser ganze Migrationsirrsinn gewollt ist und kein Zufall war.

        Im CDU-Wahlprogramm steht sogar ganz offen der Punkt “Replacement”, was übersetzt “Ersatz/Ersetzung/Austausch/Auswechslung/Neubesetzung/Verdrängung” heißt.

        Sie glauben wohl immer noch an das Märchen, dass das alles aus heiterem Himmel passierte? Oder?

      3. Übrigens: Im Juni, wenn die Fußball-WM läuft und alle abgelenkt sind, wird im EU-Parlament der massenhafte Familiennachzug beschlossen, der nicht mehr durch nationale Gesetzgebung gesteuert/verhindert werden kann.

        Jeder Illegale/Migrant, der es bisher nach Europa geschafft hat, gilt dann als “Ankerperson” und nicht nur Familienmitglieder, sondern auch Bekannte oder Freunde dürfen dann nachziehen und werden eingeflogen (pro Ankerperson bis zu 30 Nachzügler).

        Nur die Behauptung, eine Ankerperson zu kennen, reicht für den Nachzug aus.

        “Aishe aus dem Sudan” kann dann einfach behaupten jemanden in Mannheim zu kennen und dann werden Aishe, und 29 andere Personen aus dem Dorf, nach DE eingeflogen, das müssen nicht einmal Familienmitglieder sein. Das wird NICHT überprüft!!!!

        Dieser ganze Massenmigrationsirrsinn ist generalstabsmäßig, von A bis Z, geplant, und Merkels Behauptung, dass sie “keine unschönen Bilder an der Grenze haben wollte”, eine Lüge.

        Die meisten Europäer verstehen gar nicht, was da im Anmarsch ist.

      4. @ Matthias 01.04.2018 23:34 bis 23:59 Uhr: Das “System” sind wir alle, Springer, der Don, Sie, ich und der Rest unseres glücklicherweise demokratischen Systems. Und überlassen Sie es dem Don bitte selbst, ob er sich von irgendwem vereinnahmen ließe (es wäre sein demokratisches Recht, auch wenn es mich überraschen würde). Und sind Sie bereit, für ein effizienteres Management der Flüchtlingsproblematik zu bezahlen (beispielsweise dafür eine zweckgebundene Verdoppelung des Solidaritätszuschlags einzufordern)?. Oder meinen Sie, Ihnen stehe das umsonst zu?

      5. Nein, das “System” sind wir nicht alle!

        Und es gibt auch kein “Management der Flüchtlingsproblematik”, sondern ein bedingungsloses Hereinwinken.

        Und ich/wir müssen sowieso alles bezahlen, obwohl ich/wir gar nicht gefragt wurden.

      6. @matthias 02.04.2018 00:56 Uhr und vorher: Das “System” sind natürlich immer die anderen. Man selbst kennt natürlich die absolute Wahrheit (“Massenmigrationsirrsinn ist generalstabsmäßig geplant”), hat die Definitionshoheit über Begriffe (“Springer ist kein Medienhaus”), und kennt die Zukunft (“Im Juni, wenn die Fußball-WM läuft”). Erinnert mich an meine Schulhofdiskussionen anno ’68 mit Mao-, Pol-Pot- und Andreas-Baader-Freunden und sonstigen Kritikern des Systems. Und an einen der harmloseren Demo-Sprüche aus der Zeit: “Haut dem Springer auf die Finger!”

    3. … das sind wir auch + geschockt!

      Ob der Don schon mit Frau Spri. und D.Yü. bei einem Tee gemütlich plaudern musste ? Und vom Herrn Po. ab jetzt gesagt bekommt, was die wirklich richtigen, wichtigen Nachrichten des Tages sind ?

      {+ WO Karren mit aus’m Dreck ziehen ?}

      Schauderhaft, die Vorstellung!

      Sein neuer Beitrag “Ueber-Gold-spricht-man-nicht” ist grandios, wie gehabt… aber ich wende mich müüüüde ab.

      Auguri per lei Don!

      Lucia Verde aus Empöringen

      1. Allerdings müssen einige seiner ganz weit rechts stehenden Kommentatoren noch mehr ” Kreide” fressen, als sie es im FAZ Blog getan haben, sonst kommen sie mit ihren Kommentaren bei der Welt nicht durch.
        Und finanziell hat er es nötig, davon bin ich überzeugt.

  4. “Manche nennen Dich konservativ, andere reaktionär. Wie würdest Du Dich selbst beschreiben?” …

    Die beste Beschreibung, was in Deutschland falsch läuft, die ich in den letzten Jahren gelesen habe!

  5. Nun auch Don A. Na ja. Schümer, Schmid, Stürmer, – wer von der FAZ wegging, mag seine Gründe gehabt haben, vielleicht hatten und haben die Frankfurter auch die Ihren. Schaut mal auf die Wechsel: Besser geworden, interessanter, intelligenter, ist es nicht. Die Welt als Palliativ-Station ausgemurkster Schreiber? Könnte sein.

  6. Noch’n Gedicht
    Links? Welt? Hm. Mal abwarten. Also, ich hatte mich bisher leicht rechts von der Mitte verortet, aber wenn der Don links sein will, muss ich da noch mal drüber nachdenken. Aber natürlich hat sich das alles auch ein bisschen verschoben: für die Figuren, die heute glauben, original links zu sein, ist wahrscheinlich Sarah Wagenknecht auch schon ein Nazi.
    Für die Welt konnte ic mir ch in den letzten Jahren nicht so recht begeistern, aber wenn man dort den Mut findet, gegen den Strom zu schwimmen, ist auch das überdenkenswert.

  7. Die “Welt” hat in vergangener Zeit gezeigt, daß sie mit unterschiedlichen Meinungen leben und streiten kann. Das ist eine gute Grundlage für den Don.

  8. Nach meiner unmaßgeblichen Meinung hätte „der Don” gut daran getan, eine Besinnungspause einzulegen. Ich beobachte einen übersteigerten Mitteilungsdrang, einen sonderbaren Schaffensdruck (und nun auch noch ein hektisches Wechselfieber) zu Lasten der Qualität. Jede Woche zwei solche Riemen ablaichen und die Leserpostflut verwalten, dazu dieser ganze, mir im übrigen völlig egale Fahrradkram plus Recherchen und Berlin und bella Italia und hoffentlich auch noch einiges an unerwähntem Privatleben — das geht auf Kosten von Stringenz und Präzision.

    Mir sind seine Texte oft zu unstrukturiert, zu eilig dahingequackelt. Aber mich langweilt inzwischen auch diese Tegernseer Perspektive des aufgeklärten, unabhängigen Bourgeois. Weswegen ich nur noch sporadisch seine Blogs besuchen werde. Ob ihr Umfeld nun FAZ oder Welt heißt, finde ich nicht wichtig, weil die Unterschiede nicht besonders groß sind.

  9. Wer “gegen Cultural Apropriation” ist, mit Schröders Agenda-Reformen aber persönlich eigentlich ganz gut leben kann und Religionen im Alltag mehr Raum und Anerkennung einrichten möchte, kommt sich wahrscheinlich sehr “links” vor, ist es aber ganz bestimmt nicht. Wer Menschen nach Hautfarben und sexueller Orientierung sortiert und damit dann eine Hierarchie der Kollektiv-Identitäten aufmacht, liegt sicher voll im Trend, nur “links” ist das halt nicht. Wer gegen die “gefährliche” AFD wettert, aber zugleich schon jahrelang bei Facebook angemeldet ist “weil da doch alle sind und man das doch heute so macht”… well you get the idea! Das ist dann alles eher evangelische Kurche.

  10. Gestern noch meinte er als FAZ-Rebell, dass Zensur von Leserbriefen so gar nicht geht,
    Heute ist er bei der Welt, wo schon die geringste Kritik an Merkel mit Nazi-Bann bestraft wird, die Kohle dürfte stimmen.

    Was kümmert ihn da sein Geschwätz von gestern.

    Vergesst ihn.

  11. Eine Überaschung. Es ist gar nicht erkennbar, dass es sich bei den neuen Stützen um ein Blog handelt, wirkt wie eine gewöhnliche Kolumne auf Welt.de. Wird sich zeigen, wie die besondere Präsenz des Autors im Austausch mit den Kommentatoren sich gestaltet.
    Vor zehn Jahren hatte sich Don Alphonso gegenüber der Welt sehr eindeutig positioniert, schade dass dazu keine Nachfrage kam. Da bezeichnete er es noch mit deutlichen Worten als Frgae des Charakters, sich von dort aus nicht mal verlinken zu lassen… Nachlesbar hier: https://rebellmarkt.blogger.de/stories/704046/
    “Ich verachte den Konzern in jeder Hinsicht, ich wünsche ihn mir insolvent und habe mehrfach jeden Wunsch dieses Hauses nach Kooperation, Autorenschaft oder Informationsgesprächen überdeutlich abgelehnt. Nicht die dafür arbeitenden Menschen, aber: Der Springer-Konzern widert mich an. …. Entweder man kämpft gegen ihn, oder man kolaboriert. Entweder man haut ihm in seine hässliche Fresse, oder man frisst ihm aus der Hand.”

  12. Ich habe den Eindruck, dass Die Welt im Kommentarbereich mehr als früher löscht (jedenfalls beschweren sich des Öfteren Kommentatoren in diese Richtung), aber nach wie vor gehört Die Welt nach meiner Wahrnehmung unter allen Mainstreammedien zu denen, die weniger ideologisch-festgefahren sind und auch unangenehme Dinge veröffentlichen. So gesehen wünsche ich DA viel Toleranz und Gleichmut seiner neuen Arbeitgeber. Und Frau Burmester, dass sie jetzt gaaanz stark ist.

  13. Also für mich ist Don Alphonso in erster Linie ein Künstler. Nur deshalb lese ich ihn. Er spielt mit der Sprache. Was zu wunderbaren Weken führt. Man lernt auch. Über Kunst, Fahrräder Autos Kuchen höhere Töchter Immmobilien und die Widersprüche Berlins. Der permanente Spagat zwischen Sozialismus und und randständigen Konservativismus Ist zuweilen auch unterhaltsam. Da muss ich ihm das gelegendliche Fremdeln nicht übelnehmen. Zumal die Vermutung das ein solcher Schreiber unmittelbar Einfluss auf Wahlergebnisse hat, eher gering ist. Leser, das sieht man sowohl an den Jubel- wie auch den Hasskommentaren, wollen vor allem ihre eigene Meinung bestätigt finden. Insofern kann man das Umfeld Springer vernachlässsigen. Ja und Schirrmacher… Tote eignen sich immer zum Helden.

  14. Don Alphonso ist in erster Linie Künstler. Nur deshalb lese ich ihn. Er spielt mit der Sprache. Was zu wunderbaren Werken führt. Man lernt auch. Über Kunst, Fahrräder Autos Kuchen höhere Töchter Immmobilien und die Widersprüche Berlins. Der permanente Spagat zwischen Sozialismus und und randständigen Konservativismus Ist zuweilen auch unterhaltsam. Da muss ich ihm das gelegendliche Fremdeln nicht übelnehmen. Zumal die Vermutung das ein solcher Schreiber unmittelbar Einfluss auf Wahlergebnisse hat, eher gering ist. Leser, das sieht man sowohl an den Jubel- wie auch den Hasskommentaren, wollen vor allem ihre eigene Meinung bestätigt finden. Insofern kann man das Umfeld Springer vernachlässsigen. Ja und Schirrmacher… Tote eignen sich immer zum Helden.

  15. Der linksversiffte Pöbel tobt. Respekt für meedia, soviel Liberalismus hätte ich gar nicht mehr erwartet. Lasst sie toben.

  16. Da kommt er vom Regen in die Traufe. Was will er bei einem Blatt das offen in den Bundestagswahlkampf eingegriffen hat und einen von Erdogan bezeichneten Terroristen beschäftigt?

  17. Es kommt nicht auf die Menge der Kommentare an, sondern auf die Qualität dieser.
    Von Ihren im Schnitt ca. 600 Kommentaren in der FAZ warenimmer ca. 30% Ihre eigenen Beiträge, Don.
    Was die Qualität der journalistischen Beiträge der FAZ betrifft, schlägt die FAZ und die NZZ die Welt um Längen… sind nun mal Fakten.
    Dies nur noch gesagt, da Sie sich damit brüsten, dass 1000 Kommentare in der Welt unter Ihrem Artikel geschrieben wurden.

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